Fazit: 2 Monate Brüssel

Posted by julesmumm on Juli 29, 2012
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Nun bin ich seit 3 Wochen wieder im Lande und habe meinen Urlaub und Umzug hinter mir. Es wird Zeit meine Monate in Brüssel revue passieren zu lassen:

Es wurde viel gelacht, ich habe viel gelernt, insbesondere über die EU-Gesetzgebung, die Feier- und Trinkgewohnheiten in Brüssel, landestypisches Essen, Fischerei, Landwirtschaft und Umwelt sind nun meine Fachgebiete, dass nicht alle, die Bonjour sagen auch Guten Tag meinen, wie man mehrere Wochen fast nicht schläft und trotzdem 12 Stunden Veranstaltungen folgt, wie man mit mindestens 5, zeitweise 9, Mitbewohnern zusammenlebt, wie man den teuersten Einkauf der Welt erledigt, das gute Ingwer-Bier, wie man mit mehr als 12 Nationalitäten in einem Raum umgeht, wie man in 2 Sprachen denkt und in einer dritten schreibt, Politiker-Small-Talk, vorgeben etwas zu wissen und einfach irgendwelche Statistiken anbringen, dass Flämsich quasi deutsch ist, wie man sich am besten beklauen lässt, die Kommission und das Parlament, viele NGO`s, das gute Essen auf den Veranstaltungen, den Wein und gaaanz viel Jever, die perfekten Schuhe……an dieser Stelle höre ich auf, denn ich könnte Stunden so weitermachen.

Die Zeit in Brüssel war eine unglaublich gute Erfahrung und hat mich persönlich und beruflich weitergebracht. Ein Auslandspraktikum in Brüssel? Jederzeit noch einmal. Und wer weiß, vielleicht in ein paar Jahren besuche ich Brüssel als Tourist, Praktikant oder EU-Beamter =) Auf jeden Fall werde ich den Mittelpunkt Europas wiedersehen ;-)

Mal keine größeren Zwischenfälle =)

Posted by julesmumm on Juli 01, 2012
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Die vorletzte Woche meines Praktikums ist nun geschafft. Jetzt geht es in den Endspurt =) =(

Ruhig und entspannt verlief diese Woche. Ein paar Veranstaltungen hier, ein paar Veranstaltungen da, viel Zeit im Büro und einige Vermerke mehr liegen hinter mir. Am Dienstag waren wir bei einer Buchvorstellung der MEP Rebecca Harms in der LV Niedersachsen. “Eine Woche in Japan. Ein Tag in Fukushima.” erzählt von ihrer Reise nach Japan und ihren persönlichen Eindrücken der Atomkatastrophe. Danach gab es dann leckeres Jever und Wein =) Könnte man sich echt dran gewöhnen jeden Abend auf einem anderen Empfang zu sein. Donnerstag war dann der große Field Day der Firma Bayer CropScience auf einer Farm in Huldenberg. Wir sind alle ca. 7 km durch die Felder gesprungen bei 25 Grad und hochstehender Sonne. Sehr interessant, aber äußert anstrengend bergauf und bergab bei der Hitze. Danach haben die Farmer Jan und Jos noch ein Barbecue für uns alle vorbereitet. Ein bisschen wie bei dem Scheunenfest von ”Bauer sucht Frau” ging es da zu. Auch die Mutter von Jan und Jos lebt natürlich auf dem Hof. Wirklich putzig war es dort.

Das Fußballspiel wollten wir eigentlich in der LV Baden-Würtembergs schauen, allerdings war dort schon alles voll. Was letztendlich ja auch nicht so tragisch war, bei dem Spiel^^ Knapp daneben ist auch wieder mal vorbei..2014 =)

Dieses WE musste ich von meinem schönen Zimmerchen ein Stockwerk tiefer ziehen. Eine  Praktikantin aus Österreich wohnt nun auch hier und hat mein wundervolles Zimmer gemietet. Naja für eine Woche passt das schon =) Wir haben dann auch gleich nach ihrer Ankunft das Einkaufszentrum unsicher gemacht hahah…verkausoffene Sonntag sind super und ich habe jetzt auch wieder eine Tasche, die mir geklaut werden könnte haha

Eigentlich war das letzte WE etwas kultureller verplant, aber daraus wurde leider nichts. Die Verlockungen für 22-jährige in dieser Stadt sind einfach zu groß und es blieb bei den üblichen wochenendtypischen Nachtaktivitäten. Gott sei Dank sind diesmal nur meine Schuhe kaputt gegangen und mir wurde nichts geklaut und ich habe auch nichts verloren. Naja hab ja auch kaum noch was zum Verlieren haha.

5 Tage liegen hier in Brüssel noch vor mir und dann geht es zurück in die Heimat und in den wohlverdienten Urlaub =)

Die “Möglichmacher” des Praktikums

Posted by julesmumm on Juni 23, 2012
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Hier nun die Links zu den “Möglichmachern”, vielen Dank ;-)

 

OSZ Louise-Schröder-Schule Bürowirtschaft und Verwaltung

http://www.osz-louise-schroeder.de/html/-_wahrend_d__ausbildg_.htm

Leonardo-Da-Vinci-Projekt:

http://www.aufstieg-durch-bildung.info/news/internationale-berufskompetenz-mit-leonardo-da-vinci.html#morecontentanchor

Für manche ein ganzes Leben, für mich 2 Wochen ;-)

Posted by julesmumm on Juni 23, 2012
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Beschämt muss ich zugeben, dass bereits zwei Wochen seit meinem letzten Eintrag vergangen sind. Liebe Projektleitung vielen Dank für die Kulanz ;-) Zu meiner Verteidgung: In diesen zwei Wochen ist so viel passiert, dass ich noch nicht mal mehr die Hälfte zusammen bekomme, geschweige denn wann, was passiert ist. Nun gut, kramen wir mal im Gedächtnis, da der fein sortierte Terminkalender gerade auch nicht verfügbar ist. Und wer mich kennt, weiß, dass mein Gedächtnis auch einfach Vakuum heißen könnte haha

Debriefings Umwelt- und Agrarrat: Nach jeder Ratssitzung wird in der Ständigen Vertretung Deutschlands für die Landesvertretungen eine Art Zusammenfassung der Verhandlungen in einem Debriefing gegeben. Die Mitglieder des Agrarrates waren an diesem Mittwochmorgen besonders gesprächig, da die Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik bis um 04:30 Uhr andauerten. Aus direkter Quelle erhält man die wichtigsten Informationen der Sitzung, was äußert interessant und spannend ist.

Das Fußballspiel Deutschland – Holland in der LV NRW war natürlich auch ein Großereignis in Woche 1 der vergangenen zwei Wochen. Kostenloses Bier, Bratwurst und Torwandschießen brachten die Stimmung auf den Höchstpunkt. Naja, so hoch wie es unter Beamten halt geht ;-) Am Freitag ging es dann zur Czech Street Party, die leider etwas enttäuschend war: Regen, typisch belgische Gerichte und 1 Sorte tschechisches Bier ließen keinen tschechischen Flair aufkommen.

Tja das Wochenende…Das muss ich aufgrund von unerwarteten Ereignissen (die neue Praktikanin namens Chaos-Wiebke ) an dieser Stelle auslassen =) Nur so viel, die Schlacht von Waterloo fand traurigerweise ohne mich statt, aber ich denke Napoleon wurde trotzdem besiegt ;-)

 Woche 2: Die EU Sustainable Energy Week. Kommissar Guenther Oettinger eröffnete natürlich die Energie-Woche mit großen Worten und einem sehr schnellen Rückzug. Aber wie wir ja alle wissen, haben Poltiker nie Zeit und immer großen Termindruck, also sei es ihm entschuldigt. 3 Tage voller Veranstaltungen zum Thema nachhaltige Energie und diverse Abendveranstaltungen folgten. Besonders hervorzuheben sind dabei die “Jugend forscht – Veranstaltung” in der LV Hessen (Höhepunkt: Ein selbstfahrendes Bobbycar mit eingebauter Hindernisserkennung – ein echtes Julia-Spielzeug =)) und “Europe through the eyes of writers”.  Mehr fällt mir im Moment auch nicht ein, wenn ich ehrlich bin. Das waren einfach zu viele.

Richtig belgisch ging es dann am Mittwochabend nochmal her: Mit Benjamin, Daniel, Maite und noch ein paar anderen im Moment Namenlosen ging es auf die Abschlussfeier an der Uni ULB. Ich kann echt nicht viel dazu sagen, da es einfach nicht mehr normal war. Nur soviel: Es wurde Bier en masse durch die Luft geworfen und zu Musik aus den 80ern und Britney Spears gefeiert, als wenn David Guetta seinen Weg nach Brüssel gefunden hätte. Das war wirklich sehr überraschend für mich, da die Belgier sich sonst in diesem Bereich sehr gesittet und bedeckt verhalten.

Am Freitag ging es dann endlich wieder ins Büro. Geschlaucht von der anstrengendsten Woche bisher, wurde Kollegin Maira bei Kuchen verabschiedet. Eine schön ruhige und entspannte Abwechslung. An dieser Stelle gute Reise und bis bald =)

Da wären wir nun auch schon bei Wochenende Nummer 2 angelangt. Bereits am Wochenende Nummer 1 habe ich es geschafft mein Monatsticket (gerade drei Tage vorher aufgeladen) zu verlieren. Super…und wie ich mich aufgeregt habe, aber schlimmer geht`s immer =) Ziemlich schnell und unkompliziert konnte ich es für 10€ wiederbekommen und meine Woche war gerettet. Gestern sollte es dann zum Fußballschauen gehen und als ich los wollte, klangen die Worte der Referendarin Frau Arndt in meinen Ohren: “Nehmen Sie nicht alle ihre Karten mit, wenn Sie sie nicht brauchen. Man wird hier oft beklaut.” In weiser Voraussicht packte ich Kreditkarten, Geldkarten, Führerschein und die Krankenkarte aus. Dann ging es los. Blöd war nur, dass ich so natürlich auch kein Geld abheben konnte -  sehr schlau. Das Monatsticket bewahrte ich wie einen Schatz in meiner Hosentasche, schließlich wollte ich es nicht noch einmal verlieren. Um das ganze abzukürzen: Gegen 3 Uhr morgens befand ich mich dann auf der Polizeistation in der Nähe des Grand Place. Alles was ich noch hatte war besagtes Monatsticket (das ist wohl die Ironie des Lebens). Meine Tasche samt Handy, Portemonnaie, Personalausweis, Schlüssel etc. war geklaut worden. Und ich dachte noch, hey, jetzt bist du schon 6 Wochen hier und wurdest noch nicht beklaut, die letzten zwei Wochen kommst du auch noch so durch. Falsch gedacht ;-) Das Meiste ließ sich bereits regeln, aber schön ist es trotzdem nicht. Meine Mutter sagt immer, es gibt in allem Negativen auch etwas Postives: Ich habe nun auch mal eine Polizeistation in Brüssel besucht und eine etwas touristentypisches gemacht – beklaut werden hahah

Ich bin gespannt, was in den letzten zwei Wochen noch so passiert. Immer wenn ich denke, okay jetzt hast du schon so viel gemacht und gesehen, kommt doch wieder eine ganz neue Erfahrung um die Ecke. Kommende Woche geht es auf einen Farmtag in Huldenberg. Dort wird nachhaltige Landwirtschaft in der Praxis demonstriert. Also heißt es raus aus dem Büro und Gummistiefel an =)

“Justin Bieber und das Schokoladenparadies”

Posted by julesmumm on Juni 10, 2012
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Erstmal das Bild vom letzten Eintrag weggenommen, das sah ja furchtbar aus =)

So was ist nun diese Woche passiert? Absolut erzählenswert ist das Treffen mit Frank-Walter Steinmeier. Er eröffnete uns seine Ansichten zum “Wachstumsprogramm für die industrielle Erneuerung Europas” im Ausschuss der Regionen. Aber die Veranstaltung erschien den meisten wohl eher nebensächlich, denn als der Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinde Belgiens, und der Frank-Walter ihre Reden beendeten, liefen einige Mädels los, als hätten sie Justin Bieber gesehen. Nervös standen sie da und wollten ein Bild mit dem Justin Bieber der SPD, so wie wir ihn danach tauften. Bereitwillig stellte er sich den Damen zur Verfügung und grinste politikerlike in die Kameras.

Im Büro verbrachte ich meine Zeit mit Recherchen zu Veröffentlichungen der Kommission zu den Themen Umwelt und Agrarwirtschaft und natürlich mit meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben von Vermerken über die besuchten Veranstaltungen. Auch mein Terminplaner nahm einige Zeit in Anspruch. Es ist manchmal gar nicht so einfach gute von schlechten Veranstaltungen am Titel zu unterscheiden, denn schließlich kann man nicht alles besuchen ;-)

Am Donnerstag ging es zu einer Veranstaltung von NABU und Birdlife, die die Reformvorschläge der Gemeinsamen Agrarpolitik der Kommission zum Thema hatte.  Es waren wriklich 5 Stunden Unterhaltung, bei denen sich NGO`s und Politiker auseindersetzten. Am Ende gab es eine Diskussion, wenn man das bei 8 Menschen so nennen darf, bei der jeder zwei Sätze sagen durfte. Danach sprangen alle Zuhörer urplötzlich auf, da die Zeit schon weit vorangeschritten war und der Plan nun Lunch vorsah. Da waren wir wohl zu schnell und wurden von einer Birdlife-Anhänger wieder in die Sitze gedrückt: “Die Veranstaltung ist noch längst nicht zu Ende!!!”  Mir kam das fast wie eine Drohung vor. Als die Veranstaltung dann wirklich zu Ende war, traute sich niemand mehr aufzustehen und sie musste uns noch einmal auffordern: “Nun können Sie essen gehen!” Das war schon eine lustige Veranstaltung, zumal man beim Lunch dann ständig gefragt wurde, ob man nicht diese oder jene Liste unterschreiben will. Da hieß es also schnell essen und bloß weg.

Abends war Place Lux angesagt. Nur das Wetter war leider nicht so toll, aber Spaß hatten wir trotzdem =)

Maira hat vor einiger Zeit noch etwas ganz tolles endeckt: Ein Schokoladen-Outlet von Neuhaus!

Am Freitag war es dann soweit. Nach der Arbeit machten wir uns auf den Weg und es war so cool, alles zu probieren. Erinnerte mich ein wenig an “Charlie und die Schokoladenfabrik” und ich mitten drin ;-) Mit leichter Übelkeit, einiges an Geld weniger im Portemonnaie und ca. 3kg Schokolade verließen wir dann den Laden. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, was ich da alles gegessen habe, aber irgendwas schien nicht mehr gut zu sein. Mir war noch den ganzen Samstag schlecht und schwindelig. Wer weiß, was in den Pralinen war =) Vielleicht sollte ich auch eine Süßigkeit werden wie bei “Charlie und die Schokoladenfabrik”.

Kommende Woche geht`s zu Debriefings vom Umwelt- und Agrarrat und am Wochenende wird die Schlacht von Waterloo nachgespielt! Da freue ich mich richtig drauf. Und natürlich am Mittwoch das Großereignis Deutschland gegen die Niederlande in der Ländervertretung von NRW und die Czech Street Party am Freitag =)

Mir ist also immernoch nicht langweilig hier geworden und die zweite Hälfte des Praktikums kann beginnen ;-)

Woche 3 =)

Posted by julesmumm on Juni 03, 2012
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Diese Woche hatten wir eine Veranstaltung bei uns im Haus. Die Informal Baltic Sea Group hat sich dort getroffen und über neue Transportwege im Ostseeraum debattiert. Schweden, Finnen, Dänen und Deutsche waren vertreten. Und was gab es natürlich zu essen??? Fisch in allen Variationen…..nicht sehr lecker kann ich nur sagen. Also musste ich mich am Dessert – Mousse au chocolat – satt essen ;-) Im Anschluss saßen einige von uns dann noch ein Weilchen im Garten und ließen den Tag ganz gechillt ausklingen. Ich lernte auch endlich die für mich zuständige Referendarin, Frau Wolf, kennen. Sie ist sehr nett und umgänglich. Wir sollten gut miteinander auskommen die nächsten Wochen. Zu meinen Aufgaben gehört in den nächsten Wochen sie zu Veranstaltungen zu begleiten und Vermerke darüber zu verfassen. Das ist auch so ziemlich alles, was ich diese Woche gemacht habe: Vermerke über die Green Week schreiben =)

Achja und letzte Woche Sonntag war ich dann nun endlich auch beim Atomium (siehe Beweisfoto). Größer als ich dachte und es glänzt ganz wundervoll. Wir sind aber nicht hineingegangen, da Svea bereits drin war und es nur eine nicht allzu interessante Ausstellung zu sehen gibt. In den umliegenden Parks ließen wir es uns dann gut gehen: Füße ins Wasser und braun braten =) Einen kurzen Abstecher machten wir dann noch bei der Sommerresidenz des Königs, der natürlich keine Zeit für uns hatte hehe

Am Wochenende sind Maira und ich dann noch einmal nach Brügge gefahren. Diesmal war das Wetter erst nicht so schön, aber wenn man gute Laune hat, dann lässt die Sonne auch nicht lang auf sich warten =) Hinterher sind wir ganz dreist mit demselben Ticket auch noch nach Gent gefahren. Wir wurden Gott sei dank auch nicht kontrolliert. Viel gesehen haben wir von Gent allerdings nicht. Der Weg vom Bahnhof in die Innenstadt erschien uns undendlich lang und als wir dann endlich dort waren machten so nach und nach die Geschäfte zu und natürlich auch die berühmte Burg mitten in der Stadt. Also muss ich da nochmal hin ;-)

Ja der Blog wird heute etwas kürzer. Die berühmt berüchtigte Sonntags-Faulheit hat sich eingeschlichen =) Es hat heute den ganzen Tag geregnet und ich habe mich in den besten Sonntagsklamotten auf zum Waschsalon gemacht. Da haben wohl alle die letzten Sachen aus dem Kleiderschrank geholt um waschen zu gehen hahaha… Die 80er lassen grüßen. Ich als stolzer Touri ging mit meinem grasgrünen “I love Brugge the most”-Pullover. Die Fashionweek war also eröffnet. Meine Vermieter sind nun auch wieder aus ihrem Urlaub da und das Haus ist erstaunlich ruhig geworden ;-) Aber wir wissen ja alle wie das ist, wenn die Eltern mal nicht da sind.

Morgen gehts ins Parlament zu einer Anhörung und am Dienstag zu einer Veranstaltung mit Frank-Walter Steinmeier. Muss man erst nach Brüssel kommen um die Bundestagsabgeordneten zu treffen ;-)

 

Nein, ich möchte noch nicht sterben!!! =)

Posted by julesmumm on Mai 27, 2012
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Pfingsten – Gott sei Dank wieder ein verlängertes Wochenende. Traumwetter, zwischernde Vögel und ein Plantschbecken im Garten, so lässt es sich leben ;-)

Die Green Week hier in Brüssel ist nun vorbei. Unter dem Motto “Every Drop Counts” diskutierten wichtige Vertreter der NGO`s (Nichtregierungsorganisationen) und Kommissionsmitlglieder, so auch der derzeitige Umweltkommissar Janoz Potocnik und der Genraldirektor Umwelt Karl Falkenberg, Wasserknappheit und Dürre in Europa. Dabei spielte auch die Wasserrahmenrichtlinie eine sehr große Rolle. Derzeit hat die Kommission dem Rat einen Reformvorschlag vorgelegt und die NGO`S konnten den Kommissionsmitgliedern ihre Bedenken und Ideen diesbezüglich vortragen. Meine Aufgabe war es die wichtigsten Informationen aus den Sessions herauszufiltern, damit unsere Landesregierung, insbesondere unser Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, in MV darüber informiert werden kann. Nebenher gab es Stände und eine Ausstellung, natürlich alles zum Thema Wasser. Gerade bei den Temperaturen war es sehr angenehm den ganzen Tag über Wasser zu reden, besonders wenn es hin und wieder auch nichts zu trinken gab (Ironie an) ;-) Am Donnerstag zog es mich dann noch zum Arbeitskreis Umwelt. Dieser wird von den Ländervertretungen Deutschlands einmal im Monat organisiert um sich auszutauschen und auf den aktuellsten Stand zu bringen. Als Gast war auch hier ein Vertreter der Generaldirektion Umwelt, Hartmut Maurer, vertreten. Das Thema diesmal war die Abfallrahmenrichtlinie und ihre Auswirkungen. Also beim Thema Umwelt macht mir so schnell keiner mehr was vor *haha*

Den Freitagabend verbrachte ich mit den Kindern (sie hüten das Haus während meine Vermieter im Urlaub sind) meiner Vermieter und deren Freunden. Bei leckerem Essen, viel Wein und Bier wurde herzhaft gelacht und in jeglich möglicher Sprache gesprochen. Ich konnte viel über ihre Ansichten zu den EU-Institutionen hier in Brüssel erfahren, aber auch einige Insidertips erhalten. So wollte Benjamin mit mir direkt in die Bar “Delirium”, eine Bar mit 3400 Biersorten, um mich von seinem Lieblingsgetränk zu überzeugen. Da er mir aber auch seine Weinsammlung zeigen wollte, blieben wir dann doch im Haus und ich lernte die besondere Handhabung bestimmter Weine kennen. Nun bin ich auch endlich aufgeklärt wer die ganzen Leute sind, die hier immer rumlaufen, denn im Moment sind wir 10 im Haus und ich war doch schon etwas verwundert jeden morgen jemand anderes im Bad anzutreffen *haha*

Gestern ging es mit Claudia und Svea nach Brügge.  Man sagt bevor man Brügge nicht gesehen hat, darf man nicht sterben und es gib aucht einen Film mit Colin Farrell “Brügge sehen und sterben”. Das kann ich absolut nur bestätigen: Ein Traum von einer Stadt!!! Man fühlt sich wie ins Mittelater zurück versetzt. Überall Grachten, alte Backsteinhäuser, Kirchen, Kutschen, süße kleine Läden…. Als wir eine Bootstour machten, dachte ich mir der Kapitän hat diesen Film wohl einmal zu oft gesehen und wollte uns umbringen!!! Unter die tiefsten Brücken mussten wir geduckt durch und auch Kurven waren seine große Leidenschaft. Wir waren ca. 25 in diesem Boot und ca. 10 von uns hingen dann immer halb im Wasser. Was für eine Fahrt ;-) Am Fluss der Stadt und im nahegelegenen Chill-Out-Park (so einen sollten wir in Greifswald auch mal einrichten) genossen wir die Sonne und endlich bekomme ich auch wieder ein wenig Farbe. Je mehr ich von Belgien sehe, desto mehr gefällt es mir ;-) Und auch die Sprache. Ich möchte unbedingt Flämisch lernen. Vor ein paar Tagen standen Maira und ich an der Ampel und eine flämischsprechende Dame wollte uns nach dem Weg fragen und sagte: “……nix bekannt?” unsere Antwort war dann einfach: “nix bekannt” und wir mussten alle lachen, da wir uns ohne jegliches Problem verstanden. Auch Wörter wie Gehakt Bal (Boulette), Verhurt (vermietet) oder Geen Dienst (kein Dienst) sind kein Problem mehr für mich. Hier und da wird mal ein K gegen ein G ausgetauscht, ein J noch irgendwo reingebracht und alles Plattdeutsch ausgesprochen und schon spricht man Flämisch =) Das ganz hört sich dann auch noch super an und es so viel leichter als Französisch.

Heute werde ich mir gemeinsam mit den anderen den Königspalast anschauen und das köstliche belgische Eis in der Sonne genießen ;-)

 

Brüssel wird nebenbei erkundet..

Posted by julesmumm on Mai 22, 2012
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So das erste Wochenende ist vorbei und es wird dringend mal wieder Zeit für einen Zwischenbericht ;-)

Am Samstagmorgen machten wir uns auf den Weg nach Antwerpen. Mit dem Zug ist das sehr sehr billig, da man am Wochenende nur die Hälfte des üblichen Preises zahlt. Wir kamen also für 8€ hin und zurück und das bei einer Stunde Fahrt!!! Wir gingen in den national bekannten Jardins zoologique oder auch einfach Tierpark. Bei sehr schönem Wetter konnten wir die kleinen Pinguine, Erdferkel und noch unzählige weitere Tiere beobachten. Nach 3 Stunden waren wir auch fix und fertig und es ging zum Bummeln in die Stadt. Ein Glück war unsere Kartenleserin Svea dabei, dann Maira und ich hätten nie wieder da rausgefunden =) Natürlich muss man in Anvers, wie es so schön auf französisch heißt, auch eine Hafenrundfahrt machen, bei der wir dann fast eingeschlafen sind. Die Tage sind aber auch lang und anstrengend hier. Aber es muss ja auch wirklich jede Veranstaltung mitgenommen und alles erkundet werden. Zwei Monate sind einfach viel zu kurz ;-) Im berühmten Theaterviertel Antwerpens ließen wir den Abend gemütlich bei einem Gläschen Wein ausklingen. Fast hätten wir uns noch bei einem Modelcasting im örtlichen Einkaufszentrum angemeldet *haha* Später zurück in Brüssel ging es noch ins Fat Boys, einer der berühmtesten Sportbars direkt neben dem Parlament um das Championsleague-Finale zu sehen. Wie es ausging wissen wir ja alle -tragisch. Aber ich konnte dort viele neue Bekanntschaften mit Leuten aus aller Welt machen, denn hier trifft man sich regelmäßig. Bei meinem Rückweg zur Metro wurde mir erstmal so richtig bewusst, dass ich mich direkt neben den größten Institutionen Europas, dem Europäischen Rat, der Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Parlament bewege. Das ist so cool =)

Als absoluter Schokoholic ging ich am Sonntag mit Maira ins Schokoladenmuseum. Endlich mal was zum Probieren, dachte ich. Und so war es dann auch. Der Chocolatier zeigte uns eindrucksvoll, wie man belgische Meeresfrüchte und andere Pralinien herstellt, die wir dann hinterher vertilgen konnten. Danach ging es zum Tourishoppen, in das Kreuzberg von Brüssel und an den Kanal. Für Küstenkinder ist das aber eher eine kleine Grube. Ich muss mich auch noch überwinden in das örtliche Schwimmbad zu gehen um ein bisschen Wasser zu genießen, aber das ist natürlich auch kein Vergleich.

Gestern ging es dann in die intensive Phase der Vorbereitung für die Green Week. Viele Bekannte Vertreter des WWF, Greenpeace, World Youth Parliament, der Umweltkommissar Potocnik, der Genraldirektor Umwelt Karl Falkenberg und viele viele weitere warten dort auf mich ;-) Und heute geht es nun endlich in die Kommission =)

In der Hessischen Landesvertretung gab es gestern Abend einen Praktikantenempfang, bei dem die Funktionen einer Ländervertretung erklärt wurden. Danach gab es natürlich wie immer Wein und Snacks. Alles dient dem Networking, das wichtigste Wort hier in Brüssel. Kontakte sind alles. Und mittlerweile fühle ich mich schon wie ein alter Hase, da mir die meisten Gesichter bereits bekannt sind und man bereits einige neue Praktikanten mit politischen Vertretern bekannt macht. Und natürlich wurde es auch hier wieder spät. Heute abend geht es dann zu dem Filmfestival One World. Hier werden Filme über Fälle des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag gezeigt. Ich bin gespannt wie es wird.

Tja von Brüssel habe ich noch nicht so viel gesehen. Auch am nächsten Wochenende wird dies schwierig, da wir nach Brügge fahren. Ich war ja noch nichtmal beim Atomium *haha* Den anderen geht es genauso. Tagsüber arbeiten, abends Veranstaltungen und am Wochenende fährt man in Belgien rum. Aber noch bin ich ja ein paar Wochen hier und werde mir sicher irgendwann alles in Ruhe anschauen können. Wobei das Wort Ruhe gibt es in dieser Stadt gar nicht =)

Ähhm Einbürgerung?!!!

Posted by julesmumm on Mai 17, 2012
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Es ist Christi Himmelfahrt und auch hier ist dies ein Feiertag. Die ersten Tage sind nun vergangen und langsam gewöhne ich mich an den täglichen Gang zur Metro und die vielen Eindrücke.

Dienstag arbeitete ich sehr vorbildich von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr =) Wieder hieß es lesen, lesen, lesen und informieren. Nebenbei habe ich auch einer anderen Praktikantin bei ein paar Recherchen zum Thema Forschung und Bildung geholfen. Zusätzlich habe ich mich auf einige Veranstaltungen der anstehenden Green Week hier in Brüssel vorbereitet. Als Praktikantin der Referentin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbaucherschutz werde ich dort präsent sein, Kontakte knüpfen und natürlich Protokolle zu den besuchten Vorträgen und Diskussionsrunden in der Europäischen Kommission anfertigen.

In den Feierabend pfeifend ging ich in das Büro von Frau Götz um mich zu verabschieden, doch sie fragte mich direkt: ”Wo wollen Sie denn hin?? Kommen Sie etwa nicht mit???” Und schneller als ich gucken konnte, befand ich mich bei meiner ersten Abendveranstaltung, dem Frühlingsfest in der Thüringer Landesvertretung. Ich hatte keine Einladung und wäre deshalb eigentlich gar nicht reingekommen, aber Frau Götz hat mich irgendwie reingezogen, wo sie doch selbst keine Einladung hatte =)

Da standen wir nun glücklich und zufrieden leckere Thüringer Rostbratwurst und Kuchen essend. Aus allen Ecken und Enden hörte ich nur: “Kennen Sie den? Das ist der Botschafter. Und den? Den müssen Sie sich merken.” Ich wusste nicht wie mir geschieht, wo ich doch gerade erst die Namen und Gesichter der Mitarbeiter des Informationsbüros behalten hatte. Außerdem hatte ich nicht das beste Schuhwerk an und quälte mich etwa 2 Stunden in diesen. Einige andere Praktikanten lernte ich dort auch kennen, mit denen ich mich auch gleich verabredete.

Nach der Veranstaltung machte ich mich mit Frau Götz auf den Weg, die ebenfalls in meiner Richtung wohnt. Sie sagte: “Ich wohne hier gleich um die Ecke. Das Stück können wir doch zusammen gehen.” Darauf stellte sich ein Fußweg von einer dreiviertel Stunde ein und das mit meinen Schuhen!!! Allerdings hat meine Neugier mich gut abgelenkt und ich konnte einige interessante Dinge über Brüssel und Belgien von Frau Götz erfahren. Lachend verabschiedete ich mich mit den Worten: “Vielen Dank für den Marsch ;-) ” und unsere wege trennten sich. Erschöpft von den Schuhen ging ich die letzten Meter barfuß und fiel so ins Bett.

Am Mittwoch ging es dann mit der Vorbereitung auf die Green Week vor. Wer sind die Redner? Zu welcher Institution gehören sie? Was für Ansichten vertreten sie? Am Nachmittag wurde dann noch die Praktikantin Franziska verabschiedet, die sich nach drei Monaten wieder auf den Heimweg machte. Bei Kuchen und Kaffee wurde herzhaft gelacht und die Erlebnisse ausgewertet. Das ist aber auch eine entspannte Truppe hier. Dr. Merten ist sozusagen ein Weltenbummler, der immer eine coole Geschichte auf Lager hat. Diesmal ging es um die Dschungelwanderung in Brasilien. Und auch Frau Götz trägt mit ihren Indien-Geschichten zur Unterhaltung bei. Da bekommt man richtig Reiselust ;-)

Früh beendet ich meinen Dienst, um noch etwas von der Stadt zu sehen. Aber wohin verschlug es mich als Frau natürlich? In das größte Einkaufszentrum hier in Brüssel dem City II in der Rue Neuve. Ich glaube auf vier Etagen reiht sich ein Geschäft neben dem nächsten. Ich sah nur noch Schuhe, Shirts, Hosen und unzählige Accessoires. Nach ca. 1,5 Stunden und deutlich weniger Geld im Portemonnaie zwang ich mich dann aber zur Heimkehr und begutachtete die ergatterte Beute in meiner Wohnung.

Den heutigen freien Tag nutze ich mal zum Ausschlafen. Das war auch bitternötig, denn zur Ruhe bin ich hier bis jetzt noch gar nicht gekommen. Am frühen Nachmittag traf ich mich dann mit Maira, einer anderen Praktikantin, und wir besuchten die Autoworld (eine Ausstellung von Oldtimern des letzten Jahrhunderts) und das benachbarte Militärmuseum. Äußert interessant und modern hergerichtet, konnte ich mich sogar für die Museen begeistern. In das Militärmuseum würde ich sogar noch einmal gehen, da von Panzern des letzten Jahrhunderts über die russische, franzöische, deutsche und belgische Geschichte alles zu sehen war und wir längst nicht alles gesehen haben. Außerdem ist der Eintritt frei, also wirklich zu empfehlen, wenn man mal hier ist ;-) Man hat auch vom Dach des Gebäudes einen wunderschönen Ausblick über den Jubelpark, der sich dort befindet. Man steht direkt nebem dem belgischen Arc de triomphe.

Ausgehungert und fast verdurstet gingen wir dann noch in einen Pub. Und ich fühlte mich sehr heimisch. Auch der Alltag macht mir hier riesigen Spaß und ich dachte in diesem Moment für eine Sekunde darüber nach hier zu bleiben *lach*. Vielleicht lag es auch daran, dass Frau Götz mir am Vortag erzählte wie leicht dies hier möglich ist. Jedenfalls freue ich mich für eine Zeit auch Bewohnerin dieser wundervollen Stadt sein zu dürfen.

Brüssel – Ik hou van je!

 

Der erste Tag – Keine Tür bleibt mir verschlossen…oder doch?!

Posted by julesmumm on Mai 15, 2012
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07:30 Uhr Metrostation Tomberg. Alles begann wie es typisch für mich ist: Kein Kleingeld für die Metro =) Also hieß es wieder zrücklaufen und meinen Mitbewohner Sebsatian, ein deutscher Praktikant im Europaparlament, um Kleingeld anhauen. Dann konnte es endlich losgehen. Zunächst wollte ich mir eine Monatskarte kaufen, da 2€ pro Fahrt einfach viel zu teuer sind. Öffnungszeiten des Verkaufsstandes 06:30 Uhr bis 21:00 Uhr. Aber das wird hier anscheindend nicht so ernst genommen und ich wartete eine halbe Stunde und es tat sich einfach gar nichts. Da ich mich nun aber auf den Weg zur Arbeit machen musste, hatte ich dasselbe Problem wie vorher: Kein Kleingeld für die Metro ;-) Also schnell zwei Croissants am Kisok gekauft und dann ging es drei Stationen in Richtung Montgomery, wo sich das Informationsbüro befindet.

Mit deutscher Überpünktlichkeit stand ich eine Viertelstunde vor Arbeitsbeginn – 9:00 Uhr – vor dem Gebäude. Die erste Tür stellte sich mir hier in den Weg. Drücken, ziehen, drücken bis ich bemerkte es gibt auch eine Klingel. Aber auch hier meldete sich niemand. Nervös wartete ich und dann kam auch schon jemand, der in das Gebäude wollte. Bonjour, morgen, ja was sagt man nun, dachte ich. Es war eine deutsche Dame, die mich freundlich mit Bonjour, zu wem möchten Sie begrüßte. Schmunzelnd über ihren Dialekt (sie war eine Mitarbeiterin der Sächsichen Ländervertretung, die sich im selben Gebäude befindet) antwortete ich. Sie bat mich zu warten, da die Mitarbeiter des Informationsbüros meist erst kurz nach 9 eintreffen. Als sie weg war klingelte ich einfach noch einmal und wurde dann auch sehr schnell hereingebeten. Mit einem hochmodernen Fahrstuhl ging es dann in den 6. Stock. Die nächste Tür wartete. Wohlbemerkt eine Glastür, d.h. ich konnte die Mitarbeiter bereits sehen. Drücken, ziehen, drücken und nichts tat sich. Frau Götz, die ich bereits von Telefonaten kannte, rief: “Sie müssen schon richtig drücken”.  Natürlich tat ich dies, doch die Tür ließ sich einfach nicht öffnen. Einer, der zwei Wachmänner, ging in sein Büro und drückte den Türöffner. Nach ca. 5 Minuten stand ich dann nun auch endlich auf der anderen Seite der Glastür.

Zielstrebig ging ich an den zwei Wachmännern vorbei und begrüßte Frau Götz. Freundlich stellte sie mich dann den Wachleuten vor: BÜROLEITER Dr. Boest und sein Referent. Selbstverständlich musste ich ja auch dieses Fettnäpfchen wieder mitnehmen ;-) Nach einer peinlichen Schweigeminute löste sich die Stimmung und ich wurde sehr herzlich auch von den anderen Mitarbeitern empfangen und an meinen Platz gebracht. Eine Bürobesprechung stand um 9:15 Uhr an. Diesmal waren alle Türen offen, nur ich wusste nicht wohin. Niemand war mehr zu sehen. Bis Franziska, eine weitere Praktikantin, mich dann 5 min später abholte und wir dann mitten in die Besprechung platzten. Aber auch dieser Anfängerfehler wurde mir von der lockeren Arbeitseinheit schnell verziehen.

Nach der Besprechung wurde ich dann in die üblichen Tücken eines Büros eingewiesen: Kaffeeautomat, Kopierer, Drucker, Computer, Outlook, Zeiterfassung, Dienstreisen, Krankheit etc. Kernzeit ist hier von 9-17 Uhr und freitags bis 15 Uhr. Da bin ich mit 14:30 Uhr wohl etwas FLI-verwöhnt ;-)  Die für mich zuständige Referentin Frau Susanne Wolf wird die ersten zwei Wochen nicht da sein. Sie hat mir aber allerhand Aufgaben dagelassen, die zu bewältigen sind. So begann meine Arbeit damit, mich mit den Institutionen, ihren Webseiten und aktuellen Ereignissen der EU vertraut zu machen. Auch das Gesetzgebungsverfahren, Wahlen und Pressemeldungen gehörten dazu. Um zu kontrollieren, ob ich auch wirklich alles verstanden und behalten habe, hat mir Frau Wolf eine riesige Liste mit Fragen hinterlassen, die zu beantworten sind. Manchmal ziemlich knifflig, da einiges auf französisch herauszufinden und zu beantworten ist. Es wird sicher noch ein paar Tage dauern bis ich diese Liste abhaken kann =)

Um 11 Uhr bat mich dann die stellvertretende Büroleiterin Frau Bönisch zu sich. Sich mütterlich sorgend fragte sie mich, ob ich nett untergebracht sei, gut zurechtkomme und bereits eine Monatskarte habe. Ja, die Monatskarte. Als ich ihr von den Geschehnissen des Morgens berichtete, war ihr das Problem bereits bekannt und sie schickte mich sofort nochmal los mir eine Monatskarte zu kaufen. Da wusste ich noch nicht warum sie sagte: “Den ersten Tag verbingen die meisten Praktikanten damit, sich eine Monatskarte zu kaufen.” Wieder angekommen am Verkaufsstand sah ich dann das Unglück. Eine riesige Menschentraube hatte sich gebildet und es ging zu wie in der Bundesagentur für Arbeit. Man zog eine Nummer und wartete und wartete und wartete. “Nur” 25 Leute waren vor mir, aber es gab nur einen Schalter. Bis zum Nachmittag verweilte ich dann dort und hielt dann irgendwann glücklich diese Karte in den Händen. Gleich schoss mir in den Kopf, dass ich ja zwei Monate hier bin und das ganze noch einmal mitmachen muss ;-)

Zurück im Büro arbeitete ich dann weiter und beendete den ersten Dienst um 17:00 Uhr. Ziemlich erschöpft von den Ereignissen des Tages kam ich in der Wohnung an. Die Putzfrau, Bernard und Marianne begrüßten mich gleich in drei Sprachen, aber ich brachte nur ein müdes “Allo” heraus. Marianne grinste darauf hin und sagte, dass alle am ersten Tag so aussehen. Nach 10 Minuten Augenentspannung ging es dann in bequemeren Schuhen auf zum Carrefour, dem nahegelegenen Supermarkt. Hier kam ich gut rein, konnte dann aber den Ausgang nicht mehr finden und die Kassiererin erklärte es mir auf französisch. Ich wusste also genauso viel wie vorher ;-) Türen werden ja auch total überbewertet.  

Wieder zurück in der Wohnung ließ ich die Ereignisse des Tages bei meinem “leckeren” Fertigessen revue passieren.

Ein guter Start mit freundlichen Kollegen, einigen überwindbaren Hindernissen und geschwollenen Füßen ;-D