RSS Feed
  1. Namibia,Botswana und Sambia in einem Monat…

    Juni 19, 2016 by Clara Müller

    _________________________________________

    Einen Monat Ferien. Einen Monat reisen.
    Was haben wir uns da nur vorgenommen?

    Das Auto wurde gemietet, die Strecke geplant und Unterkünfte überlegt.
    Ein grober Plan steht fest und das Datum rückte immer näher…
    … bis es endlich soweit war.
    Schwer bepackt ging es los.

    Schon am ersten Tag lief alles anders als geplant.
    Wir fuhren gen Norden, Richtung Kamanjab.
    Eigentlich nur eine Zwischenunterkunft,
    doch diese sollten wir gar nicht erst erreichen…
    In OKAHANDJA blieben wir ungewollter Weise hängen.
    Auf einem Parkplatz direkt vor Spar.
    Es wurde Gebrauch von einem Störsender gemacht,
    so dass unser Auto nicht richtig abgeschlossen war und
    sich jederman beliebig daran bedienen konnte.
    Zwei Rucksäcke wurden geklaut.
    Neben all den kleinen persönlichen Dingen,
    wurde ein Reisepass und eine gute Kamera entwendet.
    Echt ärgerlich, und das am ersten Tag!
    Der vorläufige Reisepass und eine Ersatz-Kamera
    wurden am kommenden Tag in Windhuk besorgt,
    so dass es für uns danach weiter gehen konnte.

    Mit Zwischenstopp an einer warmen, wunderschönen Quelle
    (genannt: WARMQUELL)
    gelangten wir an unser erstes „richtiges“ Ziel:
    EPUPA FALLS, die Fälle liegen im Grenzfluss
    zwischen Namibia und Angola.
    Die Falls waren wirklich sehr schön
    Und im Gegensatz zu den Victoriafällen,
    die natürlich um einiges größer und beeindruckender sind,
    sieht man wenigstens etwas von ihnen.
    (aber dazu später mehr… )

    Als Angebot von unserem Campingplatz gab es die
    Möglichkeit ein HIMBA-DORF zu besichtigen.
    Eine wirklich merkwürdige, aber auch spannende Erfahrung.
    „Eintritt“ bezahlten wir in Form von Lebensmitteln,
    damit können die Bewohner mehr anfangen, als mit Geld oder Spenden.
    Ein wenig komisch fühlt man sich schon, wenn sechs weiße Mädels,
    alle mit Kamera in der Hand, in das Dorf geführt werden und es
    wie im Museum einen Rundgang mit verschiedenen Erklärungen gibt.
    Dennoch war es interessant zu sehen, wie die Himba leben.
    Es ist ein Nomadenvolk, welches „immer noch“ als Viehzüchter,
    Jäger und Sammler, nahezu ohne jegliche westliche Einflüsse lebt.
    Mit vielen interessanten Angewohnheiten und Traditionen.

    Von dort ging es dann direkt zum berühmten ETOSHA-PARK.
    Ein riesiger Nationalpark, in dem so gut wie alle Tiere
    in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen sind.
    So fuhren wir von Wasserloch zu Wasserloch und sahen
    Giraffen, Huftiere (in Unmengen), Elefanten (besonders
    schön, wenn sie einfach so auf der Straße laufen und sich
    davon auch nicht abbringen lassen…), Nashörner, Löwen, Zebras,
    eine Hyäne und viele andere faszinierende Tiere!

    Und weiter ging es nach BOTSWANA.
    In MAUN lernten wir, wie man Körbe flechtet und
    erkundeten die Stadt und kauften die typischen Touriandenken.

    Im CHOBE NATIONAL PARK hatten wir dann eine ganz besonders
    schöne Unterkunft. Kein Zaun, kein Klo, kein gar nichts.
    Einfach nur Nummern an den Bäumen, die die Plätze markieren sollten.
    Daher liefen auch überall Elefanten im Gebiet herum.
    Es ist noch einmal eine andere Erfahrung, ob man im Auto sitzt
    und einen Elefanten beobachtet oder ob dieser einfach fünf
    Meter ohne jegliches Hindernis an dir vorbei läuft.

    Auf der nächsten Strecke blieben wir fünf-Mal mit unserem
    Auto stecken, in praller Mittagssonne. Eine wirklich schöne
    Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann.
    Im Nachhinein wurde uns dann verraten, dass wir genau die
    Straße genommen haben, die am allerschlimmsten ist.
    Und das obwohl es uns vom Grenzposten empfohlen wurde.
    Ebenso durften wir erfahren wie gefährlich das doch sei
    dort auszusteigen. Der Besitzer unseres nächsten Campingplatzes
    meinte, selbst er, der seit Jahren dort wohnt, wäre nicht
    freiwillig ausgestiegen. Wie gut, dass wir das davor noch nicht wussten…
    In KASANE machten wir eine Sonnenuntergangs-Bootstour durch den Fluss
    (die Grenze zu Namibia, Botswana liegt im Osten Namibias)
    Auf der Tour durften wir Hippos von Nahem beobachten,
    so wie Elefanten, kämpfend im Wasser und natürlich den Sonnenuntergang.
    (der mir  noch einmal gefühlt tausende Sonnenuntergangsfotos beschert hat,
    die ich ja so noch nicht habe.. oder doch…)

    Von Botswana ging es dann nach SAMBIA, LIVINGSTONE.
    Der Grenzübergang dauerte eine halbe Ewigkeit,
    ganz im Gegensatz zu Botswana und Namibia, was
    wirklich immer ohne Probleme funktionierte…
    Egal, denn es lohnte sich auf jeden Fall!
    Livingstone als Stadt ist wirklich sehr schön.
    Besonders auf den Märkten verbrachten wir jeden Tag
    mehrere Stunden. Eigentlich gibt es alles dort zu kaufen.
    Lebensmittel, Haushaltswaren, Second-Hand (mit sehr vielen
    schönen Taschen und geklauten Rucksäcken),
    und natürlich die Stoffe!!!
    In allen erdenklichen Mustern und Farben in einer
    super Qualität  und dann auch noch günstig.
    Was will man mehr? Einen Schneider!
    Davon gibt es dort auch genug…
    So ließen wir uns alle mehrere Kleidungsstücke
    maß-schneidern. Ich bin um drei Hosen und
    einem Kleid reicher nach Namibia zurück gekehrt.
    Das Kleid (für welches man in Deutschland bestimmt
    um die 100€ aufwärts hätte zahlen müssen) hat mich
    umgerechnet 15€ gekostet. Wie gut, dass wir nur
    sechs  Tage in Livingstone waren…
    Einen Tag davon haben wir uns die berühmten
    VICTORIA FALLS angeschaut.
    Naja, eigentlich haben wir davon nicht wirklich
    viel gesehen, da die feinen Wassertropfen, die
    überall in der Luft waren, einen direkten Blick
    auf die Fälle so gut wie verhindert haben.
    Dafür war man aber mindestens nach fünf Minuten
    von oben bis unten nass! Komplett!
    Und hat man einmal einen Blick erhaschen
    können, so hat sich dieser auf jeden Fall gelohnt.

    Von dort ging es dann wieder zurück nach NAMIBIA
    in den CAPRIVI-STREIFEN und weiter nach
    MAUN (wo wir ja noch nicht waren *hust*)
    Dort haben wir dann eine Mokoro-Tour gemacht.
    Ein Mokoro ist ein Einbaumboot, welches mit Hilfe
    von Stochern (wie in Venedig die Gondoliere)
    vorwärts bewegt wird.
    Im Okavango-Delta fuhren wir neben Hippos,
    Krokodilen und Unmengen anderer Tiere
    das Delta entlang, übernachteten im Gebüsch und
    machten noch eine Walking-Safari.
    Wieder zurück am „Hafen“ sahen wir
    einige total zerstörte Boote, die, wie uns erklärt wurde,
    von Hippos so zu gerichtet wurden. Denn in der Nähe
    des Hafens gibt es einen Hippopool, wo jedes Boot
    vorbei fahren muss… Wie gut, dass wir das erst im
    Nachhinein erfuhren.

    Und damit war unsere Reise eigentlich auch schon wieder
    zu Ende. Wir brachten unser Auto zurück,
    luden unser Gepäck, welches sich gefühlt verdoppelt
    hatte (dank Livingstone) wieder in Rehoboth aus
    und genossen zum ersten Mal seit einem Monat
    endlich wieder eine Matratze. Die Kälte blieb jedoch.
    Sowohl im Zelt, als auch im Haus (welches so gar
    nicht isoliert ist, weswegen es drinnen immer deutlich
    kälter ist als draußen) waren es um die Null Grad,
    denn hier in Namibia beginnt leider gerade der Winter.

    Doch trotzdem möchte ich diese schöne Zeit nicht missen.
    Es war eine lange Reise mit vielen tollen Erfahrungen,
    Erlebnissen und spannenden Tieren.

    Und das wichtigste: FOTOS!!
    https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6290492679141873537?authkey=CL2M6vamjMLSVQ

    ____________________________________________


  2. Osterferien…

    April 23, 2016 by Clara Müller

    _________________________________________

    Kurz vor Ostern hatten wir noch einmal für fünf Tage die Möglichkeit
    die Weiten unserer neuen Heimat zu erkunden.

    Auf dem Weg zu unserer ersten Etappe passierten wir ein kleines Dörfchen,
    deren Hauptattraktion „Namibias bester Apfelkuchen“ war.
    Den mussten wir natürlich probieren!
    Weiter ging es nach SOSSUSVLEI, was so viel wie Salzpfanne bedeutet.
    Umgeben ist sie von vielen hohen Dünen, die natürlich auch bestiegen werden mussten.
    Eine weitere Salzpfanne lag auf dem Weg, eine mit vielen abgestorbenen Bäumen.
    Ein wirklich wunderschönes Bild, umrahmt von meterhohen Sandbergen.

    Unser nächster Stopp hieß ROSH PINA, wenn auch leicht unfreiwillig.
    Eigentlich wollten wir auf einen Campingplatz ganz in der Nähe.
    Der Weg war jedoch für unseren VW-Bus (Name: Rosh) viel zu sandig,
    so dass wir (ohne Allrad) natürlich stecken bleiben mussten.
    Nach einer langen Suche innerhalb der Stadt fanden wir sogar noch einen Platz.
    Einen Platz, wie er schöner nicht hätte sein können, mitten auf einer grünen
    Wiese durften wir unser Zelt aufbauen (hier in Namibia eine Seltenheit).
    Eigentlich hätte uns dort schon klar werden müssen, dass so ein Grün
    eine gewisse Pflege bedurft. Aber die Lektion lernten wir später…
    Mitten in der Nacht weckte uns das Geräusch eines Rasensprengers.
    Und es wurden immer mehr. Das Geräusch ließ sich noch ertragen,
    bis dann plötzlich ein Rasensprenger direkt unter unserem Zelt
    aus dem Boden gefahren kam und alle panisch aufsprangen.
    Diese Nacht verbrachten wir bei 5 Grad Außentemperatur
    auf Beton mit sechs Leuten und zwei Isomatten.
    Wer behauptet in Afrika friere man nicht,
    dem kann ich spätestens jetzt das Gegenteil beweisen!

    Nach dieser Nacht folgte wenigstens ein wundertoller Tag am ORANGE RIVER.
    Der Fluss markiert die südliche Grenze Namibias zu Südafrika.
    Das war, zumindest für einige von uns, der erste Fluss mit Wasser seit sieben Monaten.
    Und dazu eine atemberaubende Landschaft.
    Aus diesem Grund haben wir auch die Chance genutzt und direkt am Fluss übernachtet.
    Das Wasser wird für den Weinbau benutzt. In unmittelbarer Nähe befanden
    sich viele Weinfelder. Darauf folgte eine „Stadt“ (so auf unserer Karte verzeichnet).
    Diese Stadt bestand aus hunderten Strohhütten, einem Einkaufsladen und DREI
    befestigten Häusern. Wir waren inzwischen gewöhnt, dass es in jeder Stadt mindestens
    ein Stadtteil aus Wellblechhüten gebe, aber eine komplette Stadt war uns dann auch neu!

    Unsere nächste Reise führte uns  nach AI-AIS. Allerdings übernachteten wir dort nur.
    Mehr als heiße Quellen (die sich sehr gut im Pool machen!) gab es dort nämlich nicht.
    Allerdings kommt man von dort sehr gut zum FISH RIVER CANYON.
    Dieser ist, nach dem Grand Canyon in Amerika, der zweitgrößte der Welt!
    Es ist einfach faszinierend wie weit man blicken kann.
    Ein Ausblick, nicht zu beschreiben (deswegen habe ich ja Fotos mit dabei 😉 )

    Eigentlich war unsere Reise zu dem Zeitpunkt schon zu Ende.
    Wir wollten nur noch einen weiteren Zwischenstopp einlegen, da diese Strecke eigentlich
    viel zu lange gewesen wäre mit all den Pausen (und der Reifenpanne).
    Doch wir beschlossen spontan einfach die gesamten 600 km nach Hause zu fahren,
    so dass wir 12 Stunden unterwegs waren und auch erst kurz vor Mitternacht daheim waren.
    Da wir aber eigentlich unsere Tour erst am folgenden Tag beenden wollten,
    campten wir einfach bei uns im Garten. Auch mal eine schöne Erfahrung  🙂

    Alles in allem war es zwar eine kurze Reise, aber mit wundertollen Zielen und Erlebnissen!

    Und hier gibt es noch die versprochenen Fotos:
    https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6267875586817758177?authkey=CInKlZrstvCljAE

    _________________________________________


  3. Zähne putzen….

    Februar 16, 2016 by Clara Müller

    ————————————————————————–

    Tandeborsel (Melodie: Bruder Jakob)

    Tande borsel, Tande borsel                                                   (Zähne putzen x2)
    links nag regs, links nag regs                                                (links nach rechts x2)
    Julle moet jul tande borsel                                                    (Ihr müsst eure Zähne putzen)
    Julle moet jul tande borsel                                                    (Ihr müsst eure Zähne putzen)
    Elke dag. Elke dag.                                                                    (Jeden Tag x2)

    Dieses Lied singe ich mit den Pre-Primary-Kinder jedes Mal,
    wenn ich mit dem Zähneputzen fertig bin.

    Für zwei Wochen gehe ich jeden Morgen in die 4 Vorschulklassen
    und die eine Spielgruppe, um mit ihnen zusammen die Zähne zu putzen.
    Jedes Mal freuen sich die Kinder aufs Neue darauf, wenn sie mich mit
    den Zahnbürsten herum laufen sehen.
    „Miss Clara, Tande borsel?“ Klingt es dann von überall.

    Bis auf wenige Ausnahmen wussten alle, wie sie mit der Zahnbürste
    umgehen müssen und wie man sich die Zähne putzt.
    Doch erstaunt war ich, als eine Lehrerin ihre Kinder fragte,
    wer sich denn wirklich jeden Tag die Zähne putzt.
    Nicht einmal die Hälfte der Kinder meldete sich!
    Und das sieht man auch! Zu viele Kinder haben jetzt schon
    angefaulte Zähne. Ich kann mir nicht vorstellen, was für
    Schmerzen sie deswegen haben.

    Auch in der Grundschule ist es vollkommen normal,
    das des Öfteren Kinder aufgrund von Zahnschmerzen
    nach Hause geschickt werden.
    In den Pausen wird immer und überall Süßes gegessen
    und, folgt dann keine ordentliche Zahnpflege, dann
    ist so etwas natürlich vorprogrammiert!

    Natürlich kann man das alles nicht Verallgemeinern.
    Aber es sei mit Recht gesagt, dass hier viel mehr Kinder
    Probleme mit ihren Zähnen haben als zum Beispiel in Deutschland.

    Aus diesem Grund werde ich die Zahnbürsten den Kindern mit nach Hause geben
    (Na klar, ich habe sie ja extra für sie gekauft!)
    und kann nur hoffen, dass ich eine Begeisterung in den Kindern geweckt habe
    und sie regelmäßig ihre Zähne putzen.

    Fotos von den Kleinen gibt es hier:
    https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6250754574342492625?authkey=CJPMnKGt_qyMJw

    ————————————————————————


  4. Sportfest und Funtag…

    Februar 13, 2016 by Clara Müller

    ——————————————————————–

    Mit Beginn des neuen Schuljahres (Anfang Januar), fing das Sporttraining wieder an.
    Alle Schüler wurden in drei Häuser, das rote, das grüne und das blaue, aufgeteilt.
    Und noch bevor der Unterricht jeden Morgen anfing, trafen wir uns in unseren Häusern,
    um uns für das Turnier Mitte Februar vorzubereiten.
    Denn in der Gesamten Region Hardap finden diese Wettkämpfe statt.
    Die jeweiligen Gewinner treten dann gegen jene der anderen Schulen aus Rehoboth an.
    Und diese steigen dann immer weiter auf.

    Auf dem Plan standen Sprinten verschiedener Längen, Weit- und Hochsprung,
    Diskus- und zu guter Letzt Speerwurf.
    Die Kinder traten gegeneinander an, während die Wartenden sich den Bauch mit
    Steak, Boerewors (eine sehr leckere Wurst) und Rooster Bröd (ein spezielles Baster Brot) vollschlagen konnten.
    (Das alles ist Teil des Braais, welches man in etwa mit Grillen übersetzen kann.)
    Oder es wurde gegen die Hitze mithilfe der Cooldrinks oder dem Eis entgegengewirkt.
    Die Süßen konnten Zuckerwatte oder Popcorn, so wie Kuchen, Torten und Leckereien essen.
    Und die Kinder konnten zu uns Freiwilligen kommen und sich das Gesicht bemalen lassen.
    Die gefühlt einzigen Motive waren ein Kätzchen, ein Schmetterling oder Spiderman.

    Die Pre-Primary (Vorschule) traf sich eine Woche später mit den Kindern und Eltern,
    um ihre Art des Sportfestes zu veranstalten. Jedoch stand bei den Kleineren der Spaß
    im Vordergrund. So gab es Sackhüpfen, eine Wasserrutsche, eine Hüpfburg und verschiedene
    kleinere Spiele. Die Kinder mussten Steine auflesen oder Flaschen ganz schnell mit Wasser befüllen.
    Zu Beginn haben einige „Cheerleader“ etwas vorgetanzt.
    Dem Essen standen sie jedoch den Großen in Nichts nach (denn ein Fest, oder auch nur ein Treffen,
    ohne Braai, ist einfach nicht machbar…). Auch haben wir wieder den Face-Painting Stand übernommen
    und unsere Fähigkeiten ausgeweitet. So kam zum Beispiel der Marienkäfer oder ein Zebra zu unserem
    Repertoire dazu 🙂 Man muss sich ja auch steigern können…

    Ach, das Wichtigste hätte ich fast vergessen. Ich war natürlich Teil des roten Hauses,
    welches selbstverständlich das Gewinnerteam ist 😀

    Fotos: https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6250754156674051473?authkey=CJS62vjfmI37-AE

    ——————————————————————


  5. Sommerferien im Dezember…

    Januar 20, 2016 by Clara Müller

    —————————————————————-
    Knapp einen Monat (Anfang Dezember bis Anfang Januar) hatten wir Sommerferien.
    Ja, richtig gehört, im Dezember ist bei uns Hochsommer, da Namibia auf der Südhalbkugel liegt.

    Schon lange haben wir uns auf die Ferien gefreut, denn das waren die ersten, die
    wir hier seit August, dem Beginn unserer Arbeit, erleben durften.
    So wurde geplant, überlegt und wieder verworfen. Die Route geplant, Unterkünfte
    rausgesucht und gebucht und Autos organisiert. So begann der erste Teil unserer Reise.

    10 Tage reisten wir im Norden Namibias umher.

    Zuerst nach WINDHUK um unsere Autos abzuholen (wir hatten welche mit ausklappbaren Zelten auf dem Dach)
    und es wurde fleissig und voller Freude eingekauft. Was brauchen wir alles?
    Wann haben wir wieder die Möglichkeit so viel einzukaufen?
    Was geht am schnellsten auf unseren Campingkochern? Und worauf haben wir Appetit?

    Unser Auto (allerdings ohne ausgeklappte Zelte)

    Unser Auto (allerdings ohne ausgeklappte Zelte)

    Am selben Tag ging es dann auch schon weiter zur ersten Station, SPITZKOPPE war unser Ziel.
    Eine Berggruppe, die zum Erongogebirge mit dazu gehört.  Die Landschaft sieht einfach fantastisch aus.
    Eigentlich sieht man: nichts… und doch so viel…
    Solch unendliche Weiten hat man in Deutschland nirgends und hier an jeder Ecke.
    Abends wurde noch der gelungene Beginn  unserer Reise mit einem Lagerfeuer eingestimmt.

     

    Nach der Wärme im Landesinneren ging es danach an die Küste nach WALVIS BAY.
    Das Erste: Jacke an! Dort bemerkt man echt nicht, dass man sich in Afrika aufhält,
    es ist so kalt und nachts wollen wir auch noch im Zelt schlafen.
    Haben wir uns das für diese (und die kommenden vier) Nächte gut genug überlegt? 😉

    Eigentlich direkt daneben liegt SWAKOPMUND, eine echte ehemalige deutsche Stadt,
    der man das  auch an allen Ecken und Kanten anmerkt.  (Noch mehr als im Rest des Landes!)
    Ein kleines Bad im Atlantik war natürlich Pflichtprogramm, ebenso wie das Beobachten
    des Sonnenuntergangs am Strand (mit Campingkocher und Nudeln mit Pesto aus der Pfanne)
    Hier in Swakop (und generell an der Küste) spielt sich im Sommer, und besonders in den Ferien,
    das Leben der Namibia ab, den im Gegensatz zum Landesinneren kann man es hier wirklich
    tagsüber draußen aushalten – wenn es nicht zu kalt wird 😉

    Und wie es anders sein sollte, geht es für uns weiter an der Küste – der Skelett Küste.
    Die Eingangstüre des Parks zieren Totenköpfe, als Zeichen dafür, dass all die
    Seemänner der Schiffe die hier gestrandet sind keine Überlebenschancen in der
    Wüste haben, denn das Meer mündet direkt in die Wüste, in die Hitze und Trockenheit.
    Doch für uns ging es noch ein Stück weiter nach CAPE CROSS.
    Dort in der Nähe gibt es ein riesiges Robbengebiet.
    Und obwohl an den Stränden unmengen Platz vorhanden ist,
    quetschen sich abertausende Robben dicht an dicht in einem Gebiet.
    Auf allen Seiten: braune, stinkende und mäh-schreiende Robben.
    Und dazwischen unzählige halbverweste Jungtiere die die erste Zeit nicht überlebt haben.
    Kein wirklich schöner Anblick (auch nicht für das Ohr), doch faszinierend ist es auf jeden Fall!

    EInige der unzählligen Robben

    Einige der unzähligen Robben

    Weiter geht es nach TORRA BAY. Während alle Campingplätze mit einer Stadt oder
    wenigstens mit einer Hotelanlage verbunden waren (sodass wir wenigstens ein wenig
    das Gefühl der Zivilisation hatten) bestand dieser Ort aus einem kleinen Laden,
    einer Zapfsäule, Toilettenhäusern und unzähligen Zelten und Autos.
    Mitten in der Wüste, egal wo hin man blickt, Sand, Sand, Sand und Wasser.
    Das einzige was wir hier also machen konnten war baden gehen und auf unsere
    Pommes warten, die wir uns hier bestellt hatten – hat sich nicht gelohnt…
    Dazu muss man aber sagen, dass alle Pommes in Namibia eigentlich in Öl
    getunkte, noch total weiche Kartoffelstücke sind. Von den Pommes, so wie
    wir sie eigentlich kennen, sind diese soweit entfernt wie Namibia von Deutschland.

    Das wunderschöne Eingangstor zum Skelett-Küsten-Park

    Das wunderschöne Eingangstor zum Skelett-Küsten-Park

    Scheinbar unscheinbare Berge

    Scheinbar unscheinbare Berge

    Weiter ging es nach KHORIXAS und auf dem Weg dahin noch einige Touriaktionen abklappern.
    TWYFELFONTAIN (zweifelnde Quelle, da die Wasserquelle manchmal sprudelte
    und manchmal eben nicht), das ist eine Berggruppe, wo früher die San oder Damara
    (die Forscher sind sich selber nicht ganz sicher) gelebt haben. Vor Ort sieht man sehr
    viele Wandmalereien von Tieren. So haben sie früher der neuen Generation beigebracht
    was sie alles wissen müssen. Welche Tiere gefährlich sind, wie sie aussehen und zum
    Beispiel wie die Fußspuren all jener aussehen. Alles anhand von Zeichnungen an Felsen.
    Weiter auf dem Weg lag noch der VERSTEINERTE WALD.
    Die Bäume wuchsen vor knapp 300Mio. Jahren, ein Fluss spülte sie in dieses Gebiet
    und unter Luftabschluss wurden alle Bäume versteinert.
    Wenn man vor den Ansammlungen steht, so denkt man, hier kommt gleich wieder
    der Holzfäller mit seiner Axt und macht weiter. Es sieht exakt so aus wie ein Baum,
    nur wenn man es anfässt, so spürt man den kalten Stein.
    Weiter geht es dann zum BRANDBERG, er verdankt den Namen seinem
    rötlichen Schimmer beim Sonnenuntergang. Und obwohl wir extra bis zum
    Untergang gewartet haben, konnten wir dies nicht bestätigen. Vermutlichen
    haben wir einfach von der falschen Seite geschaut. Doch die Wartezeit haben wir nicht
    sinnlos verplempert. In unmittelbarer Nähe gab es Elefanten. Also machten wir uns
    auf Erkundungstour, rein ins Flussbett, da uns dort unser Glück versprochen wurde.
    Ein Auto vorne weg und wir mit ein wenig Abstand hinterher. Als wir die anderen einholten,
    erzählten sie, noch total aufgeregt, von einer Elefantenherde mit Kleintieren, welche
    direkt vor ihnen entlang lief. Im Gebüsch neben uns und in einiger Entfernung vorne
    entdeckten wir dann aber auch noch jeweils einen Elefanten.

    Unserer nächstes Ziel war OTJIWARONGO mit dem WATERBERG.
    Direkt dort angekommen haben wir einen Game-Drive (sowas wie eine „Safari-Tour“) gemacht.
    Los ging es voller Vorfreude rauf aufs Waterbergplato. Allein die Aussicht von dort oben
    hat sich auf jeden Fall gelohnt. Eine Höhe und eine Weite, überall Natur und Tiere.
    Naja gut, eher Natur als Tiere, denn davon haben wir definitiv mehr gesehen.
    Eine Giraffe lief in sicherer Entfernung vor uns über die Straße, ein paar Kudus
    kreuzten unseren Weg und an unserem dritten (und leider letzten) Wasserloch
    ließen sich sogar ein paar Büffel und ein Oryx blicken. Na das hat sich trotzdem noch
    ein wenig gelohnt, jedoch haben wir leider kein Nashorn sehen können, welche
    es dort auch geben sollte, na vielleicht nächstes Mal 😉

    Und schon war die Zeit fast vorbei und wir zogen los zu unserer letzten Station, OKAHANDJA.
    Dort ist der Holzmarkt sehr berühmt. Überall werden (eigentlich die gleichen) Holzschüsseln,
    Salatbestecke, Elefanten und andere Tiere, Figuren und und und verkauft.
    Doch das Besondere hier ist die Tatsache, dass alles direkt vom Erzeuger verkauft wird und
    nicht von irgendwelchen Dritt- oder Viertkäufern, bei denen dann immer die Frage offen
    bleibt, wie viel der Erzeuger wirklich davon abbekommen mag.
    So wurden gleich ein paar restliche Weihnachtsgeschenke und Mitbringsel für die
    lieben Daheimgebliebenen gekauft, auch wenn dafür eigentlich noch genug Zeit sein sollte.

    Am nächsten Tag wurde sich traurig von den Autos verabschiedet und es ging wieder nach REHOBOTH.
    Dort haben wir dann auch schon einen Tag später WEIHNACHTEN gefeiert.
    Eine komische Erfahrung, bei 35°C, nicht im Beisein der Familie und ohne all den Traditionen.
    Aber es wurde auch so ein sehr schöner Abend, den ich in Erinnerung behalten werde.
    Hier in Namibia feiern die Leute am 25. erst richtig Weihnachten.
    So gingen wir an den Tag mit der Familie unserer Mentorin in die Kirche und danach
    zum gemeinsamen Mittagessen mit… Fleisch! (und natürlich noch einigen anderen Leckereien)

    Am 27. verließen wir dann wieder Rehoboth (immer auf Achse…) und es ging
    um drei Uhr morgens (!) nach LÜDERITZ in den Süden. Dort feierten wir dann noch
    zwei Geburtstage, gingen baden, schauten uns die Stadt an und… KOLMANSKOP
    Eine wunderschöne, ehemalige Diamentenarbeiterstadt, deren Bewohner ihre Häuser
    schon vor Jahren verlassen haben. Doch nun wohnt dort etwas anderes – die Wüste.
    Alle Häuser sind mehr oder minder heruntergekommen und von Sand und eigenen
    kleinen Dünen besetzt worden.
    Bewohnbar sind diese Häuser nicht mehr, aber das macht sie nur umso schöner.

    Unsere letzte Station für die Ferien war KAPSTADT,
    wo wir zu erst einmal das neue Jahr feierten. So war das Erste was wir von der
    Stadt sahen ein Hafen voller Menschen und in weiter Ferne ein nebelbehangener TAFELBERG,
    den einige von uns (später) mutig bestiegen, während andere lieber die Seilbahn benutzten…
    Doch so oder so, der Ausblick von dort oben über die Stadt, den Hafen und das Meer
    war es definitiv wert. Des Weiteren besuchten wir noch ein paar Strände, aßen die besten
    Fish´n Chips und ließen es uns gut gehen. Der Botanische Garten wurde besichtigt
    und viele kleine niedliche (Essens- und Klamotten-) Läden entdeckt.
    Wir fuhren zum KAP DER GUTEN HOFFNUNG, dem südlichsten Punkt Afrikas und
    wagten einen FALLSCHIRMSPRUNG. 3000 Meter tief ging es aus dem Flugzeug raus,
    40 Sek. dauerte dann der Freie Fall, der am Ende eine Geschwindigkeit von
    200-240 km/h hatte und als dann der Fallschirm offen war, wurde einfach nur noch
    die Landschaft dort unten genossen, es sah einfach alles so klein von da oben aus.
    Ein wunderbares Gefühl und definitiv eine fantastische Erfahrung!

    Alles in allem kann ich nur sagen, dass diese Ferien einfach wunderbar waren.
    Eine Zeit,  die mir das Land und seine Leute näher gebracht hat.
    Eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte!
    Viele Erlebnisse, die ich für immer behalten werde.
    Und ich kann jetzt schon mit Fug und Recht behaupten,
    dass ich mich wahnsinnig auf die nächsten Ferien freue
    und diese ganz schön was bieten müssen um diese hier zu übertreffen!

    Ach übrigens:
    Ein Frohes Neues Jahr wünsche ich euch allen! 🙂

     

    Fotos:

    Rundreise: https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6250750869382759361?authkey=CMeAnZHEmoeRRA

    Kapstadt: https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6250750057415712465?authkey=CN6J-56Wh5PcUg

    ————————————————————————-


  6. Ein Weihnachtsfest für die SAN…

    Dezember 10, 2015 by Clara Müller

    ——————————————————————-
    Wie ein Weihnachtsbaum, Geschenke und genügend Essen hundert Kindern ein Lächeln ins Gesicht  zaubern kann…
    Wir verließen Rehoboth für ein Erlebnis, welches wir so schnell nicht mehr vergessen sollten. Unser Kleinbus, vollgeladen mit neun Freiwilligen, etlichen Rucksäcken und einer riesigen Menge Tüten voller Essen, Süßigkeiten, Spielzeugen und Haushaltsmitteln, kam nach acht Stunden Fahrt und voller Vorfreude endlich in Otjituuo an.
    Empfangen wurde wir etwa hundert Erwachsenen San-People, die auf dem Dorfplatz tanzten und uns allen einzeln die Hand schütteln wollten. Sie waren mindestens genauso aufgeregt wie wir alle. Einige von ihnen haben vorher noch nie Weiße gesehen, da sie selten raus kommen aus ihrem Dorf. Da waren wir dann doch eine ziemliche Attraktion. 
    Das Dorf – Otjituuo – liegt im Norden Namibias, etwa 60km von der nächsten Stadt entfernt und somit richtig im Nirgendwo. Die Verbindungsstraße ist eine Gravel Road und somit nicht wirklich ngeneh, zu fahren.
    Eigentlich besteht der Ort nur aus einem riesigen Gutshof, wo allerdings bloß die Besitzer (die Herero, eine Volksgruppe in Namibia) wohnen. Weiterhin gibt es noch einen kleinen, wirklich sehr kleinen Laden (das Paradoxe an dem Landen ist, dass alle Güter viel teurer sind als in der Stadt und das obwohl es an die Armen der Armen verkauft wird…), ein Klohäuschen (einen fünf-Minuten-Marsch in der prallen Sonne vom Dorfplatz und unserer Unterkunft entfernt), einer Tankstelle, Polizeigebäude und Krankenstation und einem Kirchengebäude, welches in Deutschland eher als Stall bezeichnet werden würde. Die Arbeiter der Farm, die San-People oder auch Buschmänner (eine weitere Volksgruppe in Namibia), leben in kleinen Häusern, aus Lehm und einzelnen Steinen gebaut, bestehend aus einem Raum, der etwa 2×2 bis 4×4 Meter misst – nicht wirklich viel für zwei Erwachsene mit ihren Kindern…  
    Am Wochenende wurde nicht gearbeitet. Die meiste Zeit verbrachten die Erwachsenen damit am „Dorfplatz“ zu tanzen und zu tanzen, egal wie heiß es ist. Sogar in der Mittagshitze, in der für uns schon der Gang zum Klohäuschen eine Qual war.  Oder sie beten, die San in Otjituuo sind wirklich sehr religiös. Aber vermutlich ist das auch einfach etwas, an dem sie sich festhalten können. Denn gut geht es ihnen dort wirklich nicht!
    Ihr Essen besteht tagein und tagaus nur aus einem Maisbrei (so wie Porridge mit Maismehl) und ab und zu wird auch eine Ziege dazu geschlachtet, die rennen in Otjituuo bei den Ziegenfarmern genug herum.
    So wurde auch als wir dort waren eine Ziege geschlachtet. Für uns ein besonderes Erlebnis, für die San eine Alltäglichkeit. Anders aber war es mit dem Essen. Für uns sind Nudeln, Kürbisbrei, Möhren-und Rotebeetesalat oder auch Wassermelonen, Orangen und geschmierte Brote etwas total Normales. Im Gegensatz zu den San, die so etwas selten bekommen, ihre Freude darüber war dementsprechend wirklich groß!
    DSC06832

                                die Kinder warten auf das Mittagessen


    So strahlten auch die Gesichter der Kinder, als wir den Weihnachtsbaum auspackten und begannen ihn zu schmücken. Schnell waren wir von Kindern umringt, die uns unbedingt helfen wollten Weihnachtskugeln und Lametta am Plastik-Tannenbaum zu befestigen. An diesem Abend wurde um den Weihnachtsbaum getanzt. Und wenn diese Leute eins können, dann tanzen!
    Am kommenden Morgen, nach der Erzählung der Weihnachtsgeschichte (auf Englisch, Afrikaans, Xkiung und einer weiteren Klicklautsprache) haben wir den Kindern ihre Geschenke gegeben. Darin waren verschiedene Süßigkeiten, Kekse, Spielzeug-Dinosaurier, Buntstifte und Bleistifte, so wie für die Jungen Autos und für die Mädchen Haargummis, -bänder und Spangen.  Die Kinder waren wirklich sehr glücklich darüber und mussten auch alle gleich den Haarschmuck oder die Dinos und Autos ausprobieren.
    Ebenso schön anzusehen war es, als den Kindern Orangen ausgeteilt wurden. Bevor sie gegessen wurden, spielten alle Kinder damit, sie jonglierten, warfen sich die Orangen wie Bälle zu oder einfach in die Luft und fingen sie wieder auf. Doch danach wurden die Orangen mit Freude gegessen und ausgesaugt bis zum letzten Rest.
    Für alle hatten wir zudem noch kleine „Hygiene-Pakete“ zusammen gepackt mit Zahnbürste und -pasta,
    Seife, Handtuch, Vaseline und für die Frauen Binden, denn so etwas benutzen sie ansonsten nicht…
    Jeder Haushalt bekam zusätzlich noch Maisbrei, Zucker, Mehl und verschiedene Samen um einen eigenen Garten anzupflanzen und längerfristig von mehr als den Spenden zu leben. 
    So können die San zum Beispiel in den kommenden Jahren Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln anbauen und damit ihre bisher recht einseitige Ernährung ergänzen

    So glücklich und zufrieden die Menschen dort auch wirkend, hat man ihnen doch angemerkt, dass sie zu kämpfen haben mit ihrem Leben. Neben Kindern, die in festlichen Kleidern im Dreck spielten (der Besuch von uns war für viele etwas wirklich sehr besonderes!), gab es einige, die nur eine Unterhose trugen oder an allen drei Tagen die gleichen komplett zerrissenen Klamotten an hatten. Und  Schuhe trugen die wenigsten Kinder von ihnen, trotzdem saßen wieder einige daneben, die feine Schuhe oder sogar Schmuck besaßen. Das ist dann schon ein seltsamer Anblick.
    Ebenso gewöhnungsbedürftig ist es, dass sehr viele Mädchen in unserem Alter und sogar noch jünger mit ihren Kindern im Arm durch das Dorf laufen. Denn – auch wenn wir davon nichts mitbekamen – viele der Mädchen prostituieren sich dort. Sie bekommen nicht viel dafür, was aber für ein Leben bleibt, ist das Kind.
     
    gemütlich beim Teetrinken

                                         gemütlich beim Teetrinken

    Ich kann behaupten, dass wir den San-People ein schönes Wochenende mit genügend Essen, kleineren Geschenken und Freuden, so wie alles in allem ein wundertolles Weihnachtsfest beschert haben. Und aus diesem Grund möchte ich mich noch einmal ausführlich bei denen bedanken, die gespendet haben. „Baie Dankie!“

    Falls jemand erst jetzt diesen Beitrag liest und etwas Spenden möchte, dann könnt ihr das gerne machen!
    Im Mai möchten wir noch einmam für eine längere Zeit zu den San-People fahren.
    Wenn du dich dafür interessierst, dann schreib mir doch kurz eine E-Mail an claramueller97@yahoo.de
    Ansonsten wünsche ich allen ein Frohes Fest und gemütliche Feiertage!
    —————————————————————————–

  7. San-People Projekt

    November 16, 2015 by Clara Müller

    ——————————————-

    Hier in Namibia möchte ich nicht nur in meiner Grundschule den Schülern helfen, sondern ich habe mir auch noch zusammen mit einigen anderen Freiwilligen ein weiteres Projekt ausgesucht. Wir möchten, speziell an Weihnachten, ein paar San-People mit Essen und Kleinigkeiten unterstützen.
    Dafür werde ich euch das Projekt einmal genauer vorstellen:

    Die San sind eine Volksgruppe, die heute nur noch das südliche Afrika besiedeln. Weit verbreitet ist auch die Bezeichnung Buschmänner, was vermutlich mit ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Jäger und Sammler zusammenhängt. Heutzutage leben nur noch sehr wenige wie im ursprünglichen Sinne. Der Großteil arbeitet nun auf Farmen.
    So zum Beispiel auch in Otjituuo im Norden Namibias.
    Dort gibt es eine Farm, die von den Hereros, einer weiteren Volksgruppe Namibias, geführt wird. Etwa 40 Erwachsene und jugendliche Mütter leben dort mit ihren 80 Kindern.
    Zu dieser hohen Kinderrate kommt es zum einen, da bei den San-People keine Verhütung bekannt beziehungsweise gewünscht ist. Ein weiterer – nicht wirklich erfreulicher – Grund ist die Prostitution. Viele junge Mädchen verkaufen sich (für umgerechnet 1-2 Euro) an die Herero-Männer, beziehungsweise werden einfach „benutzt“, ohne bezahlt zu werden.

    SAN auf der Farm

    SAN auf der Farm

    Auf der Farm gibt es eine Grundschule, an der die Kinder unterrichtet werden. Jedoch können die Kinder mit einem 7. Klasse-Abschluss nicht viel anfangen und für eine weiterführende Schule müssten sie ihre Familien verlassen und hätten dann in der Stadt Schwierigkeiten eine Unterkunft für die Schulzeit zu finden. Mal abgesehen von den Problemen mit dem Geld.
    Aus diesen Gründen, und weil die Arbeitskräfte natürlich auch auf der Farm benötigt werden, bleiben die Kinder einfach dort.

    Wir Freiwilligen wollen zusammen mit Mrs. Lawrence, einer Lehrerin an unserer Schule, Anfang Dezember zu den San-People auf diese Farm fahren und mit ihnen gemeinsam ein verfrühtes Weihnachtsfest feiern.
    Wir möchten natürlich auch Geschenke verteilen. Die Kinder sollen kleine Spielzeuge, wie zum Beispiel Bälle, Autos oder Puppen bekommen.
    Die Erwachsenen bekommen von uns kleine Hygiene-Pakete mit Deos, Zahnbürste und Zahnpasta, Seife, Vaseline und für die Frauen Binden und Tampons.
    Jeder Haushalt soll zudem noch Mehl, Zucker, Porridge, Kaffee und andere haltbare Lebensmittel bekommen.
    Vor Ort kaufen wir noch zwei Ziegen und ein paar Hühner und bereiten den San-People jeden Tag vollwertige Mahlzeiten zu.

    Die Kinder freuen dich über das Essen.

    Die Kinder freuen dich über das Essen.

    Um dieses Weihnachtsfest wirklich veranstalten zu können, sind wir auf DEINE Unterstützung angewiesen! Wenn DU Interesse hast, eine Kleinigkeit zu spenden, so dass wir für die San Essen und kleine Geschenke kaufen können, so melde dich doch bitte bei mir unter: claramueller97@yahoo.de und ich sende dir ein paar Bilder, die Antworten auf deine Fragen und die Kontodaten zu.

    Ich möchte mich schon jetzt bei allen bedanken, die bereit sind einen kleinen Betrag zu spenden und hier in Namibia zu helfen. Zudem garantiere ich, dass der komplette Betrag in Form von Geschenken und Essen bei den Kindern und Erwachsenen ankommt!

    ———————————–


  8. Nichts als Träume…

    Oktober 27, 2015 by Clara Müller

    _______________________________________

    Jeder von uns hat Träume, Wünsche und Vorstellungen vom Leben.
    Dies alles ist geprägt von unseren bisherigen Erlebnissen und Erfahrungen.

    In der fünften Klasse gab ich die Aufgabe, ein paar Sätze über den Berufswunsch zu schreiben.
    Was sie werden möchten, und vor allem auch warum überhaupt.
    Als ich den Auftrag an die Schüler weitergab, habe ich nicht mit diesen Antworten gerechnet.
    Eigentlich diente dies mehr dazu, das Schreiben, besonders in Englisch, zu üben.

    Die Antworten lassen sich in drei große Kategorien einteilen:
    – Lehrer (5)
    – Doktor (7)
    – Mädchen: Tänzer, Sänger oder Model (9)
    Jungs: Rugby oder Soccer Spieler (4)
    Alle anderen sind entweder nur einmal vorhanden
    (Richter, Reparierer, Zahnarzt, Rennfahrer)
    oder unleserlich, denn auch in der fünften Klasse gibt es noch welche,
    die sehr schlecht lesen und schreiben können.

    Aber warum möchten so viele der Kinder Lehrer werden?
    Denn seien wir mal ehrlich, eigentlich wollen wir doch alle
    so schnell wie möglich die Schule hinter uns lassen und andere Bereiche erobern.
    Nun, vermutlich ist Lehrer einfach ein sehr verbreiteter Beruf.
    In unserem Umfeld, also natürlich nicht nur in der Schule,
    sondern auch bei unseren Mentoren und deren Freunde und Verwandte,
    ist Lehrer der vorherrschende Beruf. Aber der Bedarf ist auch wirklich hier vorhanden.
    Allein in Rehoboth gibt es sieben Grundschulen (unsere hat 930 Schüler, bei den anderen
    wird es ähnlich sein). Auch im Umkreis stehen etliche Farmschulen,
    die selbstverständlich auch Lehrer benötigen.
    Und dann gibt es natürlich noch die weiterführenden Schulen (Highschool).
    Die Begründungen der Schüler waren:
    – sie lieben Kinder
    – sie mögen Bildung
    – sie wollen den Schülern Disziplin, Ordnung  und Respekt lehren
    – sie wollen ihnen beibringen, wie man liest und schreibt
    – „Ich möchte ein Lehrer werden, weil ein Lehrer Kinder unterrichtet“

    Und warum ausgerechnet Doktor?
    Gut, Medizin ist auch in Deutschland ein sehr verbreiteter Berufswunsch.
    Aber viele der Kinder leben in ärmeren Verhältnissen. Besonders an unserer Schule,
    da diese direkt bei Block E liegt, eines der drei Viertel hier in Rehoboth, wo nur Wellblechhütten stehen und die Kinder zusammengepfercht mit ihrer gesamten Familie wohnen. Da herrschen mehr Krankheiten vor, da vor allem die Hygiene-Maßnahmen darunter leiden. So kommen viele schon in jungen Jahren mit Krankheit und Tod in Kontakt.
    (Einige besitzen noch nicht einmal das nötige Geld für die Beerdigung. So haben wir Freiwilligen schon gesammelt, um einem Kind aus unserer Klasse, die Beerdigung der Mutter zu finanzieren.)
    So möchten die Kinder unbedingt:
    – die Menschen gesund machen (vor allem HIV / AIDS und Ebola)
    – kranken und gesunden Menschen helfen
    – der eigenen Familie helfen
    – „es fühlt sich cool an zu helfen“

    Das war einmal der Traum eines jeden Mädchens:
    Model, Fashion-Designer, Sänger, Tänzer, Popstar, Filmstar und wie sie nicht alle heißen…
    Der Weg raus aus dem öden, alltäglichen Leben rein in das Rampenlicht, beachtet von allen.
    – „Wenn ich groß bin möchte ich ein Filmstar sein,
    weil ich so viel Action und Schönheit habe.“
    – „Ich möchte wie Lil Wayne sein. Er singt toll. Ich möchte wie er sein. “
    – „Ich möchte ein Model werden, weil das mein Traum ist und ich es sehr mag.
    Ich bin auch immer ein Model zu Hause und ich bin sexy und ich bin schön
    und ich bin immer ein Model, das ist mein Traum.“
    -„… weil es meine Zeit ist zu scheinen.“

    Genau so sieht es auch mit den Jungs und weltbekannten (Rugby/Soccer) Spielern aus.
    – „Ich möchte ein bekannter Rugbyspieler für Namibia werden, weil wir Leute umschlagen.“

    Besonders schön ist auch die Begründung:
    -“ Ich möchte ein Richter werden, weil mein Bruder ein Richter werden möchte. Es ist mein Traum.“

    Doch egal woher und auf welcher Grundlage dieser Wunsch aufgebaut ist,
    so werden die meisten Kinder keine Chance dazu haben,
    auch nur in die Nähe dieser Berufe zu kommen.
    Nach der siebten Klasse, wechseln sie auf die Highschool
    (bis zur zehnten Klasse besteht die Schulpflicht, wie auch in Deutschland),
    doch für die meisten (ärmeren) Kinder war es das dann einfach.
    Denn es ist natürlich auch eine Frage des Geldes (Schuluniform, Schreibutensilien, Ausflüge und und und… Mit Arbeiten kann man dann natürlich mehr Geld verdienen…)
    Ohne Schulabschluss ist es recht schwierig ein Richter oder Doktor zu werden.
    Es ist einfach immer noch so, dass es viel zu viel ausmacht, ob du Geld hast oder nicht.
    Ohne diese Grundlage fehlen dir einfach die Möglichkeiten dich weiter zu entwickeln
    und auch nur annähernd die gleichen Chancen, wie deine reicheren Mitschüler zu bekommen.

    Ich hoffe dennoch, dass die Kinder einen Beruf finden, mit dem sie zufrieden sind
    und einzelne vielleicht auch ihr Ziel erreichen…

    _______________________________________________


  9. Goeie Môre! Hoe gaan dit met jou?

    Oktober 1, 2015 by Clara Müller

    ———————————————————-

    Jeden Morgen auf dem Weg zur „Personeelkamer“, wie das Lehrerzimmer hier genannt wird,
    tönt es von allen Seiten „Môre“ und „Goeie Môre“.
    Ob das nun ein Morgen oder sogar ein guter Morgen werden wird, entscheidet sich jedoch erst,
    wenn ich in in die „Personeelkammer“ komme und sehe, ob die Lehrer, denen ich im Unterricht
    an diesem Tag helfen werde, da sind. Denn alleine in der Klasse (ohne Material,
    denn den Schlüssel für den Schrank haben nur die Lehrer…) ist es schon sehr anstrengend.
    Danach kann ich nur noch: „Ek is moeg!“ – „Ich bin müde!“ sagen 😉
    Ist mein Lehrer jedoch anwesend, so kommt „Hoe gaan dit met jou?“ – Wie geht es dir? – ins Spiel.
    Auf Englisch oder auf Afrikaans, jeder fragt dich sofort wie es dir geht. Egal ob du die Leute kennst
    oder sie dich nur auf der Straße ansprechen, diese Phrase hat hier eine höhere Bedeutung
    als bei uns in Deutschland. Es kommt auch einmal vor, dass dir einer ehrlich antwortet und nicht
    „(baie) goeie“ – (sehr) gut, sondern „kan nie kla nie“ – kann nicht klagen – oder etwas anderes sagt…

    Im Unterricht verwende ich eigentlich hauptsächlich „Moenie!, was so viel wie Stop heißt.
    Und das in den Unterschiedlichsten Facetten, wie zum Beispiel
    „Moenie baklei nie!“ (Stop, hör auf zu kämpfen! – in Afrikaans hört sich das irgendwie strenger an und
    man kann das auch besser durch die Klasse schreien…)
    Noch häufiger verwende ich jedoch: „Bly stil!“ – Seid still!
    Der Rest findet hauptsächlich auf Englisch statt. Jedoch reagieren die Schüler deutlich schneller,
    wenn sie mich auf Afrikaans reden hören. Anfangs waren sie total erstaunt, dass ich auch einiges
    verstehe und sagen kann und das erhöhte die Wirkung.
    Denn zwei mal in der Woche gehen wir auch wieder in die Schule zu unseren Afrikaans-Lessons.
    Die Schüler waren ganz geschockt, als sie das hörten. Aber der Unterricht bringt sehr viel.
    Wir lernen etliche Phrasen, die wir im Unterricht anwenden können, was besonders für den
    Computer-Unterricht in der Lower-Primary (bis zur vierte Klasse) und für meine Vormittage
    in der Pre-Primary sinnvoll ist, denn diese verstehen gar kein bis sehr wenig Englisch.
    Mein Wissen reicht zwar derzeit aus, um mich verständigen zu können, doch für alles Weitere gibt es glücklicherweise noch die Lehrer oder ein bis zwei Schüler, die gut Englisch verstehen
    können und somit für mich immer übersetzen dürfen.

    Die Schüler versuchen auch immer mir Afrikaans beizubringen. Sie amüsieren sich jedes Mal
    über meine Aussprache, die eben doch Deutsch klingt.Das jedoch spornt sie noch mehr an,
    mich die Sätze immer und  immer wieder wiederholen zu lassen. Und letzten Endes habe ich
    so die Zahlen von eins bis zehn oder auch die Farben gelernt. Mit der Zeit wurden jedoch die Begriffe immer mehr,
    da mir plötzlich jeder aus der Klasse etwas beibringen wollte und ich konnte mir nichts mehr merken.
    Heute habe ich einen Deal mit einem Sechstklässler abgeschlossen. Er bringt mir Afrikaans bei,
    wenn ich ihm Deutsch lehre. Ob das was wird bezweifel ich allerdings stark 😀

    Um auch in unserer Wohnung weiterhin Afrikaans lernen zu können, haben wir etliche Möbel
    und Gegenständige mit der Vokabel beklebt.
    So steht zum Beispiel auf unserer Uhr: „klok“, an unserer Mikrowelle: „mikrogolf“ und bei den
    Geschirrtüchern: „tee handdoek“. Das Wohnzimmer ist die „woonkamer“ und die Küche: „kombuis“.
    So lässt sich leicht im Alltag weiter lernen, auch wenn wir diese Vokabeln in der Schule eher nicht
    gebrauchen werden. Besonders, da sich mit allen Lehrern und den Schülern ab der dritten
    Klasse (ordentlich) Englisch reden lässt. Aber es ist hier trotz alle dem unsere einzige Chance
    wirklich Afrikaans zu lernen und auch anwenden zu können.

    Ich hoffe somit am Ende des Jahres, wenn es heißt: „Ek gaan huis toe“ (Ich gehe nach Hause),
    mich gut in Afrikaans verständigen zu können. Denn schon jetzt bemerken wir die schnelle Entwicklung.

    Und damit an alle: „Totsiens en goeie Naand!“

    ———————————————————-


  10. der erste Monat…

    September 15, 2015 by Clara Müller

    ———————————————————–

    Genau vor einem Monat landete unser Flieger und entließ uns ins Ungewisse.
    Es glich einem Sprung ins kalte Wasser:

    Was wird uns begegnen? Wie werden wir das alles aufnehmen?
    Wie genau wird unsere Arbeit sein? Wird uns das Spaß machen?
    Werden die Menschen nett sein? Wie wird das WG-Leben werden?
    Werden wir uns verständigen können? Und wie läuft das hier eigentlich alles ab?
    Diese und noch viel mehr Fragen schwirrten uns im Kopf umher, als wir den Flieger verließen.

    Und inzwischen lässt sich eigentlich auf alles eine Antwort finden.
    Zumindest eine Zwischenantwort, wie wir alles nach so einer kurzen Zeit betrachten.
    Denn obwohl es mir vorkommt, als wäre ich schon eine Ewigkeit hier,
    ist dies doch irgendwie erst der Anfang.

    Vergangenes Wochenende fuhren wir mit ein paar Freiwilligen aus Windhuk zum
    Oanob-Damm, um dort zu baden und ein wenig die schöne Landschaft zu genießen.
    Auf dem Rückweg haben wir dann erst einen Giraffenhals in weiter Ferne,
    versteckt hinter vielen Büschen gesehen.
    Und kurz darauf lief gemütlich eine Zebraherde an der Straße vorbei
    und ließ sich von uns nicht stören. Alle zückten ihre Kamera und versuchten dieses,
    für uns zumindest doch sehr seltene, Ereignis festzuhalten.
    Jetzt fühlte es sich für uns wirklich an, als seien wir angekommen in NAMIBIA.
    Natürlich hat jeder schon einmal ein Zebra gesehen, aber doch nicht in freier Wildbahn,
    direkt neben dem Auto, so dass man eigentlich nur die Hand hätte ausstrecken müssen,
    um es zu berühren. Und auch Giraffen habe ich schon in deutlich näherer Entfernung gesehen,
    aber irgendwie kann man das nicht vergleichen…
    Als dann fünf Minuten später ein Esel am Wegrand stand, war die Begeisterung darüber
    eigentlich so gut wie nicht vorhanden. Komisch… 😉
    (Später wurde uns noch erzählt, dies sei die einzige Giraffe im Umkreis von Rehoboth.
    Hier leben die Tiere hinter einem Zaun, jedoch auf einem riesigen Areal.
    Weiter im Norden, vor allem im Etosha-Park, leben die Tiere aber wirklich frei.)
    Aber dennoch war dies für uns ein ganz besonderes Ereignis!

    Diesen Monat haben wir unsere erste Reise (nach Swakopmund) unternommen,
    waren in Windhuk zu Besuch und haben die Stadt erkundet.
    Auch Rehoboth kam nicht zu kurz. Wir wissen, in welchem Laden, wir was
    einkaufen müssen und wo die Post oder beispielsweise ein Bankautomat ist.
    Und, noch viel wichtiger, wo wir Strom und Internet kaufen können!
    Zudem haben wir unser WG-Leben ein wenig organisiert.
    So wurde ein Spül- und Putzplan aufgestellt und viele neue Rezepte ausprobiert.
    Beispielsweise Aprikosenknödel mit  Joghurt, statt mit Quark,
    da sich hier einfach kein Quark finden ließ. Und die Aprikosen waren auch
    eigentlich Pfirsiche, aber es war sehr lecker.
    In der Schule wissen wir inzwischen, wo wir welche Lehrer und welche Klassen finden.
    Und auch (teilweise) wie lang die Stunden sind, aber irgendwie sind diese
    jeden Tag anders und selbst die Lehrer sind manchmal noch verwirrt darüber.
    Aber spätestens am Ende des Jahres werden wir darüber sicher Bescheid wissen 🙂

    Wenn wir am Nachmittag durch die Stadt laufen, dann kommt es immer häufiger vor,
    dass von der anderen Straßenseite: „Hello, Miss Clara!“ gerufen wird.
    Am Anfang war das doch schon irgendwie komisch, aber jetzt verstehe ich wie sich
    unsere Lehrer (und nicht nur in dieser Situation) gefühlt haben müssen.
    Im Nachhinein tuen mir unsere Lehrer und besonders die Referendare
    doch irgendwie leid, denn jetzt weiß ich genau, wie das ist, wenn die Klasse
    mal nicht hören möchte und sich in den Kopf gesetzt hat, einfach nur laut zu sein.
    Doch (wenn die Schüler mal still sind) dann macht mir der Unterricht hier sehr viel Spaß!

    Mal sehen, was der kommende Monat für spannende Erlebnisse bringen wird…

    ———————————————————————–


  11. Meine erste Schulwoche…

    September 6, 2015 by Clara Müller

    ——————————————————————

    Jetzt liegt die erste Schulwoche hinter mir.
    Auch wenn diese eigentlich nur aus drei richtigen Schultagen bestand,
    habe ich das Gefühl schon viel länger dort gewesen zu sein.

    Am Montag besuchten zuerst nur die Lehrer (und wir) die Schule.
    Wir Freiwilligen durften uns in die Programme der Laptops einarbeiten, da wir
    immer zu zweit die Computer class der „lower Primary“ (Pre – 4. Klasse) übernehmen werden.
    Darauf folgte ein Meeting der Lehrer bei dem alle wichtigen Themen des dritten Trimesters
    besprochen wurden, allerdings auf Afrikaans. So haben wir nicht all zu viel verstanden, da unser
    Sprachkurs leider noch nicht begonnen hat.
    Im Anschluss fand noch eine Art Junggesellinnenabschied nach Bastard-Art statt.
    (Die Bastards/Baster sind Nachkommen derer, die aus Beziehungen zwischen Nama-Frauen
    und Buren (meist von den niederländischen Siedlern abstammend) entstanden sind.
    Die Hauptstadt der Bastard ist Rehoboth, die Stadt in der wir leben.)
    Im Klassenraum wartete der weibliche Teil der Lehrerschaft bei
    Gebäck, Knabbereien und Getränken auf die Braut-in-Spe.
    Diese wurde letztendlich in einer engen, knappen, zerrissenen Schuluniform
    hereingeführt. Ihre Haare standen zu Berge und überall wurden Wäscheklammern befestigt.
    Um die Hüfte trug sie einen Penis aus einer Karotte und zwei Kartoffeln,
    welches ihr männliche Seite betonen sollte. Zudem waren ihre Arme und das Gesicht
    mit Lippenstift vollgemalt  und ihre Augen wurden verbunden.
    Dann musste sie verschiedenste Geschenke (alles Haushaltsmittel) auspacken
    und erraten, was es sei. Lag sie falsch, wurde Mehl über ihr verteilt, sie bekam Spülmittel oder
    Handcreme in die Haare oder Geschirrtücher überall angeknotet.
    Später musste sie tanzen und posieren für die vielen Fotos, die natürlich alle geschossen wurden.
    Nachdem ich das gesehen habe, bin ich mir eigentlich ziemlich sicher,
    nicht in Namibia zu heiraten, obwohl wir die Haushaltsmittel natürlich alle gut gebraucht hätten 😉

    Doch genug mit dem Spaß, am Dienstag begann die Schule auch für die Schüler, und somit der Ernst für uns.
    Der Tag begann mit einer Vollversammlung in der Turnhalle mit allen 800 Schülern.
    Es wurde gesungen, gebetet und wir vier Freiwilligen durften uns vor allen vorstellen.
    Obwohl uns gesagt wurde, die siebte sei zu schwierig für uns und
    alleine unterrichten müssen wir auch nicht, stand ich die ersten beiden Stunden alleine
    in der siebten Klasse und musste diese beschäftigen,
    da ihre Lehrerin an dem Tag nicht in die Schule kam.
    Also wurde von Deutschland erzählt, nach der Ferien gefragt
    (die siebte Klasse war in Johannisburg) und ein paar Aufgaben im Textbook bearbeitet.
    Den Rest des Tages folgten dann noch die fünften Klassen. Und am Ende des Tages merkte man
    an meiner Stimme, dass diese Klassen viel zu laut sind und man häufig schreien muss, um sie zur
    Ruhe zu ermahnen (was leider auch nicht immer klappt…)
    Am Abend fielen wir alle total erledigt ins Bett.

    Am Mittwoch und am Donnerstag assistierten wir einigen Lehrern in ihrem Unterricht,
    so wie wir es dann den Rest des Jahres machen werden.
    So bin ich beispielsweise mit jeweils einem Lehrer zusammen in…
    – Englisch in der 5. und 6. Klasse
    – Hauswirtschaft (nur mit den Mädchen) in der 6. und 7. Klasse
    – BIS (grundlegende Information, z.B. wie man ein Buch in der Bibliothek ausleiht) in der 7. Klasse
    und zusammen mit jeweils einem anderen Freiwilligen in…
    – Computerclass in der pre, special, 2. und 4. Klasse
    – Kunst in der pre, special und 5. Klasse.
    Jede erste Pause teilen wir den Kinder Porridge aus, welcher von UNICEF gespendet wird.
    Teilweise ist dies die einzige Mahlzeit, die die Kinder am Tag bekommen.

    Am Freitag begann dann der lang ersehnte Big Walk. Wie liefen mit der lower primary
    eine Runde um den Block (mit jeweils zwei bis drei Kindern an der Hand) und machten eine
    Pause auf dem nahe gelegenen Fußballfeld mit Gebäck und Getränken. Die Kinder schienen
    große Freude an diesem Wandertag zu haben. Im Anschluss wurden auf dem Schulgelände
    Boxen aufgebaut und alle Kinder tanzten zu den hiesigen Charts. Anders als dies in Deutschland
    der Fall wäre, haben die meisten Kinder hier keine Scheu zu tanzen und können sich gut bewegen.
    So wurden wir Freiwilligen immer wieder von den Kindern auf die Tanzfläche gezerrt, um mit
    ihnen zu tanzen.

    Dies war ein schöner Abschluss für unsere erste,
    wenn auch sehr anstrengende, Schulwoche,
    auf die noch viele weitere folgen werden!

    ——————————————————————


  12. Swakopmund…

    August 30, 2015 by Clara Müller

    ——————————————————————

    Am Dienstag begann unsere erste Reise hier in Namibia.
    Etwa fünf Stunden fuhren wir im sehr heißen und engen Kleinbus nach Swakopmund.
    Unser erster Eindruck war: IST DAS KALT!
    Denn die Temperatur betrug hier nur etwa 10-15°C, kombiniert mit einem kühlen Wind.
    Für unsere gewöhnten 30°C in Rehoboth war das dann doch ein starker Wetterumschwung.
    In den heißen Sommermonaten (derzeit haben wir Winter) nutzen das die Namibier
    dann auch aus und die kühle Stadt wird zum ersehnten Urlaubsort.

    Swakopmund liegt direkt zwischen dem Meer (Atlantik) und der Wüste (Namib).
    Dies macht diese Stadt zu einer ganz besonderen, mit wunderschöner Landschaft.

    das Meer…

    IMG_2280

    … und die Wüste

    Natürlich sprangen einige Mutige ins eiskalte Nass.
    Doch die Wüstenwanderung ließ sich niemand entgehen.
    Dünen wurden erklommen und wieder runtergerutscht,
    Fotos wurden in Unmengen geschossen
    und einfach nur still der Ausblick genossen…
    Danach waren alle voller Sand, doch auch glücklich
    über diese wunderbaren Bilder, die wir sehen durften.

    Dünenwanderung

    Dünenwanderung

    Überall wurden wir mit der deutschen Koloniezeit konfrontiert.
    Die Hotels hießen „Haus Germania“ oder „Zum deutschen Haus“,
    der Bücherladen nannte sich „Swakopmunder Buchhandlung“
    und besaß ebenso viele deutsche Bücher und Kalender, wie Englische.
    Auf der Straße begegneten uns überall andere Deutsche
    und Namibier, die ebenso Deutsch mit uns sprachen.
    Und auch im Supermarkt findet man alle Nase lang deutsche Produkte.
    So stellten wir am ersten Morgen erstaunt fest, dass wir auf unserem
    Frühstückstisch doch tatsächlich eine deutsche Marmelade stehen hatten.
    Eben jener Einkaufsladen warb mit leckerem Essen aus aller Welt und
    die beiden großen Flaggen in der Mitte gehörten Namibia und Deutschland.
    Alle anderen formatierten sich in klein um diese herum.

    Ein paar Fotos zu Swakopmund findet ihr wieder hier in der Galerie:
    https://www.dropbox.com/sh/h8ousnwgapx9ycw/AADkpDXcTmLQIkPcIgmp_c3Ga?dl=0

    ——————————————————————


  13. Erste Eindrücke…

    August 24, 2015 by Clara Müller

    ———————————————–

    AMPEL
    (auf Afrikaans „robot“ , so ein bisschen sehen sie ja auch aus wie Roboter)
    In ganz Rehoboth gibt es nur eine einzige Kreuzung mit Ampeln.
    Ansonsten läuft man hier halt einfach so über die Straße,
    solange man zur richtigen Seite schaut. (siehe Linksverkehr)
    Ganz besonders ist auch die Länge der Grün-Phase,
    denn diese ist so gut wie nicht vorhanden.

    ANSCHNALLEN
    Mit dem Anschnallen wird das hier nicht so genau genommen.
    Meist gurten sich, wenn überhaupt, nur die Vordersitze an.
    Hinten auf der Ladefläche ist das natürlich auch nicht so einfach
    (allerdings macht die Fahrt dort um so mehr Spaß, wenn man bei jedem
    Verkehrshügel, von denen es hier massig viele gibt, einmal durchgeschüttelt wird).
    Auch im Bus wurden wir sofort von einem Einheimischen angesprochen,
    der uns erklärte, dass man sich generell nicht anschnallt.
    Erst, wenn über eine „Gebietsgrenze“ gefahren wird, greifen alle,
    auch der Fahrer, sofort zum Gurt.

    ESSEN
    Hier wird wirklich sehr viel Fleisch gegessen. Am liebsten von der eigenen Farm.
    So haben wir bei unserem Braai (Grillen) auch verschiedenes Fleisch direkt
    von Judys Farm (unsere Mentorin) bekommen.
    Ein Essen ohne Fleisch sei keine ordentliche Mahlzeit.
    Doch dieses Fleisch kann wirklich nicht mit dem in Deutschland verglichen werden,
    da es hier keinerlei Massentierhaltung gibt und das Fleisch daher auch viel besser schmeckt.
    Zum Frühstück gibt es bei uns immer Porridge mit Äpfeln oder Bananen.
    Wirklich sehr lecker und eine Angewohnheit, die ich auch nach dem Jahr behalten werde.

    LINKSVERKEHR
    Namibia war 1920 – 1990 unter südafrikanischer Führung.
    Seit britischer Kolonialzeit wird in Südafrika auf der linken Seite gefahren.
    Dies wiederum wirkte sich – noch bis heute – auch auf Namibia aus.
    Also heißt es jedes Mal, wenn man die Straße überqueren möchte,
    drei mal überlegen, aus welcher Richtung sich das Auto nun nähern könnte

    WETTER
    Derzeit haben wir Winter in Namibia und doch ist es hier so warm, wie im Sommer in Deutschland.
    Tagsüber Temperatur um die 30 Grad (mit einer sehr niedrigen Luftfeuchte), doch
    in der Nacht sinken die Temperatur bis in den einstelligen Bereich. Aber im Sommer
    wird sich auch dies ändern. Da bin ich mal gespannt, wie das zu ertragen sein wird…

    ZEIT
    Die Zeit scheint hier manchmal anders zu gehen. Eine halbe Stunde sind keine 30 Minuten,
    es wird eher gelassen gesehen und erschienen, wann man gerade kann.
    Doch gilt dies natürlich nicht für alle!
    Die gleiche Situation: Morgens, wir hatten ein wenig verschlafen, und versuchten noch
    mit unserem Frühstück fertig zu werden, bevor wir zur abgemachten Zeit abgeholt werden.
    Am einen Morgen holte uns Judy ab. Wir warteten 15 Minuten, was natürlich kein Problem war.
    Doch unser Essen schlangen wir in kürzester Zeit runter, um danach rum zu sitzen.
    Am nächsten Morgen kam Carice uns abholen und stand zehn Minuten zu früh vor der Tür.
    (Wir sind dann ohne Frühstück los) Sie kommt immer zu früh, da sie normalerweise immer zu
    spät kam und deswegen die Uhr um 15 Minuten vor stellte.
    Jetzt ist die Frage, was besser ist? Doch wenn man sich einmal dran gewöhnt, dann ist beides gut.

    ———————————————–


  14. Fotos…

    August 22, 2015 by Clara Müller

    ————————————————

    Es sind schon ein paar schöne Fotos hier unten im Süden entstanden…
    Die Bilder findet ihr in diesen Galerien:

    Swakopmund: https://www.dropbox.com/sh/h8ousnwgapx9ycw/AADkpDXcTmLQIkPcIgmp_c3Ga?dl=0

    Namibia (allgemein): https://www.dropbox.com/sh/iinuc6af6561xrp/AACwrQ7xYPJKyKb_7CjL3n3_a?dl=0

    Schaut regelmäßig vorbei 😉

    ————————————————


  15. Endlich angekommen…

    August 19, 2015 by Clara Müller

    ————————————————

    Am 14.08. hieß es früh um 5:00 Uhr aufstehen, die restlichen Sachen zusammenpacken, meiner Schwester Tschüss sagen und los geht´s zum Frankfurter Flughafen mit meinen Eltern. Dort musste dann – total aufgeregt und gespannt – noch eine vier stündige Stadtbesichtigung folgen, da wir natürlich gekonnt um alle Staus herum gefahren sind und nun viel zu früh dran waren.
    Endlich wurde es dann aber Zeit und die Abflugszeit und somit die Verabschiedung kam immer näher. Die Mitfreiwilligen wurden begrüßt, Koffer gewogen und letztendlich eingecheckt. Nun hieß es wirklich Abschied nehmen…  Doch nicht für lange Zeit, meine Familie wird mich schon im Oktober besuchen kommen und eine große Namibia-Besichtigungstour wurde auch schon geplant.

    Problemlos startete dann das Flugzeug von Frankfurt nach Johannisburg, wo wir etwa fünf Stunden Aufenthalt hatten. Erste Eindrücke vom südlichen Afrika wurden erwartungsvoll aufgesogen. Nach weiteren zwei Stunden Flug landete der Flieger dann endlich im lange ersehnten Windhuk.
    Zur Begrüßung durften wir uns erst einmal mit dem Visum rumschlagen, Zettel ausfüllen und hoffen, dass alles richtig ist. Glücklicherweise hatten wir dabei Hilfe. Kurze Zeit später stand nun unsere Gruppe von 23 Freiwilligen im doch recht kleinen Flughafen, kaufte sich noch schnell ein Wasser oder wechselte das Geld. Bei einem Umrechnungskurs von 1:14 fühlten wir uns mit den vielen 100 Namibian-Dollar doch recht wohlhaben. Dabei entspricht einer davon nur knapp 8 Euro. Doch auch daran werden wir uns gewöhnen.

    Weiter ging es mit einem Kleinbus Richtung Windhuk-Stadt, wo einige unserer Freiwilligen leben und arbeiten werden. Von dort ging es nun noch eine Stunde Richtung Süden nach Rehoboth.
    Hier werde ich das kommende Jahr mit drei anderen Freiwilligen (Helene, Maike und Jesko) in einer WG wohnen.
    Die Zimmer wurden relativ schnell verteilt und alle wollten nur noch etwas essen und schlafen.
    Es gab leckeres, typisches Essen, gekocht von Judy, unserer Mentorin: Kartoffelsalat mit Mais und einer sehr mayoneselastigen Soße, Karottensalat und leckeres Fleisch von ihrer eigenen Farm.
    (Heute habe ich im Restaurant in Windhuk Springbock mit Rosinen-Beeren-Soße und Mandelkroketten gegessen. Es stand unter der Rubrik African Specials und war sehr, sehr lecker und das für umgerechnet nur knapp 12 Euro!)

    Diese Woche haben nun wir nun am Vor- und Nachmittag ein Training.
    Die Post wurde besichtigt, die Gym gezeigt, im frisch gebauten Einkaufszentrum erste Besorgungen getätig und  und und. Ebenso fuhren wir durch Block E, einem Viertel von Rehoboth, in dem überall Wellblechhütten stehen und Müll entlang der Straße verstreut liegt. Ein paar Kilometer weiter liegen jedoch die wohlhabenden, großen Anwesen mit eigenem Swimmingpool…
    Und von überall schauen die Mensche. So eine Gruppe von weißen Jugendlichen erregt Aufmerksamkeit.
    Doch nach ein paar Monaten wird sich dies legen, so Carice, die andere Mentorin, die an eben jener Schule unterrichtet, an der ich dieses Jahr helfen werde.
    Auch die Schule haben wir schon besichtigt und die Lehrer begrüßt. Obwohl derzeit Ferien sind, halten sich doch sehr viele Schüler auf dem Schulgelände auf. Auch für sie waren wir eine Attraktion.
    Im September beginnt dann der Unterricht wieder und wir werden an der JTL Beukes Primary School als Assistenz-Teacher tätig sein.

    ————————————————


  16. Vorbereitungsseminar…

    Juli 26, 2015 by Clara Müller

    ————————————————

    Alle Länder, Kulturen, Geschichten
    und Einwohner unterscheiden sich,
    haben unterschiedliche Hintergründe.
    Keine zwei (Länder) sind gleich.
    Aus diesem Grund gehört natürlich
    eine ordentliche Vorbereitung mit dazu.
    Namibia war eine deutsche Kolonie (1884 – 1915).
    Und so gibt es trotz vieler Unterschiede
    auch einige Gemeinsamkeiten
    (Schwarzwälder Kirschtorte, Oktoberfest).

    Für zehn Tage trafen sich alle 23 Freiwilligen,
    die mit Volunta nach Namibia gehen,
    zum Vorbereitungsseminar,
    um einiges über das Land zu erfahren
    und die anderen Jugendlichen kennen zu lernen.

    Es gab verschiedene Themen, wie zum Beispiel:
    > Länderkunde (dazu kamen sogar Mentoren extra aus Namibia)
    > HIV und Aids
    > Rassismus und Privilegien
    > DRK (Volunta ist eine Tochtergesellschaft vom Deutschen Roten Kreuz)
    > Erste Hilfe
    > unsere Aufgaben vor Ort: Assistenz-Lehrer
    > und, und, und…

    >Gruppenselfie<

    Aber natürlich hatten wir auch genügend Freizeit,
    um einmal ins nahe Freibad zu gehen
    (immerhin hatten wir zur Einstimmung bereits 39°C)
    oder eine Wasserschlacht auf der Wiese zu machen.
    Abends saßen wir immer in gemeinsamer Runde zusammen
    und lernten uns so näher kennen.
    „Kreis erweitern“ war unser Motto.
    Denn immer wieder kamen neue
    Freiwillige dazu, die in den Kreis mit
    aufgenommen werden wollten.

    Dieses Seminar hat mir sehr viele Impulse gegeben,
    so dass mir Namibia nun vertrauter vorkommt
    und ich mich auf den Beginn dieser Erfahrung freue.

    ES SIND NUR NOCH 19 TAGE BIS ZUM ABFLUG.

    ————————————————


  17. Spenden…

    Juli 7, 2015 by Clara Müller

    ————————————————

    „Money, money, money…“
    So ein Auslandsaufenthalt kostet natürlich viel Geld.
    Aber wie setzt sich der Betrag überhaut zusammen?

    Ein Teil der Gesamtkosten wird vom Staat durch den
    Internationalen Jugend Freiwilligen Dienst (IJFD) übernommen.
    Den restlichen Part muss der Träger finanzieren.
    Damit Volunta auch in den kommenden Jahren weiterhin
    Freiwilligen den Dienst im Ausland ermöglichen kann,
    wird nur ein Teilbetrag direkt von Volunta übernommen
    (140 Euro pro Monat!). Jeder Freiwillige trägt die
    Verantwortung die fehlenden 245 Euro selbst oder über Spenden
    zu finanzieren. Dies entspricht einer Summe von knapp 3.000 Euro,
    die ich bis Juli 2016 zusammen bekommen muss.

    Für Unterkunft, so wie Verpflegung und Taschengeld wird etwa die
    Hälfte des Geldes benötigt. Hinzu kommen noch:
    Seminare (15%), pädagogische Begleitung und Mentoring (10%), so wie
    zu kleinen Anteilen die Versicherung und Verwaltung,  Sprachkurse
    (in diesem Fall Afrikaans) und die Unterstützung der Partnerorganisation.

    Und nun kommt ihr alle, die ihr meinen Blog verfolgt, ins Spiel!
    Über einen Spendenbeitrag, egal wie klein, würde ich mich wahnsinnig freuen.
    Bitte überweist eure Spende an:

    Deutsches Rotes Kreuz in Hessen Volunta gGmbH
    Bank für Sozialwirtschaft
    IBAN                            DE31 5502 0500 0008 6171 02
    BIC                               BFSWDE33MNZ
    Verwendungszweck: Spende für Clara Müller von
                                          Max Muster, Musterstraße 13, PLZ Musterstadt

    Eure vollständige Adresse (und nicht die von Max Muster) erleichtert
    und beschleunigt das Ausstellen und Versenden der Spendenquittungen.
    Diese werden ab einem Betrag von 200 Euro pro Kalenderjahr versendet.
    Bei einer Überweisung von weniger als 200 Euro genügt im
    Rahmen der Steuererklärung eine Kopie der Überweisungen.

    In der Hoffnung, dass dies jemand liest und etwas spendet,
    bedanke ich mich schon jetzt recht herzlich bei euch! 🙂

    ————————————————


  18. Tanzen und Schreien…

    März 22, 2015 by Clara Müller

    ————————————————

    Das Abreisedatum rückt immer näher…
    Der Flug ist gebucht…
    Und diese Woche kamen sogar die Namen
    und Daten meiner Mitfreiwilligen an…

    Es wird alles im Ernster. Beängstigend,
    aber hauptsächlich könnte ich vor Freude
    tanzen, rumspringen und schreien 🙂

    Mit den anderen Jugendlichen werde ich zusammen in einer WG wohnen.
    Das wird noch einmal ein riesen Chaos werden, aber ich glaube fest daran,
    dass wir das meistern werden! Um es in den Worten von Bob der Baumeister
    zu sagen: „Jo, wir schaffen das!“

    Jeder zweiter Gedanke dreht sich inzwischen um Namibia.
    Immer denke ich…
    Wie würde die Situation wohl dort verlaufen?
    Oder was muss ich alles mitnehmen?
    Was brauche ich noch?
    Und was ist eigentlich total überflüssig?
    Wie werde ich danach sein?
    Wie werde ich unseren Lebensstil hier in Europa, in Deutschland betrachten?
    Wird es mir schwer fallen mich hier wieder einzuleben?
    Wie geht es danach weiter?

    ————————————————