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Sommerferien im Dezember…

23042016 by Clara Müller

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Knapp einen Monat (Anfang Dezember bis Anfang Januar) hatten wir Sommerferien.
Ja, richtig gehört, im Dezember ist bei uns Hochsommer, da Namibia auf der Südhalbkugel liegt.

Schon lange haben wir uns auf die Ferien gefreut, denn das waren die ersten, die
wir hier seit August, dem Beginn unserer Arbeit, erleben durften.
So wurde geplant, überlegt und wieder verworfen. Die Route geplant, Unterkünfte
rausgesucht und gebucht und Autos organisiert. So begann der erste Teil unserer Reise.

10 Tage reisten wir im Norden Namibias umher.

Zuerst nach WINDHUK um unsere Autos abzuholen (wir hatten welche mit ausklappbaren Zelten auf dem Dach)
und es wurde fleissig und voller Freude eingekauft. Was brauchen wir alles?
Wann haben wir wieder die Möglichkeit so viel einzukaufen?
Was geht am schnellsten auf unseren Campingkochern? Und worauf haben wir Appetit?

Unser Auto (allerdings ohne ausgeklappte Zelte)

Unser Auto (allerdings ohne ausgeklappte Zelte)

Am selben Tag ging es dann auch schon weiter zur ersten Station, SPITZKOPPE war unser Ziel.
Eine Berggruppe, die zum Erongogebirge mit dazu gehört.  Die Landschaft sieht einfach fantastisch aus.
Eigentlich sieht man: nichts… und doch so viel…
Solch unendliche Weiten hat man in Deutschland nirgends und hier an jeder Ecke.
Abends wurde noch der gelungene Beginn  unserer Reise mit einem Lagerfeuer eingestimmt.

 

Nach der Wärme im Landesinneren ging es danach an die Küste nach WALVIS BAY.
Das Erste: Jacke an! Dort bemerkt man echt nicht, dass man sich in Afrika aufhält,
es ist so kalt und nachts wollen wir auch noch im Zelt schlafen.
Haben wir uns das für diese (und die kommenden vier) Nächte gut genug überlegt? 😉

Eigentlich direkt daneben liegt SWAKOPMUND, eine echte ehemalige deutsche Stadt,
der man das  auch an allen Ecken und Kanten anmerkt.  (Noch mehr als im Rest des Landes!)
Ein kleines Bad im Atlantik war natürlich Pflichtprogramm, ebenso wie das Beobachten
des Sonnenuntergangs am Strand (mit Campingkocher und Nudeln mit Pesto aus der Pfanne)
Hier in Swakop (und generell an der Küste) spielt sich im Sommer, und besonders in den Ferien,
das Leben der Namibia ab, den im Gegensatz zum Landesinneren kann man es hier wirklich
tagsüber draußen aushalten – wenn es nicht zu kalt wird 😉

Und wie es anders sein sollte, geht es für uns weiter an der Küste – der Skelett Küste.
Die Eingangstüre des Parks zieren Totenköpfe, als Zeichen dafür, dass all die
Seemänner der Schiffe die hier gestrandet sind keine Überlebenschancen in der
Wüste haben, denn das Meer mündet direkt in die Wüste, in die Hitze und Trockenheit.
Doch für uns ging es noch ein Stück weiter nach CAPE CROSS.
Dort in der Nähe gibt es ein riesiges Robbengebiet.
Und obwohl an den Stränden unmengen Platz vorhanden ist,
quetschen sich abertausende Robben dicht an dicht in einem Gebiet.
Auf allen Seiten: braune, stinkende und mäh-schreiende Robben.
Und dazwischen unzählige halbverweste Jungtiere die die erste Zeit nicht überlebt haben.
Kein wirklich schöner Anblick (auch nicht für das Ohr), doch faszinierend ist es auf jeden Fall!

EInige der unzählligen Robben

Einige der unzähligen Robben

Weiter geht es nach TORRA BAY. Während alle Campingplätze mit einer Stadt oder
wenigstens mit einer Hotelanlage verbunden waren (sodass wir wenigstens ein wenig
das Gefühl der Zivilisation hatten) bestand dieser Ort aus einem kleinen Laden,
einer Zapfsäule, Toilettenhäusern und unzähligen Zelten und Autos.
Mitten in der Wüste, egal wo hin man blickt, Sand, Sand, Sand und Wasser.
Das einzige was wir hier also machen konnten war baden gehen und auf unsere
Pommes warten, die wir uns hier bestellt hatten – hat sich nicht gelohnt…
Dazu muss man aber sagen, dass alle Pommes in Namibia eigentlich in Öl
getunkte, noch total weiche Kartoffelstücke sind. Von den Pommes, so wie
wir sie eigentlich kennen, sind diese soweit entfernt wie Namibia von Deutschland.

Das wunderschöne Eingangstor zum Skelett-Küsten-Park

Das wunderschöne Eingangstor zum Skelett-Küsten-Park

Scheinbar unscheinbare Berge

Scheinbar unscheinbare Berge

Weiter ging es nach KHORIXAS und auf dem Weg dahin noch einige Touriaktionen abklappern.
TWYFELFONTAIN (zweifelnde Quelle, da die Wasserquelle manchmal sprudelte
und manchmal eben nicht), das ist eine Berggruppe, wo früher die San oder Damara
(die Forscher sind sich selber nicht ganz sicher) gelebt haben. Vor Ort sieht man sehr
viele Wandmalereien von Tieren. So haben sie früher der neuen Generation beigebracht
was sie alles wissen müssen. Welche Tiere gefährlich sind, wie sie aussehen und zum
Beispiel wie die Fußspuren all jener aussehen. Alles anhand von Zeichnungen an Felsen.
Weiter auf dem Weg lag noch der VERSTEINERTE WALD.
Die Bäume wuchsen vor knapp 300Mio. Jahren, ein Fluss spülte sie in dieses Gebiet
und unter Luftabschluss wurden alle Bäume versteinert.
Wenn man vor den Ansammlungen steht, so denkt man, hier kommt gleich wieder
der Holzfäller mit seiner Axt und macht weiter. Es sieht exakt so aus wie ein Baum,
nur wenn man es anfässt, so spürt man den kalten Stein.
Weiter geht es dann zum BRANDBERG, er verdankt den Namen seinem
rötlichen Schimmer beim Sonnenuntergang. Und obwohl wir extra bis zum
Untergang gewartet haben, konnten wir dies nicht bestätigen. Vermutlichen
haben wir einfach von der falschen Seite geschaut. Doch die Wartezeit haben wir nicht
sinnlos verplempert. In unmittelbarer Nähe gab es Elefanten. Also machten wir uns
auf Erkundungstour, rein ins Flussbett, da uns dort unser Glück versprochen wurde.
Ein Auto vorne weg und wir mit ein wenig Abstand hinterher. Als wir die anderen einholten,
erzählten sie, noch total aufgeregt, von einer Elefantenherde mit Kleintieren, welche
direkt vor ihnen entlang lief. Im Gebüsch neben uns und in einiger Entfernung vorne
entdeckten wir dann aber auch noch jeweils einen Elefanten.

Unserer nächstes Ziel war OTJIWARONGO mit dem WATERBERG.
Direkt dort angekommen haben wir einen Game-Drive (sowas wie eine “Safari-Tour”) gemacht.
Los ging es voller Vorfreude rauf aufs Waterbergplato. Allein die Aussicht von dort oben
hat sich auf jeden Fall gelohnt. Eine Höhe und eine Weite, überall Natur und Tiere.
Naja gut, eher Natur als Tiere, denn davon haben wir definitiv mehr gesehen.
Eine Giraffe lief in sicherer Entfernung vor uns über die Straße, ein paar Kudus
kreuzten unseren Weg und an unserem dritten (und leider letzten) Wasserloch
ließen sich sogar ein paar Büffel und ein Oryx blicken. Na das hat sich trotzdem noch
ein wenig gelohnt, jedoch haben wir leider kein Nashorn sehen können, welche
es dort auch geben sollte, na vielleicht nächstes Mal 😉

Und schon war die Zeit fast vorbei und wir zogen los zu unserer letzten Station, OKAHANDJA.
Dort ist der Holzmarkt sehr berühmt. Überall werden (eigentlich die gleichen) Holzschüsseln,
Salatbestecke, Elefanten und andere Tiere, Figuren und und und verkauft.
Doch das Besondere hier ist die Tatsache, dass alles direkt vom Erzeuger verkauft wird und
nicht von irgendwelchen Dritt- oder Viertkäufern, bei denen dann immer die Frage offen
bleibt, wie viel der Erzeuger wirklich davon abbekommen mag.
So wurden gleich ein paar restliche Weihnachtsgeschenke und Mitbringsel für die
lieben Daheimgebliebenen gekauft, auch wenn dafür eigentlich noch genug Zeit sein sollte.

Am nächsten Tag wurde sich traurig von den Autos verabschiedet und es ging wieder nach REHOBOTH.
Dort haben wir dann auch schon einen Tag später WEIHNACHTEN gefeiert.
Eine komische Erfahrung, bei 35°C, nicht im Beisein der Familie und ohne all den Traditionen.
Aber es wurde auch so ein sehr schöner Abend, den ich in Erinnerung behalten werde.
Hier in Namibia feiern die Leute am 25. erst richtig Weihnachten.
So gingen wir an den Tag mit der Familie unserer Mentorin in die Kirche und danach
zum gemeinsamen Mittagessen mit… Fleisch! (und natürlich noch einigen anderen Leckereien)

Am 27. verließen wir dann wieder Rehoboth (immer auf Achse…) und es ging
um drei Uhr morgens (!) nach LÜDERITZ in den Süden. Dort feierten wir dann noch
zwei Geburtstage, gingen baden, schauten uns die Stadt an und… KOLMANSKOP
Eine wunderschöne, ehemalige Diamentenarbeiterstadt, deren Bewohner ihre Häuser
schon vor Jahren verlassen haben. Doch nun wohnt dort etwas anderes – die Wüste.
Alle Häuser sind mehr oder minder heruntergekommen und von Sand und eigenen
kleinen Dünen besetzt worden.
Bewohnbar sind diese Häuser nicht mehr, aber das macht sie nur umso schöner.

Unsere letzte Station für die Ferien war KAPSTADT,
wo wir zu erst einmal das neue Jahr feierten. So war das Erste was wir von der
Stadt sahen ein Hafen voller Menschen und in weiter Ferne ein nebelbehangener TAFELBERG,
den einige von uns (später) mutig bestiegen, während andere lieber die Seilbahn benutzten…
Doch so oder so, der Ausblick von dort oben über die Stadt, den Hafen und das Meer
war es definitiv wert. Des Weiteren besuchten wir noch ein paar Strände, aßen die besten
Fish´n Chips und ließen es uns gut gehen. Der Botanische Garten wurde besichtigt
und viele kleine niedliche (Essens- und Klamotten-) Läden entdeckt.
Wir fuhren zum KAP DER GUTEN HOFFNUNG, dem südlichsten Punkt Afrikas und
wagten einen FALLSCHIRMSPRUNG. 3000 Meter tief ging es aus dem Flugzeug raus,
40 Sek. dauerte dann der Freie Fall, der am Ende eine Geschwindigkeit von
200-240 km/h hatte und als dann der Fallschirm offen war, wurde einfach nur noch
die Landschaft dort unten genossen, es sah einfach alles so klein von da oben aus.
Ein wunderbares Gefühl und definitiv eine fantastische Erfahrung!

Alles in allem kann ich nur sagen, dass diese Ferien einfach wunderbar waren.
Eine Zeit,  die mir das Land und seine Leute näher gebracht hat.
Eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte!
Viele Erlebnisse, die ich für immer behalten werde.
Und ich kann jetzt schon mit Fug und Recht behaupten,
dass ich mich wahnsinnig auf die nächsten Ferien freue
und diese ganz schön was bieten müssen um diese hier zu übertreffen!

Ach übrigens:
Ein Frohes Neues Jahr wünsche ich euch allen! 🙂

 

Fotos:

Rundreise: https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6250750869382759361?authkey=CMeAnZHEmoeRRA

Kapstadt: https://plus.google.com/photos/108484498536021766681/albums/6250750057415712465?authkey=CN6J-56Wh5PcUg

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