Monthly Archives: Mai 2012

Nein, ich möchte noch nicht sterben!!! =)

Posted by julesmumm on Mai 27, 2012
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Pfingsten – Gott sei Dank wieder ein verlängertes Wochenende. Traumwetter, zwischernde Vögel und ein Plantschbecken im Garten, so lässt es sich leben ;-)

Die Green Week hier in Brüssel ist nun vorbei. Unter dem Motto “Every Drop Counts” diskutierten wichtige Vertreter der NGO`s (Nichtregierungsorganisationen) und Kommissionsmitlglieder, so auch der derzeitige Umweltkommissar Janoz Potocnik und der Genraldirektor Umwelt Karl Falkenberg, Wasserknappheit und Dürre in Europa. Dabei spielte auch die Wasserrahmenrichtlinie eine sehr große Rolle. Derzeit hat die Kommission dem Rat einen Reformvorschlag vorgelegt und die NGO`S konnten den Kommissionsmitgliedern ihre Bedenken und Ideen diesbezüglich vortragen. Meine Aufgabe war es die wichtigsten Informationen aus den Sessions herauszufiltern, damit unsere Landesregierung, insbesondere unser Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, in MV darüber informiert werden kann. Nebenher gab es Stände und eine Ausstellung, natürlich alles zum Thema Wasser. Gerade bei den Temperaturen war es sehr angenehm den ganzen Tag über Wasser zu reden, besonders wenn es hin und wieder auch nichts zu trinken gab (Ironie an) ;-) Am Donnerstag zog es mich dann noch zum Arbeitskreis Umwelt. Dieser wird von den Ländervertretungen Deutschlands einmal im Monat organisiert um sich auszutauschen und auf den aktuellsten Stand zu bringen. Als Gast war auch hier ein Vertreter der Generaldirektion Umwelt, Hartmut Maurer, vertreten. Das Thema diesmal war die Abfallrahmenrichtlinie und ihre Auswirkungen. Also beim Thema Umwelt macht mir so schnell keiner mehr was vor *haha*

Den Freitagabend verbrachte ich mit den Kindern (sie hüten das Haus während meine Vermieter im Urlaub sind) meiner Vermieter und deren Freunden. Bei leckerem Essen, viel Wein und Bier wurde herzhaft gelacht und in jeglich möglicher Sprache gesprochen. Ich konnte viel über ihre Ansichten zu den EU-Institutionen hier in Brüssel erfahren, aber auch einige Insidertips erhalten. So wollte Benjamin mit mir direkt in die Bar “Delirium”, eine Bar mit 3400 Biersorten, um mich von seinem Lieblingsgetränk zu überzeugen. Da er mir aber auch seine Weinsammlung zeigen wollte, blieben wir dann doch im Haus und ich lernte die besondere Handhabung bestimmter Weine kennen. Nun bin ich auch endlich aufgeklärt wer die ganzen Leute sind, die hier immer rumlaufen, denn im Moment sind wir 10 im Haus und ich war doch schon etwas verwundert jeden morgen jemand anderes im Bad anzutreffen *haha*

Gestern ging es mit Claudia und Svea nach Brügge.  Man sagt bevor man Brügge nicht gesehen hat, darf man nicht sterben und es gib aucht einen Film mit Colin Farrell “Brügge sehen und sterben”. Das kann ich absolut nur bestätigen: Ein Traum von einer Stadt!!! Man fühlt sich wie ins Mittelater zurück versetzt. Überall Grachten, alte Backsteinhäuser, Kirchen, Kutschen, süße kleine Läden…. Als wir eine Bootstour machten, dachte ich mir der Kapitän hat diesen Film wohl einmal zu oft gesehen und wollte uns umbringen!!! Unter die tiefsten Brücken mussten wir geduckt durch und auch Kurven waren seine große Leidenschaft. Wir waren ca. 25 in diesem Boot und ca. 10 von uns hingen dann immer halb im Wasser. Was für eine Fahrt ;-) Am Fluss der Stadt und im nahegelegenen Chill-Out-Park (so einen sollten wir in Greifswald auch mal einrichten) genossen wir die Sonne und endlich bekomme ich auch wieder ein wenig Farbe. Je mehr ich von Belgien sehe, desto mehr gefällt es mir ;-) Und auch die Sprache. Ich möchte unbedingt Flämisch lernen. Vor ein paar Tagen standen Maira und ich an der Ampel und eine flämischsprechende Dame wollte uns nach dem Weg fragen und sagte: “……nix bekannt?” unsere Antwort war dann einfach: “nix bekannt” und wir mussten alle lachen, da wir uns ohne jegliches Problem verstanden. Auch Wörter wie Gehakt Bal (Boulette), Verhurt (vermietet) oder Geen Dienst (kein Dienst) sind kein Problem mehr für mich. Hier und da wird mal ein K gegen ein G ausgetauscht, ein J noch irgendwo reingebracht und alles Plattdeutsch ausgesprochen und schon spricht man Flämisch =) Das ganz hört sich dann auch noch super an und es so viel leichter als Französisch.

Heute werde ich mir gemeinsam mit den anderen den Königspalast anschauen und das köstliche belgische Eis in der Sonne genießen ;-)

 

Brüssel wird nebenbei erkundet..

Posted by julesmumm on Mai 22, 2012
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So das erste Wochenende ist vorbei und es wird dringend mal wieder Zeit für einen Zwischenbericht ;-)

Am Samstagmorgen machten wir uns auf den Weg nach Antwerpen. Mit dem Zug ist das sehr sehr billig, da man am Wochenende nur die Hälfte des üblichen Preises zahlt. Wir kamen also für 8€ hin und zurück und das bei einer Stunde Fahrt!!! Wir gingen in den national bekannten Jardins zoologique oder auch einfach Tierpark. Bei sehr schönem Wetter konnten wir die kleinen Pinguine, Erdferkel und noch unzählige weitere Tiere beobachten. Nach 3 Stunden waren wir auch fix und fertig und es ging zum Bummeln in die Stadt. Ein Glück war unsere Kartenleserin Svea dabei, dann Maira und ich hätten nie wieder da rausgefunden =) Natürlich muss man in Anvers, wie es so schön auf französisch heißt, auch eine Hafenrundfahrt machen, bei der wir dann fast eingeschlafen sind. Die Tage sind aber auch lang und anstrengend hier. Aber es muss ja auch wirklich jede Veranstaltung mitgenommen und alles erkundet werden. Zwei Monate sind einfach viel zu kurz ;-) Im berühmten Theaterviertel Antwerpens ließen wir den Abend gemütlich bei einem Gläschen Wein ausklingen. Fast hätten wir uns noch bei einem Modelcasting im örtlichen Einkaufszentrum angemeldet *haha* Später zurück in Brüssel ging es noch ins Fat Boys, einer der berühmtesten Sportbars direkt neben dem Parlament um das Championsleague-Finale zu sehen. Wie es ausging wissen wir ja alle -tragisch. Aber ich konnte dort viele neue Bekanntschaften mit Leuten aus aller Welt machen, denn hier trifft man sich regelmäßig. Bei meinem Rückweg zur Metro wurde mir erstmal so richtig bewusst, dass ich mich direkt neben den größten Institutionen Europas, dem Europäischen Rat, der Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Parlament bewege. Das ist so cool =)

Als absoluter Schokoholic ging ich am Sonntag mit Maira ins Schokoladenmuseum. Endlich mal was zum Probieren, dachte ich. Und so war es dann auch. Der Chocolatier zeigte uns eindrucksvoll, wie man belgische Meeresfrüchte und andere Pralinien herstellt, die wir dann hinterher vertilgen konnten. Danach ging es zum Tourishoppen, in das Kreuzberg von Brüssel und an den Kanal. Für Küstenkinder ist das aber eher eine kleine Grube. Ich muss mich auch noch überwinden in das örtliche Schwimmbad zu gehen um ein bisschen Wasser zu genießen, aber das ist natürlich auch kein Vergleich.

Gestern ging es dann in die intensive Phase der Vorbereitung für die Green Week. Viele Bekannte Vertreter des WWF, Greenpeace, World Youth Parliament, der Umweltkommissar Potocnik, der Genraldirektor Umwelt Karl Falkenberg und viele viele weitere warten dort auf mich ;-) Und heute geht es nun endlich in die Kommission =)

In der Hessischen Landesvertretung gab es gestern Abend einen Praktikantenempfang, bei dem die Funktionen einer Ländervertretung erklärt wurden. Danach gab es natürlich wie immer Wein und Snacks. Alles dient dem Networking, das wichtigste Wort hier in Brüssel. Kontakte sind alles. Und mittlerweile fühle ich mich schon wie ein alter Hase, da mir die meisten Gesichter bereits bekannt sind und man bereits einige neue Praktikanten mit politischen Vertretern bekannt macht. Und natürlich wurde es auch hier wieder spät. Heute abend geht es dann zu dem Filmfestival One World. Hier werden Filme über Fälle des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag gezeigt. Ich bin gespannt wie es wird.

Tja von Brüssel habe ich noch nicht so viel gesehen. Auch am nächsten Wochenende wird dies schwierig, da wir nach Brügge fahren. Ich war ja noch nichtmal beim Atomium *haha* Den anderen geht es genauso. Tagsüber arbeiten, abends Veranstaltungen und am Wochenende fährt man in Belgien rum. Aber noch bin ich ja ein paar Wochen hier und werde mir sicher irgendwann alles in Ruhe anschauen können. Wobei das Wort Ruhe gibt es in dieser Stadt gar nicht =)

Ähhm Einbürgerung?!!!

Posted by julesmumm on Mai 17, 2012
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Es ist Christi Himmelfahrt und auch hier ist dies ein Feiertag. Die ersten Tage sind nun vergangen und langsam gewöhne ich mich an den täglichen Gang zur Metro und die vielen Eindrücke.

Dienstag arbeitete ich sehr vorbildich von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr =) Wieder hieß es lesen, lesen, lesen und informieren. Nebenbei habe ich auch einer anderen Praktikantin bei ein paar Recherchen zum Thema Forschung und Bildung geholfen. Zusätzlich habe ich mich auf einige Veranstaltungen der anstehenden Green Week hier in Brüssel vorbereitet. Als Praktikantin der Referentin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbaucherschutz werde ich dort präsent sein, Kontakte knüpfen und natürlich Protokolle zu den besuchten Vorträgen und Diskussionsrunden in der Europäischen Kommission anfertigen.

In den Feierabend pfeifend ging ich in das Büro von Frau Götz um mich zu verabschieden, doch sie fragte mich direkt: ”Wo wollen Sie denn hin?? Kommen Sie etwa nicht mit???” Und schneller als ich gucken konnte, befand ich mich bei meiner ersten Abendveranstaltung, dem Frühlingsfest in der Thüringer Landesvertretung. Ich hatte keine Einladung und wäre deshalb eigentlich gar nicht reingekommen, aber Frau Götz hat mich irgendwie reingezogen, wo sie doch selbst keine Einladung hatte =)

Da standen wir nun glücklich und zufrieden leckere Thüringer Rostbratwurst und Kuchen essend. Aus allen Ecken und Enden hörte ich nur: “Kennen Sie den? Das ist der Botschafter. Und den? Den müssen Sie sich merken.” Ich wusste nicht wie mir geschieht, wo ich doch gerade erst die Namen und Gesichter der Mitarbeiter des Informationsbüros behalten hatte. Außerdem hatte ich nicht das beste Schuhwerk an und quälte mich etwa 2 Stunden in diesen. Einige andere Praktikanten lernte ich dort auch kennen, mit denen ich mich auch gleich verabredete.

Nach der Veranstaltung machte ich mich mit Frau Götz auf den Weg, die ebenfalls in meiner Richtung wohnt. Sie sagte: “Ich wohne hier gleich um die Ecke. Das Stück können wir doch zusammen gehen.” Darauf stellte sich ein Fußweg von einer dreiviertel Stunde ein und das mit meinen Schuhen!!! Allerdings hat meine Neugier mich gut abgelenkt und ich konnte einige interessante Dinge über Brüssel und Belgien von Frau Götz erfahren. Lachend verabschiedete ich mich mit den Worten: “Vielen Dank für den Marsch ;-) ” und unsere wege trennten sich. Erschöpft von den Schuhen ging ich die letzten Meter barfuß und fiel so ins Bett.

Am Mittwoch ging es dann mit der Vorbereitung auf die Green Week vor. Wer sind die Redner? Zu welcher Institution gehören sie? Was für Ansichten vertreten sie? Am Nachmittag wurde dann noch die Praktikantin Franziska verabschiedet, die sich nach drei Monaten wieder auf den Heimweg machte. Bei Kuchen und Kaffee wurde herzhaft gelacht und die Erlebnisse ausgewertet. Das ist aber auch eine entspannte Truppe hier. Dr. Merten ist sozusagen ein Weltenbummler, der immer eine coole Geschichte auf Lager hat. Diesmal ging es um die Dschungelwanderung in Brasilien. Und auch Frau Götz trägt mit ihren Indien-Geschichten zur Unterhaltung bei. Da bekommt man richtig Reiselust ;-)

Früh beendet ich meinen Dienst, um noch etwas von der Stadt zu sehen. Aber wohin verschlug es mich als Frau natürlich? In das größte Einkaufszentrum hier in Brüssel dem City II in der Rue Neuve. Ich glaube auf vier Etagen reiht sich ein Geschäft neben dem nächsten. Ich sah nur noch Schuhe, Shirts, Hosen und unzählige Accessoires. Nach ca. 1,5 Stunden und deutlich weniger Geld im Portemonnaie zwang ich mich dann aber zur Heimkehr und begutachtete die ergatterte Beute in meiner Wohnung.

Den heutigen freien Tag nutze ich mal zum Ausschlafen. Das war auch bitternötig, denn zur Ruhe bin ich hier bis jetzt noch gar nicht gekommen. Am frühen Nachmittag traf ich mich dann mit Maira, einer anderen Praktikantin, und wir besuchten die Autoworld (eine Ausstellung von Oldtimern des letzten Jahrhunderts) und das benachbarte Militärmuseum. Äußert interessant und modern hergerichtet, konnte ich mich sogar für die Museen begeistern. In das Militärmuseum würde ich sogar noch einmal gehen, da von Panzern des letzten Jahrhunderts über die russische, franzöische, deutsche und belgische Geschichte alles zu sehen war und wir längst nicht alles gesehen haben. Außerdem ist der Eintritt frei, also wirklich zu empfehlen, wenn man mal hier ist ;-) Man hat auch vom Dach des Gebäudes einen wunderschönen Ausblick über den Jubelpark, der sich dort befindet. Man steht direkt nebem dem belgischen Arc de triomphe.

Ausgehungert und fast verdurstet gingen wir dann noch in einen Pub. Und ich fühlte mich sehr heimisch. Auch der Alltag macht mir hier riesigen Spaß und ich dachte in diesem Moment für eine Sekunde darüber nach hier zu bleiben *lach*. Vielleicht lag es auch daran, dass Frau Götz mir am Vortag erzählte wie leicht dies hier möglich ist. Jedenfalls freue ich mich für eine Zeit auch Bewohnerin dieser wundervollen Stadt sein zu dürfen.

Brüssel – Ik hou van je!

 

Der erste Tag – Keine Tür bleibt mir verschlossen…oder doch?!

Posted by julesmumm on Mai 15, 2012
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07:30 Uhr Metrostation Tomberg. Alles begann wie es typisch für mich ist: Kein Kleingeld für die Metro =) Also hieß es wieder zrücklaufen und meinen Mitbewohner Sebsatian, ein deutscher Praktikant im Europaparlament, um Kleingeld anhauen. Dann konnte es endlich losgehen. Zunächst wollte ich mir eine Monatskarte kaufen, da 2€ pro Fahrt einfach viel zu teuer sind. Öffnungszeiten des Verkaufsstandes 06:30 Uhr bis 21:00 Uhr. Aber das wird hier anscheindend nicht so ernst genommen und ich wartete eine halbe Stunde und es tat sich einfach gar nichts. Da ich mich nun aber auf den Weg zur Arbeit machen musste, hatte ich dasselbe Problem wie vorher: Kein Kleingeld für die Metro ;-) Also schnell zwei Croissants am Kisok gekauft und dann ging es drei Stationen in Richtung Montgomery, wo sich das Informationsbüro befindet.

Mit deutscher Überpünktlichkeit stand ich eine Viertelstunde vor Arbeitsbeginn – 9:00 Uhr – vor dem Gebäude. Die erste Tür stellte sich mir hier in den Weg. Drücken, ziehen, drücken bis ich bemerkte es gibt auch eine Klingel. Aber auch hier meldete sich niemand. Nervös wartete ich und dann kam auch schon jemand, der in das Gebäude wollte. Bonjour, morgen, ja was sagt man nun, dachte ich. Es war eine deutsche Dame, die mich freundlich mit Bonjour, zu wem möchten Sie begrüßte. Schmunzelnd über ihren Dialekt (sie war eine Mitarbeiterin der Sächsichen Ländervertretung, die sich im selben Gebäude befindet) antwortete ich. Sie bat mich zu warten, da die Mitarbeiter des Informationsbüros meist erst kurz nach 9 eintreffen. Als sie weg war klingelte ich einfach noch einmal und wurde dann auch sehr schnell hereingebeten. Mit einem hochmodernen Fahrstuhl ging es dann in den 6. Stock. Die nächste Tür wartete. Wohlbemerkt eine Glastür, d.h. ich konnte die Mitarbeiter bereits sehen. Drücken, ziehen, drücken und nichts tat sich. Frau Götz, die ich bereits von Telefonaten kannte, rief: “Sie müssen schon richtig drücken”.  Natürlich tat ich dies, doch die Tür ließ sich einfach nicht öffnen. Einer, der zwei Wachmänner, ging in sein Büro und drückte den Türöffner. Nach ca. 5 Minuten stand ich dann nun auch endlich auf der anderen Seite der Glastür.

Zielstrebig ging ich an den zwei Wachmännern vorbei und begrüßte Frau Götz. Freundlich stellte sie mich dann den Wachleuten vor: BÜROLEITER Dr. Boest und sein Referent. Selbstverständlich musste ich ja auch dieses Fettnäpfchen wieder mitnehmen ;-) Nach einer peinlichen Schweigeminute löste sich die Stimmung und ich wurde sehr herzlich auch von den anderen Mitarbeitern empfangen und an meinen Platz gebracht. Eine Bürobesprechung stand um 9:15 Uhr an. Diesmal waren alle Türen offen, nur ich wusste nicht wohin. Niemand war mehr zu sehen. Bis Franziska, eine weitere Praktikantin, mich dann 5 min später abholte und wir dann mitten in die Besprechung platzten. Aber auch dieser Anfängerfehler wurde mir von der lockeren Arbeitseinheit schnell verziehen.

Nach der Besprechung wurde ich dann in die üblichen Tücken eines Büros eingewiesen: Kaffeeautomat, Kopierer, Drucker, Computer, Outlook, Zeiterfassung, Dienstreisen, Krankheit etc. Kernzeit ist hier von 9-17 Uhr und freitags bis 15 Uhr. Da bin ich mit 14:30 Uhr wohl etwas FLI-verwöhnt ;-)  Die für mich zuständige Referentin Frau Susanne Wolf wird die ersten zwei Wochen nicht da sein. Sie hat mir aber allerhand Aufgaben dagelassen, die zu bewältigen sind. So begann meine Arbeit damit, mich mit den Institutionen, ihren Webseiten und aktuellen Ereignissen der EU vertraut zu machen. Auch das Gesetzgebungsverfahren, Wahlen und Pressemeldungen gehörten dazu. Um zu kontrollieren, ob ich auch wirklich alles verstanden und behalten habe, hat mir Frau Wolf eine riesige Liste mit Fragen hinterlassen, die zu beantworten sind. Manchmal ziemlich knifflig, da einiges auf französisch herauszufinden und zu beantworten ist. Es wird sicher noch ein paar Tage dauern bis ich diese Liste abhaken kann =)

Um 11 Uhr bat mich dann die stellvertretende Büroleiterin Frau Bönisch zu sich. Sich mütterlich sorgend fragte sie mich, ob ich nett untergebracht sei, gut zurechtkomme und bereits eine Monatskarte habe. Ja, die Monatskarte. Als ich ihr von den Geschehnissen des Morgens berichtete, war ihr das Problem bereits bekannt und sie schickte mich sofort nochmal los mir eine Monatskarte zu kaufen. Da wusste ich noch nicht warum sie sagte: “Den ersten Tag verbingen die meisten Praktikanten damit, sich eine Monatskarte zu kaufen.” Wieder angekommen am Verkaufsstand sah ich dann das Unglück. Eine riesige Menschentraube hatte sich gebildet und es ging zu wie in der Bundesagentur für Arbeit. Man zog eine Nummer und wartete und wartete und wartete. “Nur” 25 Leute waren vor mir, aber es gab nur einen Schalter. Bis zum Nachmittag verweilte ich dann dort und hielt dann irgendwann glücklich diese Karte in den Händen. Gleich schoss mir in den Kopf, dass ich ja zwei Monate hier bin und das ganze noch einmal mitmachen muss ;-)

Zurück im Büro arbeitete ich dann weiter und beendete den ersten Dienst um 17:00 Uhr. Ziemlich erschöpft von den Ereignissen des Tages kam ich in der Wohnung an. Die Putzfrau, Bernard und Marianne begrüßten mich gleich in drei Sprachen, aber ich brachte nur ein müdes “Allo” heraus. Marianne grinste darauf hin und sagte, dass alle am ersten Tag so aussehen. Nach 10 Minuten Augenentspannung ging es dann in bequemeren Schuhen auf zum Carrefour, dem nahegelegenen Supermarkt. Hier kam ich gut rein, konnte dann aber den Ausgang nicht mehr finden und die Kassiererin erklärte es mir auf französisch. Ich wusste also genauso viel wie vorher ;-) Türen werden ja auch total überbewertet.  

Wieder zurück in der Wohnung ließ ich die Ereignisse des Tages bei meinem “leckeren” Fertigessen revue passieren.

Ein guter Start mit freundlichen Kollegen, einigen überwindbaren Hindernissen und geschwollenen Füßen ;-D

L`impression bizarre o_O

Posted by julesmumm on Mai 13, 2012
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Was ein Tag….Aber (ich glaube es selbst kaum) ich habe es geschafft, ich bin nun da =)

Alles begann um 03:30 Uhr in meiner Wohnung in Berlin. Der Wecker klingelte. Das war schon mal das erste Problem, es war viel zu früh! Naja aber es musste noch einiges gepackt werden, denn wie nach jedem Mal Berufsschule musste die Wohnung wieder an den Hausmeister in einwandfreiem Zustand abgegeben werden. Nach einer Stunde packen um 04:30 Uhr habe ich fast einen Herzinfarkt bekommen, als ein ohrenbetäubendes Geräusch durch den 13-Stöcker hallte: Feueralarm!!! Ich sah aus dem Fenster und sah drei junge Herren weglaufen. Aber brannte es nun oder nicht??? Nach dem sich nach ein paar Minuten eine riesige Menschenmasse vor dem Gebäude sammelte, rief ich mal ganz locker aus dem 11. Stock: “Brennt es wirklich?” und dann war auch schon die Feuerwehr da, die mich dann auf freundlichste Art und Weise bat das Gebäude sofort zu verlassen. Ich war natürlich die Letzte im Haus ;-) Da ich auch die Einzige war, die die netten jungen Männer hat weglaufen sehen, musste ich mich auch noch mit der Polizei auseinandersetzen, die an diesem Sonntagmorgen äußert viel Zeit zu haben schien. Nach ca. 45 Minuten durfte ich dann wieder in meine Wohnung und musste so schnell wie möglich alles in meine Tasche schmeißen und los.

Erleichterung kam auf als ich endlich in der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof saß, aber wie sollte es auch anders sein, nach einer Station hielt sie an: “Sehr geehrte Damen und Herren, da sich Personen im Gleisbereich befinden, können wir die Fahrt leider nicht fortsetzen”!!! Es soll einfach nicht sein, dachte ich. Doch dann ging es schneller als erwartet weiter und ich schaffte es tatsächlich 2 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Hauptbahnhof zu sein. Mit 100000  BVB-Fans. Eine angenehme Fahrt bis nach Köln stand mir bevor. Und nach nur 6:40 und einmal umsteigen habe ich fast den Ausstieg verpennt.

Nun war ich angekommen am Gare du Nord in Brüssel. Vier verschiedene Sprachen redeten auf mich ein, alle Beschreibungen zumindest in Flämisch und Französisch und ich merkte, dass mein Französisch nicht reichen würde. Die Menschen sprechen einfach viel zu schnell!! Aber Gott sei Dank lässt sich hier auch alles mit Englisch regeln. In der Bahnhofshalle wohnen ungefähr 50 Menschen…Ja, sie wohnen dort. Manche nur mit einem Bett, andere mit ihrem ganzen Hausstand inklusive Schränken. Ich war total perplex und wollte nur schnell weg in meine Wohnung.

Marianne, meine Vermieterin, hatte mir den Weg sehr gut beschrieben und ich war nach ca. einer halben Stunde da. Sehr gemütliche, ruhige Gegend mit sehr freundlichen Menschen. Auch Marianne und ihr Mann Bernard sind sehr nett. Beide redeten auf mich ein und erklärten mir innerhalb von 10 min alle Tücken ihres Hauses und was ich zu tun und zu lassen habe. Das war wie auswendig gelernt. Aber kein Wunder, wahrscheinlich hatten die beiden schon hunderte Praktikanten hier und waren somit auf jede Eventualität vorbereitet.

Nachdem ich fix ausgepackt hatte und mir alles genau eingeprägt hatte, machte ich mich auf den Weg die Gegend zu erkunden. Es verschlug mich per Zufall auf eine Kirmes, wo die ersten Pommes auf mich warten sollten =) Ich lief das ganze Spektakel auf und ab und es war kein einziger Fritten-Stand in Sicht!!! Das kann doch nicht sein!! Enttäuscht ging ich in eine Seitenstraße und da waren sie: Die originalen belgischen Pommes!!! Kein Vergleich zu unseren und die Saucen: Tartare maison, meine neue Lieblingssauce =)

Gestärkt und neugierig machte ich mich auf den Weg zu meinem zukünftigen Arbeitsplatz: Boulevard Saint Michel 80 – Informationsbüro des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Auch das war nach ein paar Minuten gefunden und machte einen äußert seriösen Eindruck von außen.

Fazit: Tagesziele (Ankommen in Brüssel und Pommes essen) erreicht!!!

Das Abenteuer belgischer Multikulti-Dschungel hat also nun tatsächlich begonnen und ich kann die Herausforderungen kaum erwarten ;-)

Sprachlich und interkulturell perfekt vorbereitet =)

Posted by julesmumm on Mai 10, 2012
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So nun sind es nun noch ein paar Tage bis es losgeht und es ist Zeit euch etwas mehr zu erzählen ;-)

Durch die Berufsschule OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung in Berlin habe ich im Rahmen des “LEONARDO DA VINCI Mobilität”-Projektes ein Stipendium zur Durchführung eines Auslandspraktikums erhalten. Es gibt nicht viele Bedingungen dieses zu erhalten, man muss nur einiges an Schreibkram ausfüllen. Aber das ist nur ein sehr kleines Übel bei der Möglichkeit, die einem hier geboten wird. Als Auszubildende im Beruf Verwaltungsfachangestellte war es natürlich auch nötig, dass meine Ausbildungsbehörde mich 2 Monate entbehrt… An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an das Friedrich-Loeffler-Institut ;-) Warum Brüssel??? Ich wollte schon immer mal bei der EU mitmischen und da ist Brüssel als Europas Hauptstadt mit den meisten Institutionen der Europäischen Union perfekt =)

Die Betreuer des Projektes am OSZ waren zur Vorbereitung der Reise stets ünterstützend an unserer Seite. So gehört es zum Standard uns sprachlich und interkulturell vorzubereiten.

Tja in Belgien spricht man Flämisch, Deutsch, Französisch und natürlich auf internationlaer Ebene auch sehr viel Englisch, da ist es sehr von Vorteil Vorkenntnisse zu besitzen. Englisch und Deutsch sind Gott sei Dank kein Problem, aber mein Französisch musste noch etwas aufgebessert werden und Flämisch habe ich mir bis jetzt noch nicht zugetraut. Vielleicht ändert sich das vor Ort. Ein Vorbereitungsprogramm für Franzöisch und zur Sicherheit noch einmal eins für Business-Englisch haben mich nun ziemlich sicher in beiden Sprachen gemacht, sodass ich beruhigt die ersten Sätze rausbringen werde.

Auch das Zwischenmenschliche sollte vorbereitet werden. Wie verhalte ich mich als Gast im fremden Land? Welche Sitten und Bräuche sind einzuhalten? Gewöhnliches in Deutschland kann im Ausland als unfreundlich oder gar beleidigend wirken. Um diese und andere Fragen zu beantworten besuchte uns der brasilianische Schauspieler und Theaterpädagoge Joao Albertini.

Es war ein sehr aufregender und lehrreicher Tag mit Übungen zu Nähe und Distanz, Übungen zur Toleranz und Körperhaltung und gegen Vorurteile. Joao, der selbst seit 16 Jahren in Deutschland lebt, weiß wie es ist der Ausländer im fremden Land zu sein und brachte uns auf lustige Art und Weise verschiedene Sichtweisen und Denkanstöße zum bevorstehenden Praktikum näher. Ich war ziemlich überrascht auf wieviele Dinge man achten muss und wie sich der Gegenüber in manch einer Situation fühlen muss.

Nun bin ich also auch interkulturell sehr gut vorbereitet und kann die Abreise kaum erwarten!!!

Eine bezahlbare Unterkunft bei einer netten Familie habe ich auch sehr schnell gefunden.

Am Sonntag um 06:49 Uhr geht es am Berliner Hauptbahnhof Richtung große weite Welt und ich freue mich riesig =)

Als erstes habe ich mir vorgenommen ein paar von den berühmten belgischen Pommes zu essen… Ihr könnt also gespannt sein, was ich euch von diesem ultimativen Geschmackserlebnis zu berichten habe und naürlich auch wie meine ersten Tage in Brüssel werden.