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von Mr. Yesbo

Olympia beginnt leise, menschlich und emotional

Februar 13, 2010 in Allerlei von Mr. Yesbo

In einer emotionalen Eröffnungsfeier hat Vancouver die Olympischen Winterspiele willkommen geheißen. Bewegend gestaltete sich der Einmarsch der elfköpfigen Delegation Georgiens.

Nicht perfekt und pompös, dafür leise und menschlich: Unter dem Eindruck des tödlichen Rodel-Unfalls in Whistler hat Vancouver die Olympischen Winterspiele in einer bewegenden Eröffnungsfeier willkommen geheißen. Den emotionalsten Augenblick erlebten die 60.000 Zuschauer im BC Place und etwa zwei Milliarden vor den Fernsehgeräten in aller Welt beim Einmarsch der Nationen. Die Menschen im Stadion erhoben sich von ihren Sitzen und applaudierten der elfköpfigen Delegation Georgiens, die nach dem tödlichen Unfall ihres Rodlers Nodar Kumaritaschwili im Training nur wenige Stunden zuvor noch sichtlich unter Schock stand.

“Kämpft mit seinem Geist in euren Herzen”

“Tragt seinen olympischen Traum auf euren Schultern und kämpft mit seinem Geist in euren Herzen”, rief John Furlong, Präsident des Organisationskomitees Vanoc, den Athleten zu. In schwarzem Anzug und mit schwarzer Krawatte sprach IOC-Präsident Jacques Rogge von “großer Trauer” der olympischen Familie, die Kumaritaschwili in einer Schweigeminute gedachte.

Auf halbmast hingen während der Rogge-Rede die kanadische und die georgische Fahne. “Unsere Welt braucht heute Frieden, Toleranz und Brüderlichkeit. Danke Kanada für die großartige Loyalität zu den olympischen Idealen”, sagte der Belgier, ehe er an Kanadas General-Gouverneurin Michaelle Jean übergab, die mit der traditionellen Formel die 21. Winterspiele für eröffnet erklärte.

Anni Friesinger und Maria Riesch dabei

Unmittelbar nach den Georgiern hatte Bob-Olympiasieger Andre Lange die deutsche Mannschaft als stolzer Fahnenträger mit gemischten Gefühlen ins Stadion geführt. “Ein Mitglied der olympischen Familie hat uns verlassen. Es wird einige Tage dauern, bis wir das verarbeitet haben”, sagte Lange. In dicken Winterwesten mit der großen Aufschrift “Team Germany” grüßten unter anderem Anni Friesinger und Maria Riesch mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen.

Gemeinsam mit Sportlern aus insgesamt 82 Ländern sahen dann auch die Deutschen die größte Panne ausgerechnet bei der Entzündung des Feuers um 21.01 Uhr Ortszeit (6.01 Uhr MEZ). Als Kanadas Eishockey-Legende Wayne Gretzky, die zweimalige Eissschnelllauf-Olympiasiegerin Catriona LeMay Doan, Basketball-Profi Steve Nash und die ehemalige Ski-Rennläuferin Nancy Greene die Flamme zum Leben erwecken wollten, streikte erst die Technik – und dann war es noch gar nicht der große Moment, für den es alle gehalten hatte. Denn das eigentliche Entzünden des Feuers durch Wayne Gretzky fand erst erst Minuten später im strömenden Regen am permanenten Standort in Coal Harbour statt.

Zeitreise durch die Geschichte Kanadas

Immerhin hatten die Zuschauer im Stadion bei der ersten olympischen Eröffnungsfeier unter einem Dach nicht mit den Niederschlägen zu kämpfen. Sie erlebten eine Zeitreise durch die Geschichte Kanadas, in der das Gastgeberland seinen einst vertriebenen Ureinwohnern symbolisch die Hand reichte.

Die vier Stämme der First Nations begrüßten die Gäste aus aller Welt und boten den Zuschauern einen farbenfrohen Auftritt. Die kanadischen Popstars Nelly und Bryan Adams beschworen im Duett “One World, One Flame”, und Hollywood-Star Donald Sutherland und der frühere Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve gehörten zu den Trägern der olympischen Flagge.

“Wir sind alle nur Menschen”

Trotz der kleinen Pannen zogen die Verantwortlichen ein positives Fazit, zumal Peking vor anderthalb Jahren mit einem perfekt organisierten Messenspektakel die Welt noch erstaunt und zugleich erschreckt hatte. “Ich bin extrem stolz auf das, was im Stadion stattgefunden hat, über die Emotionen und Reaktionen der Menschen und über die Qualität der Show”, sagte John Furlong.

Zeremonienmeister David Atkins sah mit einem Lächeln über den Fauxpas bei der Feuerentzündung hinweg: “Es war ein mechanischer Defekt. Ich denke, es war ein gutes Beispiel für die Tatsache, dass wir alle nur Menschen sind und Fehler machen.”

von Mr. Yesbo

Georgischer Rodler stirbt nach Horror-Sturz

Februar 13, 2010 in Allerlei von Mr. Yesbo

Der Georgier Nodar Kumaritaschwili ist tot. Der Rodler stürzte beim Abschlusstraining. Er war aus der Bahn geschleudert worden und gegen einen Stahlträger geprallt.

Tod, Tränen, Trauer: Olympia weint um den ersten toten Sportler in der Geschichte der Winterspiele. Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier in Vancouver starb der Rodler Nodar Kumaritaschwili. Der 21-Jährige aus Georgien erlag seinen schweren Verletzungen, die er bei einem Horror-Sturz im Abschlusstraining am Freitag erlitten hatte. Die Helfer vor Ort leiteten zwar sofort Reanimierungsmaßnahmen ein, doch kam jede Hilfe zu spät.

Die olympische Familie steht unter Schock, mit Tränen in den Augen und stockender Stimme sagte der tief bewegte IOC-Präsident Jacques Rogge: “Das ist ein sehr trauriger Tag, das IOC ist in tiefer Trauer, wir haben keine Worte für das, was wir fühlen.”

Eröffnungsfeier findet statt

Um 12.08 Uhr Ortszeit (21.08 Uhr MEZ) hatte der wiedergewählte IOC-Vizepräsident Thomas Bach dem Sport-Informations-Dienst (SID) die traurige Nachricht bestätigt: “Das ist tragisch. Die ersten Gedanken sind bei seiner Familie und seiner Mannschaft. Das wirft einen tragischen Schatten auf die Eröffnung der Spiele, die mit so viel Vorfreude erwartet worden sind.” Die Eröffnungsfeier soll trotzdem stattfinden.

Die Mannschaft Georgiens erwog nach der Tragödie sogar den Rückzug von den Winterspielen. “Wir sind alle geschockt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Wir wissen nicht, ob wir an der Eröffnungsfeier teilnehmen oder auch generell an den Spielen”, sagte der georgische Delegationsleiter Irakli Japaridse. Dazu sagte Rogge nur: “Die Teilnahme Georgiens ist noch nicht bestätigt.”

Wie es mit den Rodel-Wettbewerben in Whistler weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Nach einer Sicherheitsbegehung sollte der Kurs des Grauens auch von Staatsanwaltwaltschaft und Polizei in Augenschein genommen werden. Wann die Strecke wieder freigegeben wird, war vorerst unklar.

Nach dem tödlichen Unfall machten Fans die vor der Medals Plaza in Whistler aufgestellten olympischen Ringe kurzerhand zu einer Gedenkstätte für den 21-Jährigent. Neben einem Foto von Kumaritaschwili wurden Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Beim Bummel durch die Stadt verweilten zahlreiche Besucher zum Teil minutenlang vor dem Olympia-Symbol.

“Die olympische Familie ist betroffen”

“Es sind Ermittlungen eingeleitet worden. Wenn wir den Bericht haben, werden wir entscheiden”, sagte Rogge: “Jetzt ist die Zeit für Trauer und nicht für die Suche nach Gründen. Unsere ersten Gedanken gelten seiner Familie, seinen Freunden und den anderen Athleten. Die olympische Familie ist betroffen über diese Tragödie, die einen Schatten auf die Spiele wirft.”

Mit Fassungslosigkeit reagierten die Gastgeber: “Unsere Herzen sind gebrochen, mein Team ist am Boden zerstört”, sagt John Furlong, Präsident des Organisationskomitees VANOC mit zitternder Stimme: “Der Unfall ist tragisch und wird jetzt ganz genau untersucht.”

Deutschlands Rodel-Legende Georg Hackl war am Boden zerstört: “Das ist ein Schock und sicherlich nur schwer zu verarbeiten.” Der Physiotherapeut der deutschen Rodler Klaus Alt war fassungslos: “Durch einen Fahrfehler ist er kurz vor dem Ziel aus der Bahn katapultiert worden.”

Kumaritaschwili, Sohn des georgischen Rodel-Verbandschefs, war in der “Thunderbird”-Kurve, der letzten der 16 Kurven des 1374 Meter langen Hochgeschwindigkeitskurses, in große Schwierigkeiten geraten. Nach der Ziellinie flog er dann aus der Eisrinne und mit Rücken und Hinterkopf gegen einen ungeschützten Stahlträger, an dem das Dach über der Bahn befestigt ist. Er raste an der Unglücksstelle mit 144,3km/h durch die Eisrinne. Sofort wurde an der Bahn die Musik abgeschaltet, es herrschte gespenstische Stille.

Raimund Bethge kritisierte sofort nach dem Sturz die Beschaffenheit der Rodelbahn: “Alle Fachleute, die von Anfang an mit der Bahn zu tun hatten, haben vor der hohen Geschwindigkeit gewarnt”, sagte der Cheftrainer Bob und Skeleton. Ähnliche Kritik hatte zuvor schon Weltverbands-Präsident Joseph Fendt geübt: “Die Bahn ist zu schnell. Wir hatten sie für maximal 137 Stundenkilometer geplant. Aber sie ist fast 20 Stundenkilometer schneller. Wir sehen das als Planungsfehler.”

Auch beim Weltcup-Finale viele Stürze

Es war schon lange bekannt, dass die Rinne für die Bob-, Rodel- und Skeleton-Wettbewerbe in Whistler eine besondere Herausforderung darstellt. Beim Weltcup-Finale 2009 und bei der internationalen Trainingswoche zu Beginn des Olympiawinters war es immer wieder zu Stürzen gekommen, die Athleten hatten teils große Probleme.

Der Österreicher Manuel Pfister wurde im Training am Donnerstag mit 154km/h gemessen. Er war damit minimal schneller als Rekordhalter Felix Loch (153,93km/h) im vergangenen Jahr. Pfisters Marke ist vom Weltverband aber noch nicht als offizieller Weltrekord anerkannt. Tony Benshoof (USA), vor Loch Rekordhalter, meinte: “Dieser schreckliche Unfall überrascht mich nicht. Trotz meiner Erfahrung habe ich jedes Mal große Angst, wenn ich in diesen Eiskanal muss.”

von Mr. Yesbo

Rodel-Drama schockiert deutsches Olympia-Team

Februar 13, 2010 in Allerlei von Mr. Yesbo

Nach dem Tod von Rennrodler Nodar Kumaritaschwili aus Georgien zeigt sich das deutsche Olympia-Team tief betroffen. “Das ist eine Tragödie”, so der Fahnenträger Andre Lange.

Die Fahne in der Hand, den tödlich verunglückten Rennrodler Nodar Kumaritaschwili im Herzen: Was für Bob-Pilot Andre Lange zu einem der schönsten Tage seines Lebens werden sollte, wurde zu einem schweren Gang. Direkt im Anschluss an das von der Tragödie um seinen Landsmann gezeichnete Team Georgiens führte der dreimalige Olympiasieger die deutsche Mannschaft bei der Eröffnungsfeier in Vancouver in den BC Place. Auch wenn viele Athleten beim Einmarsch ein Lächeln auf den Lippen trugen, hat die Deutschen das Drama auf der Rodelbahn von Whistler tief getroffen.

“Das ist eine Tragödie, die hoffentlich nicht diese Spiele überschatten wird. Ein Mitglied der olympischen Familie hat uns verlassen. Es wird einige Tage dauern, bis wir das verarbeitet haben”, sagte Lange und machte nachdrücklich auf die Gefahren der Sportarten im Eiskanal aufmerksam: “Das sollte niemand vergessen.” Am Start der als äußerst anspruchsvoll und gefährlich geltenden Olympia-Strecke sei man “völlig allein” und müsse “nur auf sich selbst fokussiert sein”.

Auch Thomas Bach zeigte sich tief bestürzt. “Das ist tragisch. Die ersten Gedanken sind bei seiner Familie und seiner Mannschaft. Das wirft einen tragischen Schatten auf die Eröffnung der Spiele, die mit so viel Vorfreude erwartet worden sind”, sagte der Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle ergänzte: “Ich bin geschockt. Das ist der schlimmstmögliche Auftakt für die Olympischen Spiele.”

Lindemann: “Veranstaltung mit fadem Beigeschmack”

Die deutschen Athleten hatten allesamt einen Kloß im Hals. “Alle waren wahnsinnig geschockt”, sagte Monique Angermüller nach der Feier. Eiskunstläufer Stefan Lindemann erklärte, er habe die Trauer zu jeder Zeit gespürt: “Die gesamte Veranstaltung hatte einen faden Beigeschmack.”

Im Deutschen Haus der Olympia-Außenstelle Whistler wurde die Eröffnungsfeier derweil in äußerst gedämpfter Stimmung vor den TV-Bildschirmen verfolgt. Besonders Rodler Patric Leitner stand der Schock nach der Tragödie um den Kollegen ins Gesicht geschrieben. “Wir sind alle schwer erschüttert. Uns sind sofort die Tränen in die Augen gestiegen”, sagte der Doppelsitzer-Olympiasieger von 2002. Biathletin Tina Bachmann ergänzte: “Das ist natürlich ein ganz bitterer Start in die Spiele. Aber wir versuchen, uns allein auf unsere Wettkämpfe zu konzentrieren.”

Hermann Weinbuch, Bundestrainer der nordischen Kombinierer, suchte sofort nach der Nachricht von dem Todesfall das Gespräch mit seinen Athleten. “Wir waren sehr betroffen und haben uns als allererstes zusammengesetzt. Ich denke, dass ist sehr wichtig. Auch wenn uns der Fall nicht direkt betrifft”, sagte der Coach: “Für uns wäre die Situation noch dramatischer gewesen, wenn so etwas einem Kombinierer oder Skispringer passiert wäre. Aber natürlich berührt uns das alles trotzdem sehr.”

von Mr. Yesbo

Olympische Winterspiele in Vancouver

Februar 12, 2010 in Allerlei von Mr. Yesbo

In Vancouver werden heute Abend die Olympischen Winterspiele eröffnet. Während der Show um 03.00 Uhr MEZ soll es nach Angaben der Veranstalter eine Zeitreise durch 12.000 Jahre kanadische Geschichte geben, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Ureinwohner gelegt wird. Insgesamt gehen bei den Spielen etwa 2700 Athleten aus 82 Ländern an den Start, so viele wie nie zuvor in der olympischen Geschichte. Deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungszeremonie ist der Bobfahrer André Lange.