Google bei Street-View-Widersprüchen mit Technikproblemen
August 18, 2010 in Verbrauchertipps von Mr. Yesbo
Mit Technikproblemen ist beim Internetkonzern Google die Widerspruchsfrist für den Straßenbilderdienst Street View angelaufen. Hausbesitzer und Mieter können seit heute auch über das Internet Einspruch einlegen, was zunächst aber nicht auf allen Internet-Programmen möglich war, wie Google bestätigte. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte eine Verlängerung der Widerspruchsfrist auf acht Wochen.
Die vergangene Woche angekündigte Online-Funktion für Hausbesitzer und Mieter stehe “ab sofort” auf der Internetseite von Google zur Verfügung, teilte Google Deutschland in Hamburg mit. Mit dem Internet-Werkzeug könnten Verbraucher ihre Immobilie bei dem umstrittenen Straßenbilderdienst unkenntlich machen lassen, bevor Street View wie angekündigt zum Jahresende auch in Deutschland an den Start geht. Daneben könnten Verbraucher nach wie vor per Brief oder E-Mail Widerspruch einlegen.
Die Widerspruchsfrist laufe wie geplant am 15. September um 24.00 Uhr aus, teilte Google mit. Damit hielt Google trotz Kritik von Verbraucherschützern und Politikern an seinem bisherigen Zeitplan fest.
Verbraucherschutzministerin Aigner hatte bereits zu Wochenbeginn eine deutliche Verlängerung der Frist gefordert, um Hausbesitzern und Mietern auch in den Bundesländern genug Zeit für einen Widerspruch zu geben, in denen momentan noch Sommerferien sind. Nun forderte die Ministerin eine Verlängerung von vier auf acht Wochen. “Eine Verdopplung der Frist wäre wünschenswert”, sagte eine Sprecherin von Aigner.
Ein Google-Sprecher bestätigte, dass das neue Widerspruchsformular im Internet in den ersten Stunden nach dem Start “nicht auf allen Internet-Browsern funktioniert” habe. Probleme habe es unter anderem mit dem Internet Explorer von Microsoft gegeben, sagte der Google-Sprecher. Den Browser nutzen zwei Drittel der Internetnutzer. Am Nachmittag erklärte das Unternehmen den Fehler für behoben.
Politiker von FDP und SPD sprachen sich erneut für klare Gesetze für Internet-Dienste wie Street View aus. Es müsse dafür gesorgt werden, dass Unternehmen sich vor Veröffentlichung von Daten wie bei Street View künftig “in vielen Fällen” erst die Genehmigung von Verbrauchern einholen müssen, sagte FDP-Rechtsexperte Christian Ahrendt “Handelsblatt Online”. SPD-Medienexperte Siegmund Ehrmann erklärte, die Widerspruchsrechte von Verbraucher müssten “besser abgesichert” werden.


