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5 Erweiterungen | Diese Erweiterungen sind ein Must-Have

18. März 2012 // Posted in Theorien und Gedanken (Tags: , , , , ) |  2 Comments

Vielleicht kennst du schon meine “5 Spiele für”-Reihe, in der ich dir 5 Spielevorschläge geben. Diese passen jeweils in eine bestimmte Situation. Letztes Mal ging es beispielsweise um 5 Spieler für 2 Spieler. Heute habe ich mir etwas Anderes überlegt: Ich werde euch die 5 Spielerweiterungen vorstellen, die (meiner Meinung nach) ihr Grundspiel am meisten verbessern.

Was sind Erweiterungen? Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um eigenständige Spiele, sondern um Ergänzungen (Expansion) eines Grundspiels. Ein klassisches BeiSpiel für einen Titel mit vielen Erweiterungen ist Die Siedler von Catan.

Ich kann mir heutzutage kaum vorstellen Siedler ohne die Seefahrer-Erweiterung zu spielen, da sie das Brettspiel so viel besser macht. Trotzdem gehört Seefahrer nicht zu meiner Top 5. Wer es in meine Liste geschafft hat, erfährst du nach einer Erklärung der heutigen Kriterien.

Kriterien für die heutige Liste

  • Die Erweiterungen heben ihr sowieso schon gutes Grundspiel auf eine noch höhere Stufe.
  • Sie müssen im Handel oder Internet erhältlich sein.
  • Ich muss sie gespielt haben, denn ich empfehle nur Titel, die ich selbst ausprobiert habe.
  • Pro Grundspiel nenne ich nur eine Erweiterung (daher sind einige richtig gute Expansions wie Carcassonne: Händler & Baumeister oder Dominion: Seaside nicht auf der Liste).

5 Erweiterungen, die gute Spiele noch viel besser machen

5. Im Wandel der Zeiten: Die späte Bronzezeit – Das Würfelspiel

Ein Name so lang wie ihn sonst adlige Kinder haben. Nichtsdestotrotz eine super Erweiterung für das Zivilisations-Aufbau-Spiel von Matt Leacock. Sie nutzt wenige kleine Verbesserungen, um das simple Spiel tiefgängiger und vielseitiger zu machen. Eine absolute Empfehlung, nicht nur für Würfelfreunde.

  • Spieleranzahl: 1-4
  • Alter: 8+
  • Dauer: 20-40 Minuten
  • (Online-)Preis: 7 €

4. Carcassonne: Wirtshäuser & Kathedralen

Der Bestseller von Klaus-Jürgen Wrede hat auch mal klein angefangen. Damals hieß diese Expansion noch “1. Erweiterung”. Mit diesem Zusatz kannst du Carcassonne nun auch zu sechst spielen (graue Spielfiguren sind dabei). Sowohl die Wirtshäuser als auch die Kathedralen bringen neue Möglichkeiten, um sein Punktekonto zu verbessern, ohne dabei neue komplizierte Regeln lernen zu müssen.

  • Spieleranzahl: 2-6
  • Alter: 8+
  • Dauer: 20-60 Minuten (hängt sehr stark von Spielerzahl ab)
  • (Online-)Preis: 11 €

3. Kingsburg: Erweiterung des Königreichs

Das Grundspiel Kingsburg ist wirklich klasse. Es verbindet ein passendes mittelalterliches Flair mit einer innovativen Würfelmechanik und großartigen Komponenten. Eine der wenigen Kritikpunkte, die ich am Basisspiel hatte, war eine mangelnde Variation. Nach 7 oder 8 Partien weiß man schon ganz gut, was sinnvoll ist und was nicht. Mit der Erweiterung ist dieser (sowie alle anderen) Kritikpunkte völlig ausradiert. Die Expansion besteht aus 5 Modulen, die einzeln oder beliebig kombiniert mit dem Grundspiel zusammen gespielt werden können. Eine der besten Erweiterungen, die ich je gesehen habe. Absolute Kaufempfehlung für jeden, der Kingsburg sein Eigen nennen darf!

  • Spieleranzahl: 2-5
  • Alter: 12+
  • Dauer: 45-90 Minuten (hängt stark von Spielerzahl ab)
  • (Online-)Preis: 22 €

 2. 7 Wonders: Leaders

Wenn du hier häufiger liest, weißt du wahrscheinlich, dass 7 Wonders mein Lieblingsspiel ist. Keine große Überraschung also die bisher einzige 7 Wonders Erweiterung in dieser Liste zu finden. Bei 7 Wonders Leaders kommt ein neuer Kartentyp (weiße Karten) hinzu, der jede Partie anders sein lässt. Die historischen Persönlichkeiten geben verschiedene Boni, kosten dafür aber auch Geld. Zusätzlich gibt es ein neues Wunder (Rom), Münzen im Wert von 6 sowie einige neue Gildenkarten. Dank dieser Erweiterung habe ich 7 Wonders schon über 250 mal gespielt und noch nicht den Spaß daran verloren.

  • Spieleranzahl: 2-7
  • Alter: 12+
  • Dauer: 30-35 Minuten
  • (Online-)Preis: 17 €

1. Dominion: Blütezeit

Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr regelmäßig Dominion spiele, muss ich ganz klar Blütezeit als die beste Erweiterung überhaupt auszeichnen. Allein die zusätzlichen Siegpunkte- und Geldkarten mit den Werten 10 bzw. 5 erlauben den Spielern so viel mehr strategisches und taktisches Handeln – einfach fantastisch. Die Königreichskarten drehen sich auch um das Thema Geld. Eine absolut notwendige Erweiterung. Falls du Dominion hast, solltest du die 25 € in die Blütezeit investieren.

  • Spieleranzahl: 2-4 (theoretisch mehr möglich)
  • Alter: 10+
  • Dauer: 20-40 Minuten
  • (Online-)Preis: 25 €

Manchmal bringt eine gute Erweiterung für ein Spiel, das man mag, viel mehr Spaß als ein neues Spiel. Schau dir diese Erweiterungen doch mal an, vielleicht überzeugen sie dich genauso wie mich.

Carcassonne | Spieletest Nr. 25: Carcassonne

4. März 2012 // Posted in Spieletests (Tags: , ) |  No Comments

Willkommen zu meiner 25. Rezension! Zu diesem Jubiläum habe ich heute ein ganz besonderes Spiel ausgewählt: Carcassonne, Spiel des Jahres 2001 von Klaus-Jürgen Wrede für 2-5 Spieler. In diesem Hans-im-Glück-Spiel erschaffen die Spieler eine mittelalterliche Welt aus dutzenden von quadratischen Plättchen. Um zu punkten, setzen sie dabei ihre Figuren (Gefolgsleute) clever ein.

1. Material

Nachdem ich die Teile von 6 oder 7 Erweiterungen aus der Schachtel entfernt habe, blieb folgender Inhalt aus dem Grundspiel übrig: 72 Plättchen mit zeitlosem Artwork, 40 Holzfiguren (Meeple) in 5 verschiedenen Farben, ein Pappplateau als Punktezählleiste und eine Anleitung samt Beispielbogen. Qualität insgesamt: Gut bis Sehr gut.

2. Ziel

Sammle im Laufe des Spiels und bei der finalen Wiesenwertung mehr Punkte als deine Konkurrenten durch kluges Legen deiner Plättchen und vor allem durch das Platzieren deiner Gefolgsleute. Wer am Schluss die meisten Punkte hat, ist Sieger (wenn ich 1 Euro für jedes Mal bekommen würde, wenn ich diesen Satz sage oder schreibe, wäre ich reich!).

3. Spielaufbau

Jeder Spieler wählt eine Farbe, stellt einen der entsprechenden Meeple auf die Null des Punktebretts und nimmt die restlichen zu sich. Die Plättchen werden verdeckt gemischt. Eines von ihnen ist auf der Rückseite anders als die anderen – das ist das Startplättchen. Lege jenes offen in die Tischmitte und forme aus den anderen verdeckte Stapel (oder lass sie wild verstreut, wenn der Platz da ist).

4. Spielablauf

In einem Satz zusammengefasst: Nimm ein verdecktes Plättchen, lege es passend an (ein) bereits ausliegende(s) Plättchen an und entscheide danach, ob du einen deiner Gefolgsmänner darauf platzieren möchtest. Natürlich gibt es ein paar Regeln, die deutlich machen, wie Plättchen gelegt und worauf Figuren gesetzt werden können. Die Details lasse ich hier außen vor, das Wichtigste aber in Kürze:

  • Du darfst nur eine Figur pro Runde setzen
  • Dieser Meeple darf nur auf dem Plättchen stehen/liegen, das du gerade gelegt hast
  • Du musst deutlich machen auf welchem Teil des Plättchens er steht (z.B. Stadt, Straße oder Wiese)
  • Du darfst ihn nie direkt auf schon besetzte Städte/Straßen/Wiesen setzen
  • Es ist aber möglich, dass später mehrere – von verschiedenen Spielern – besetzte Gebiete zusammenwachsen.

Punkte Punkte Punkte:

Während des Spiels machst du immer dann Punkte, wenn etwas komplett abgeschlossen wird. Du musst dafür nicht selbst das entscheidende Plättchen legen. Es punktet z.B. bei einer voll ausgebauten Stadt derjenige, der seinen Gefolgsmann in dieser Stadt hat (bzw. derjenige mit der Mehrheit, falls durch das Zusammenwachsen mehrere Spieler indirekt in die Stadt gekommen sind).

Gewonnene Punkte werden immer sofort auf der Punktetafel vermerkt, mit Ausnahme der Wiesen. Diese werden erst ganz am Schluss aufgelöst. Sobald der Ort komplett ist und die Punkte vergeben wurden, nehmen die Spieler ihre Meeple zurück in ihren Vorrat.

Bild oben: Sowohl Straße nach rechts als auch Wiese sind schon belegt, da bleiben für Gelb nur noch die Straße nach links (die erst einen Punkt wert ist) oder das Kloster (das momentan immerhin schon 3 Punkte wert ist). Folglich stellt Gelb seine Figur auf das Kloster.

Grundsätzlich gilt:

  • Eine komplette Stadt gibt dem Besetzer 2 Punkte pro Plättchen, aus dem die Stadt besteht + eventuelle Boni für Schildsymbole auf den Stadtteilen.
  • Eine vollendete Straße gibt dem Besetzer 1 Punkt pro Plättchen, aus dem die Straße besteht.
  • Ein Kloster gilt als beendet wenn alle 8 Felder um das Kloster herum bebaut sind. Dann gibt das Kloster seinem Besetzer 9 Punkte.
  • Wiesen sind das wohl Komplizierteste an diesem Familienspiel: Wenn alle Plättchen gelegt sind, wird geschaut wie die Wiesen zusammengewachsen sind und wer auf welcher Wiese die Mehrheit an Gefolgsmänner hat. Derjenige erhält dann pro vollendete Stadt, die an diese Wiese grenzt, 3 Punkte (wobei du für dieselbe Stadt nicht doppelt Punkte bekommen kannst, wenn du auf zwei Seiten derselben Stadt die Wiesen belegt hast).

Was am Ende nicht fertig wird, gibt fast immer gleich viele Punkte pro Plättchen. Ausnahme: Städte geben nur 1 Punkt je Teil/Schild.

Das Bild oben zeigt eine Carcassonne-Welt in voller Größe. Niedlich oder? Wenn man mal mit den 375 Erweiterungen gespielt hat, kommen einem die 72 Plättchen so wenig vor…

5. Meine Meinung

Ich oute mich gerne als Carcassonne-Fan der ersten Stunde. Das Prinzip ist so einfach, dass ich mich frage, warum es nicht schon 10 Jahre früher “erfunden” wurde. Der Spaßfaktor war in meinen Runden fast immer hoch. Lediglich bei 5-6 Spielern (6 nur mit 1. Erweiterung möglich) zieht sich das Spiel etwas in die Länge und man hat weniger Einflussmöglichkeiten (bei 2-4 Spielern sind es hingegen meist angenehme 30 Minuten).

Gerade für Runden mit weniger erfahrenen Spielern ist Carcassonne gut geeignet, da die Regeln überschaubar sind. Trotzdem bietet es eine große Vielfalt und taktische Tiefe für regelmäßige Spieler.

An dieser Stelle willst du sicher wissen, welche der 863 Erweiterungen ich empfehle. Nun, definitiv solltest du die erste Erweiterung (Wirtshäuser und Kathedralen) ins Auge fassen, denn da kommen einige Innovationen, ein 6. Spieler, 50/100-Punkte-Marker und einige neue Plättchen ins Spiel. Als zweites würde ich Händler und Baumeister empfehlen, als drittes Der Turm.

6. Bewertung

8/10 Punkte (Grundspiel)