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der erste Monat…

23042016 by Clara Müller

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Genau vor einem Monat landete unser Flieger und entließ uns ins Ungewisse.
Es glich einem Sprung ins kalte Wasser:

Was wird uns begegnen? Wie werden wir das alles aufnehmen?
Wie genau wird unsere Arbeit sein? Wird uns das Spaß machen?
Werden die Menschen nett sein? Wie wird das WG-Leben werden?
Werden wir uns verständigen können? Und wie läuft das hier eigentlich alles ab?
Diese und noch viel mehr Fragen schwirrten uns im Kopf umher, als wir den Flieger verließen.

Und inzwischen lässt sich eigentlich auf alles eine Antwort finden.
Zumindest eine Zwischenantwort, wie wir alles nach so einer kurzen Zeit betrachten.
Denn obwohl es mir vorkommt, als wäre ich schon eine Ewigkeit hier,
ist dies doch irgendwie erst der Anfang.

Vergangenes Wochenende fuhren wir mit ein paar Freiwilligen aus Windhuk zum
Oanob-Damm, um dort zu baden und ein wenig die schöne Landschaft zu genießen.
Auf dem Rückweg haben wir dann erst einen Giraffenhals in weiter Ferne,
versteckt hinter vielen Büschen gesehen.
Und kurz darauf lief gemütlich eine Zebraherde an der Straße vorbei
und ließ sich von uns nicht stören. Alle zückten ihre Kamera und versuchten dieses,
für uns zumindest doch sehr seltene, Ereignis festzuhalten.
Jetzt fühlte es sich für uns wirklich an, als seien wir angekommen in NAMIBIA.
Natürlich hat jeder schon einmal ein Zebra gesehen, aber doch nicht in freier Wildbahn,
direkt neben dem Auto, so dass man eigentlich nur die Hand hätte ausstrecken müssen,
um es zu berühren. Und auch Giraffen habe ich schon in deutlich näherer Entfernung gesehen,
aber irgendwie kann man das nicht vergleichen…
Als dann fünf Minuten später ein Esel am Wegrand stand, war die Begeisterung darüber
eigentlich so gut wie nicht vorhanden. Komisch… 😉
(Später wurde uns noch erzählt, dies sei die einzige Giraffe im Umkreis von Rehoboth.
Hier leben die Tiere hinter einem Zaun, jedoch auf einem riesigen Areal.
Weiter im Norden, vor allem im Etosha-Park, leben die Tiere aber wirklich frei.)
Aber dennoch war dies für uns ein ganz besonderes Ereignis!

Diesen Monat haben wir unsere erste Reise (nach Swakopmund) unternommen,
waren in Windhuk zu Besuch und haben die Stadt erkundet.
Auch Rehoboth kam nicht zu kurz. Wir wissen, in welchem Laden, wir was
einkaufen müssen und wo die Post oder beispielsweise ein Bankautomat ist.
Und, noch viel wichtiger, wo wir Strom und Internet kaufen können!
Zudem haben wir unser WG-Leben ein wenig organisiert.
So wurde ein Spül- und Putzplan aufgestellt und viele neue Rezepte ausprobiert.
Beispielsweise Aprikosenknödel mit  Joghurt, statt mit Quark,
da sich hier einfach kein Quark finden ließ. Und die Aprikosen waren auch
eigentlich Pfirsiche, aber es war sehr lecker.
In der Schule wissen wir inzwischen, wo wir welche Lehrer und welche Klassen finden.
Und auch (teilweise) wie lang die Stunden sind, aber irgendwie sind diese
jeden Tag anders und selbst die Lehrer sind manchmal noch verwirrt darüber.
Aber spätestens am Ende des Jahres werden wir darüber sicher Bescheid wissen 🙂

Wenn wir am Nachmittag durch die Stadt laufen, dann kommt es immer häufiger vor,
dass von der anderen Straßenseite: “Hello, Miss Clara!” gerufen wird.
Am Anfang war das doch schon irgendwie komisch, aber jetzt verstehe ich wie sich
unsere Lehrer (und nicht nur in dieser Situation) gefühlt haben müssen.
Im Nachhinein tuen mir unsere Lehrer und besonders die Referendare
doch irgendwie leid, denn jetzt weiß ich genau, wie das ist, wenn die Klasse
mal nicht hören möchte und sich in den Kopf gesetzt hat, einfach nur laut zu sein.
Doch (wenn die Schüler mal still sind) dann macht mir der Unterricht hier sehr viel Spaß!

Mal sehen, was der kommende Monat für spannende Erlebnisse bringen wird…

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2 Comments »

  1. Astrid sagt:

    Schon 1 Monat ist vorbei! Es ist toll, zu lesen, wie es Dir geht und welche Erfahrungen Du in Afrika machst. Und langweilig wird es Euch auch nicht! Geniesse die Zeit und sei ganz herzlich aus dem Norden gegrüsst. 🙂

    • Clara Müller sagt:

      Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit hier doch vergeht…
      Aber es freut mich, dass du immer noch begeistert meinen Berichten folgst!
      Normalerweise würden die Grüße von mir immer aus dem Norden zu dir kommen, doch dieses mal ist es umgekehrt 😉
      Somit sende ich dir viele liebe Grüße aus dem Süden zurück!

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