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Erstmals seit 19. Jahrhundert wieder Wolf in NRW

März 4, 2010

Erstmals seit dem 19. Jahrhundert hat sich wieder ein Wolf in Nordrhein-Westfalen aufgehalten. Das Tier habe im Dezember vergangenen Jahres die Gegend um Borgentreich im ostwestfälischen Landkreis Paderborn besucht, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Recklinghausen mit. Das habe die DNA-Analyse von Fellhaaren ergeben, die an einem tot aufgefundenen Schaf gefunden worden waren. Fachleute hatten von Anfang an vermutet, dass es von einem Wolf gerissen wurde. Bislang fehlte aber der letzte Beweis.

Nach Angaben des Landesamts ist der DNA-Test der erste Beleg für einen Wolf in Nordrhein-Westfalen seit über 100 Jahren, möglicherweise seit 150 Jahren und mehr. Den letzten bestätigten Abschuss eines Wolfs verzeichnen die Archive für das Jahr 1839. Danach habe es im Lauf des 19. Jahrhundert nur noch ganz wenige, vereinzelte Sichtungen gegeben, bevor die Ära der Wölfe dort ganz endete, sagte Landesamtssprecher Eberhard Jacobs. Die in Rudeln lebenden Raubtiere wurden vom Menschen gnadenlos gejagt, bis sie in Deutschland komplett ausgerottet waren.

Bereits seit den 1990er Jahren leben die streng geschützten Wölfe wieder in Deutschland. In Sachsen und Brandenburg sind ganze Rudel ansässig, die zuvor aus Polen einwanderten. Ein Wolf lebt seit längerem im hessischen Reinhardswald an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, weitere Tiere wurden inzwischen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gesichtet.

Die Experten in Nordrhein-Westfalen sind überzeugt, dass es sich bei “ihrem” Tier aus Ostwestfalen um den hessischen Wolf handelt, der kurz vor Weihnachten zu einem Ausflug über die Landesgrenze aufgebrochen sein muss. Es habe sich offenbar nur um einen kurzen Besuch gehandelt, erklärte der für Artenschutz zuständige Abteilungsleiter des Amts, Georg Verbücheln. Seit Dezember seien keine neuen Wolfsspuren gefunden worden.

Toyota ruft in Deutschland rund 200.000 Autos zurück

Februar 4, 2010

Vom geplanten Rückruf bei Toyota wegen klemmender Gaspedale sind in Deutschland mehr als 200.000 Autos betroffen. Wie eine Sprecherin von Toyota in Köln der Nachrichtenagentur AFP sagte, werden insgesamt 215.796 Autos in die Werkstätten zurückbeordert. Der Rückruf werde in Kürze offiziell erfolgen. Die würden in einem Brief vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) über die Einzelheiten informiert. Kunden, die bereits vorab Fragen hätten, könnten sich bereits jetzt an ihre Händler wenden, sagte die Toyota-Sprecherin.

Toyota hat seit Herbst mit einer Pannenserie vor allem bei Gaspedalen in seinen Autos zu kämpfen, im Januar verschärfte sich die Lage. Zu Jahresbeginn kündigte der japanische Konzern den Rückruf von weltweit knapp 4,63 Millionen Fahrzeugen an, weil Gaspedale drohten, nicht mehr oder nur langsam in die Ausgangsposition zurückzukehren. Weitere 5,3 Millionen Autos rief Toyota seit Herbst zurück, weil hier die Gefahr bestand, dass sich die Fußmatten mit den Gaspedalen verhaken. Davon wurden 1,1 Millionen im Januar in die Werkstätten zurückbeordert. Am Mittwoch wurde ein weiteres Problem mit den Bremspedalen beim Vorzeigemodell Prius bekannt, dessen Umfang aber noch unbekannt ist.

Der Rückruf von Millionen Toyota-Fahrzeugen wegen technischer Probleme mit den Gaspedalen kostet den japanischen Autohersteller nach eigenen Angaben einen Milliardenbetrag. Die erwarteten Kosten für die Pannenserie gab Toyota mit bis zu 180 Milliarden Yen (rund 1,4 Milliarden Euro) an. Die Summe setze sich aus Reparaturkosten bei den betroffenen Wagen und Verkaufsausfällen zusammen.

In Steueraffäre geht es offenbar um mehr Geld als bekannt

Februar 4, 2010

In der Affäre um deutsche Steuersünder in der Schweiz geht es einem Zeitungsbericht zufolge offenbar um wesentlich mehr Geld als bekannt. Bislang hätten Experten angenommen, dass die von einem Informanten angebotene Datensammlung dem Fiskus 100 Millionen Euro einbringen könnte, berichtet die “Süddeutschen Zeitung”. Tatsächlich hätten die Anleger offenbar weit mehr Steuern hinterzogen als zunächst geschätzt. Die Datensammlung betreffe die Züricher Bank Credit Suisse, die nach eigenen Angaben keine Kenntnis von einem Datenklau habe.

In gut informierten Behördenkreisen hieß es dem Bericht zufolge, es handle sich um einen der größten Komplexe von Steuerhinterziehung durch Deutsche überhaupt. Es solle sich nicht nur um Fälle handeln, die schon mehrere Jahre zurückliegen. Ein Teil der dokumentierten Kontobewegungen solle aus dem Jahr 2008 stammen.

Interne Dokumente der Credit Suisse deuteten darauf hin, dass sich in der Vergangenheit der überwiegende Teil deutscher Credit-Suisse-Kunden, die ihr Vermögen in der Schweiz angelegt hätten, vor dem Fiskus versteckt haben könnte, schrieb die “SZ”. Aus den Unterlagen lasse sich folgern, dass die Bank “historisch bedingt” überwiegend Kunden betreut habe, die ihr Vermögen ganz oder teilweise nicht versteuert hätten.

Diese Kunden wünschten “nur selten” Kontakt zur Bank, wegen der “Entdeckungsgefahr”. Für sie stünden “Diskretion und Bankgeheimnis im Vordergrund”. Ein Sprecher der Credit Suisse sagte der “SZ”, die Bank könne zu den Dokumenten derzeit nichts sagen.

Einem Zeitungsbericht zufolge sollen unterdessen die Wuppertaler Steuerfahnder noch heute grünes Licht für den Ankauf einer CD mit Schweizer Kontodaten von 1500 mutmaßlichen Steuerhinterziehern aus Deutschland bekommen. Wie das “Handelsblatt” unter Berufung auf Finanzverwaltungskreise berichtet, hat auch das nordrhein-westfälische Finanzministerium seine juristischen Prüfungen abgeschlossen. Das Ergebnis: Sollten die Steuerfahnder auf das Angebot verzichten, würden sie sich laut “Handelsblatt” womöglich einer Strafvereitelung im Amt schuldig machen.

Fast jeder siebte Deutsche armutsgefährdet

November 27, 2009

In Deutschland ist fast jeder Siebte von Armut betroffen. Im Jahr 2007 waren durchschnittlich 15 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Damit blieb der Wert im Vergleich zum Jahr 2006 unverändert. Vor Berücksichtigung der staatlichen Sozialleistungen lag die Quote im Jahr 2007 sogar bei 24 Prozent.

Als armutsgefährdet galt im Jahr 2007 ein Bürger mit einem Einkommen von weniger als 913 Euro monatlich. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren belief sich dieser Grenzwert auf 1917 Euro monatlich. Als armutsgefährdet wird jemand eingeschätzt, wenn er zum Zeitpunkt der Erhebung arm ist. Der Begriff Armutsgefährdung soll verdeutlichen, dass sich dies etwa durch eine neue Arbeitsstelle wieder ändern kann.

Besonders oft waren allein Erziehende von Armut betroffen. In Haushalten mit einem allein erziehenden Elternteil lag bei mehr als jeder dritten Person (36 Prozent) eine Armutsgefährdung vor. In Haushalten mit Kindern lag die Quote bei 13 Prozent.

In Haushalten ohne Kinder waren 17 Prozent aller Personen armutsgefährdet. Besonders betroffen waren hier allein lebende Menschen: 30 Prozent der allein lebenden Frauen und 28 Prozent der allein lebenden Männer verfügten 2007 über ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Etwa jeder fünfzehnte Erwerbstätige (sieben Prozent) war im Jahr 2007 trotz Arbeit armutsgefährdet. Bei Arbeitslosen stieg die Quote um fünf Prozentpunkte auf 56 Prozent.

Bundesregierung muss Schulden laut EU bis 2013 abbauen

November 11, 2009

Die Europäische Kommission hat der Bundesregierung eine Frist zum Schuldenabbau bis 2013 gesetzt. Nach dem Beschluss der Brüsseler Behörde soll Deutschland seine Neuverschuldung in den kommenden vier Jahren wieder unter die EU-Höchstmarke von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken. In diesem und im kommenden Jahr verstößt die Bundesrepublik deutlich gegen die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. Die EU-Finanzminister dürften die Kommissionsempfehlung Anfang Dezember beschließen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte der Kommission am Dienstag beim seinem Antrittsbesuch in Brüssel Haushaltsdisziplin zugesagt. Experten sehen dadurch den Spielraum für die Steuersenkungspläne der Bundesregierung geschmälert. Daneben setzte die Kommission auch sechs weiteren Ländern eine Frist zum Defizitabbau bis 2013, darunter Österreich und die Niederlande. Italien und Belgien erhalten nur bis 2012 Zeit.