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Erstmals seit 19. Jahrhundert wieder Wolf in NRW

März 4, 2010

Erstmals seit dem 19. Jahrhundert hat sich wieder ein Wolf in Nordrhein-Westfalen aufgehalten. Das Tier habe im Dezember vergangenen Jahres die Gegend um Borgentreich im ostwestfälischen Landkreis Paderborn besucht, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Recklinghausen mit. Das habe die DNA-Analyse von Fellhaaren ergeben, die an einem tot aufgefundenen Schaf gefunden worden waren. Fachleute hatten von Anfang an vermutet, dass es von einem Wolf gerissen wurde. Bislang fehlte aber der letzte Beweis.

Nach Angaben des Landesamts ist der DNA-Test der erste Beleg für einen Wolf in Nordrhein-Westfalen seit über 100 Jahren, möglicherweise seit 150 Jahren und mehr. Den letzten bestätigten Abschuss eines Wolfs verzeichnen die Archive für das Jahr 1839. Danach habe es im Lauf des 19. Jahrhundert nur noch ganz wenige, vereinzelte Sichtungen gegeben, bevor die Ära der Wölfe dort ganz endete, sagte Landesamtssprecher Eberhard Jacobs. Die in Rudeln lebenden Raubtiere wurden vom Menschen gnadenlos gejagt, bis sie in Deutschland komplett ausgerottet waren.

Bereits seit den 1990er Jahren leben die streng geschützten Wölfe wieder in Deutschland. In Sachsen und Brandenburg sind ganze Rudel ansässig, die zuvor aus Polen einwanderten. Ein Wolf lebt seit längerem im hessischen Reinhardswald an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, weitere Tiere wurden inzwischen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gesichtet.

Die Experten in Nordrhein-Westfalen sind überzeugt, dass es sich bei “ihrem” Tier aus Ostwestfalen um den hessischen Wolf handelt, der kurz vor Weihnachten zu einem Ausflug über die Landesgrenze aufgebrochen sein muss. Es habe sich offenbar nur um einen kurzen Besuch gehandelt, erklärte der für Artenschutz zuständige Abteilungsleiter des Amts, Georg Verbücheln. Seit Dezember seien keine neuen Wolfsspuren gefunden worden.

Riesenwellen schwappen über Kreuzfahrtschiff

März 4, 2010

Tragisches Ende einer Kreuzfahrt: Durch mehrere gut acht Meter hohe Wellen sind vor der Küste Spaniens auf einem Kreuzfahrtschiff ein deutscher und ein italienischer Passagier getötet worden. 14 Menschen wurden durch die über das Schiff schwappenden Riesenwellen laut der zyprischen Reederei Louis Cruises verletzt. Da es sich aber um ein “unvorhersehbares Naturphänomen” handelte, soll laut Louis Cruises keine Untersuchung eingeleitet werden.

Durch die insgesamt drei hohen Wellen wurden die Fenster eines Salons auf der “Louis Majesty” eingeschlagen, teilte die Reederei mit. Demnach befanden sich 1350 Passagiere und 580 Besatzungsmitglieder auf dem Luxuskreuzer. Das Schiff war ursprünglich auf dem Weg von der spanischen Stadt Barcelona nach Genua im Nordwesten Italiens, kehrte nach dem Unglück jedoch in den Hafen von Barcelona zurück.

Die Reederei sprach den Angehörigen der Opfer und den Verletzten ihr Beileid aus und bedauerte den Vorfall zutiefst. Es handle sich um ein “unvorhersehbares und unberechenbares Naturphänomen”, sagte Reederei-Sprecher Michalis Maratheftis. “Deshalb werden wir auch keine Untersuchung des Vorfalls einleiten.” Die Passagiere sind demnach auf dem Rückweg in ihre Heimatländer. “Wir haben alle nötigen Vorkehrungen getroffen, die Passagiere wieder sicher zurückzubringen”, sagte Maratheftis.

Das 200 Meter lange und 41.000 Tonnen schwere Kreuzfahrtschiff soll nun im Hafen von Barcelona bleiben, um repariert zu werden.

Nach Angaben eines Krankenhauses in Barcelona befindet sich eine 64-jährige Passagierin in einem “ernsten Zustand”. Sie hatte bei dem Unglück nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press Knochenbrüche an beiden Beinen erlitten. Ein 59-jähriger Passagier erlitt Traumata und wurde ebenfalls im Krankenhaus behandelt. Die übrigen Verletzten wurden leicht verwundet.

Das plötzliche Auftreten sogenannter Monsterwellen, die eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen können, galt lange Zeit als Seemannsgarn. Mittlerweile steht fest, dass diese Wellen tatsächlich wie aus dem Nichts auftauchen können. Wie und warum sie entstehen, ist trotz intensiver Forschung mit modernsten Mitteln wie Satelliten noch nicht restlos geklärt. Experten zufolge spielen in einigen Fällen starke Meereströmungen eine Rolle, andere Riesenwellen entstehen offenbar rein zufällig durch komplizierte physikalische Überlagerungsprozesse.

Podolski rastet nach 0:1 gegen Argentinien aus

März 4, 2010

Bei Lukas Podolski liegen die Nerven derzeit offenbar blank: Nach dem 0:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Argentinien sorgte der Nationalspieler in der Interview-Zone für einen Eklat. Der 24-Jährige lieferte sich mit einem Journalisten ein hitziges Wortgefecht und wollte ihm sogar das Handy aus der Hand schlagen. Inzwischen entschuldigte sich Podolski für seine Entgleisung via DFB-Homepage.

“Ich fühlte mich von ihm durch einige Anmerkungen zum Spiel provoziert und habe ihm deutlich meine Meinung gesagt. Wenn ich mich im Ton vergriffen habe, entschuldige ich mich dafür”, erklärte der Kölner Stürmer. Zu Vorwürfen, es sei auch zu Handgreiflichkeiten gekommen, stellte er jedoch klar: “Ich habe ihn nicht geschlagen.” Auch Teammanager Oliver Bierhoff betonte, “dass es nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen ist”. Podolski hatte Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw nach dem Vorfall persönlich über das Geschehen informiert.

“Poldi” war nach der ersten Auseinandersetzung mit dem TV-Reporter schon im Mannschaftsbus verschwunden, kam dann aber noch einmal wutentbrannt in die Interview-Zone zurück. Dort attackierte er den Journalisten erneut verbal. Podolski wollte die Angelegenheit “vor der Tür” austragen. “Komm! Komm! Komm raus!”, schrie er, wurde dann aber von Mitarbeitern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückgehalten.

Der 70-malige Nationalspieler, der in der Bundesliga seit 1390 Minuten auf ein Tor wartet, spielt im DFB-Team seit April 2009 auf Bewährung. Damals hatte er im WM-Qualifikationsspiel gegen Wales in Cardiff Mannschaftskapitän Michael Ballack auf dem Feld geohrfeigt und sich dafür einen Rüffel von Bundestrainer Joachim Löw und eine Geldstrafe eingehandelt. Dennoch muss Podolski diesmal wohl keine Konsequenzen fürchten.

Am Samstag steht Podolski erneut im Blickpunkt. Dann kommt es zum Wiedersehen in Köln mit seinem Ex-Club Bayern München.

Bundestages untersucht Internet

März 4, 2010

Eine Gruppe von Abgeordneten des Bundestages und von Experten soll die Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft untersuchen. Union, FDP, SPD, Grüne und Linke beschlossen im Parlament einstimmig die Einsetzung einer Enquêtekommission zu dem Thema. Die Kommission soll die Veränderungen untersuchen, die der Wandel zur “digitalen Gesellschaft” mit sich bringt.

Im Fokus sind dabei die Bereiche Kultur und Medien, Wirtschaft und Umwelt, Bildung und Forschung, Verbraucherschutz, Recht und Innen sowie Gesellschaft und Demokratie. Dabei geht es unter anderem um die Medienkompetenz, Grundrechte, Internet in der Verwaltung und Urheberrecht.

Im Antrag für die Enquêtekommission hieß es, das Internet sei die freiheitlichste und effizienteste Informations- und Kommunikationsform der Welt. Es trage maßgeblich zur Entwicklung einer globalen Gemeinschaft bei. Die digitale Gesellschaft biete neue Entfaltungsmöglichkeiten für jeden Einzelnen, neue Chancen für die demokratische Weiterentwicklung, für die wirtschaftliche Betätigung und für die Wissensgesellschaft. Dabei sei das Internet “nicht länger nur eine technische Plattform, sondern entwickelt sich zu einem integralen Bestandteil des Lebens vieler Menschen, denn gesellschaftliche Veränderungen finden maßgeblich in und mit dem Internet statt”.

Das Internet war in den vergangenen Monaten mehrfach in den Fokus der Regierungspolitik gerückt. Umstritten waren etwa die von der großen Koalition beschlossene und nun wieder ausgesetzte Sperrung des Zugangs zu Internetseiten mit Kinderpornografie, bei der die Seiten nicht geschlossen, sondern nur für den Zugriff aus Deutschland blockiert wurden. Eine Debatte ist auch um den Straßenbilder-Dienst Street View des Internetriesen Google entbrannt, gegen den einzelne Minister mit rechtlichen Schritten vorgehen wollen. Die Wirtschaft hatte die Regierung dafür heftig kritisiert.

Der Bundestag muss die Enquêtekommission auf Antrag eines Viertels seiner Mitglieder einsetzen. In den Gremien sitzen neben Abgeordneten auch Experten. Sie sollen umfangreiche und bedeutsame Themen untersuchen. Enquêtekommissionen beschäftigten sich in den vergangenen Jahren unter anderem mit ethischen Fragen in der Medizin, dem demografischen Wandel und der Aufarbeitung des DDR-Unrechts.

Studenten gründen Online-Marktplatz für Klausur-Lernhilfen

Februar 20, 2010

Zwei Kölner Studenten haben eine Art digitalen Lernmarktplatz geschaffen, der anderen Studierenden bei der Vorbereitung auf Klausuren helfen soll. Das Prinzip ähnelt dem einer Tauschbörse: Jeder kann auf der Webseite unidog.de Notizen und Lernhilfen hoch- und die von anderen herunterladen.

Die vorhandenen Informationen sind nach Hochschulen gegliedert und können nach einer kostenlosen Registrierung durchsucht werden. Dabei verlassen sich die Initiatoren auf ein einfaches Prinzip: Unter dem Motto “Klausurstoff von Studis für Studis” bieten sie guten Studenten mit einem Honorar den Anreiz, ihre selbst erstellten Klausurhilfen zu publizieren, und geben so gleichzeitig anderen die Möglichkeit, von diesem Lernmaterial zu profitieren. Auf diese Weise können die Betreiber sowohl Mitschriften und Zusammenfassungen als auch Lernkarten, Hausarbeiten und Klausurlösungen zur Verfügung stellen. Zudem ist es für jeden Nutzer möglich, gezielt Dokument-Gesuche zu veröffentlichen, Fragen an die Community zu stellen oder Links zu Skripten oder Hintergrundinformationen einzustellen.

In Zukunft soll Unidog in eine Firma integriert werden, die die beiden Initiatoren gerade gründen. Langfristig wollen sie Technologien entwickeln, mit denen Wissen noch universeller verfügbar wird. Hans-Günter Herrmann erläutert die Vision: “Unser neues Projekt soll einen Wissenstransfer von Unis an alle Wissbegierigen ermöglichen. Wir arbeiten derzeit an einer innovativen Technologie, um universitäres Wissen auch für Nicht-Studenten einfacher zugänglich zu machen.” Unterstützt werden die beiden bei ihrer Firmengründung durch das Gründerbüro der Universität Köln, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie durch ein EXIST-Gründerstipendium des Europäischen Sozialfonds.

Elton John: Jesus war schwul

Februar 20, 2010

Der britische Pop-Star Elton John geht davon aus, dass Jesus wie er selbst homosexuell war. “Ich denke, Jesus war ein mitfühlender, super-intelligenter schwuler Mann, der die menschlichen Probleme verstand”, sagte John in einem auf der Website des US-Promimagazins “Parade” veröffentlichten Interview. Der Sänger äußerte seine Bewunderung, dass Jesus, in dem Christen Gottes Sohn sehen, am Kreuz seinen Peinigern vergeben habe.

“Jesus wollte, dass wir lieben und vergeben”, sagte John. Er verstehe nicht, warum manche Menschen so grausam seien. So sei eine lesbische Frau im Mittelalter, die ihre Neigungen ausleben wollte, “so gut wie tot” gewesen.

John sprach in dem Interview auch über seine Beziehungen und seine Erfahrungen mit Drogen. “In all meinen Beziehungen gab es immer Drogen. Das funktioniert nie”, sagte der britische Musiker. Während andere mit einem Gramm Kokain einen Monat lang auskämen, habe er nicht genug bekommen und so lange gekokst, bis er Herzprobleme bekommen habe.

John äußerte sich außerdem selbstkritisch darüber, dass er immer jüngere Partner hatte. “Einer nach dem anderen haben sie eine Cartier-Uhr, einen Versace-Anzug, sogar einen Sportwagen bekommen”, erzählte der Musiker. Sie hätten keine Arbeit gehabt und seien von ihm abhängig gewesen. “Sechs Monate später hatten sie genug und hassten mich, weil ich ihnen ihr Leben und ihr Selbstwertgefühl weggenommen habe”, sagte John. Dies sei jedoch gar nicht seine Absicht gewesen.

Johns Äußerungen über Jesus stießen bei der Katholischen Liga, einer großen Katholikenvereinigung in den USA, auf scharfe Kritik. Jesus als schwul zu bezeichnen, bedeute ihn “als sexuell abartig abzustempeln”, erklärte Liga-Präsident Bill Donohue. Von John, der eine komplette Abschaffung von Religion gefordert habe, sei aber nichts Anderes zu erwarten.

Andretti ist von Schumachers WM-Sieg überzeugt

Februar 19, 2010

Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Mario Andretti prophezeit, dass Michael Schumacher erneut den Titel holen wird. “Ich bin überzeugt, er wird Weltmeister”, sagt der 69-Jährige.

Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher wird wieder Weltmeister und Sebastian Vettel der nächste Schumacher – das glaubt der frühere Formel-1-Weltmeister Mario Andretti aus den USA. “Michael wird gewinnen. Ich bin überzeugt, er wird wieder Weltmeister, das bin ich wirklich. Ich sage das nicht nur so daher”, meinte “Super-Mario”, der 1978 den Titel holte und am 28. Februar 70 Jahre alt wird, dem am Dienstag erscheinenden Fachmagazin Motorsport aktuell.

Dass Schumacher nach drei Jahren Pause in die “Königsklasse” zurückkehrt, findet Andretti fantastisch. “Ich konnte gut nachvollziehen, wieso er zurückgetreten ist. Er war bereits früh in seiner Karriere extrem erfolgreich. Aber wohin willst du noch gehen, wenn du alles gewonnen und alle Rekorde gesetzt hast?”, meinte der Amerikaner: “Vielleicht war er etwas müde. Und vielleicht auch gelangweilt.”

Comeback zum richtigen Zeitpunkt

Dass der 41 Jahre alte Kerpener, der bei Mercedes in die Formel 1 zurückgekehrt ist, nicht schon im vorigen Sommer als Ersatz von Felipe Massa bei Ferrari eingesprungen ist, war nach Meinung von Andretti “eine weise Entscheidung – aus vielen Gründen: In Valencia war er zuvor nie gefahren, der Ferrari war nicht das beste Auto, er kannte die Reifen nicht, insgesamt sehr clever”. Jetzt mache es für Schumacher aber “so viel Sinn, zurück zu sein mit Ross Brawn und Mercedes. Ich habe neulich erst mit ihm telefoniert. Mit seinem Comeback zieht er wieder ein riesiges Interesse auf sich und die Formel 1. Ich bin sehr gespannt”, sagte der 69-Jährige.

Als künftigen Champion sieht Andretti Red-Bull-Pilot Vettel. “Ganz klar, Vettel ist für mich der nächste Schumacher”, meinte Andretti: “Er weiß, wie man gewinnt. Er kann sehr gut sein Temperament, seine Gefühle unter Kontrolle halten. Er hat bereits gezeigt, was er im Regen kann – er hat all das, was man braucht, um Weltmeister zu werden.”

Villeneuve träumt vom Duell mit Schumacher

Februar 19, 2010

Jacques Villeneuve drängt es zurück in die Formel 1. Der Kanadier wird mit dem neuen Stefan-Team in Verbindung gebracht und träumt vom Duell mit Rückkehrer Michael Schumacher.
Sein einstiger Titel-Rivale Jacques Villeneuve traut Rückkehrer Michael Schumacher in der Formel-1-Saison 2010 sehr viel zu. “Er hat den Biss, er weiß, was er will. Michael fährt sein ganzes Leben lang Autorennen. Er weiß, wie man Meisterschaften gewinnt. Selbst wenn das Auto am Anfang nicht das beste wäre, würde er einen Weg finden, es schneller zu machen”, sagte Villeneuve in einem Interview mit der Online-Ausgabe des Fachmagazins auto, motor und sport.

“Mir scheint er genauso hungrig zu sein wie damals, als er mit der Formel 1 anfing. Ich kann mir sogar vorstellen, dass ihn die Pause noch besser gemacht hat”, sagte Villeneuve. Denn Schumacher werde viele kleine Fehler wohl kein zweites Mal begehen.

Auch Villeneuve, der zuletzt Mitte 2006 für BMW-Sauber in der Königsklasse unterwegs war, drängt es zurück in die Formel 1. Beim Stefan-Team des serbischen Geschäftsmanns Zoran Stefanovic, das auf einen Rückzieher von Campos oder USF1 hofft, stehe er “kurz vor der endgültigen Unterschrift”, wie Stefanovic in einem Interview mit motorsport-total.com erklärte. Villeneuve würde Kollege des Japaners Kazuki Nakajima, den Stefanovic als “ersten Mann” bestätigte.

“Jeder will gegen Schumacher fahren”

Noch einmal gegen Schumacher antreten zu können, wäre für den Weltmeister von 1997 “absoluter Wahnsinn”. “Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, so steht seine Leistung außer Zweifel: Er war für alle Fahrer im Feld immer die ultimative Herausforderung”, sagte Villeneuve: “Jeder will gegen den Mann fahren, der die meisten Rennen und Titel gewonnen hat.”

Obwohl er selbst noch länger aus der Formel 1 raus war als Schumacher, ist der Kanadier noch von sich überzeugt. “Ich kann einem Team viel bieten”, sagte Villeneuve: “Ich habe Erfahrung, habe Rennen und Meisterschaften gewonnen. Jedes der neuen Teams braucht Erfahrung. Sie müssen ja eine Richtung haben, wo sie hinlaufen sollen.” Dem Stefan-Team würde Villeneuve einiges zutrauen: “Mit dem Material von Toyota könnten sie das beste neue Team werden. Es wäre dann ja gewissermaßen ein neues altes Team. Herr Stefanovic scheint es wirklich ernst zu meinen mit seinem Projekt.”

Formel 1 Vettel erneut der schnellste Deutsche

Februar 19, 2010

Wie schon am Mittwoch hat Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel auch am Donnerstag in Jerez die beste Rundenzeit aller deutschen Fahrer erreicht. Rubens Barrichello war Gesamtschnellster.

Das Wetter zehrt weiter an den Nerven der Formel-1-Piloten. Sebastian Vettel als Dritter und Nico Rosberg direkt dahinter fuhren am zweiten von vier Testtagen in Jerez zwar ordentliche Zeiten, waren anschließend aber schlecht gelaunt.

“Es war sehr schwierig und frustrierend wegen des Wetters”, sagte Rosberg, dessen Mercedes-Teamkollege Michael Schumacher am Freitag wieder auf die Strecke gehen wird: “Wir können derzeit einfach nicht so viel lernen wie wir es auf einer trockenenen Strecke könnten. Aber es sind eben für alle dieselben Bedingungen, und wir hoffen, dass wir uns in den nächsten Tagen etwas verbessern können.”

Barrichello mit schnellster Runde

Vor Rosberg und Vize-Weltmeister Vettel im Red Bull platzierten sich am Donnerstag der Brasilianer Rubens Barrichello im Williams, der mit 98 Runden auch der fleißigste Fahrer war, und Formel-1-Neuling Witali Petrow aus Russland im Renault. Derweil scheint der frühere Weltmeister Jacques Villeneuve Ralf Schumacher im Kampf um ein Cockpit beim möglichen Nachrücker-Team Stefan GP ausgestochen zu haben.

Einen durchwachsenen Tag erlebte Timo Glock. Der frühere Toyota-Pilot, nun in Diensten von Neuling Virgin, belegte unter zwölf Fahrern den achten Platz und schien angesichts einer um eine Sekunde besseren Zeit als Ex-Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes erstmals konkurrenzfähig. Doch schon in der ersten Stunde war der Odenwälder von der Strecke geschlittert.

Für eine Schrecksekunde hatte am Donnerstag Heikki Kovalainen gesorgt: Der Finne war am frühen Nachmittag von der Strecke abgekommen und heftig in die Barrieren gekracht. So konnte er im Lotus auch nur 30 Runden drehen und wurde am Ende Letzter des Zeittableaus. Aufgrund der großen Gewichtsunterschiede von bis zu 160 Kilogramm wegen der neuen, größeren Tanks sind die Testzeiten allerdings schwer miteinander vergleichbar.

Olympia beginnt leise, menschlich und emotional

Februar 13, 2010

In einer emotionalen Eröffnungsfeier hat Vancouver die Olympischen Winterspiele willkommen geheißen. Bewegend gestaltete sich der Einmarsch der elfköpfigen Delegation Georgiens.

Nicht perfekt und pompös, dafür leise und menschlich: Unter dem Eindruck des tödlichen Rodel-Unfalls in Whistler hat Vancouver die Olympischen Winterspiele in einer bewegenden Eröffnungsfeier willkommen geheißen. Den emotionalsten Augenblick erlebten die 60.000 Zuschauer im BC Place und etwa zwei Milliarden vor den Fernsehgeräten in aller Welt beim Einmarsch der Nationen. Die Menschen im Stadion erhoben sich von ihren Sitzen und applaudierten der elfköpfigen Delegation Georgiens, die nach dem tödlichen Unfall ihres Rodlers Nodar Kumaritaschwili im Training nur wenige Stunden zuvor noch sichtlich unter Schock stand.

“Kämpft mit seinem Geist in euren Herzen”

“Tragt seinen olympischen Traum auf euren Schultern und kämpft mit seinem Geist in euren Herzen”, rief John Furlong, Präsident des Organisationskomitees Vanoc, den Athleten zu. In schwarzem Anzug und mit schwarzer Krawatte sprach IOC-Präsident Jacques Rogge von “großer Trauer” der olympischen Familie, die Kumaritaschwili in einer Schweigeminute gedachte.

Auf halbmast hingen während der Rogge-Rede die kanadische und die georgische Fahne. “Unsere Welt braucht heute Frieden, Toleranz und Brüderlichkeit. Danke Kanada für die großartige Loyalität zu den olympischen Idealen”, sagte der Belgier, ehe er an Kanadas General-Gouverneurin Michaelle Jean übergab, die mit der traditionellen Formel die 21. Winterspiele für eröffnet erklärte.

Anni Friesinger und Maria Riesch dabei

Unmittelbar nach den Georgiern hatte Bob-Olympiasieger Andre Lange die deutsche Mannschaft als stolzer Fahnenträger mit gemischten Gefühlen ins Stadion geführt. “Ein Mitglied der olympischen Familie hat uns verlassen. Es wird einige Tage dauern, bis wir das verarbeitet haben”, sagte Lange. In dicken Winterwesten mit der großen Aufschrift “Team Germany” grüßten unter anderem Anni Friesinger und Maria Riesch mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen.

Gemeinsam mit Sportlern aus insgesamt 82 Ländern sahen dann auch die Deutschen die größte Panne ausgerechnet bei der Entzündung des Feuers um 21.01 Uhr Ortszeit (6.01 Uhr MEZ). Als Kanadas Eishockey-Legende Wayne Gretzky, die zweimalige Eissschnelllauf-Olympiasiegerin Catriona LeMay Doan, Basketball-Profi Steve Nash und die ehemalige Ski-Rennläuferin Nancy Greene die Flamme zum Leben erwecken wollten, streikte erst die Technik – und dann war es noch gar nicht der große Moment, für den es alle gehalten hatte. Denn das eigentliche Entzünden des Feuers durch Wayne Gretzky fand erst erst Minuten später im strömenden Regen am permanenten Standort in Coal Harbour statt.

Zeitreise durch die Geschichte Kanadas

Immerhin hatten die Zuschauer im Stadion bei der ersten olympischen Eröffnungsfeier unter einem Dach nicht mit den Niederschlägen zu kämpfen. Sie erlebten eine Zeitreise durch die Geschichte Kanadas, in der das Gastgeberland seinen einst vertriebenen Ureinwohnern symbolisch die Hand reichte.

Die vier Stämme der First Nations begrüßten die Gäste aus aller Welt und boten den Zuschauern einen farbenfrohen Auftritt. Die kanadischen Popstars Nelly und Bryan Adams beschworen im Duett “One World, One Flame”, und Hollywood-Star Donald Sutherland und der frühere Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve gehörten zu den Trägern der olympischen Flagge.

“Wir sind alle nur Menschen”

Trotz der kleinen Pannen zogen die Verantwortlichen ein positives Fazit, zumal Peking vor anderthalb Jahren mit einem perfekt organisierten Messenspektakel die Welt noch erstaunt und zugleich erschreckt hatte. “Ich bin extrem stolz auf das, was im Stadion stattgefunden hat, über die Emotionen und Reaktionen der Menschen und über die Qualität der Show”, sagte John Furlong.

Zeremonienmeister David Atkins sah mit einem Lächeln über den Fauxpas bei der Feuerentzündung hinweg: “Es war ein mechanischer Defekt. Ich denke, es war ein gutes Beispiel für die Tatsache, dass wir alle nur Menschen sind und Fehler machen.”