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5 Spiele 2012 | Top 5 Spiele 2012 – Frühjahr

28. April 2012 // Posted in Theorien und Gedanken (Tags: , , , , ) |  No Comments

Heute ist alles ein wenig anders. Normalerweise empfehle ich an dieser Stelle 5 Spiele, die in eine bestimmte Situation passen. Die Titel habe ich meist vielfach gespielt und kenne sie gut. Heute jedoch schreibe ich über Spiele, die ich noch nicht ausprobiert habe – teilweise sind sie sogar noch gar nicht erhältlich. Welchen Sinn das macht? Nun, ich blicke ein wenig Voraus und stelle dir die 5 Spiele des Jahres 2012 vor, die ich lieber heute als morgen testen würde.

Kriterien für die heutige Liste

  • Alles sind “Spiele 2012″: Schon erschienen oder zumindest für dieses Jahr geplant.
  • Auf diese Spiele freue ich mich am meisten.

Zur Einordnung, ich mag Spiele die:

  1. Maximal 60 Minuten dauern
  2. Ab 2 Spieler Spaß machen
  3. Nicht zu kriegerisch sind
  4. Nicht völlig abstrakt sind
  5. Gutes Material/Schöne Grafik haben aber bezahlbar sind

5. Grimoria

Grimoria oder ursprünglich “Grimoire” stammt aus Japan und wird hierzulande von Schmidt Spiele verlegt. Als mächtiger Magier wählen die Spieler jede Runde einen Zauberspruch aus ihrem Almanach aus und beeinflussen so das Spiel. Eine Mischung aus Kartenspiel und Brettspiel mit hübscher Optik (auch wenn es im ersten Moment ein wenig düster wirkt). Ein Familienspiel, das die Köpfe wahrscheinlich nicht rauchen lässt, aber zu taktischem Handeln anregt.

  • Spieleranzahl: 2-5
  • Alter: 10+
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • (Online-)Preis: 16 €
  • Schon erhältlich?: Ja!

4. Spectaculum

Meine Top 5 Frühjahrs Spiele 2012 wäre nicht vollständig ohne eine “Katze im Sack”. Über Spectaculum weiß ich nicht viel, nur dass es von Reiner Knizia für eggertspiele designt wurde und eines der besten Cover überhaupt hat. Es spielt im Universum von Wahrsagern, Narren und Schlangentänzern.

Du willst das mittelalterliche Publikum am meisten begeistern und setzt dafür geschickt deine Karten ein. Denn nur so sicherst du dir die meisten Münzen. Ich vermute Spectaculum wird erst auf der SPIEL in Essen 2012 erscheinen, obwohl Pegasus (Vertriebspartner von eggertspiele) lange April/Mai 2012 anvisiert hat.

  • Spieleranzahl: 2-4
  • Alter: 8+
  • Dauer: 30-45 Minuten
  • (Online-)Preis: Schätze 20-25 €
  • Schon erhältlich?: Nein (frühestens Mai 2012)

3. Indigo

Gleich nochmal ein Knizia-Spiel. Indigo von Ravensburger ist von den Spielen der heutigen Liste klar das abstrakteste. Es geht darum Edelsteine mit verschiedenen Wertigkeiten aus der Mitte des Spielplan durch deine äußeren “Tore” zu leiten. Die Spieler sind nacheinander an der Reihe und legen eines ihrer “Wegplättchen”, auf denen verschlungene Pfade gezeichnet sind. Alle Edelsteine werden immer soweit auf ihren Pfaden weitergeschoben, bis sie nicht weiter können.

Der Clou: bei 3 oder 4 Spielern teilst du dir die Tore mit deinen Kontrahenten. D.h. du musst abwägen in welche Richtung du welche Steine bewegst, damit nicht immer der gleiche Gegner durch deine Aktionen profitiert. Es erinnert stark an Tsuro, aber bei Indigo ist niemand zum Zuschauen verdammt, denn keiner scheidet vor Spielende aus.

  • Spieleranzahl: 2-4
  • Alter: 8+
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • (Online-)Preis: ca. 22 € (buecher.de)
  • Schon erhältlich?: Ja!

2. Vegas

Die Spiele von alea sind eigentlich etwas komplexe taktische und strategische Titel. Also eher etwas für Vielspieler und nicht unbedingt für Max Mustermann mit seinen jungen Kindern Moritz und Maria. Ganz anders ist das bei Vegas, einem der beiden 2012er alea Titel.

Das Spiel ist simpel und macht Sinn, denn das Las Vegas-Flair verrät dir schon was du machen musst, bevor dir jemand die Regeln erklärt hat. Es ist ein Würfelspiel, bei dem du deine Würfel auf verschiedene Casinos platzierst, um dort Mehrheiten zu erlangen. Dadurch sammelst du Schecks und gewinnst am Ende, wenn du die meiste Kohle hast.

  • Spieleranzahl: 2-5
  • Alter: 8+
  • Dauer: ca. 25 Minuten
  • (Online-)Preis: ca. 19 €
  • Schon erhältlich?: Ja, müsste gerade in die Läden kommen.

1. Takenoko

Wenn du das Cover und das Material von Takenoko schon einmal gesehen hast, denkst du wahrscheinlich es sei ein Spiel für kleine Mädchen, mit all den Pastellfarben. Ich habe mich ein wenig schlau gemacht und muss sagen: kein anderes 2012er Spiel möchte ich so gerne testen wie Takenoko. Es verbindet Elemente aus Siedler von Catan, Niagara und Zug um Zug und fügt neue Ideen hinzu. Das Material macht einen sehr hochwertigen Eindruck und taktische Möglichkeiten gibt es viele.

Lieber Weihnachtsmann, wenn Takenoko bis Dezember noch nicht in meinem Regal liegt, wünsche ich mir diesen Titel von Antoine Bauza (dem 7 Wonders-Designer) und dem Asmodee Verlag. Übrigens: Noch vor Indigo ist Takenoko auch mein persönlicher Favorit für die Auszeichnung Spiel des Jahres 2012.

  • Spieleranzahl: 2-4
  • Alter: 8+
  • Dauer: ca. 45 Minuten
  • (Online-)Preis: ca. 29 € (buecher.de)
  • Schon erhältlich?: Ja!

Meine Agenda

Vor mir steht ein großer Umzug in den Nord-Westen der Republik. Der Internet-Anbieter mit dem magentafarbenen T ist ja bekanntlich nicht gerade der schnellste. Daher werde ich vermutlich im Mai keinen neuen Artikel veröffentlichen können. Ab Juni sollte es dann normal weitergehen. Ich hoffe du bist dann wieder mit an Bord! Achja und teste ruhig mal die neue Abstimmungs- und Such-Funktion (ohne Anmeldung oder sonstwas). Bis bald!

Piraten Kapern | Spieletest Nr. 26: Piraten Kapern

2. April 2012 // Posted in Spieletests (Tags: , , , ) |  No Comments

2012 könnte das Jahr der Würfelspiele werden. Auf der Nürnberger Spielewarenmesse im Februar wurden (mindestens) 2 Dutzend Neuerscheinungen vorgestellt, die sich rund um das klassische Spielgerät drehen. Heute möchte ich dir meinen Favoriten unter den neuen Würfelspielen vorstellen: Piraten Kapern.

Das Spiel für 2-5 Piraten ist erschienen im Amigo Verlag und wurde designt vom Halli-Galli-Erfinder Haim Shafir. Wie der Spieltitel schon verrät, geht es um Piraten, die möglichst große Schätze erbeuten wollen. Wie genau du das anstellst, verrate ich dir weiter unten im Text.

1. Spielmaterial

Amigo liefert Piraten Kapern in einer kleinen würfelförmigen Box, die gleichzeitig als Würfelbecher benutzt werden kann. Darin befinden sich 8 Würfel mit 6 farbenfrohen piratentypischen Symbolen, ein Block zum Notieren der Punkte, 35 Einflusskarten, 5 Übersichtskarten sowie eine bunte Spielanleitung. Die Qualität der Komponenten ist hochwertig (wie eigentlich immer bei Amigo).

2. Ziel

Je größer die Anzahl gleicher Symbole, desto mehr Punkte erhältst du. Goldmünzen und Juwelen geben Extrapunkte. Wenn du mit allen Würfeln punktest, kannst du dir sogar einen Bonus von 500 Zählern sichern. Wer zuerst die 6.000 Punktemarke erreicht hat, triggert die letzte Runde für seine Mitspieler. Wer danach die meisten Zähler hat, ist Sieger!

3. Spielaufbau

Die Namen von den Spielern werden auf dem Punkteblock notiert und jeder bekommt eine Übersichtskarte. Die Einflusskarten werden gemischt und kommen als verdeckter Stapel in die Tischmitte. Der Startspieler deckt die oberste Einflusskarte auf, nimmt sich die 8 Würfel und kann loslegen.

4. Spielablauf

Die oberste aufgedeckte Einflusskarte gilt immer nur für den Piraten, der aktuell am Zug ist. Sie kann ihm von Vor- oder Nachteil sein und seine Würfelentscheidungen beeinflussen. Eine kurze Zusammenfassung der Karten folgt, nachdem die Würfelregeln geklärt sind.

Würfelregeln:

  • Jeder Spieler muss am Anfang seines Zuges alle 8 Würfel werfen.
  • Allgemein gilt: Ein Spieler kann immer so viele Würfel beiseitelegen und neu würfeln wie er möchte – mit Ausnahme von Totenköpfen, die (in der Regel) nicht noch einmal geworfen werden können. Man darf auch Würfel neu würfeln, die man vorher beiseitegelegt hatte. Es darf nie ein einzelner Würfel geworfen werden.
  • Tauchen beim ersten Wurf 4 oder mehr Totenköpfe auf, spielt der Spieler eine Totenkopfrunde. Dafür legt er die 4 oder mehr Totenköpfe beiseite und versucht mit den restlichen Würfeln so viele neue Totenköpfe zu würfeln wie möglich.
  • Hast du im späteren Verlauf deines Zuges 3 oder mehr Totenkopfsymbole, so ist deine Runde sofort beendet und du machst keine Punkte.
  • Solange du noch keine 3 Totenköpfe erwürfelt hast, kannst du jederzeit deinen Zug beenden und alle erzielten Punkte zusammenzählen, damit sie notiert werden können.

Im oberen Bild siehst du ein Beispiel für ein mögliches Würfelergebnis. Die Übersichtskarte unten zeigt, dass der tollkühne Pirat 600 Punkte bekommen würde. Wenn er risikobereit ist, kann er aber auch z.B. die 3 Säbel nochmal würfeln. Würfelt er dabei einen weiteren Totenkopf, ist seine Runde aber gelaufen.

Wenn man mit seinem Zug fertig ist, gibt man alle Würfel an den linken Nachbarn weiter, der eine neue Einflusskarte für sich aufdeckt. Dies geht solange weiter bis ein Spieler nach seinem Zug 6.000 oder mehr Punkte hat. Dann haben alle anderen Piraten noch einen Versuch dessen Punktzahl zu übertreffen.

Einflusskarten:

Die Einflusskarten sich definitiv das Salz in der Suppe (bzw. das Pulver in den Kanonen) von Piraten Kapern. Hier eine kurze Zusammenfassung ihrer Effekte für den Spieler, der aktuell am Zug ist:

  • Münze/Juwel: Du bekommst eine zusätzliche Münze bzw. ein zusätzliches Juwel. Diese zählen sowohl einzeln als auch in Kombination zu einem Pasch.
  • 1/2 Totenköpfe: Du beginnst mit einem/zwei zusätzlichen Totenköpfen deinen Zug.
  • Tierjoker: Affen und Papageien zählen zusammen als eine Tierkombination (dadurch ist sogar ein 8er Pasch gut möglich!).
  • Schatzinsel: Alle vorher beiseitegelegten Würfel zählen Punkte, auch wenn du im nächsten Wurf zu viele Totenköpfe gewürfelt hast.
  • Pirat: Deine Punkte (außer die 500 Bonuspunkte) werden verdoppelt! Wenn du eine Totenkopfrunde spielst, werden die Minuspunkte für deine Kontrahenten ebenfalls verdoppelt.
  • Wächterin: Du darfst ausnahmsweise einen Totenkopf in deinem Zug neu würfeln. Dies ist auch möglich, wenn du z.B. gleich zu Beginn 3 Totenköpfe gewürfelt hast.
  • Piratenschiff: Du musst die Anzahl der oben abgebildeten Säbel erwürfeln, dann bekommst du zusätzlich so viele Punkte wie unten angegeben. Schaffst du das nicht, bekommst du so viele Minuspunkte!

5. Meine Meinung

Leider werden alle Würfelspiele erstmal mit Kniffel verglichen, so wie alle Wörterspiele mit Scrabble und alle Quizspiele mit Trivial Pursuit verglichen werden. Piraten Kapern ist meiner Ansicht nach um so viele Schiffslängen unterhaltsamer als Kniffel, dass der Vergleich ziemlich unnötig wird.

Piraten Kapern verbindet klassischen Würfelspaß mit Risikoabwägung und kleinen Möglichkeiten die Mitspieler zu ärgern. Ein Spiel dauert meist 10-15 Minuten, wobei ich bisher immer gebeten wurde gleich nochmal zu spielen. Für mich gehört dieses Amigo-Spiel zu den besten in seinem Genre: schnell erklärt, schnell gespielt und macht immer wieder Spaß.

Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die Glückskomponente. Natürlich hat ein Würfelspiel einen Glücksfaktor. Wenn das nicht so wäre, könnte man sich die Würfel auch sparen, oder? Aber dann kommen ja noch die Einflusskarten hinzu. Manche von ihnen sind sehr stark wie z.B. der Pirat, der mal eben alle Punkte verdoppelt. Andere sind sogar negativ wie die Totenköpfe. Ich finde diese Spanne zu groß und spiele daher mit 2 kleinen Regeländerungen:

  1. Man spielt eine Totenkopfrunde wenn man beim ersten Wurf 3 oder mehr Totenköpfe würfelt (anstatt 4 oder mehr).
  2. Beim Piratenschiff ist es keine Pflicht X Säbel zu würfeln. Man bekommt die Belohnung, wenn man es schafft, aber keine Bestrafung, wenn man es nicht schafft.

Diese 2 Kleinigkeiten helfen den möglichen Frustfaktor bei Pechvögeln zu minimieren. Meiner Meinung nach gehört Piraten Kapern auch in deine Sammlung. Schmeiß den alten Kniffel-Block in die Tonne und hole dir ein Spiel, das Jung und Alt, Mann und Frau, Spieler und Nicht-Spieler gerne auf den Tisch bringen.

6. Bewertung

8/10 Punkte