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Andretti ist von Schumachers WM-Sieg überzeugt

Februar 19, 2010

Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Mario Andretti prophezeit, dass Michael Schumacher erneut den Titel holen wird. “Ich bin überzeugt, er wird Weltmeister”, sagt der 69-Jährige.

Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher wird wieder Weltmeister und Sebastian Vettel der nächste Schumacher – das glaubt der frühere Formel-1-Weltmeister Mario Andretti aus den USA. “Michael wird gewinnen. Ich bin überzeugt, er wird wieder Weltmeister, das bin ich wirklich. Ich sage das nicht nur so daher”, meinte “Super-Mario”, der 1978 den Titel holte und am 28. Februar 70 Jahre alt wird, dem am Dienstag erscheinenden Fachmagazin Motorsport aktuell.

Dass Schumacher nach drei Jahren Pause in die “Königsklasse” zurückkehrt, findet Andretti fantastisch. “Ich konnte gut nachvollziehen, wieso er zurückgetreten ist. Er war bereits früh in seiner Karriere extrem erfolgreich. Aber wohin willst du noch gehen, wenn du alles gewonnen und alle Rekorde gesetzt hast?”, meinte der Amerikaner: “Vielleicht war er etwas müde. Und vielleicht auch gelangweilt.”

Comeback zum richtigen Zeitpunkt

Dass der 41 Jahre alte Kerpener, der bei Mercedes in die Formel 1 zurückgekehrt ist, nicht schon im vorigen Sommer als Ersatz von Felipe Massa bei Ferrari eingesprungen ist, war nach Meinung von Andretti “eine weise Entscheidung – aus vielen Gründen: In Valencia war er zuvor nie gefahren, der Ferrari war nicht das beste Auto, er kannte die Reifen nicht, insgesamt sehr clever”. Jetzt mache es für Schumacher aber “so viel Sinn, zurück zu sein mit Ross Brawn und Mercedes. Ich habe neulich erst mit ihm telefoniert. Mit seinem Comeback zieht er wieder ein riesiges Interesse auf sich und die Formel 1. Ich bin sehr gespannt”, sagte der 69-Jährige.

Als künftigen Champion sieht Andretti Red-Bull-Pilot Vettel. “Ganz klar, Vettel ist für mich der nächste Schumacher”, meinte Andretti: “Er weiß, wie man gewinnt. Er kann sehr gut sein Temperament, seine Gefühle unter Kontrolle halten. Er hat bereits gezeigt, was er im Regen kann – er hat all das, was man braucht, um Weltmeister zu werden.”

Schumacher auf Tuchfühlung mit Button und Alonso

Februar 5, 2010

Auch am zweiten Testtag hat Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher mit der drittbesten Zeit überzeugt. Diesmal stand jedoch Ferrari-Pilot Fernando Alonso im Fokus der Fans.

Vorzeitig Feierabend, aber dennoch zufrieden: Am “Tag der Weltmeister” war Michael Schumacher schon wieder auf Augenhöhe mit Doppel-Weltmeister Fernando Alonso und Titelverteidiger Jenson Button. “Ich bin glücklich, vor allem unheimlich motiviert. Es macht tierisch Spaß”, sagte Schumacher, nachdem er am Mittwoch in Valencia wegen eines kleinen Hydrauliklecks an seinem Silberpfeil rund eine Stunde vor Testende Dienstschluss hatte.

Trotz des kleinen Problems nach insgesamt 82 Runden und zog Schumacher nach der drittbesten Zeit ein “sehr positives” Fazit und hat “überhaupt keine Kopfschmerzen”. “Wichtig ist, dass man ein Auto hat, mit dem man erstmal fahren und die Zuverlässigkeit aussortieren kann”, sagte der Kerpener, der seinen Mercedes aber noch nicht als Siegerauto sieht.

“Noch leicht im Hintertreffen”

“Ich würde denken, dass wir noch leicht im Hintertreffen sind, und gehe davon aus, dass wir nicht unbedingt gleich die ersten Rennen gewinnen können. Aber für mich ist wichtig, in den ersten Rennen gute Punkte zu holen, dass wir in der Saison konkurrenzfähig sind, dann Rennen gewinnen werden, um am Ende um die Meisterschaft kämpfen zu können.”

Doch am dritten und letzten Tag stand er erstmals nicht allein im Mittelpunkt des Interesses. Rund 15.000 spanische Fans jubelten vor allem ihrem Liebling Alonso zu, der seine ersten Runden im neuen Ferrari drehte und dabei die Tagesbestzeit auf den Asphalt legte. Zweitschnellster war sein Landsmann Pedro de la Rosa im Sauber. Titelverteidiger Jenson Button (Großbritannien) im McLaren fuhr auf den fünften Platz und war dabei eine halbe Sekunde langsamer als der deutsche Rekordchampion. Erstmals im Einsatz in diesem Jahr war auch Neuling Nico Hülkenberg (Emmerich) bei Williams, der 126 Runden drehte.

Alonso unter frenetischem Jubel begrüßt

Nach dem riesigen Medienauflauf, den Michael Schumachers erste Runden im neuen Mercedes-Silberpfeil am Montag hervorgerufen hatten, fuhr der 41 Jahre alte Kerpener am Mittwochmorgen um 10.11 Uhr vergleichsweise unbehelligt auf die Strecke. Alles konzentrierte sich auf Alonso, der unter frenetischem Jubel seiner Fans um 10.01 Uhr im F10 aus der Ferrari-Box rollte – und danach auf der Strecke die Dominanz seines Teamkollegen Felipe Massa (Brasilien) der beiden ersten Testtage nahtlos fortsetzte.

“Ferrari ist die Norm”, meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dessen eigenes Team noch an Feinheiten wie der optimalen Sicht aus dem Cockpit arbeitet. Unterdessen ist Haug froh darüber, was Schumacher ins Team einbringt: “Er ist positiv fordernd, es gibt keine Frage, die er nicht stellt. Seine Erfahrung und Routine hilft uns sicher zusätzlich.”

Schumacher trug bei seinem ersten Runden am Morgen nicht seinen bekannten roten Helm, sondern einen unlackierten schwarzen. Dabei handelte es sich um einen Prototyp seines Helmherstellers. Auch Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien), dem sein Helm im vorigen Jahr bei dem Unfall in Budapest, als ihn eine Stahlfeder am Kopf traf, wohl das Leben gerettet hatte, war am Dienstag mit einer neuen Testversion unterwegs gewesen.

Massa: “Michael ist immer willkommen”

Schumacher hatte im August 2009 noch bei Ferrari für seinen Freund Massa einspringen wollen, doch dann stoppten ihn Nachwirkungen einer Nackenverletzung, die er sich bei einem schweren Motorradunfall im Febbruar 2009 zugezogen hatte. Inzwischen ist Schumacher aber wieder topfit. Der Kontakt zu Ferrari ist auch nach dem Wechsel zu Mercedes nicht abgerissen. Am Dienstag traf er sich mit Massa im Ferrari-Zelt zum Essen. “Michael ist immer willkommen, von mir aus kann er öfter kommen”, sagte Massa.

Eröffnet hatte den letzten Testtag in Valencia pünktlich um 10 Uhr GP2-Champion Hülkenberg. “Ich darf nicht überreagieren oder zu aufgeregt sein. Ich will versuchen, meinen Job so gut wie möglich zu machen. Es ist wichtig, viel zu fahren, für das Team, aber auch für mich”, sagte der 22-Jährige am Abend zuvor. Dieses Vorhaben setzte er dann auch um, in den ersten vier Stunden hatte er schon 72 Runden absolviert, die meisten aller sieben Fahrer.

Mercedes verpflichtet Heidfeld als Testfahrer

Februar 5, 2010

Neben Michael Schumacher und Nico Rosberg kommt auch der dritte Fahrer im Mercedes-Rennstall aus Deutschland. Die Stuttgarter bestätigten Nick Heidfeld als Testfahrer.

Nick Heidfeld macht die “deutsche Nationalmannschaft” beim Formel-1-Rennstall Mercedes als Testfahrer komplett. Wie die Stuttgarter am Donnerstag bekannt gaben, übernimmt der Mönchengladbacher das Cockpit hinter den Stammpiloten Michael Schumacher und Nico Rosberg.

“Ich freue mich sehr, dass ich jetzt zum Mercedes-Team gehöre”, sagte Heidfeld, musste aber zugeben: “Natürlich wäre mir ein Platz als aktiver Fahrer lieber gewesen.” Er habe aber erlebt, wie engagiert jeder im Team ist. “Und mir geht es genauso. Ich werde Michael und Nico nach Kräften unterstützen”, meinte der Rheinländer.

Noch kein Sieg in der Formel 1

Der 32-Jährige fährt seit 2000 in der Formel 1 und hat bislang 168 Rennen absolviert. Auf einen Sieg wartet er bei zwölf Podiumsplätzen allerdings vergeblich. Zuletzt saß er drei Jahre im BMW Sauber, ehe sich der Hersteller nach der vergangenen Saison aus der Königsklasse zurückzog. Heidfeld hatte sich zunächst auch Hoffnungen auf einen Stammplatz im Mercedes gemacht, ehe Rekord-Weltmeister Schumacher sich zu seinem Comeback bei den Schwaben entschied.

Nun soll Heidfeld wie seit der vergangenen Woche bereits erwartet als dritter Mann seine Erfahrung ausspielen und im Notfall schnell einspringen können. “Nick Heidfeld als Ersatz- und Testfahrer zu verpflichten, bedeutet für unser Team eine weitere Verstärkung. Während seiner zehn Jahre in der Formel 1 ließen es Umstände oft nicht zu, dass Nick den absoluten Durchbruch schaffte”, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: “Aber Nick kann was, das wird er bei uns einbringen und beweisen.”

Zuletzt hatte es auch Spekulationen gegeben, Heidfeld, der einst im Junior-Team von Mercedes gefördert wurde, könnte für den Rennstall in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) starten. Jetzt bleibt er doch in der Formel 1 – könnte allerdings so gut wie arbeitslos sein, sollten Rosberg und Schumacher von Verletzungen verschont und fit bleiben. Denn nach dem Saisonstart sind in der Formel 1 keine Testfahrten mehr erlaubt.

“Wir werden gut zusammenarbeiten”

Vor dem ersten Rennen 2010 am 14. März in Manama/Bahrain bleiben Heidfeld damit noch drei Testtermine, um den neuen Silberpfeil wenigstens einmal kennenzulernen: In der kommenden und der darauffolgeneden Woche wird jeweils in Jerez geprobt, in der letzten Februar-Woche in Barcelona.

Teamchef Ross Brown setzt jedenfalls auf “Quick Nick”: “Ich bin sicher, dass er zur Entwicklung unseres MGP W01 einen Beitrag leisten wird. Wir werden gut mit ihm zusammenarbeiten.” Davon geht auch Heidfeld aus, der seinen neuen Arbeitsplatz ganz genau einzuschätzen weiß. “Dieses Team hat während des Winters das größte Interesse auf sich gezogen, nicht nur wegen des Comebacks von Michael Schumacher, sondern auch, weil Mercedes-Benz erstmals seit über 50 Jahren wieder mit den Silberpfeilen antritt.”

Mercedes plant mit Ruhe und Schumacher

Februar 5, 2010

Um auf die dominanten Test-Fahrten von Ferrari aufzuschließen, setzt Mercedes auch auf die Erfahrung von Michael Schumacher. Die nächsten Tests finden ab Mittwoch in Jerez statt.

Nach den ersten Kilometern eines Werks-Silberpfeils seit 55 Jahren sieht Mercedes-Sportchef Norbert Haug sein Team auf einem guten Weg. Den Fahrplan, um zu den bei den ersten Tests in Valencia scheinbar dominanten Ferrari aufzuschließen, hat “Superhirn” Ross Brawn schon im Kopf und will ihn mit der großen Erfahrung des in die Formel 1 zurückgekehrten Rekordweltmeisters Michael Schumacher einhalten.

“Business as usual”

“Es gibt geplante Entwicklungsschritte, der nächste wird für die Testfahrten nächste Woche in Jerez umgesetzt – business as usual, wie in jedem Jahr mit jedem neuen Formel-1-Auto, nichts Ungewöhnliches”, sagte Haug dem Sport-Informations-Dienst (SID) mit Blick auf die zweite Testrunde ab dem kommenden Mittwoch.

Mehr als 1100 Testkilometer bezeichnete Haug als “sehr erfreulichen Auftakt”. “Ich denke, unsere Zeiten unter Rennbedingungen sahen nicht schlecht aus. Aber klar ist, dass wir uns heute nicht in der Rolle des Dauersiegers von morgen sehen – und auch ganz bewusst nicht sehen wollen”, sagte er. Schumacher hatte erklärt, dass es nicht wichtig sei, gleich die ersten Rennen zu gewinnen. Mit Zuverlässigkeit zunächst gut punkten, dann später in der Saison siegen – so sieht die WM-Rechnung des 41-Jährigen aus.

“Es ist immer schwierig, so früh das Tempo einzuschätzen”

Auch Teamchef Brawn, der Schumacher zu sieben WM-Titeln führte und im vorigen Jahr mit seinem eigenen Team, dem Vorgänger des Mercedes-Werksteams, Fahrer- und Konstrukteursweltmeister war, bezeichnete die ersten Runden von Schumacher und Nico Rosberg als “extrem nützlich”. “Es ist immer schwierig, so früh schon das Tempo einzuschätzen. Aber wir scheinen in einer annehmbaren Position zu sein. Das Auto verhält sich ziemlich so, wie wir es erwartet hatten, mit einigen kleineren Ansatzpunkten, die man immer bei den ersten Tests hat.”

Unter anderem handelte es sich dabei um Probleme mit der Balance des Silberpfeils. “Wir haben die Bereiche identifiziert, in denen wir Verbesserungen vornehmen können, und die werden für Jerez in der nächsten Woche fertig sein”, sagte Brawn.

Silberpfeil-Werksteam und Schumacher mehr denn je in den Medien

Für mehr Aufsehen als das Auto sorgte in Valencia allerdings Schumacher selbst, der fast bei jedem Schritt von Fotografen und Fernsehkameras verfolgt wurde. “Das Interesse der Medien an unserem neuen Silberpfeil-Werksteam und an Michael Schumachers Comeback war nach der Winterpause extrem hoch”, meinte Haug: “Es gab eine umfangreichere Berichtersattung denn je in TV, Zeitungen, Radio und auf den Websites, und das hat uns natürlich gefreut.”

Zumal Schumacher sich laut Haug im Team “auf Anhieb zuhause gefühlt” habe. “Er arbeitet systematisch, konzentriert und hochmotiviert – seine absolute Weltklasse kommt nicht von ungefähr”, erklärte der Schwabe, der aber auch Schumachers Teamkollegen Rosberg “sehr gute Arbeit” bescheinigte. “Wir haben zwei erstklassige Fahrer und müssen ihnen ein erstklassiges Auto geben, dann werden sie sehr erfolgreich sein”, meinte Haug.

Heidfeld dritter Mann bei Mercedes

Zu diesem Duo stößt jetzt als dritter Mann in der deutschen Formel-1-Nationalmannschaft noch der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, den Mercedes am Donnerstag als Ersatzfahrer bestätigte. “Nick hat viel Erfahrung aus zehn Jahren Formel 1 und großes Talent, beides wird er in unser Team einbringen”, sagte Haug über “Quick Nick”: “Sollte der unwahrscheinliche Fall der Fälle eintreten, und einer unserer Stammfahrer für ein Rennen ersetzt werden muss, ist Nick bestens gerüstet, sofort einen guten Job zu machen.”

Ob sich Heidfeld noch vor Saisonstart, nach dem weitere Testfahrten nicht mehr erlaubt sind, allerdings noch selbst mit dem Silberpfeil vertraut machen kann, ist angesicht von nur zwölf weiteren Testtagen offen. “Derzeit ist geplant, Michael und Nico vor der Saison so viele Testkilometer wie möglich zu geben”, sagte Haug.