"Geh doch mal rauf da"- der Berliner Fohlen Blo

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Liebe Gemeinde,

das Abenteuer Europa ist beendet. Zeit auf Wunsch eines einzigen Berliner Fohlens (“Es gibt nur einen René Lembke”) einmal aufs Große Ganze zu blicken.

Was bleibt übrig von der ersten Europacupteilnahme seit 16 Jahren? Eine peinliche Leistung bei Lazio. Tolle Gänsehautatmosphäre bei den Heimspielen. Starke Vorstellungen gegen Marseille und Fenerbahce, sowie drei verletzte Borussen in Rom, die von irgendwelchen Hilfsnazis aus der italienischen Hauptstadt attackiert wurden. Für den Präsident Lazios eine Lappalie, daher mal Folgendes:

Lieber Herr Lotito,

nur weil Sie Ihre SA-Schergen, die Sie irrtümlich Fans nennen, nicht im Griff haben und weil es in Ihrem Zwinger womöglich üblich ist, Gewalttaten herunter zu spielen, heißt das nicht, dass der Angriff auf Menschen banalisiert werden kann. Weder in Rom, noch in Mönchengladbach, noch sonst wo. Wie würden Sie sich fühlen, wenn ich Sie ins Hops einlade, Ihnen eine bis fünf Backpfeifen verpasse, Sie zudem dann mit Ronny und Pascal bewerfe und sage “Machen Sie mal keinen falschen Alarm, war ja gar nicht richtig getroffen….” Na, merken Sie was??? Eine Entschuldigung wäre angebracht und wenn man hierfür nicht den Anstand hat, dann hält man einfach mal die Fresse, Stronzo!!

Und nun? Wie weiter Borussia??? Die Leistungen der letzten Wochen bereiten nicht gerade viel Anlaß zur Hoffnung. Und am Sonntag kommt mit dem BVB ein Großkopferter in den Park. Die ersten Heckenschützen aus Medien und professionell organisierten Hysterie-Fans wetzen schon die imgainären Messer. Und ganz ehrlich, alles andere als eine (klare?) Niederlage gegen Ost-Schalke wäre durchaus eine Überraschung. Für mich eine Randnotiz ist hierbei die Rückkehr von Marco Reus. Natürlich werden die Schneehasen von Sky dies morgen ausschlachten, wie Pferdelasagne von Real. Ich persönlich betrachte das sehr nüchtern Da kommt ein ehemaliger Spieler mit seiner neuen Mannschaft und wird versuchen alles zu geben. Gabs früher schon, wirds später auch wieder geben. So sehr ich Reus bei uns geliebt und bewundert habe (sportlich tue ich dies immer noch), so sehr ist mir der negative Hype, der seit dem Sommer immer wieder über Borussia in Sachen “verlorene Söhne” hineingebrochen (gesprochen) wird, ein Dorn im Auge. Morgen spielt Borussia gegen die Namensdiebe aus Essen-West. Nicht Borussia gegen Reus.

Denn ob mit oder ohne Reus wird es schwer genug. Herrmann und auch Arango fallen aus, dazu sind wir zur Zeit defensiv zu verwundbar und offensiv ohne Durchschlagskraft. Präsentieren wir uns morgen genau so, dann könnte es am Ende gegen den Deutschen Schuldenmeister von 2002 eitern.

Aber Borussia 2013 ist ja durchaus eine Mannschaft, die es immer wieder schafft, aufzustehen. Morgen gilt es mit Kampf, mit Leidenschaft, mit Herz und viel Mut dagegenzuhalten. Zugegeben, hört sich ziemlich floskelhaft an aber verdammt nochmal es ist eben genauso. Nur wenn sich unsere Jungs zerreissen und sich wehren, haben wir eine Chance.

Und natürlich wird, sollte es wider Erwarten für die schwarz-gelben Atomicboys kein Erfolgserlebnis geben, Trainer Jürgen Klopp im Mittelpunkt stehen. Ein Mann, der es versteht, sich zu verkaufen und zu präsentieren. Früher war er auch mir äußerst sympathisch und seine sportlichen Meriten sind unbestritten. Aber dennoch halte ich es für sehr fragwürdig, wie sich dieser Mann an der Seitenlinie aufführt, ohne das auch nur der leiseste Hauch Kritik laut wird. Unparteiische werden bedrängt, Offizielle anderer Vereine blöd angemacht……aber der “Kloppo” darf das…..der ist ja lieb……
Am Arsch die Räuber….dieses Geseiere vom so netten “Herrn Klopp” kann ich nicht mehr hören. Der Mann ist ein mieser Verlierer und ein schlechter Gewinner (frag nach bei Greuther Fürth)…..und so langsam muss man dies auch mal sagen dürfen….

Genauso wie man sich auch wundert, woher auf einmal die vielen BVB-”Fans” herkommen? Vor Jahren noch für Werder Bremen in der “Wilden 13″ gesessen, heißt es nun auf einmal “Heja BVB”???? Ja ne, is klar….und morgen sind wir dann wieder für Bremen, weil sie nicht mehr für Wiesenhof Werbung machen, übermorgen dann für die Dosenschlampen aus Leipzig und nächstes Jahr dann für die FDP, weil “der Fipsi Rösler so traurig schaut”……Mann Mann Mann….

Apropos traurig schauen. Das tat auch Bumsi in der vergangenen Woche, als seine Bewerbung auf die Papstnachfolge abgelehnt wurde. Dabei hatte er alles gegeben und Stephie hatte ihm schon ein wallendes Kleid genäht. Doch die katholische Kirche ist eben ein etwas besonderer Verein. Alte, unverheiratete Männer, die auf kleine Jungs und den Holocaust stehen, die gegen alles sind, was reales Leben bedeutet und in ihrer reaktionären Denkweise oft den Taliban näher stehen, als Jesus, wollen eben lieber unter sich bleiben.

Und sonst so? Nun, Sepp Blatter, untadeliger Chef der FIFA hat mit seinen Spießgesellen nun die Einführung der Torlininentechnologie durchgesetzt, da sagen wir doch “Guten Morgen!!!”.
Pferdefleisch wurde in Lasagne gefunden- na und?? Ich hatte neulich River-Cola im Futschi!!!!!!!!
Die CDU überdenkt ihre Einstellung zur Homo-Ehe, die CSU -wieder mal- ihre Einstellung zur CDU.

Und während ich morgen das harte Los des Spätdienstes habe, hoffe ich, dass im Hops aber mal ein 1A-Support für unsere Jungs stattfindet. Getreu dem Motto “Dortmund geh kacken” sollten wir morgen zeigen, dass es in der Tat wirklich nur eine Borussia gibt. Da können sie mit noch so vielen Modefans antanzen, die mit Jutebeutel und Hipsterhosen noch so szenemäßig andribbeln…….WIR sind Borussia!

Zum Schluß noch ein Sprichwort aus der Ukraine in eigener Sache. Für alle, die meinen, einzig aufgrund von Gerüchten, Halbwahrheiten und Dummheiten Urteile über Dritte fällen zu müssen (noch dazu in die Welt gepupt von Leuten, denen es einzig um eigene, niedere Interessen geht ): “Um über andere zu urteilen und sie zu verurteilen, mußt du ein Heiliger sein.”

In diesem Sinne,

Patte Rüssmann

Liebe Gemeinde,

wer kennt ihn nicht, den Evergreen von Udo Jürgens, den er anlässlich der WM 1990 mit Pierre Littbarski, Toni Schumacher, Norbert Eder und den anderen “Village People” der deutschen Nationalmannschaft schmetterte: “Sempre Roma”…..

Wenn morgen um 19 Uhr unsere Jungs versuchen, die Überraschung zu schaffen und nach dem doofen Hinspiel doch noch die nächste Runde erreichen wollen, werden viele von uns Älteren dieses Lied auf den Lippen haben. Live im Stadion wie Maxi, Thomas, Uli, Felix und Co….oder aber im Hops, wo ich sicher die ein oder andere Träne verdrücken werde, wenn Schmusi diese Hymne anstimmen wird.

Über 10.000 Borussen werden in der Schüssel der italienischen Hauptstadt sein und nicht zuletzt dieser Support verdient es einfach, eine Runde weiter zu kommen.

Doch natürlich wird es schwer gegen Lazio. Ungeachtet des Ausfalls von Miro Klose und unabhängig der derzeitigen Formschwäche der Römer (“die ham wir doch auch”, höre ich hier bereits Kning aus Neuss rufen..). Unsere Borussia hat es hier mit einer international erfahrenen und abgezockten Truppe zu tun. Leidvoll mussten wir dies im Hinspiel erfahren.

Doch bereits kurz nach diesem bekloppten 3:3, auf dem Ritt zurück in unser Domizil auf der Southfork-Ranch in Mönchengladbach, versprühte René schon wieder Optimismus: “Der Römer an sich neigt ja auch ein wenig zum Dolce Vita……und da packen wir sie….”.

Und nun, wo das Spiel quasi unmittelbar bevorsteht, überzieht auch mich ein Hauch von Optimismus. Ja, wir schaffen das, weil wir unsere Arme und Hände zum Klatschen, und weniger zum Heben brauchen. Weil wir auf unserer Europatournee noch lang nicht den letzten Song angestimmt haben. Weil in einer Saison der Entwicklung und des Lernens (Und bei allem Gewäsch über Ablösesummen usw: das ist sie!!) neben Rückschlägen wie jüngst beim HSV eben auch immer positive Überraschungen zu verzeichnen sind. Weil sowohl die Borussen im Olympiastadion, als auch im Hops, unser Team nach vorn peitschen werden. Weil wir mit Gregor schon den Nachfolger von Ratzi, und mit Tim den viel besseren Bunga-Bunga-König in unseren Reihen haben. Weil wir Borussen sind, verflucht juchee!!!

Und egal ob fußkrank oder vom Arbeitstag geschlaucht, ob renovierungstechnisch eingespannt oder urlaubsmäßig entspannt. Egal ob moralapostolisch auf den Spuren der Päpste unterwegs oder andere be-und verurteilend durch Friedrichshain pilgernd. Morgen gehts einzig und allein ums Kämpfen, Zusammenhalten, anfeuern, mitfiebern, ums Weiterkommen…….

Forza Borussia!!!!!

Patte

Liebe Gemeinde,

zum Abschluss des für unsere Borussia geilen Jahres 2012 machen wir dem deutschen Rekordmeister unsere Aufwartung. Nach zwei Siegen in der letzten Saison gegen die Großkopferten aus der bayerischen Landeshauptstadt ist heuer nicht unbedingt davon auszugehen, wieder etwas Zählbares aus einem der hässlichsten Stadien seit dem Bau des Potsdamer Platzes mitzunehmen.

Zu dominant fräsen die Jungs von Osram-Josef und Paprika-Uli durch die Liga. Mit einem in dieser Form überraschend starken ehemaligen Doktor in der Abwehr und einem derzeit in Topform befindlichen französischen Freund ukrainischer Nymphen in der Offensive, wird es für unsere Jungs “äkstrem schwär”, in München zu punkten.

Doch Borussia wäre nicht Borussia und wir Berliner Fohlen wären keine Berliner Fohlen, wenn wir nicht doch mit einem zarten Sträußchen Hoffnung in den Süden der winterlichen Republik fahren würden.

Warum sollte sich Lulu nicht etwas Besonderes für Knabber-Basti, Salami-Thomas und Buchstabensuppen-Philipp ausgedacht haben? Immerhin haben wir mit nunmehr 24 Punkten eine entspannte Ausgangsposition und zu verlieren haben wir ohnehin nichts. Sollte Rupp tatsächlich ausfallen, könnte man doch (endlich) mal den kleenen Younes ran lassen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Junge dem Boateng den einen oder anderen Knoten in die untätowierten Beine spielt. Hinten wird “Roooooooooooooooel” wieder das machen, was er die gesamte Saison über schon mehr als ordentlich macht: Abliefern. Und der im Moment sehr starke Nordtveit wird es hoffentlich schaffen, dem 40-Millionen-Euro-Baby ein wenig auf den sauteuren Sack zu gehen.

Und wir haben Arango. Laßt doch all die Fußballhipster und Eventottos von Ronaldo, Ibrahimovic und Messi schwärmen. Natürlich, die drei sind nette Jungs und jeder von ihnen hat sicher hier und da Qualitäten. Aber Arango……dieser Mann…diese Aura…dieser linke Fuß. 86 Tore in Pflichtspielen in diesem Jahr? Fallrückziehertore aus 25 Metern? Sich vor Freistößen hinstellen, als hätte man Kötteln im Schritt? Da lachen wir doch drüber, Leute…..

Also, was soll uns heute abend schon Großartiges passieren? Medien und Bayernfans (okay, außer Sebastian kenne ich keine Menschen dieser Gattung aber man erzählt sich, dass es jenseits von Kai Pflaume und Marcel Reif sowas geben soll. Forscher wollen sie in Höhlen entdeckt haben) geht es ohnehin nur um neue Rekorde und da sind wir Borussen (mal wieder) nur Staffage. Machen wir es wie Inge und seine Jungs von Block B. Auf meinen Einwand, dass sein Ausflug in die Schlauchbootarena in Frötmanning sportlich sehr ambitioniert ist, antwortete er: “Wir singen sie nieder!”

Na dann…..”Auf gehts Jungs……”

In diesem Sinne,

Patte Göktan

Ladies und Gentlemen,

nach einigen Wochen der literarischen Abstinenz (wer jetzt lacht, fängt eine, schließlich schreiben auch Stifte wie Philipp Lahm, Desiree Nick oder Justin Bieber) ist es wohl wieder einmal an der Zeit, ein paar Zeilen an die Gemeinde zu verfassen. In Zeiten, in denen sich unsere Volkskanzlerin geradezu politbüro- und generalstabsmäßig von ihren Schoßhunden feiern und wählen lässt, in denen Weihnachten vor der Tür steht und (Moral-)Apostel Hochkonjunktur haben (ganz ehrlich, früher, zu “Westzeiten” war mir der Russe, der ja nahezu 24 Stunden pro Tag vor der Tür stand, lieber, als der Weihnachtsmann, der mittlerweile nicht mehr mitm Schlitten sondern mit nem LKW der Yankee-Brause durch die Lande fährt) und in denen Markus Babbel, der alte Sekretärinnenverwemser, bald mehr Tattoos hat, als Bumsi, sind ein paar Worte der Besinnlichkeit und der inneren Einkehr vielleicht mal angebracht.

In Zeiten, in denen sich profilneurotische und mediengeile Politiker auf Kosten von Fans und auf Kosten eines Sports, in dessen Glanz sie ansonsten gern ihre stammtischerprobten Hirne sonnen, “Druck” machen in Sachen “Sicherheit im Stadion”, sollte man die wie ein Bengalo entfachte Diskussion ein wenig entschärfen. Während nämlich das Lügenblatt mit den vier großen Buchstaben, welches eine Beleidigung für tote Fische darstellt, die man darin einwicket, mit, wie ich finde, vorsätzlich falschen Zahlen weiter die Diskussion anheizt und gegen Fußballfans, die nichts mit pyromanischen Möchtegernfans zu tun haben, hetzt, sollte man doch einfach weiter folgendes Argument betrachten: Auf jedem Münchner Oktoberfest gibt es mehr Gewalttaten und dadurch hervorgerufene Verletzungen, als in einer gesamten Saison der Bundesliga. Ich möchte jetzt gern die eben erwähnten Politikclowns fragen, wann wir endlich diese bayerische Gewaltorgie verbieten bzw. warum die Bierauschenker und Karusseldreher dort die Polizeieinsätze nicht aus eigener Taschen bezahlen? Vielleicht sollten wir bei der Gelegenheit auch mal den Berufs Gut(fried)menschen Johannes B. Kerner auf die Wiesn schicken……

Um aber eins festzuhalten: Ich persönlich brauche keine Pyros und keine Bengalos im Stadion und mir gehen auch hier einige Fantaliban auf den Keks. Fundamentalistisch und diskussionsresistent wird hier von “Grundrechten” gefaselt und davon, sich “in der Kurve selbst zu verwirklichen”. Ganz ehrlich: geht kacken! Wer sagt denn, dass geile Stimmung davon abhängig ist, wieviel Feuerwerk im Stadion ist? Was ist denn mit stimmlicher und choreografischer Kreativität? Warum muss ich denn, als Fan, der sich nicht ultra nennt, aber mindestens genauso viel Herzblut für seinen Klub gibt, mich wahlweise vollnebeln lassen oder mich durch irgendwelche Hobbyfeuerwerker gefährden lassen? Wo die genannten Politiker und Medien hetzen, und wo Funktionäre sich nicht an Abmachungen halten, sind viele Diskussionspartner auf Seiten der Ultras nicht im Geringsten kompromissbereit. So kann es nix werden und wenn ich mir dann auch noch Bilder anschaue, wo Fahnen und Banner verbrannt werden, gebt ihr genau solchen Pfosten, wie Innenminister Friedrich, Futter für ihre abstrusen Ideen.

Doch kommen wir zu unseren Jungs. Nach einem zugegeben wackligen Saisonstart, scheinen die sich immer mehr zu stabilisieren. Klar, unser Spiel ist längst nicht mehr so ansehnlich, wie vor Jahresfrist, aber wir sind schwer zu schlagen, und der Neuaufbau scheint immer besser voranzukommen. Natürlich, die Nörgler und Berufsbesserwisser aus Presse und Kurve, die sich natürlich gerade zu Saisonbeginn an Favre und (vor allem, weils ja so einfach ist) an Eberl abreagiert haben, werden auch weiterhin immer wieder meckern (“Warum spielt denn der XY nicht?”; “Was wollen wir denn mit ABC?”) und ich will sie auch gar nicht dabei aufhalten. Denn mit den Nörglern ist es wie mit den Moralaposteln: Ihre Meinung und Ansichten sind ihnen zu heilig, als dass sie, noch dazu vielleicht mit Selbstkritik ausgestattet, andere Ansichten und Perspektiven zulassen würden.

Doch wenn wir ganz nüchtern den Saisonverlauf unserer Borussia betrachten, dann stehen wir in meinen Augen genau da, wo wir eigentlich auch hingehören. Nach den Abgängen der drei Spieler, deren Namen ich nicht nenne, weil sie ja jeder x-beliebige Reporter des Kokser-Senders spätestens nach 30 Minuten Spielzeit mantraartig herunterbetet, war es doch klar, dass eine Wiederholung der wunderbaren letzten Saison, in der Tat, ein Wunder wäre. Rückschläge mussten und müssen eingeplant sein, und vielleicht bedarf es in Zeiten des Fortschritts und der Weiterentwicklung auch mal einer Phase der Stagnation (vielleicht auch ein gutes Beispiel für gierige Finanzhaie und Wirtschaftsverbrechern, auch Banker und Manager genannt).

Was ist denn so schlimm daran, wenn wir nach zwei Spielzeiten der Extreme, einmal eine Saison inne halten, uns konsolidieren und somit weiter ein Team aufbauen, dass von Alterstruktur und Potential durchaus Grund gibt, sich Hoffnungen auf ähnliche Erfolge wie im letzten Jahr zu machen? Und wer hätte denn wirklich nach der Auslosung der Europa League-Gruppen gedacht, dass wir in diesem Wettbewerb überwintern? Während die anderen Bundesligisten mit Thekentruppen aus Helsingborg, Molde oder Levante Jojo spielen durften, musste sich die einzige Borussia mit Marseille und Fenerbahce auseinandersetzen. Da feiern sich die Stuttgarter nach einem 0:1 gegen die norwegischen Halbamateure so, als hätten sie endlich Berlin zum zweiten Bahnhof gemacht, nur weil sie durch ein Remis von Kopenhagen gegen Steaua (allein wenn ich mir diese “Gruppe” ansehe, sehne ich mich nach 121 Tagen Koma), doch noch in die KO-Runde durften. “Da lach ich mir doch den Arsch ab”, um mal einen Trainerkandidaten für das großartige Projekt zu zitieren.

Zum Ende eines turbulenten Jahres 2012 bleibt sportlich festzuhalten, dass ich unsere Borussia auf einem guten Weg sehe. Bei allem Ärger und Enttäuschung ob zu hoher Erwartungen, überwiegt dann doch das Positive. Und wenn wir dann die beiden letzten Spiele, gegen die Mannschaft von Thomas “sympathisch kann ich nicht” Tuchel und die Bayern halbwegs ordentlich über die Bühne bringen, dann können wir auch beruhigt unterm Baum liegen und auf die Rückrunde warten. Immerhin hat sich das egomanische holländische Fallobst in Diensten der Münchner ja schonmal krankgemeldet, bevor er vom heiligen Filip, wahlweise auch Oscar, mal wieder der Lächerlichkeit preis gegeben wird. Und auch Franck Ribery hat vor Tony mehr Schiss, als vor der französischen Polizei in Sachen Kinderprostitution.

Also, laßt uns zum Ende des Jahres nochmal an eine fantastische letzte Spielzeit denken und uns auf das neue Jahr freuen. Denn diese Jungs werden sicher noch einige Fehler machen, aber bestimmt auch noch seh viel Spaß.

In diesem Sinne,

Patte

Liebe Gemeinde,

so langsam kann es wirklich endlich endlich mal losgehen mit der neuen Saison. Das Methadonprogramm EM hat zumindest mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Jogis brave Facebook-Bande beim süßen und schüchternen Versuch zu beobachten, irgendeinen Titel zu holen….naja…..die Nationalmannschaft ist wie ein weichgespülter Rosamunde Pilcher Film: schöne Bilder, seichte Unterhaltung aber keinerlei Inhalt…..

Da wird das Warten auf Borussia immer unerträglicher und nachdem man schon verzweifelt Testspiele auf turkmenischen Livestreams geschaut hat, gab es heute das erste wirkliche Highlight der Saison: die Auslosung zu den Play-Offs zur Champions League. Und wie das Leben nun einmal so spielt, bekamen wir den vermeintlich schwersten Brocken vor die Füsse geworfen.

Dynamo Kiew, Stammgast im europäischen Fußball, gespickt mit durchaus hochkarätigen Brasilianern, die mit vielen Öl-Millionen bezahlt werden, dazu voll im Saft stehend, weil die ukrainische Liga bereits läuft und sich grad gegen Feyenoord Rotterdam durchsetzend, ist also unser Gegner. Hinspiel am 21.August im Park, Rückspiel am 29.August in der ukrainischen Hauptstadt.

Ich gebe zu, beim ersten Blick auf das Los bekam ich zunächst Schweißausbrüche und dann wurde mir kurzzeitig schlecht. Dann allerdings, bedingt auch durch gutes Zureden eines Bayern-Fans, mit dem ich arbeite, kam ich zum Schluß, dass uns Borussen auch mal ein wenig Selbstbewusstsein gut zu Gesicht stehen würde. Ich meine, mal ehrlich: was soll denn sein?

Wir spielen gegen einen international renommierten Gegner, gespickt und gefüttert mit Kohle ohne Ende, gegen den wir klarer Aussenseiter sind. Wenn wir verlieren, spielen wir halt Europa League.

Doch wer sagt denn, dass wir verlieren und ausscheiden werden? Hey, wir sind Bundesliga-Vierter geworden. Wir haben den Bayern zweimal den Hintern versohlt, die Schalker zweimal verwemst und tolle Spiele hingelegt. Wir sind nicht per Wild-Card oder aufgrund von Marcys Schönheit in die Champions League-Quali gekommen.

Brust raus, Arschbacken zusammen und dann ran!!! Und wer weiß, vielleicht werden wir vom ukrainischen Vizemeister ja nicht sonderlich ernst genommen. Die kennen unseren Tony noch gar nicht, wissen nicht, was ein Arango mit seinem linken Fuß alles anstellen kann, haben keine Ahnung, was ihnen mit Hanke blüht.

Kiew ist unter Druck. Die müssen sich gegen uns durchsetzen, alles andere macht einen schlechten Eindruck in der Ukraine, und verursacht schlechte Laune beim omnipotenten Paten bzw. Geldgeber.

Kiew hätte mal schlecht werden sollen bei der Auslosung, nicht mir. Mittlerweile freue ich mich und sehe es sogar als leichten Vorteil an, zuerst im Park zu spielen.

Was soll uns schon passieren? Etwas Besseres als Köln werden wir überall finden.

In diesem Sinne,

Patte EUROPAPOKAL!!!!

Das habt Ihr aber toll hinbekommen, Ihr Chaoten und Vollhonks, die sich in
den Fankurven der Bundesliga breit machen, und es mittlerweile nahezu
unmöglich machen, sich als Fußballfan gegen all die Bedenkenträger und
Panikmacher zu wehren.

Allerspätestens seit den Vorfällen von Düsseldorf habe all die
Fangruppierungen und Initiativen, die Fanprojekte und -bündnisse kaum bis
gar keine Argumente mehr für eine Verbesserung der Fankultur, für eine
Entkriminalisierung der Fans. Dank Euch Vollpfosten, die Ihr Euch im Licht
Eurer Bengalos sonnt, Ihr, die Ihr meint, dass die ach so fiesen Polizisten
und die ach so bösen Repressalien Euch in Eurer Freiheit einengen, sich nach
Belieben daneben zu benehmen. Ihr macht meinen Fußball kaputt!

Und Ihr, die Ihr Euch “Ultras” nennt und Euch als Gralshüter des
Fan-Daseins hochstilisiert, die Ihr mit dem trotzigen Gejammer “Pyro ist
kein Verbrechen” gegen jedwede vernunftbezogene Argumentation anschreit.
Ihr, die den Chaoten unter dem Deckmantel des obskuren, weil kaum
greifbaren Begriff der “Ultras” Schutz bietet, seid nicht besser, als
diejenigen, denen Ihr vorwerft, dass sie mit Kommerz und Kohle den Fußball
zerstören.
Was all diese Hopps und Abramowitchs, all die Werksmannschaften und
Brause-Sportgruppen dem Fußball antun, macht Ihr auch- Ihr schlagt eben nur
von einer anderen Stelle den Nagel in den Sarg, in dem die Fankultur liegt.

Ich höre Euch schon wieder jammern und zetern, wenn es eben wegen solcher
Vorfälle wie in Düsseldorf, Karlsruhe oder Köln noch schärfere Kontrollen
gibt. Diskussionen mit “Nicht-Ultras” enden dann meist mit irgendwelchen
Pseudo-Fan-Rangfolgen. Man muss kein “Allesfahrer” sein, um mit mindestens
genauso viel Leidenschaft und Herzblut seinen Verein zu unterstützen.

Wo steht eigentlich geschrieben, dass Bengalos und Pyros zum
Pflichtprogramm eines “guten” Supporters gehören? Seid Ihr wirklich so
einfallslos und unkreativ, dass Ihr nicht in der Lage seid, mit Choreos und
Stimmkraft Eure Mannschaft zu unterstützen? Oder geht es Euch bei dieser
ganzen Pyro-Debatte wirklich nur um Eure Selbstdarstellung und darum, dass
Ihr Euch in Euren Netzwerken und Foren als Helden feiern lassen könnt und
Euch an Euren Handyvideos an Eurem zündelnden Treiben aufgeilen kömnt?

Was sollen denn jetzt wir, die als “normale” Fans ebenfalls keine
Eventuisierung wollen, die sich ebenfalls nicht von Polizei und
Ordnungskräften gängeln lassen wollen, denn eben diesen Polizisten und
Politikern, den Sicherheitsfanatikern, den Law-and-Order-geilen Ministern
und Medienvertretern argumentativ entgegenhalten? All das, was in
unzähligen Diskussionen und Veranstaltungen behutsam und womöglich nicht
für alle zufriedenstellend, aufgebaut wurde, reisst Ihr, die Ihr mit dem
Zündeln und Werfen von Knallkörpern Leib und Leben anderer Menschen
billigend in Kauf nehmt, mit dem Arsch wieder ein. Ihr, die Ihr ein
Spielfeld stürmt, in einer Partie, die noch läuft, und somit eben dieses
Spiel ad absurdum zu führt. Und komme mir jetzt bitte keiner mit “na, das
war im Überschwang, das war ja keine gewalttätige Aktion” oder so ein
Blödsinn. Den Platz kurz vor Schluß jubelnd zu stürmen, wenn das eigene
Team mit 3:0 führt, ist durchaus in Ordbubg, steht hier aber nicht zur Debatte.
Aber was wäre denn, wenn Hertha BSC in den nochmal freigegebenen zwei Minuten
das 3:2 erzielt hätte?

Das gestrige Relegationsspiel war spannend und packend. Aber es war auch
eine Blamage für die Polizei der Stadt Düsseldorf und den Ordnungsdienst
des Vereins Fortuna. Es war eine Blamage für diejenigen in den Kurven von
Fortuna und Hertha, die sich als Ultras doch so gern als Avantgarde der
Fankurve sehen und ihren Einfluss vielleicht auch mal auf all die
Knallchargen und Brühbirnen geltend machen sollten.

Am schlimmsten aber hat es die Fankultur getroffen. Sie hat gestern abend
eine weitere bittere Niederlage hinnehmen müssen.

Patte

Liebe Gemeinde,

Derbysiege sind doch watt Feines. Doch am vergangenen Sonntag erwischte ich mich fast dabei, Mitleid mit den Kölnern zu haben. Hat sich dann aber spätestens gelegt, als Prinz-Doof einen Freistoß vollkommen unmotiviert in die niederrheinische Pampa gedroschen hat.

Nun steht also das Spiel beim Deutschen Meister an. Glückwunsch auf jeden Fall ganz im Ernst nach Dortmund. Die Titelverteidigung ist verdient, keine Frage, auch, wenn die scharz-gelben Namens- und Stadionnachmacher noch Nachholbedarf in Sachen “Größe zeigen auch im Sieg” haben.

Wenn ich mir die Medienlage vor diesem Match so durchlese, dann bilden sich folgende Szenarien vor meinem geistigen Auge:

- Wir bekommen mächtig eine auf den Arsch. Kevin Großkreutz beschimpft nach Schlußpfiff Mike Hanke und Christopher Heimeroth, weil sie mal bei Schalke gespielt haben. Alle Welt wird sagen “Guck mal die Dortmunder. Immer heiß, immer hungrig!”

- Wir spielen toll mit und verlieren knapp. Kevin Großkreutz beschimpft nach Schlußpfiff Mike Hanke und Christopher Heimeroth, weil sie mal bei Schalke gespielt haben. Alle Welt wird sagen: “Guck mal, die Dortmunder. Auch, wenn es nicht mehr nötig ist, kämpfen sie sich zum Sieg!”

- Wir spielen unentschieden. Kevin Großkreutz beschimpft nach Schlußpfiff Mike Hanke und Christopher Heimeroth, weil sie mal bei Schalke gespielt haben. Alle Welt wird sagen. “Guck mal, die Dortmunder. Dieser Willen!”

Wir gewinnen im Fäkal-Iduna-Quark. Kevin Großkreutz beschimpft nach Schlußpfiff Mike Hanke und Christopher Heimeroth, weil sie mal bei Schalke gespielt haben. Alle Welt wird sagen: “Guck mal, die Dortmunder. Die Helden sind müde!”

Was ich damit sagen will? Keine Sau interessiert sich für uns. Wir sind lästige Staffage bei der großen Meisterfeier. Und genau darin liegt unsere Chance. Laßt uns doch einfach locker und fröhlich drauflos spielen. Wir haben dem Establishment der Bundesliga die ganze Saison schon die Hosen voll gemacht. All die großen Bayern, Schalkern, Dortmunder, Leverkusener, Bremer haben von Borussia die Nase aber mal gestrichen voll. Warum sollten wir uns jetzt auf dem Abschlußball benehmen?

Ich erinnere nur an zwei versaute Meisterparties durch unsere Jungs: Sommer 1991, Premieres erste Saison. In der TV-Zeitschrift stand wortwörtlich: 15:10 Uhr: 1.FC Kaiserslautern-Borussia Mönchengladbach. anschl. Übertragung der Meisterfeier aus Kaiserslautern. Watt war? Wir dribbelten da auf, siegten 3:2 und die Pfälzer hatten nen richtig schönen Zappen.

Oder aber letzte Saison, als der BVB meinte, die Meisterschaft im Park klar zu machen. Nix war es. 1:0 gewonnen und die “gelbe Wand” konnte sich hinterher wenigstens als Schülerlotsen aufm Parkplatz nützlich machen.

Was soll uns denn nach dieser geilen Saison passieren? Die Schalker machen sich bei nur noch einem Punkt so dermaßen in die Buchse, dass selbst Senor Raul keine Lust mehr auf Siesta auf Schalke hat.

Mir persönlich ist es egal, ob die Dortmunder nun morgen ab 18:30 UHr (Thomas! Schmusi!) Meister sind, oder ab 20:30 Uhr oder aber erst nächste Woche. Aber mir geht die Grinsekatze Jürgen Klopp langsam auf den Keks und ich würde ihn gern nochmal als schlechten Verlierer sehen (eine Rolle, die er auch ganz gut drauaf hat, schau nach bei einigen Interviews, bei denen es vorher im Spiel nicht so lief).

Ganz gleich, was die Schwarz-Gelben so machen. Wir schauen auf uns und haben allen Grund, die restlichen Spiele zu geniessen und unsere Jungs zu feiern. Laßt uns morgen, wenn alle Welt mit den hach so sympathischen Dortmundern feiert, aus dem Hops die Borussia-Partyzone machen. Ick freu ma uff Euch!!!

In diesem Sinne,

Patte Mill

Liebe Gemeinde,

das Osterfest steht vor der Tür und es ist in der Tat die Zeit der Auferstehung. Günter Grass ist wieder da. Nachdem der arme Kerl sich jahrzehntelang nicht getraut, nicht den Mut hatte, Israel zu kritisieren, musste es nun “mit letzter Tinte” aus ihm heraus: Israel gefährdet den Weltfrieden.

Ja, ne, Günter, is klar……es muss echt scheiße sein, wenn man alleine im Keller auf seine Blechtrommel haut und keiner will einem mehr zuhören. Dann kommt man halt gern mal mit der Tabukeule und rechtfertigt sich vorbehaltlich schonmal: “es muss doch noch erlaubt sein zu sagen…..”. Nur um dann einen verbalen Aal in Gelee zuzubereiten, der vermutlich selbst Alfred Matzerath einen veritablen Brechreiz abgerungen hätte.

Nun gut, was reg ich mich überhaupt auf. Es gibt wichtigeres, als profilneurotische und rechthaberische Opas.

Am kommenden Samstag um 18.30 Uhr (Thomas! Schmusi!) empfangen unsere Jungs einen anderen Opa. Otto Rehhagel kommt mit der Hertha in den Borussiapark und zumindest ich wäre mal wieder bereit für einen Sieg.

Nach der unnötigen Niederlage bei Maschmeyers-Drückerkolonne spricht der hysterische, wie auch mit der Realität überforderte Boulevard mal wieder von “Borussia Plattbach”. Wie kreativ und wortschöpferisch man doch sein kann, wenn man im Springerhaus in erster Linie für Hetze und Lügengeschichten zuständig ist.

Doch was solls, drei Punkte gegen die “alte Dame” würden uns sehr gut zu Gesicht stehen. Zum Einen sehe ich überhaupt nicht ein, warum man Platz 3 kampflos den Finanztricksern aus Gelsenkirchen überlassen sollte. Und zum Anderen hat Marcy angekündigt, endlich mal wieder wippen zu wollen- und ich kann ihn da nur unterstützen.

Doch es wird schwer. Hertha wird mit allem kämpfen, was sie haben. Sie werden sich mit Händen und Füssen wehren und überhaupt- auswärts tut sich der Hauptstadtklub ohnehin leichter, als in der eigenen Schüssel.

Wir sind also gewarnt und müssen vollen Support zeigen. Da haben wir in den letzten Wochen durchaus etwas schleifen lassen. Aber nun ist ja auch Tina endlich wieder mit von der Partie. Und Tim will diesmal auch endlich mal seine Meisterschale mitbringen. Peter hat angekündigt, im Falle eines Sieges ein Bunnykostüm anzuziehen und Ostereier zu verteilen. Und “Scheitenscheitel-Ralle” (das ist mal ne Wortschöpfung von Thomas gewesen- schaut mal her, Bildreporter und Günter) wird die drei Punkte hoffentlich im Stile eines Schmunzelhasen aufnehmen. Rene und Pascal haben ihre Baldrian-Plantage endlich fertiggebaut. Und Tanner versucht nach dem Spiel, dass Selbstinterview von Michael Preetz pantomimisch nachzustellen.

Wir sind also vorbereitet und motiviert. Für Ostern. Für Samstag. FÜR BORUSSIA!!!!

In diesem Sinne,

Patte Winkhold

Liebe Gemeinde,

die letzten beiden Niederlagen hoffentlich verdaut, den Frühling mit Strahlen begrüßt gehen wir es nun an: Das durchaus schwere Auswärtsspiel in Hannover, der Stadt, von der man sagt, sie habe eine stille Schönheit, wie ein aus 3 Jahren Koma erwachtes Frettchen.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, da spielten wir ebenfalls in der Stadt an der Leine. Für die Niedersachsen ging es um das internationale Geschäft, ja sogar um die Champions-League. Für uns ging es ums nackte Überleben.
Nach einer, wie ich finde, taktischen Meisterleistung gewannen wir mit 1:0 in der Raffmeyer-Arena und der Rest ist nicht etwa Geschichte- der Rest ist Historie!

Nun dribbeln wir wieder in der Stadt auf, die man angesichts der Verquickungen zwischen Politik und Wirtschaft, in Anbetracht der “Amigos” und “Schnullis”, getrost als “Palermo des Nordens” bezeichnen darf.

Und diesmal? Nun, es geht nicht mehr um “Leben oder Tod”, wie Lulu es in ganz unschweizerisch martialischer Art ausgedrückt hat. Für uns geht es darum, eine wahnsinnig geile Saison weiter zu veredeln.

Natürlich, die Mannschaft von Mirko Slomka ist stark, auch und gerade zu Hause. Aber unter Lulu brechen wir nahezu alle (negativen) Serien. Sechs Punkte gegen Bayern? “Eine unserer leichtesten Übungen”, würde Ralle sagen. Sieg in Stuttgart nach gefühlten 25 Jahren der Klatschen am Neckar? “JA SICHER!!!”, jubelt Gregor. Sieg in Berlin? “Was denkt Ihr denn, Mann Leute”, fragt Tim rethorisch.

Warum soll uns also nicht auch ein Sieg in der Stadt gelingen, deren Karneval die CEBIT ist?

Immerhin sind wieder einmal einige Berliner Fohlen vor Ort und auch Tina weilt am Wochenende in Braunschweig-West, um offiziell eine Freundin zu besuchen. Gerüchte besagen aber, dass sie ein selbst gebasteltes Maßband mitgenommen hat, um irgendetwas auszumessen, was mit der Anatomie von Mike Hanke zu tun hat…..

Doch auch im Hops wird es hoffentlich ein großes Hallo geben, denn schließlich ist auch der Verfasser dieser Zeilen endlich wieder mal am Start und wird seine vor Fachkompetenz strotzenden, mit feinsinnigem Humor gespickten Kommentare diesmal ausnahmslos Ines widmen. Und auch Ronny hat sich einiges überlegt. So will unser Bunsenbrenner, äh sorry, Ronsebonse einen kleinen Country-Rock´n Roll- Western- Chanty einstimmen, wenn die Mannschaften ins Stadion laufen.

Ein Stadion, dass übrigens benannt ist nach einer Drückerkolonne, deren Chef mit der Gutgläubigkeit vieler Menschen Millionen gemacht hat und sich nun rühmt, mit einer der schlechtesten Schauspielerinnen Deutschlands abzuhängen, und dem Wulff ab und an mal in seiner 48-Zimmer-Finca, ein Ei in die Pfanne zu hauen.

Doch, wie Kning so schön sagt, wenn er dezent das Thema wechseln will: Unabhängig davon! Am Sonntag fahren unsere Jungs in die Hauptstadt Niedersachsens, um zu punkten. Und zumindest im Hops werden wir alles dafür tun, dass dies auch gelingt.

In diesem Sinne,

Patte Fleer

Liebe Gemeinde,

nun hat es uns also erwischt. Die erste Heimniederlage dieser Saison, unnötig, weil unverdient. Und dann auch noch gegen die Doper, Beschaller und 50+1-Schummler aus Heidelberg.

Das 1:2 gegen die Truppe von Dietmar “Mutti ist die Beste” Hopp und Markus “Pinocchio” Babbel zeigte zweierlei: Das Pokalaus gegen die Bayern hat deutlich Wirkung hinterlassen- sowohl im Körper, als auch im Kopp. Und es scheint, als gehe unseren Jungs zum Ende dieser geilen Saison generell ein wenig die Luft aus. Wir spielen nicht mehr so dominant, so leicht und locker, wie noch im Winter. Es scheint, als falle es uns momentan etwas schwerer, Kreativität und Torgefahr zu entwickeln.

Schon gibt es erste Unkenrufe, die davon schwadronieren “die Saison jetzt nicht zu verspielen”. Das Horroszenario von der Europa- League wird an die Wand gemalt. Die Boulevardschleimer von der Bild zeichnen sogar das düstere Bild einer Mannschaft, die auseinanderfällt. Warum? Weil Reus und ter Stegen im Kabinengang geschimpft haben- nicht mit- oder gar übereinander, sondern einfach nur fluchend ihre Sicht auf die vergangenen 90 Minuten kundgetan haben.

Nun gut, was die Fantasie kleiner Kinder, ist das Erfinden von Wahrheiten bei sogenannten Journalisten.

Aber kommen wir doch mal zu den Fakten: 51 Punkte, 11 (in Worten e-l-f) Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften, Borussia steht auf Platz vier. Hinsetzen, sacken lassen und nun noch einmal betont enttäuscht davon reden, dass man am Ende “nur” in der Europa- League spielen könnte.

Natürlich will man nach solch einem bisherigen Saisonverlauf das Optimum, natürlich will man alles. Aber, auch und gerade weil viele es vielleicht nicht mehr hören können oder gar wollen: denken wir doch nur ein Jahr zurück. Wir hätten alles gegeben, um nun von der Europa- League enttäuscht zu sein.

Wenn “Torfabrik” von “Katerstimmmung bei der Borussia” spricht, kann ich nur sagen: Kater okay. Aber die Party, die dazu führte war doch fantastisch.

Und noch sind es doch sieben Spiele. Noch können unsere Jungs unseren Nachdurst doch mehr als stillen. Nächsten Sonntag in der hässlichen Stadt an der Leine gibt es doch die nächste Möglichkeit das zu tun, was uns in dieser Saison nach bisher jeder Niederlage ausgezeichnet hat: Auftstehen und das gerade eben (schmerzlich) gelernte wieder umsetzen.

Und auch wenn einige einen Platz vier fürchten, wie die FDP die Wahlen oder Dietmar Hopp fundierte Kritik: wer so selbstbewußt ist und solche Chuzpé hat, jetzt von “Enttäuschungen” zu reden, dem sollte doch der SSC Neapel, die Tottenham Hotspurs oder der FC Malaga keine schlaflosen Nächte bereiten.

Noch haben wir sieben Spiele. Noch ist alles drin. Eines aber steht für mich fest: diese Mannschaft, dieser Verein haben mir in dieser Saison soviel Freude gemacht, wie in den letzten 20 Jahren zusammen (wenn das mal reicht). Vielleicht ist es nun mal an uns, am “Umfeld” dem Team das Gefühl zu geben, nichts mehr verlieren zu können.

Leichtigkeit und Sicherheit auf den Rängen (vor dem TV- Gerät; im Hops) starhlt sicher auch auf den Rasen über. Laßt uns in den letzten sieben Spielen nochmal ordentlich Alarm machen und zeigen, womit sich Gregor allnächtlich in den Schlaf singt: “Wir sind so geil….”

In diesem Sinne,

Patte