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Goeie Môre! Hoe gaan dit met jou?

23042016 by Clara Müller

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Jeden Morgen auf dem Weg zur “Personeelkamer”, wie das Lehrerzimmer hier genannt wird,
tönt es von allen Seiten “Môre” und “Goeie Môre”.
Ob das nun ein Morgen oder sogar ein guter Morgen werden wird, entscheidet sich jedoch erst,
wenn ich in in die “Personeelkammer” komme und sehe, ob die Lehrer, denen ich im Unterricht
an diesem Tag helfen werde, da sind. Denn alleine in der Klasse (ohne Material,
denn den Schlüssel für den Schrank haben nur die Lehrer…) ist es schon sehr anstrengend.
Danach kann ich nur noch: “Ek is moeg!” – “Ich bin müde!” sagen 😉
Ist mein Lehrer jedoch anwesend, so kommt “Hoe gaan dit met jou?” – Wie geht es dir? – ins Spiel.
Auf Englisch oder auf Afrikaans, jeder fragt dich sofort wie es dir geht. Egal ob du die Leute kennst
oder sie dich nur auf der Straße ansprechen, diese Phrase hat hier eine höhere Bedeutung
als bei uns in Deutschland. Es kommt auch einmal vor, dass dir einer ehrlich antwortet und nicht
“(baie) goeie” – (sehr) gut, sondern “kan nie kla nie” – kann nicht klagen – oder etwas anderes sagt…

Im Unterricht verwende ich eigentlich hauptsächlich “Moenie!, was so viel wie Stop heißt.
Und das in den Unterschiedlichsten Facetten, wie zum Beispiel
“Moenie baklei nie!” (Stop, hör auf zu kämpfen! – in Afrikaans hört sich das irgendwie strenger an und
man kann das auch besser durch die Klasse schreien…)
Noch häufiger verwende ich jedoch: “Bly stil!” – Seid still!
Der Rest findet hauptsächlich auf Englisch statt. Jedoch reagieren die Schüler deutlich schneller,
wenn sie mich auf Afrikaans reden hören. Anfangs waren sie total erstaunt, dass ich auch einiges
verstehe und sagen kann und das erhöhte die Wirkung.
Denn zwei mal in der Woche gehen wir auch wieder in die Schule zu unseren Afrikaans-Lessons.
Die Schüler waren ganz geschockt, als sie das hörten. Aber der Unterricht bringt sehr viel.
Wir lernen etliche Phrasen, die wir im Unterricht anwenden können, was besonders für den
Computer-Unterricht in der Lower-Primary (bis zur vierte Klasse) und für meine Vormittage
in der Pre-Primary sinnvoll ist, denn diese verstehen gar kein bis sehr wenig Englisch.
Mein Wissen reicht zwar derzeit aus, um mich verständigen zu können, doch für alles Weitere gibt es glücklicherweise noch die Lehrer oder ein bis zwei Schüler, die gut Englisch verstehen
können und somit für mich immer übersetzen dürfen.

Die Schüler versuchen auch immer mir Afrikaans beizubringen. Sie amüsieren sich jedes Mal
über meine Aussprache, die eben doch Deutsch klingt.Das jedoch spornt sie noch mehr an,
mich die Sätze immer und  immer wieder wiederholen zu lassen. Und letzten Endes habe ich
so die Zahlen von eins bis zehn oder auch die Farben gelernt. Mit der Zeit wurden jedoch die Begriffe immer mehr,
da mir plötzlich jeder aus der Klasse etwas beibringen wollte und ich konnte mir nichts mehr merken.
Heute habe ich einen Deal mit einem Sechstklässler abgeschlossen. Er bringt mir Afrikaans bei,
wenn ich ihm Deutsch lehre. Ob das was wird bezweifel ich allerdings stark 😀

Um auch in unserer Wohnung weiterhin Afrikaans lernen zu können, haben wir etliche Möbel
und Gegenständige mit der Vokabel beklebt.
So steht zum Beispiel auf unserer Uhr: “klok”, an unserer Mikrowelle: “mikrogolf” und bei den
Geschirrtüchern: “tee handdoek”. Das Wohnzimmer ist die “woonkamer” und die Küche: “kombuis”.
So lässt sich leicht im Alltag weiter lernen, auch wenn wir diese Vokabeln in der Schule eher nicht
gebrauchen werden. Besonders, da sich mit allen Lehrern und den Schülern ab der dritten
Klasse (ordentlich) Englisch reden lässt. Aber es ist hier trotz alle dem unsere einzige Chance
wirklich Afrikaans zu lernen und auch anwenden zu können.

Ich hoffe somit am Ende des Jahres, wenn es heißt: “Ek gaan huis toe” (Ich gehe nach Hause),
mich gut in Afrikaans verständigen zu können. Denn schon jetzt bemerken wir die schnelle Entwicklung.

Und damit an alle: “Totsiens en goeie Naand!”

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4 Comments »

  1. Johannes sagt:

    Ich werde irgendwann das Land besuchen. Ich bin von Menschen und Kultur des Landes total begeistert.

    Grüße

    • Clara Müller sagt:

      Das kann ich nur empfehlen! Dieses Lans und die Leute, es ist einfach alles komplett anders als in Deutschland. Die Mentalität und das Zeitgefühl. Der Blick für das Schöne um einen herum und die Landschaft.
      Es lohnt sich auf jeden Fall!

  2. Claudia sagt:

    Lief Clara! Wat U geskryf maar groot. Ek sien uit na Woensdag en ek is baie opgewonde. Ek druck jou. Jou mamma <3

    • Clara Müller sagt:

      Goeie Middag Ma! <3
      En baie, baie Dankie! Nog vier dae!
      Wie nützlich doch so ein Google-Übersetzer manchmal ist… 🙂

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