Ähhm Einbürgerung?!!!

Posted by julesmumm on Mai 17, 2012
Allgemein



Es ist Christi Himmelfahrt und auch hier ist dies ein Feiertag. Die ersten Tage sind nun vergangen und langsam gewöhne ich mich an den täglichen Gang zur Metro und die vielen Eindrücke.

Dienstag arbeitete ich sehr vorbildich von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr =) Wieder hieß es lesen, lesen, lesen und informieren. Nebenbei habe ich auch einer anderen Praktikantin bei ein paar Recherchen zum Thema Forschung und Bildung geholfen. Zusätzlich habe ich mich auf einige Veranstaltungen der anstehenden Green Week hier in Brüssel vorbereitet. Als Praktikantin der Referentin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbaucherschutz werde ich dort präsent sein, Kontakte knüpfen und natürlich Protokolle zu den besuchten Vorträgen und Diskussionsrunden in der Europäischen Kommission anfertigen.

In den Feierabend pfeifend ging ich in das Büro von Frau Götz um mich zu verabschieden, doch sie fragte mich direkt: ”Wo wollen Sie denn hin?? Kommen Sie etwa nicht mit???” Und schneller als ich gucken konnte, befand ich mich bei meiner ersten Abendveranstaltung, dem Frühlingsfest in der Thüringer Landesvertretung. Ich hatte keine Einladung und wäre deshalb eigentlich gar nicht reingekommen, aber Frau Götz hat mich irgendwie reingezogen, wo sie doch selbst keine Einladung hatte =)

Da standen wir nun glücklich und zufrieden leckere Thüringer Rostbratwurst und Kuchen essend. Aus allen Ecken und Enden hörte ich nur: “Kennen Sie den? Das ist der Botschafter. Und den? Den müssen Sie sich merken.” Ich wusste nicht wie mir geschieht, wo ich doch gerade erst die Namen und Gesichter der Mitarbeiter des Informationsbüros behalten hatte. Außerdem hatte ich nicht das beste Schuhwerk an und quälte mich etwa 2 Stunden in diesen. Einige andere Praktikanten lernte ich dort auch kennen, mit denen ich mich auch gleich verabredete.

Nach der Veranstaltung machte ich mich mit Frau Götz auf den Weg, die ebenfalls in meiner Richtung wohnt. Sie sagte: “Ich wohne hier gleich um die Ecke. Das Stück können wir doch zusammen gehen.” Darauf stellte sich ein Fußweg von einer dreiviertel Stunde ein und das mit meinen Schuhen!!! Allerdings hat meine Neugier mich gut abgelenkt und ich konnte einige interessante Dinge über Brüssel und Belgien von Frau Götz erfahren. Lachend verabschiedete ich mich mit den Worten: “Vielen Dank für den Marsch ;-) ” und unsere wege trennten sich. Erschöpft von den Schuhen ging ich die letzten Meter barfuß und fiel so ins Bett.

Am Mittwoch ging es dann mit der Vorbereitung auf die Green Week vor. Wer sind die Redner? Zu welcher Institution gehören sie? Was für Ansichten vertreten sie? Am Nachmittag wurde dann noch die Praktikantin Franziska verabschiedet, die sich nach drei Monaten wieder auf den Heimweg machte. Bei Kuchen und Kaffee wurde herzhaft gelacht und die Erlebnisse ausgewertet. Das ist aber auch eine entspannte Truppe hier. Dr. Merten ist sozusagen ein Weltenbummler, der immer eine coole Geschichte auf Lager hat. Diesmal ging es um die Dschungelwanderung in Brasilien. Und auch Frau Götz trägt mit ihren Indien-Geschichten zur Unterhaltung bei. Da bekommt man richtig Reiselust ;-)

Früh beendet ich meinen Dienst, um noch etwas von der Stadt zu sehen. Aber wohin verschlug es mich als Frau natürlich? In das größte Einkaufszentrum hier in Brüssel dem City II in der Rue Neuve. Ich glaube auf vier Etagen reiht sich ein Geschäft neben dem nächsten. Ich sah nur noch Schuhe, Shirts, Hosen und unzählige Accessoires. Nach ca. 1,5 Stunden und deutlich weniger Geld im Portemonnaie zwang ich mich dann aber zur Heimkehr und begutachtete die ergatterte Beute in meiner Wohnung.

Den heutigen freien Tag nutze ich mal zum Ausschlafen. Das war auch bitternötig, denn zur Ruhe bin ich hier bis jetzt noch gar nicht gekommen. Am frühen Nachmittag traf ich mich dann mit Maira, einer anderen Praktikantin, und wir besuchten die Autoworld (eine Ausstellung von Oldtimern des letzten Jahrhunderts) und das benachbarte Militärmuseum. Äußert interessant und modern hergerichtet, konnte ich mich sogar für die Museen begeistern. In das Militärmuseum würde ich sogar noch einmal gehen, da von Panzern des letzten Jahrhunderts über die russische, franzöische, deutsche und belgische Geschichte alles zu sehen war und wir längst nicht alles gesehen haben. Außerdem ist der Eintritt frei, also wirklich zu empfehlen, wenn man mal hier ist ;-) Man hat auch vom Dach des Gebäudes einen wunderschönen Ausblick über den Jubelpark, der sich dort befindet. Man steht direkt nebem dem belgischen Arc de triomphe.

Ausgehungert und fast verdurstet gingen wir dann noch in einen Pub. Und ich fühlte mich sehr heimisch. Auch der Alltag macht mir hier riesigen Spaß und ich dachte in diesem Moment für eine Sekunde darüber nach hier zu bleiben *lach*. Vielleicht lag es auch daran, dass Frau Götz mir am Vortag erzählte wie leicht dies hier möglich ist. Jedenfalls freue ich mich für eine Zeit auch Bewohnerin dieser wundervollen Stadt sein zu dürfen.

Brüssel – Ik hou van je!

 

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