Schumacher auf Tuchfühlung mit Button und Alonso
Auch am zweiten Testtag hat Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher mit der drittbesten Zeit überzeugt. Diesmal stand jedoch Ferrari-Pilot Fernando Alonso im Fokus der Fans.
Vorzeitig Feierabend, aber dennoch zufrieden: Am “Tag der Weltmeister” war Michael Schumacher schon wieder auf Augenhöhe mit Doppel-Weltmeister Fernando Alonso und Titelverteidiger Jenson Button. “Ich bin glücklich, vor allem unheimlich motiviert. Es macht tierisch Spaß”, sagte Schumacher, nachdem er am Mittwoch in Valencia wegen eines kleinen Hydrauliklecks an seinem Silberpfeil rund eine Stunde vor Testende Dienstschluss hatte.
Trotz des kleinen Problems nach insgesamt 82 Runden und zog Schumacher nach der drittbesten Zeit ein “sehr positives” Fazit und hat “überhaupt keine Kopfschmerzen”. “Wichtig ist, dass man ein Auto hat, mit dem man erstmal fahren und die Zuverlässigkeit aussortieren kann”, sagte der Kerpener, der seinen Mercedes aber noch nicht als Siegerauto sieht.
“Noch leicht im Hintertreffen”
“Ich würde denken, dass wir noch leicht im Hintertreffen sind, und gehe davon aus, dass wir nicht unbedingt gleich die ersten Rennen gewinnen können. Aber für mich ist wichtig, in den ersten Rennen gute Punkte zu holen, dass wir in der Saison konkurrenzfähig sind, dann Rennen gewinnen werden, um am Ende um die Meisterschaft kämpfen zu können.”
Doch am dritten und letzten Tag stand er erstmals nicht allein im Mittelpunkt des Interesses. Rund 15.000 spanische Fans jubelten vor allem ihrem Liebling Alonso zu, der seine ersten Runden im neuen Ferrari drehte und dabei die Tagesbestzeit auf den Asphalt legte. Zweitschnellster war sein Landsmann Pedro de la Rosa im Sauber. Titelverteidiger Jenson Button (Großbritannien) im McLaren fuhr auf den fünften Platz und war dabei eine halbe Sekunde langsamer als der deutsche Rekordchampion. Erstmals im Einsatz in diesem Jahr war auch Neuling Nico Hülkenberg (Emmerich) bei Williams, der 126 Runden drehte.
Alonso unter frenetischem Jubel begrüßt
Nach dem riesigen Medienauflauf, den Michael Schumachers erste Runden im neuen Mercedes-Silberpfeil am Montag hervorgerufen hatten, fuhr der 41 Jahre alte Kerpener am Mittwochmorgen um 10.11 Uhr vergleichsweise unbehelligt auf die Strecke. Alles konzentrierte sich auf Alonso, der unter frenetischem Jubel seiner Fans um 10.01 Uhr im F10 aus der Ferrari-Box rollte – und danach auf der Strecke die Dominanz seines Teamkollegen Felipe Massa (Brasilien) der beiden ersten Testtage nahtlos fortsetzte.
“Ferrari ist die Norm”, meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dessen eigenes Team noch an Feinheiten wie der optimalen Sicht aus dem Cockpit arbeitet. Unterdessen ist Haug froh darüber, was Schumacher ins Team einbringt: “Er ist positiv fordernd, es gibt keine Frage, die er nicht stellt. Seine Erfahrung und Routine hilft uns sicher zusätzlich.”
Schumacher trug bei seinem ersten Runden am Morgen nicht seinen bekannten roten Helm, sondern einen unlackierten schwarzen. Dabei handelte es sich um einen Prototyp seines Helmherstellers. Auch Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien), dem sein Helm im vorigen Jahr bei dem Unfall in Budapest, als ihn eine Stahlfeder am Kopf traf, wohl das Leben gerettet hatte, war am Dienstag mit einer neuen Testversion unterwegs gewesen.
Massa: “Michael ist immer willkommen”
Schumacher hatte im August 2009 noch bei Ferrari für seinen Freund Massa einspringen wollen, doch dann stoppten ihn Nachwirkungen einer Nackenverletzung, die er sich bei einem schweren Motorradunfall im Febbruar 2009 zugezogen hatte. Inzwischen ist Schumacher aber wieder topfit. Der Kontakt zu Ferrari ist auch nach dem Wechsel zu Mercedes nicht abgerissen. Am Dienstag traf er sich mit Massa im Ferrari-Zelt zum Essen. “Michael ist immer willkommen, von mir aus kann er öfter kommen”, sagte Massa.
Eröffnet hatte den letzten Testtag in Valencia pünktlich um 10 Uhr GP2-Champion Hülkenberg. “Ich darf nicht überreagieren oder zu aufgeregt sein. Ich will versuchen, meinen Job so gut wie möglich zu machen. Es ist wichtig, viel zu fahren, für das Team, aber auch für mich”, sagte der 22-Jährige am Abend zuvor. Dieses Vorhaben setzte er dann auch um, in den ersten vier Stunden hatte er schon 72 Runden absolviert, die meisten aller sieben Fahrer.
