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Flop 5 Spiele | Meine 5 größten Spiele Enttäuschungen

24. Juni 2012 // Posted in Theorien und Gedanken (Tags: , ) |  No Comments

Regelmäßigen Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich fast immer Brett- und Kartenspiele vorstelle, die ich gerne weiterempfehle. Heute spreche ich hingegen eher eine Warnung aus: In diese  5 Flop Spiele hatte ich große Erwartungen gesteckt, wurde jedoch leider enttäuscht. Schlechtes Material und langweiliges oder sogar nicht funktionierendes Spielprinzip sind meist die Kritikpunkte.

Bevor es losgeht noch ein kleiner Hinweis: Nur weil mir und meinen Spielerunden diese Titel nicht gefallen, bedeutet das nicht, dass es schlechte Spiele sind. Schau dir meine Argumente an und entscheide aus deinem eigenen Blickwinkel, ob sie etwas für dich sein könnten. Ansonsten seien meine Alternativen wärmsten zu empfehlen.

Kriterium für meine heutige Liste:

  • Spiele, die ich unbedingt haben wollte, die mich beim Ausprobieren aber sehr enttäuscht haben

Flop 5 Spiele | Meine Enttäuschungen

5. Im Schutze der Burg (A Castle for all Seasons)

Das Cover fand ich so ansprechend, dass ich zugreifen musste, als ich es für 15€ bei einem Versandhändler gesehen hatte. Das Spielbrett ist ebenfalls wunderschön (sogar doppelseitig mit Sommer- und Winterseite) gestaltet und das Material ist reichlich und aus hochwertigem Holz. Das war es dann aber auch mit positiven Aspekten. Die Mechaniken sind allesamt altbekannt und wild zusammengemischt. Im Grunde funktioniert das Spiel, aber Spaß ist in keiner meiner Spielerunden aufgekommen. Es gibt einfach zu viele ähnliche Spiele, die viel eleganter sind.

Bessere mittelkomplexe-Strategie Alternativen:

  • Stone Age (2-4 Spieler, 10+ Jahre, 45-60 Minuten)
  • Kingsburg (2-5 Spieler, 10+ Jahre, 50-75 Minuten)

4. Bakong

Obwohl meine bessere Hälfte mir von Bakong abgeraten hat, musste ich aus drei Gründen zuschlagen: Zum einen war es für 8€ im Sonderangebot, zum zweiten ist es von einem meiner Lieblingsdesigner (Antoine Bauza) und drittens hat mich mal wieder das Cover und Spielmaterial angesprochen. Tja, nach 2 Runden musste ich feststellen, dass die Spieler so gut wie gar keine Entscheidungen treffen. Das Spiel spielt sich quasi selbst und hat inhaltlich-thematische Fehler. Aus diesem Grund habe ich eine Spielvariante ausgearbeitet, die den Spielern mehr Einfluss und Auswahlmöglichkeiten in ihrem Zug erlaubt. Leider möchte es seitdem trotzdem niemand mit mir spielen, da alle von den ersten Partien abgeschreckt waren.

Bessere Abenteuer-Schatzsucher Alternativen:

  • Die Brücke am Rio d’Oro (2-4 Spieler, 8+ Jahre, 30 Minuten)
  • Tobago (2-4 Spieler, 10+ Jahre, 45 Minuten)
  • Niagara (3-5 Spieler, 10+ Jahre, 40 Minuten)

3. Kill Doktor Lucky

Bei diesem Fehlkauf trifft mich wohl eine Teilschuld. Ich habe mich nicht genau über die Version von Truant erkundigt, sondern nur allgemein über das Spiel. Daher hab ich nicht schlecht gestaunt, als keine Spielfiguren und nur ein Papierspielplan sowie schwarz-weiß Karten in der Schachtel steckten. Auch nach meinem Aufmotzen des Spielmaterials sprang der Funke nicht über. Gerade zu zweit hat das Spiel keinen Spaß gemacht. Ab 4 Spielern wird es besser, trotzdem ist es schwierig jemanden zu diesem Spiel zu überreden.

Bessere Crime-Alternativen:

  • Mystery Express (3-5 Spieler, 12+ Jahre, 75 Minuten)
  • Mr. Jack bzw. Mr. Jack Pocket (2 Spieler, 10+ Jahre, 15-30 Minuten)

2. The City

Der Designer Tom Lehmann ist bekannt für durchdachte Kartenspiele und Amigo steht für hochwertiges Material. Darum habe ich bei The City direkt zugegriffen. Das Spiel an sich ist hübsch gemacht aber es hat meiner Meinung nach 2 Denkfehler: ein Kartentyp ist übermächtig und wer früh in Führung geht, bleibt in Führung bis zum Ende des Spiels. So war es in jeder einzelnen Partie bisher. Nun verstaubt es im Regal ganz unten im Amigo-Stapel.

Bessere City-Aufbau Alternativen:

  • Im Wandel der Zeiten: Die Bronzezeit (2-4 Spieler, 8+ Jahre, 20-30 Minuten)
  • 7 Wonders (2-7 Spieler, 10+ Jahre, 30 Minuten)

1. Double Agent

Auf Empfehlung eines bekannten US-amerikanischen Podcasters habe ich bei diesem kleinen Kartenspiel für Zwei Spieler von Matagot zugegriffen. Das Thema (Geheimagenten) ist definitiv interessant aber das Spiel ist undurchsichtig, entfaltet sich gar nicht richtig und als Gewinner hat man nicht das Gefühl gewonnen zu haben, weil man cleverer gespielt hat. Auch nach mehreren Runden hat sich kein “Aha-Effekt” eingestellt. Mein größter Fehlkauf und das auch noch als ein (in Deutschland) überteuertes Spiel.

Bessere 2-Spieler Alternativen

  • Agricola: Die Bauern und das liebe Vieh (2 Spieler, 12+ Jahre, 25 Minuten)
  • Famiglia (2 Spieler, 12+ Jahre, 20 Minuten)
  • Dominion (2-4 Spieler, 10+ Jahre, 20-35 Minuten)

Kill Doktor Lucky – Spieletest Nr. 21: Kill Dr. Lucky

8. Januar 2012 // Posted in Spieletests (Tags: , , , ) |  No Comments

Manchmal ist es gut einen etwas anderen Weg zu gehen als die anderen. Das ist der Fall beim Truant Verlag, denn im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten liefert er kein komplettes Spielmaterial, sondern hält seine Produktion so günstig wie möglich. In dem Spiel von Truant, das ich heute vorstelle, namens Kill Doktor Lucky versuchen 2-8 Spieler dem imaginären Dr. Lucky den Garaus zu machen.

1. Material

 

Entsprechend der Firmenphilosophie findest du in Kill Doktor Lucky nur wenige und auch qualitativ nicht allzu hochwertige Komponenten: eine 4-seitige Spielregel, einen Spielplan, der aus 4 gefalteten Einzelteilen besteht und 98 Spielkarten. Alles in schwarz-weiß.

Kleingedruckt zwischen dem Designernamen (James Ernest) und einer Auszeichnung steht dann auch der nicht ganz unwichtige Hinweis, dass zusätzlich Spielfiguren für jeden Spieler und eine Sonderfigur benötigt werden. Was ich davon halte, kannst du weiter unter bei meiner Meinung nachlesen.

Das obere Bild zeigt die Komponenten, die ich zusätzlich besorgen musste: 8 verschiedenfarbige Spielfiguren, eine große Figur für Dr. Lucky sowie 2×2 Chips und einen 20-seitigen Würfel für eine 2-Spieler-Variante.

2. Ziel

 

Der Name ist Programm: Kill Doktor Lucky. Und zwar indem du, ohne dass dich ein Zeuge sieht, mit Dr. Lucky in einem Raum stehst und eine Angriffskarte ausspielst, die von den anderen nicht abgewehrt werden kann.

3. Spielaufbau

 

Du musst zunächst die 4 Spielpläne aufklappen und passend aneinanderlegen. Dann nimmt sich jeder Spieler eine Figur und stellt sie in den Empfangsraum. Alle Karten werden gemischt. Der Sieger der letzten Runde teilt nun reihum offen Karten aus bis eine Raumkarte aufgedeckt wurde. In diesen Raum stellt ihr Dr. Lucky. Derjenige, vor dem die Raumkarte liegt wird Startspieler.

Dann werden alle Karten wieder eingesammelt, gemischt und 6 von ihnen verdeckt an jeden Spieler als Handkarten ausgeteilt. Die restlichen Karten bilden einen verdeckten Nachziehstapel.

4. Spielablauf

 

Wer am Zug ist, hat zwei Möglichkeiten

  1. “Herumstöbern”
  2. “Etwas tun”

Herumstöbern: Du kannst deine Figur in einen angrenzenden Raum (Flure und Treppen zählen als Raum) ziehen oder stehen bleiben. Wenn du dann in einem Raum mit Namen stehst, also keine Flure und Treppen, ziehst du eine Karte vom Stapel.

Etwas tun: Diese Aktion besteht aus zwei Teilen, die beide optional sind. a) Bewegung und b) Mordversuch.

  • a) Du kann einen Raum weiter ziehen und zusätzliche Bewegungs- und Raumkarten ausspielen, wobei die Reihenfolge und Anzahl beliebig sind
  • b) Wenn du mit Dr. Lucky alleine in einem Raum stehst und nicht in Sichtlinie von einem anderen Spieler bist (siehe unteres Bild), kannst du einen Mordversuch pro Zug unternehmen. Dabei kannst du zusätzlich eine Waffenkarte ausspielen, um den Angriff zu verstärken (sonst hat er nur einen Wert von 1)

Mordversuch vereiteln: Nachdem ein Spieler seinen Mordversuch gestartet hat, ist jeder Spieler reihum einmal an der Reihe um “Fehlschlag”-Karten auszuspielen. Man muss keine ausspielen, aber wenn alle einmal dran waren und der Gesamtwert aller Fehlschlagkarten kleiner ist als der Angriffswert, so ist der Mordversuch geglückt und der Sieger steht fest.

Wichtig für die Spielmechanik ist, dass es zwei getrennte Ablagestapel gibt. Alle Fehlversuch-Karten landen auf dem einen, der komplett aus dem Spiel ist. Alle anderen werden gesammelt und zu einem neuen Stapel gemischt, sobald der Nachziehstapel leer ist.

Dr. Luckys Bewegung: Nach dem Zug jedes Spielers bewegt sich Dr. Lucky den Raumzahlen folgend durch sein Haus, wobei er nach der 19 wieder bei 0 beginnt.

Ausnahme bei Zugreihenfolge: Normalerweise wird im Uhrzeigersinn gespielt, wird Dr. Lucky jedoch bei seiner Bewegung in einen Raum gesetzt, in dem ein Spieler steht, so ist dieser als nächstes an der Reihe (und von ihm aus wird im Uhrzeigersinn weitergespielt). Sollten mehrere Spieler in dem Raum sein, den Dr. Lucky betritt, so ist als nächstes derjenige an der Reihe, der vom aktuellen Spieler aus betrachtet sonst früher drankommen würde.

5. Meine Meinung

 

Noch nie war ich nach dem Öffnen einer Spielbox so enttäuscht. Ich wusste, dass es eine Print & Play Version von dem Spiel gibt, aber ich dachte die kommt von Cheapass Games und nicht vom Truant Verlag. Den kleinen versteckten Hinweis auf der Spielbox habe ich nicht gesehen und bin so vielleicht selbst Schuld, aber trotzdem bin ich enttäuscht.

Das Konzept, ein Spiel möglichst günstig anzubieten, damit viele Leute es sich leisten können, finde ich natürlich nicht schlecht, aber dann sollte es sehr deutlich kommuniziert werden und vor allem günstiger sein. Online kostet diese “Spar-Version” 11-13€ und liegt damit nichtmal 3€ unter dem Preis von Die Verbotene Insel, das mit 6 bemalten Miniatur-Figuren, Plastikschätzen, 24 doppelseitig bedruckten bunten Plättchen und vielem mehr verkauft wird.

Aber mal zum eigentlichen Spiel: Einige Aspekte sind sehr interessant und harmonieren gut miteinander wie z.B. die Spielerreihenfolge, die durch Dr. Luckys Bewegung beeinflusst wird. Dennoch gibt es ein großes Problem: Keiner will Fehlschlagkarten spielen und dadurch ist entweder der letzte Spieler der Runde unter Zugzwang oder das Spiel ist frühzeitig vorbei, wenn er nicht genügend hohe Karten hat.

Außerdem ist das Spiel zu zweit oder mit mehr als 6 Spielern kaum spielbar. Mit vielen Spielern kommt man einfach sehr sehr selten in eine Situation, in der man Dr. Lucky angreifen kann, sodass sich das Spiel viel länger als die üblichen 45 Minuten hinzieht und langweilig wird.

Spielt man zu zweit kann die Partie ganz im Gegenteil schon nach 2 Minuten vorbei sein und Spaß kommt kein bisschen auf. Daher sei die 2-Spieler-Variante auf www.boardgamegeek.com wärmsten empfohlen, bei der man 2 virtuelle Spieler imitiert. Einer von ihnen ist jeweils nach einem echten Spieler an der Reihe und zieht in einen zufälligen Raum (durch 20er Würfel bestimmt). Zusätzlich hat jeder von ihnen 2 Chips, die sie als “1-Fehlschlag” einsetzt, wenn einer der Spieler einen Mordversuch begeht.

Alles in allem ist Kill Doktor Lucky das erste Spiel, das ich nicht wirklich empfehlen kann. Es gibt so viele Probleme, dass wahrscheinlich nur echte Freunde von der abgefahrenen Thematik ihr Vergnügen haben werden.

6. Bewertung

 

4,5/10 Punkte mit Originalkomponenten und -regeln

6/10 Punkte mit zusätzlichem Material und BGG Regelerweiterung