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Studenten gründen Online-Marktplatz für Klausur-Lernhilfen

Februar 20, 2010

Zwei Kölner Studenten haben eine Art digitalen Lernmarktplatz geschaffen, der anderen Studierenden bei der Vorbereitung auf Klausuren helfen soll. Das Prinzip ähnelt dem einer Tauschbörse: Jeder kann auf der Webseite unidog.de Notizen und Lernhilfen hoch- und die von anderen herunterladen.

Die vorhandenen Informationen sind nach Hochschulen gegliedert und können nach einer kostenlosen Registrierung durchsucht werden. Dabei verlassen sich die Initiatoren auf ein einfaches Prinzip: Unter dem Motto “Klausurstoff von Studis für Studis” bieten sie guten Studenten mit einem Honorar den Anreiz, ihre selbst erstellten Klausurhilfen zu publizieren, und geben so gleichzeitig anderen die Möglichkeit, von diesem Lernmaterial zu profitieren. Auf diese Weise können die Betreiber sowohl Mitschriften und Zusammenfassungen als auch Lernkarten, Hausarbeiten und Klausurlösungen zur Verfügung stellen. Zudem ist es für jeden Nutzer möglich, gezielt Dokument-Gesuche zu veröffentlichen, Fragen an die Community zu stellen oder Links zu Skripten oder Hintergrundinformationen einzustellen.

In Zukunft soll Unidog in eine Firma integriert werden, die die beiden Initiatoren gerade gründen. Langfristig wollen sie Technologien entwickeln, mit denen Wissen noch universeller verfügbar wird. Hans-Günter Herrmann erläutert die Vision: “Unser neues Projekt soll einen Wissenstransfer von Unis an alle Wissbegierigen ermöglichen. Wir arbeiten derzeit an einer innovativen Technologie, um universitäres Wissen auch für Nicht-Studenten einfacher zugänglich zu machen.” Unterstützt werden die beiden bei ihrer Firmengründung durch das Gründerbüro der Universität Köln, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie durch ein EXIST-Gründerstipendium des Europäischen Sozialfonds.

Fast jeder siebte Deutsche armutsgefährdet

November 27, 2009

In Deutschland ist fast jeder Siebte von Armut betroffen. Im Jahr 2007 waren durchschnittlich 15 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Damit blieb der Wert im Vergleich zum Jahr 2006 unverändert. Vor Berücksichtigung der staatlichen Sozialleistungen lag die Quote im Jahr 2007 sogar bei 24 Prozent.

Als armutsgefährdet galt im Jahr 2007 ein Bürger mit einem Einkommen von weniger als 913 Euro monatlich. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren belief sich dieser Grenzwert auf 1917 Euro monatlich. Als armutsgefährdet wird jemand eingeschätzt, wenn er zum Zeitpunkt der Erhebung arm ist. Der Begriff Armutsgefährdung soll verdeutlichen, dass sich dies etwa durch eine neue Arbeitsstelle wieder ändern kann.

Besonders oft waren allein Erziehende von Armut betroffen. In Haushalten mit einem allein erziehenden Elternteil lag bei mehr als jeder dritten Person (36 Prozent) eine Armutsgefährdung vor. In Haushalten mit Kindern lag die Quote bei 13 Prozent.

In Haushalten ohne Kinder waren 17 Prozent aller Personen armutsgefährdet. Besonders betroffen waren hier allein lebende Menschen: 30 Prozent der allein lebenden Frauen und 28 Prozent der allein lebenden Männer verfügten 2007 über ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Etwa jeder fünfzehnte Erwerbstätige (sieben Prozent) war im Jahr 2007 trotz Arbeit armutsgefährdet. Bei Arbeitslosen stieg die Quote um fünf Prozentpunkte auf 56 Prozent.

Offenbar mehr aufgedeckte Missbrauchfälle bei Hartz-IV

November 27, 2009

Die Zahl der aufgedeckten Fälle von Leistungsmissbrauch durch Hartz-IV-Empfänger ist im ersten Halbjahr um gut sechs Prozent gestiegen. Laut Bundesagentur für Arbeit wurden in den ersten sechs Monaten rund 87.000 entsprechende Straf- und Bußgeldverfahren eingeleitet – etwa 5000 mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Chemnitzer “Freie Presse” berichtete. Zudem wurden dem Bericht zufolge im ersten Halbjahr 2009 dem Zoll oder den Staatsanwaltschaften rund 27.000 Fälle mutmaßlicher Schwarzarbeit oder mutmaßlicher Straftaten zugeleitet. Dies entspricht einer Zunahme von neun Prozent.

Die Sprecherin der Bundesagentur, Anja Huth, führte die Zunahme teilweise auf eine verbesserte Situation bei den zuständigen Arbeitsgemeinschaften (Argen) zurück. Die Argen seien inzwischen “personell, organisatorisch und fachlich” besser aufgestellt. “Es wird mehr untersucht und also mehr aufgeklärt.” Huth räumte ein, dass längst nicht alle Betrugsfälle aufgedeckt werden. Dem Bericht zufolge werden derzeit von den agenturinternen Prüfteams nur 69 Prozent der Fälle untersucht, bei denen eine Ordnungswidrigkeit vermutet wird. Mit Sanktionen geahndet werden unter anderem Betrügereien und die Weigerung, zumutbare Arbeit oder einen Ein-Euro-Job anzunehmen.

BA-Jobbörse im Internet von schwerem Datenmissbrauch betroffen

November 11, 2009

Die Internet-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist erneut von einem schweren Fall von Datenmissbrauch betroffen. Eine Personalberatung aus Berlin habe in den Online-Stellenmarkt der BA mehr als 2500 fingierte Arbeitsplatzangebote eingestellt, um persönliche Daten von Bewerbern zu sammeln, sagte eine BA-Sprecherin am Dienstag in Nürnberg. Rechtliche Schritte werde die BA jedoch nicht einleiten.
Bei den fraglichen Stellenausschreibungen habe es sich um “keine realen Jobangebote gehandelt, der Anbieter war nur darauf aus, Daten von Arbeitnehmern zu sammeln”, sagte die BA-Sprecherin. Einer internen Prüfabteilung der BA sei das Benutzerkonto der Berliner Personalberatung wegen der ungewöhnlich hohen Zahl von Stellenangeboten aufgefallen. Deswegen habe die Vermutung nahegelegen, dass es sich nicht um tatsächliche Ausschreibungen handelte. Die fingierten Angebote seien mittlerweile gelöscht worden. Rechtliche Schritte werde die BA jedoch nicht einleiten, weil hierfür keine Handhabe bestehe.

In die Internet-Jobbörse werden nach Angaben der BA täglich 20.000 neue oder geänderte Angebote von Arbeitgebern eingestellt. Hierbei seien noch nicht jene Angebote eingerechnet, welche die Agentur im Auftrag von Unternehmen platziert. Firmen können über die Webseite der BA Stellenangebote ins Internet stellen, selbst verwalten und bei Bedarf bearbeiten oder löschen. Die BA kontrolliert die Angebote mit Hilfe von Computern automatisch auf problematische Inhalte wie etwa sexistische oder rechtsradikale Begriffe. In Stichproben nehmen BA-Mitarbeiter auch einzelne auffällige Angebote persönlich unter die Lupe.

Einen Missbrauch dieser Dimension habe es in der BA-Jobbörse noch nie gegeben, sagte eine weitere BA-Sprecherin der “Frankfurter Rundschau” (Dienstagsausgabe). “Das ist ein sehr ungewöhnlicher Fall.” Datenschützer hatten zuletzt bemängelt, der Online-Stellenmarkt der BA lade zum Missbrauch der Daten Arbeitssuchender geradezu ein. Entsprechende Kontrollmechanismen seien ungenügend. Auch hätten BA-Mitarbeiter Zugriff auf sensible Informationen wie Suchtkrankheiten oder Schulden von Arbeitslosen.

Die BA hatte bereits im Winter vergangenen Jahres mit einem ähnlichen Datenmissbrauch zu kämpfen. Ein privater Jobvermittler stellte immer wieder fingierte Stellenangebote ein. Wenn sich Arbeitnehmer bei dem Vermittler meldeten, erhielten sie stets die Auskunft, dass die Stelle vergeben war. Das Unternehmen bot den Bewerbern jedoch an, gegen Entgelt Bewerbungen für sie zu verfassen. Problematisch an dem Fall war, dass sich der Job-Vermittler trotz Löschung seines Kontos in der Internet-Jobbörse der BA immer wieder neu anmeldete.