Pfingsten – Gott sei Dank wieder ein verlängertes Wochenende. Traumwetter, zwischernde Vögel und ein Plantschbecken im Garten, so lässt es sich leben
Die Green Week hier in Brüssel ist nun vorbei. Unter dem Motto “Every Drop Counts” diskutierten wichtige Vertreter der NGO`s (Nichtregierungsorganisationen) und Kommissionsmitlglieder, so auch der derzeitige Umweltkommissar Janoz Potocnik und der Genraldirektor Umwelt Karl Falkenberg, Wasserknappheit und Dürre in Europa. Dabei spielte auch die Wasserrahmenrichtlinie eine sehr große Rolle. Derzeit hat die Kommission dem Rat einen Reformvorschlag vorgelegt und die NGO`S konnten den Kommissionsmitgliedern ihre Bedenken und Ideen diesbezüglich vortragen. Meine Aufgabe war es die wichtigsten Informationen aus den Sessions herauszufiltern, damit unsere Landesregierung, insbesondere unser Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, in MV darüber informiert werden kann. Nebenher gab es Stände und eine Ausstellung, natürlich alles zum Thema Wasser. Gerade bei den Temperaturen war es sehr angenehm den ganzen Tag über Wasser zu reden, besonders wenn es hin und wieder auch nichts zu trinken gab (Ironie an)
Am Donnerstag zog es mich dann noch zum Arbeitskreis Umwelt. Dieser wird von den Ländervertretungen Deutschlands einmal im Monat organisiert um sich auszutauschen und auf den aktuellsten Stand zu bringen. Als Gast war auch hier ein Vertreter der Generaldirektion Umwelt, Hartmut Maurer, vertreten. Das Thema diesmal war die Abfallrahmenrichtlinie und ihre Auswirkungen. Also beim Thema Umwelt macht mir so schnell keiner mehr was vor *haha*
Den Freitagabend verbrachte ich mit den Kindern (sie hüten das Haus während meine Vermieter im Urlaub sind) meiner Vermieter und deren Freunden. Bei leckerem Essen, viel Wein und Bier wurde herzhaft gelacht und in jeglich möglicher Sprache gesprochen. Ich konnte viel über ihre Ansichten zu den EU-Institutionen hier in Brüssel erfahren, aber auch einige Insidertips erhalten. So wollte Benjamin mit mir direkt in die Bar “Delirium”, eine Bar mit 3400 Biersorten, um mich von seinem Lieblingsgetränk zu überzeugen. Da er mir aber auch seine Weinsammlung zeigen wollte, blieben wir dann doch im Haus und ich lernte die besondere Handhabung bestimmter Weine kennen. Nun bin ich auch endlich aufgeklärt wer die ganzen Leute sind, die hier immer rumlaufen, denn im Moment sind wir 10 im Haus und ich war doch schon etwas verwundert jeden morgen jemand anderes im Bad anzutreffen *haha*
Gestern ging es mit Claudia und Svea nach Brügge. Man sagt bevor man Brügge nicht gesehen hat, darf man nicht sterben und es gib aucht einen Film mit Colin Farrell “Brügge sehen und sterben”. Das kann ich absolut nur bestätigen: Ein Traum von einer Stadt!!! Man fühlt sich wie ins Mittelater zurück versetzt. Überall Grachten, alte Backsteinhäuser, Kirchen, Kutschen, süße kleine Läden…. Als wir eine Bootstour machten, dachte ich mir der Kapitän hat diesen Film wohl einmal zu oft gesehen und wollte uns umbringen!!! Unter die tiefsten Brücken mussten wir geduckt durch und auch Kurven waren seine große Leidenschaft. Wir waren ca. 25 in diesem Boot und ca. 10 von uns hingen dann immer halb im Wasser. Was für eine Fahrt
Am Fluss der Stadt und im nahegelegenen Chill-Out-Park (so einen sollten wir in Greifswald auch mal einrichten) genossen wir die Sonne und endlich bekomme ich auch wieder ein wenig Farbe. Je mehr ich von Belgien sehe, desto mehr gefällt es mir
Und auch die Sprache. Ich möchte unbedingt Flämisch lernen. Vor ein paar Tagen standen Maira und ich an der Ampel und eine flämischsprechende Dame wollte uns nach dem Weg fragen und sagte: “……nix bekannt?” unsere Antwort war dann einfach: “nix bekannt” und wir mussten alle lachen, da wir uns ohne jegliches Problem verstanden. Auch Wörter wie Gehakt Bal (Boulette), Verhurt (vermietet) oder Geen Dienst (kein Dienst) sind kein Problem mehr für mich. Hier und da wird mal ein K gegen ein G ausgetauscht, ein J noch irgendwo reingebracht und alles Plattdeutsch ausgesprochen und schon spricht man Flämisch =) Das ganz hört sich dann auch noch super an und es so viel leichter als Französisch.
Heute werde ich mir gemeinsam mit den anderen den Königspalast anschauen und das köstliche belgische Eis in der Sonne genießen


