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Dicke Luft in der Gruft | Spieletest Nr. 29 Dicke Luft in der Gruft

12. August 2012 // Posted in Spieletests (Tags: , ) |  No Comments

Mit einem Jahr Erfahrung als Spieletester, wage ich heute mit der Rezension zu Dicke Luft in der Gruft einen neuen Weg einzuschlagen. Ab sofort werde ich die Spiele nicht mehr mit allen Regeldetails vorstellen, sondern einen kompakten Überblick geben. Ziel ist es, dass du nach 3 Minuten lesen entscheiden kannst, ob das Spiel etwas für dich ist, oder nicht.

1. Fakten

 

Heute stelle ich dir Dicke Luft in der Gruft von Norbert Proena vor. Der Zoch Verlag hat dieses flotte Spiel im Jahre 2004 herausgebracht.

  • Typ: Brettspiel, Familienspiel, Kinderspiel
  • Elemente: Gedächtnis, Glück, Taktik
  • Spieler: 2-6
  • Alter: Ab 6 Jahre
  • Dauer: 30 Minuten
2. Material

 

Das große Spielbrett zeigt einen gar nicht so düsteren Friedhof mit 60 Löchern für Gräber. Dazu passend kommen 60 Grabdeckel aus dicker Pappe, die auf der Unterseite eine von 6 Farben zeigen. In diesen Farben gibt es zufälligerweise Vampirfamilien, die natürlich nur in Gräbern mit ihrer Farbe schlafen wollen. Ein paar Ratten- und Knoblauchplättchen sowie kleine Holzflöcke runden das üppige Spielmaterial ab.

3. Spielablauf

 

Bevor es losgeht, musst du alle Gräber mit Deckeln bedecken, sodass man ihre Farbe nicht sehen kann. Ebenfalls verdeckt werden die Vampire gleichmäßig an alle Spieler verteilt und in eine Reihe gelegt. Wie auf dem Foto oben zu sehen, kann jeder die beiden äußeren Blutsauger links und rechts umdrehen. Die ganz außen sind die wichtigsten. Drehst du in deinem Zug einen Grabdeckel mit der Farbe einer deiner beiden äußeren Vampire (im Bild schwarz oder weiß) um, darfst du ihn dort hineinlegen, das Grab verließen und weiter aufdecken.

Passt die Farbe nicht aber das Grab ist leer, ist dein Zug beendet. War das Grab aber schon belegt, hast du nicht gut aufgepasst und musst zur Strafe einen Holzflock oder sogar Vampire deiner Gegenspieler zu dir nehmen. Wer zuerst alle seine Vampire losgeworden ist, hat gewonnen!

Als kleines taktisches Element kommt noch Knoblauch hinzu. Jeder Spieler startet mit 3 Knoblauch-Plättchen und kann sie in gerade aufgedeckte leere Gräber legen. Wer diese später öffnet bekommt als Strafe Vampire der anderen. Schließlich bringen Rattenplättchen ein bisschen Chaos und Risiko-Abwägung ins Spiel.

4. Meine Meinung zu Dicke Luft in der Gruft

Dicke Luft in der Gruft ist ein tolles Spiel – nicht nur für Kinder – mit klasse Material. Es macht nach mehrfachem Spielen noch Spaß – auch die speziell angepasste 2-Spieler-Variante ist gelungen. Kritisch zu sehen ist, dass generell diejenigen mit guten Merkfähigkeiten Vorteile haben. Im Gegensatz zur überteuerten Erweiterung Frische Luft für die Gruft kann ich das Basisspiel insgesamt absolut empfehlen.

7/10 Punkte

Don Drago | HABA Kinderspiel – Don Drago

9. Juni 2012 // Posted in Spieletests (Tags: , , ) |  No Comments

Es wird mal wieder Zeit ein klasse Kinderspiel vorzustellen. Stop! Bevor du jetzt wegklickst sei dir gesagt: obwohl schon 6-Jährige mitspielen können, ist der heutige Titel auch etwas für Erwachsene. Das Spiel heißt Don Drago, kommt aus der Kartenspiel-Reihe von HABA und dreht sich um einen Drachenschatz! Christoph Cantzler und Anja Wrede sind die Designer von diesem kleinen aber feinen Spiel für 2-4 Schatzjäger.

1. Spielmaterial

Neben den bunten Karten in guter Qualität und der bebilderten mehrsprachigen Spielanleitung findest du einen riesigen Holzdrachen in der Pappschachtel.

2. Ziel

Sammle möglichst große Sets von gleichen Schatzkarten und lege diese vor dir ab. Je nach Spielerzahl muss man eine bestimmte Zahl von Karten vor sich abgelegt haben um Don Drago zu gewinnen.

3. Spielaufbau

Dauert ca. 30 Sekunden: Stell den Drachen an die Seite, mische alle Karten und teile jedem Spieler verdeckt 6 Handkarten aus. Die restlichen Karten bilden den verdeckten Nachziehstapel.

4. Spielablauf

Die Spieler sind abwechseln an der Reihe und müssen eine von zwei möglichen Aktionen durchführen:

  1. Ein Set gleicher Schatzkarten offen vor sich auslegen.
  2. Ein bis vier Karten verdeckt in die Mitte legen und Drago daraufstellen.

Schatzkarten offen auslegen: Du legst ein Set aus mindestens 2 Karten eines Typs (z.B. 3 Kronen) offen vor dir ab. Das geht jedoch nur dann wenn entweder noch niemand vorher Kronen ausgelegt hat oder wenn du mindestens eine Karte mehr auslegen kannst als dein Kontrahent vor sich abgelegt hat. Belohnung: Du bekommst in dem Falle seine Kronen mit dazu!

Karten verdeckt in die Mitte legen: Wenn du kein Set auslegen kannst oder willst musst du Karten verdeckt ablegen. Dies können 1-4 Karten aller Sets durcheinander sein. Danach musst du den Drachen daraufstellen, um zu zeigen, dass Drago diese Karten bewacht.

Ist eine der beiden Aktionen erledigt, zieht der Spieler soviele Karten nach, wie er braucht um wieder auf 6 Handkarten zu kommen. Dabei hat er die Wahl seine neuen Karten entweder vom Nachziehstapel oder von einem der anderen Stapel in der Mitte zu ziehen, auf denen Don Drago nicht steht.

5. Meine Meinung

Kinderspiele haben häufig einen Memory-Aspekt, weil Kinder Erwachsenen darin häufig überlegen sind. Bei Don Drago kommt noch einiges hinzu: taktisches Abwägen und Risikoanalyse (“Soll ich meine 2 Münzen schon auslegen oder ist die Gefahr zu hoch, dass ein anderer 3 Münzen auf der Hand hat und mir dann meine beiden klaut?”)

Durch die taktischen Möglichkeiten ist das Spiel auch als reiner Erwachsenenspiel für unterwegs oder zwischendurch absolut geeignet. Es dauert nur 5 Minuten und hat einen hohen “Lass-uns-noch-ein-Runde-spielen”-Faktor.

Mein Fazit: Greif definitiv zu wenn du diesen gleichen Drachenschatz irgendwo auf dem Flohmarkt, im Spieleladen oder online findest!

6. Bewertung

7,5/10 Punkte

Pingu-Party | Spieletest Nr. 19: Pingu Party

10. Dezember 2011 // Posted in Spieletests (Tags: , , ) |  No Comments

Gerade Kinder- und Familienspiele handeln häufig von Tieren. Dabei trifft man auf Hornochsen, Hühner, Mäuse oder auch Pinguine wie bei Reiner Knizias Pingu-Party, das vom Amgio Spiele Verlag angeboten wird. In diesem kleinen Kartenspiel für Zwischendurch bauen 2-6 Spieler eine Pyramide aus verschiedenfarbigen Pinguinen und versuchen dadurch all ihre Handkarten loszuwerden.

1. Material

In der kleinen Schachtel findest du neben der Amigo-üblichen Spielanleitung 36 Pinguin-Karten in fünf Farben sowie 36 (Minus-)Punktechips aus Plastik. An der Qualität der Materialien von pingu Party gibt es nichts zu kritisieren.

2. Ziel

Lege möglichst viele deiner Handkarten ab, denn diese zählen am Ende jeder Runde Minuspunkte. Wer nach der letzten Runde (Anzahl der Spielrunden entspricht der Spielerzahl) am wenigsten Minuspunkte hat, ist Sieger!

3. Spielaufbau

Der Aufbau ist so simpel, dass ich auf ein Foto verzichtet habe: Mische alle Karten und verteile sie gleichmäßig an alle Spieler. Bei 5 Spielern bleibt eine übrig, die schonmal als Basis in die Mitte gelegt wird. Bei 2 Spielern bekommt jeder nur 14 Handkarten pro Runde. Der Rest wird verdeckt an die Seite gelegt. Die Chips sollten in greifbarer Nähe liegen. Schon kann es losgehen.

4. Spielablauf

Wer zuletzt einen echten Pinguin gesehen hat, beginnt damit eine seiner Handkarten abzulegen. Dies kann zu Beginn nur in der untersten Reihe geschehen. In einem Spiel zu zweit kann diese Basisreihe maximal 7 Karten lang sein, mit mehr Spielern maximal 8 Karten lang.

Im Uhrzeigersinn folgen die anderen Spieler. Sobald mindestens 2 Karten in einer unteren Reihe liegen, kann mittig über ihnen eine Karte platziert werden. Dafür muss die neue Karte eine der beiden Farben ihrer unteren Basiskarten haben.

Beispiel: Im Bild ist unten die Basisreihe mit bisher 4 Karten zu sehen. Daher könnte man links neben dem blauen oder rechts neben dem lila farbenen Pinguin eine beliebige Karte ablegen. Alternativ könnte man aber auch in die nächste Ebene gehen und über die 4 Pinguine eine weitere Reihe starten. Die oberen Karten im Foto zeigen welche Karten an den 3 offenen Schnittstellen angelegt werden könnten.

So baut sich nach und nach eine Pyramide auf, an deren Spitze ein einzelner Pinguin steht. Jedoch wird häufig nicht die gesamte Pyramide gebaut, da den Spielern vorher schon die passenden Kartenfarben fehlen.

Rundenende:

Sobald man keine seiner Handkarten mehr anlegen kann, legt man sie offen vor sich ab und der nächste Spieler ist an der Reihe bis keiner mehr Karten an die Pyramide anlegen kann. Dann bekommt jeder einen Strafpunkt (kleiner Chip) pro Karte, die er noch übrig hat. Hat man es geschafft alle seine Handkarten loszuwerden, darf man (falls vorhanden) zwei seiner vorher gesammelten Strafpunkte wieder in den Vorrat legen.

5. Meine Meinung

Solch ein simples Spielprinzip wie von Pingu Party habe ich selten gesehen. Im Grunde ist auf jeder Karte nur eine Information und es gibt nur eine Art von Aktion, die man ausführen muss. Trotzdem wurde mir nach 3 oder 4 Partien klar, dass schon einige taktische Möglichkeiten da sind. Es ist zwar nicht offensichtlich, aber mit ein bisschen Überlegung kann man Gegner ganz gut blocken und Farben, die man selbst nicht hat, ausschließen.

Trotzdem ist Pingu-Party “nur” eine Viertelstunde seichte Unterhaltung, die für Kinder ab 6 Jahre bestens geeignet ist. Erwachsene können an einer gelegentlichen Partie durchaus Gefallen finden, aber viel mehr auch nicht, da sich die Abwechslung in Grenzen hält.

6. Bewertung

6/10 Punkte

5 Spiele für Regelmuffel (Kurze Regeln)

26. November 2011 // Posted in Theorien und Gedanken (Tags: , , , ) |  1 Comment

Heute beginnt meine neue Reihe 5 Spiele für:      .

Den Ablauf dieser Serie stelle ich mir so vor: Zuerst beschreibe ich immer nach welchen Kriterien ich die aktuelle Liste aufgestellt habe. Danach folgen 5 Spiele, die meiner Meinung nach den Kriterien entsprechen, wobei die Reihenfolge zeigen soll wie gut die Titel zu den Vorgaben passen (das letzte Spiel ist dementsprechend das “Beste”  in dem Zusammenhang).

Damit der Einstieg leichter fällt, geht es heute erstmal darum 5 Spiele vorzustellen, die einfach und schnell zu lernen sind. Kurze Regeln stehen also im Mittelpunkt.

Kriterien für die heutige Liste

  • Kurze Regeln: Regelnerklärung darf maximal 2 Minuten dauern
  • Keine typischen Kinderspiele, da all diese schon per Definition einfache Regeln aufweisen
  • Es muss im Handel oder online erhältlich sein
  • Natürlich muss es Spaß machen
  • Ich muss es gespielt haben, denn ich empfehle nur Titel, die ich selbst ausprobiert habe (aber keine Sorge, das sind schon ein paar hundert verschiedene Spiele, Tendenz steigend).

5 Spiele für Regelmuffel

5. Bezzerwizzer

Hierbei handelt es sich um ein Wissensspiel der neuen Generation, wo es nicht nur um Wissen, sondern auch um Taktik und Kenntnis der eigenen Stärken geht: Man zieht jede Runde 4 von 20 Kategorien, ordnet ihre Wertigkeit nach eigenem Geschmack und versucht dann eine Frage zu jeder dieser 4 Kategorien zu beantworten. Zusätzlich kann man die anderen Spieler ein bisschen ärgern und versuchen deren Fragen zu beantworten.

  • Spieleranzahl: 2-4 (bzw. mehr Spieler wenn in Teams gespielt wird)
  • Alter: Bei der Basisversion sind Kinder unter 14 klar im Nachteil, aber die Familienedition kann durchaus ab 8 gespielt werden
  • Dauer: 25-45 Minuten
  • (Online-)Preis: 30-38€

4. Qwirkle

Manche nennen es “Scrabble mit Formen und Farben statt Buchstaben”. Man zieht sechs schön bemalte Holzquadrate auf denen eine von sechs Formen in einer von sechs verschiedenen Farben zu sehen ist. Dann ist jeder abwechselnd an der Reihe diese Quadrate an die bereits ausliegenden anzulegen, wobei immer entweder Farbe oder Form der aneinandergelegten Teile übereinstimmen muss, nicht aber beides auf einmal. Ansonsten gilt, je länger die gelegte Verbindung, desto mehr Punkte.

  • Spieleranzahl: 2-4
  • Alter: 6+
  • Dauer: 30-45 Minuten
  • (Online-)Preis: 15-25€

3. Cartagena (Link)

Ein Piratenrennspiel, in dem man seine Piraten durch Ablegen von Handkarten vorbewegt und man durch Zurückbewegen neue Karten erhält. Eine ausführliche Rezension findest du in meiner Spielebeschreibung Nr. 16.

  • Spieleranzahl: 2-5
  • Alter: 8+
  • Dauer: 15-45 Minuten (je mehr Spieler desto länger)
  • (Online-)Preis: 12-16€

2. Heckmeck am Bratwurmeck

Dies ist ein Würfelspiel mit taktischen Elementen und ein wenig Interaktion zwischen den Spielern. Man versucht mit 8 Würfeln bestimmte Summen zu erwürfeln, wobei man nach jedem Wurf alle Würfel einer bestimmten Augenzahl zur Seite legen muss. Die namensgebenden Bratwürmer spielen dabei eine besondere Rolle. Trotz der schönen Gestaltung und einfallsreichen Namensgebung ist das Spiel im Grunde ziemlich abstrakt.

  • Spieleranzahl: 2-7
  • Alter: 8+
  • Dauer: 15-25 Minuten
  • (Online-)Preis: 10€

1. Bluff

Ein wahrer Klassiker, in dem der Name Programm ist. Alle Spieler würfeln gleichzeitig 5 Würfel in einem Würfelbecher, schauen dann nach, was sie haben, aber zeigen es keinem. Dann muss jeder Spieler reihum eine Behauptung über die Anzahl einer Augenzahl aufstellen (z.B. “Wir haben zusammen mindestens 7 Dreien”). Der nächste Spieler kann entweder erhöhen (“Wir haben mindestens 8 …”) oder “anzweifeln”. Bei letzterem decken alle auf und es wir geschaut wer recht hatte. Wer falsch lag, muss einen seiner Würfel abgeben und die nächste Runde geht los. Zum Nachdenken bringen einen die Joker, die jede Augenzahl annehmen können. Wer am Schluss als letzter noch Würfel übrig hat, ist Sieger!

  • Spieleranzahl: 2-6
  • Alter: 8+
  • Dauer: 10-15 Minuten
  • (Online-)Preis: 22-25€ (gebrauchte Versionen findet man oft und sehr viel günstiger)

Agenda

Nächste Woche gibt es wieder Rezensionen über zwei interessante Spiele: meinem Überraschungs-Hit des Jahres Portobello Market von Thomas Odenhoven und dem kleinen aber feinen Kartenspiel Pingu-Party von Reiner Knizia. Der zweite Teil meiner 5 Spiele für: -Reihe wird daraufhin von Spielen handeln, die mit großen Gruppen von sieben oder mehr Spielern gespielt werden können. Bis bald!

Fluch der Mumie | Spieletest Nr. 9: Fluch der Mumie

30. August 2011 // Posted in Spieletests (Tags: , , , ) |  1 Comment

Mit Ausnahme der Spielfiguren sind Brettspiele meistens zweidimensional. Nicht so Fluch der Mumie von Marcel-André Cassola Merkle, verlegt vom Ravensburger Verlag für 2 bis 5 Spieler. Das Hauptspielbrett wird nämlich in die Mitte des Spielekartons gesteckt und separiert so zwei Seiten, was eines der zentralen Spielelemente ermöglicht: versteckte Bewegung.

1. Spielmaterial

Im schön gestalteten Spielkarton wird geliefert: eine 4-seitige Spielanleitung mit Beispielen und Bildern, 3 Spielbretter, Schatzsymbolkarten in 5 verschiedenen Farben, 6 Würfel, eine Mumienfigur samt Magnetknopf sowie 4 Spielermagneten mit jeweils 3 farblich passenden Gesundheitsplättchen.

2. Spielziel

Die Mumie muss je nach Spieleranzahl eine bestimmte Menge an Gesundheitsplättchen der anderen Spieler sammeln (indem sie die Spieler fängt). Die anderen Spieler müssen alle Schätze, die auf ihren Schatzkarten gezeigt sind, einsammeln.

3. Spielaufbau

So sieht der Spielaufbau von der Schatzsucher Seite aus: Das große magnetische Spielbrett wird in die Mitte des Spielkartons gesteckt, die beiden kleinen Spielbretter, die der Dekoration dienen, werden an die passenden Stelle auf den beiden Kartonseiten gelegt. Ein Spieler muss nun bestimmt werden, der die Mumie spielt. Die anderen sind Schatzsucher. Die Schatzkarten werden nach Farben gemischt und jeder Schatzsucher zieht verdeckt jeweils eine pro Farbe. Diese Farben entsprechen 5 Bereichen innerhalb der Pyramide und die Symbole auf den Karten kann man dort auch wiederfinden, so dass man genau weiß wo man hin muss um seine Schätze zu bergen.

Schließlich erhält die Mumie ihre Figur und lässt den kleinen Magnetknopf auf der Schatzsucherseite von der Figur angezogen werden. Er startet im grünen Sarkophag. Die anderen Spieler können immer sehen wo gerade die Mumie ist. Die Schatzsucher wählen eine Spielerfarbe und nehmen sich die 3 Gesundheitsplättchen ihrer Farbe sowie den passenden Magnetknopf, den sie auf ihrer Seite auf die Treppe setzen. Die Mumie kann nicht sehen, wo die Spieler sind, jedoch kann sie es im Spielverlauf schlussfolgern oder zumindest erahnen. Im Bild unten sieht man die Startperspektive der Mumie.

4. Spielablauf

Die Pyramide ist im Grunde ein kleines Labyrinth in dem alle Spieler ihre Figur (waagerecht oder senkrecht und nicht durch Wände) bewegen können. Bewegung geschieht über die Würfel. Der Schatzsucher links von der Mumie beginnt und wirft alle hellen Würfel. Er muss sich für einen Würfel entscheiden, den er benutzen will. Wenn ihm keiner gefällt kann so oft neu würfeln wie er möchte, jedoch kann es sein, dass er dabei immer mehr Würfel verliert: immer wenn das Mumiensymbol geworfen wird, müssen alle Würfel mit dem Symbol an die Mumie abgegeben werden.

Ansonsten können die hellen Würfel eine 1,2,3,4 oder einen Pfeil zeigen. Die Zahlen erlauben eine Bewegung um genau soviele Felder wie die Zahl anzeigt. Mit dem Pfeil kann man in eine beliebige (waagerechte oder senkrechte) Richtung ziehen bis vor das nächste Hindernis (Wand, Mumie, Mitspieler). Es dürfen nie zwei Schatzsucher auf einem Feld stehen, jedoch kann man die anderen mit den Zahlenwerten der Würfel überspringen. Man kann hin- und herziehen, aber nie Bewegungspunkte verfallen lassen. Der Würfel, den der Spieler zur Bewegung auswählt muss laut mitgeteilt werden, damit die Mumie erahnen kann wo der Spieler sein könnte.

Dadurch, dass die Schatzsucher ihre Würfel manchmal abgeben müssen, haben sie immer weniger Auswahl. Jeder von ihnen kann zu Beginn seines Zuges die Mumienwürfel “auflösen”, d.h. er bekommt alle zum Würfeln zurück. Der Haken: Die Mumie erhält einen Sonderzug und darf 1 Feld pro aufgelösten Würfel ziehen. Zusätzlich ist die Mumie jede Runde regulär an der Reihe nachdem alle Schatzsucher einmal gezogen haben. Sie würfelt den braunen Würfel und rechnet +1 pro Mumienwürfel, der noch nicht aufgelöst wurde, hinzu. Soweit muss sie ziehen.

Schätze bergen: Wenn ein Schatzsucher seinen Zug auf einem Feld beendet, dass das farblich passende Symbol eines seiner Schatzkarten zeigt, legt er diese Karten offen vor sich hin und hat somit den Schatz gefunden. Auch die Mumie sieht die offenen Karten. Es gewinnt der Spieler, der als erstes alle seine Schatzkarten ablegen kann, die anderen sowie die Mumie verlieren in dem Fall.

Schatzsucher fangen: Sobald die Mumie auf ein besetztes Feld zieht, hört man ein “Klack”. Der Magnet hat zugeschnappt und der Spieler muss einen seiner Gesundheitsmarker an die Mumie geben. Verliert er alle drei, so ist er aus dem Spiel. Solange er noch welche übrig hat, zieht er nächste Runde vom Sarkophag aus weiter. Der Zug der Mumie ist vorbei sobald sie einen Spieler erwischt hat.

5. Meine Meinung

Das Coverdesign lässt ein leichtes relaxtes Spiel für Kinder vermuten. Falsch gedacht! Erwachsene können verdammt viel Spaß mit dem Spiel haben. Es ist immer wieder eine Herausforderung und die asymmetrischen Spielrollen machen es abwechslungsreich. Kinder ab 10 Jahren können problemlos mit Erwachsenen mitspielen. Wenn jüngere dabei sein sollten, kann es sein, dass ihre Züge leicht für die Mumie vorhersehbar sind.

Es dauert zwischen 10 und 30 Minuten, in denen einem nie langweilig ist, da die Züge der anderen Personen einen immer mit betreffen. Der Glücksfaktor ist vorhanden und entscheidet manchmal über Sieg oder Niederlage, aber man lernt auch schnell wie man brenzlige Situationen von vorne herein vermeiden kann. Kleiner Kritikpunkt: drei der vier Spielerfarben sind sich sehr ähnlich (türkis, blau, dunkel-violett).

6. Bewertung

7,5/10 Punkte

Geistertreppe + Flaschengeist | Spieletest Nr. 4: Geistertreppe

27. Juli 2011 // Posted in Spieletests (Tags: , , , ) |  2 Comments

Reines Kinderspiel? Von wegen! Es gibt Spiele, die fordern jeden, egal ob Rentner, junge Familienväter oder Teenie-Mädchen. Geistertreppe von Michelle Schanen gehört bestimmt zu dieser Kategorie. Natürlich sind das Design und der Regelumfang kinderfreundlich aber dennoch treibt es die meisten Erwachsenen in den Wahnsinn, in positiver Weise natürlich. Bitte beachten: dieser Artikel dreht sich nicht nur um das Grundspiel, sondern zusätzlich um die Erweiterung mit dem Namen Flaschengeist, die man sowohl getrennt als auch zusammen kaufen kann.

1.Spielmaterial

Links unten befindet sich das 4-fach gefaltete Spielbrett des Grundspiels, daneben der Zusatz von der Erweiterung. In der Spielschachtel liegen noch die beiden verständlich geschriebenen Anleitungen, die keine Frage offen lassen. Direkt links daneben siehst du die 6 Spielfiguren, 6 Farbkennzeichen-Chips aus Holz, 6 Gespensterumhänge, den Geisterwürfel und eine grüne Flasche. Das Grundspiel war nur für 2-4 Spieler ausgelegt, daher sind 2 Farben, und natürlich die Flasche, mit Flaschengeist dazugekommen.

2.Spielziel

Bringe deine eigene Spielfigur als Erste ins Ziel.

3.Spielaufbau

Auf dem Bild siehst du den Aufbau für 6 Mitspieler. Die Spielfiguren stehen auf dem Startfeld, jedem Spieler gehört davon eine, was durch die Farbchips gekennzeichnet ist. Die Gespensterumhänge sowie die Flasche stehen an der Seite bereit ins Spiel zu kommen.

4.Spielablauf

Der Jüngste beginnt den Würfel zu werfen. Er zeigt entweder eine Augenzahl zwischen 1 und 4 oder einen Geist. Bei einer Augenzahl setzt man (s)eine Figur um genau so viele Stufen vor. Bei einem Geist geht der Spaß erst richtig los. Zu Beginn darf der, der den Geist gewürfelt hat, eine Figur seiner Wahl in einen Geist “verwandeln”, indem er einen Umhang darüberstülpt. Sobald alle Spielfiguren verwandelt sind, wird das Gedächtnis auf Probe gestellt, denn ab dann tauscht man 2 der Geister aus (natürlich ohne unter den Umhang zu gucken, um welche es sich handelt).

Man muss sich also bei dem fortwährenden bewegen und Positionen wechseln merken, welche seine eigene Figur war. Das ist doch einfach? Hinzu kommt eine zweite alternative Aktionsmöglichkeit wenn man einen Geist würfelt. An Stelle zweier Geister kann man auch 2 Farbchips (und damit die Figurenzugehörigkeiten) austauschen. Es kann der eigene Chips dabei sein, muss aber nicht. Hast du immer nur auf den Geist mit deiner blauen Spielfigur gestarrt? Tja, schade, jetzt musst du vielleicht den roten ins Ziel bringen!

Mit der Erweiterung kommt ein weiterer Kniff hinzu: Nach jedem Tauschen muss man die Flasche über einen Geist stülpen, der sich dadurch nicht mehr bewegen oder getauscht werden kann. Man darf die Flasche nicht auf dem aktuellen Geist belassen, sie muss immer nach dem Tauschen versetzt werden. Dadurch ergeben sich mehr taktische Möglichkeiten, die Kinder ab 5 oder 6 Jahren aber keinesfalls überfordern.

Wenn man mit weniger als 6 Personen spielt, stellt man die restlichen Figuren schon als Gespenst verwandelt mit an den Start. Diese können auch bewegt oder getauscht werden. Wenn eines von ihnen ins Ziel kommt, geht die Runde weiter bis eine Spielerfigur das Ziel erreicht.


5. Meine Meinung

Ich habe dieses Spiel nur gekauft, weil es von 25 € auf 5 € runtergesetzt war. Normalerweise kaufe ich keine Spiele, die ich nicht kenne, aber bei dem Preis und dem Drei Magier Spiele Verlag ging ich das Risiko gern ein. Ich habe es mittlerweile mit ca. 20 Personen gespielt und nur eine einzige hat mir negatives Feedback gegeben. Auch wenn man keine Ahnung mehr hat, wo seine eigene Figur ist, macht es dennoch Spaß weiterzuraten und vielleicht den Chip von dem Spieler zu klauen, der denkt ganz vorne zu sein. Außerdem dauert es meist zwischen 5 und 10 Minuten, sodass man es in der Regel sowieso zwei- oder dreimal hintereinander spielt.

Ich empfehle Geistertreppe all denjenigen, die:

  • Kinder ab 5 Jahren haben
  • ihr Gedächtnis auf die Probe stellen möchten
  • einen “Eisbrecher” für neue Spielerunden suchen
  • ein Spiel suchen, das weniger als 10 Minuten dauert.

6. Bewertung

7,5/10 Punkte

Schatz der Drachen | Spieletest Nr. 2: Schatz der Drachen

19. Juli 2011 // Posted in Spieletests (Tags: , , , ) |  No Comments

Wer kennt es nicht, das gute alte Memory? Schatz der Drachen, designt von Reiner Knizia und verlegt von Winning Moves, hat große Ähnlichkeiten mit dem Klassiker, jedoch ist es vielfältiger, bietet mehr taktische Möglichkeiten und verliert dabei in keinster Weise am einfachen klaren Spielprinzip, dem Kinder ab 6 Jahren folgen können. 2-5 Spieler versuchen Spielzeugschätze zu bergen ohne dabei den gruseligen Spinnen oder den Drachen zu begegnen.

1.Spielmaterial

Die kleine quadratische Schachtel beherbergt eine Doppelseite mit verständlich geschriebenen Spielregeln und 49 große liebevoll gestaltete Plättchen.

2.Spielziel

Finde gleiche Spielzeuge und sichere sie dir, bevor dich ein Drache oder eine Spinne erwischt. Wenn alle Kacheln (bis auf die Spinnen, die nicht genommen werden können) geborgen wurden, wird gezählt wer die meisten Drachenkacheln auf seiner Seite hat. Derjenige bekommt die 3 Spinnenkacheln als Bonus und nun zählt jeder alle seine Plättchen. Wer die meisten hat, hat gewonnen.

3.Spielaufbau

Alle Kacheln werden verdeckt gemischt und in einem 7×7 Feld ausgelegt (am besten mit kleinen Zwischenräumen, damit man sie besser umdrehen kann).

4.Spielablauf

Der jüngste Spieler beginnt damit Kacheln umzudrehen und zu entdecken welche Schätze sich darunter befinden. Ähnlich wie bei Memory versucht man einige Paare zu finden: bei Autos, Puppen und Bällen, was man an den 2 weißen Punkten auf den Kacheln erkennt. Aber bei den anderen Spielzeugen braucht man eine andere Anzahl um sie an sich nehmen zu können: Ringe kann man einzeln nehmen, von den Leuchtern braucht man drei auf einmal und von den Schatzkisten sogar vier.

Man kann im Allgemeinen solange weitere Kacheln aufdecken wie man möchte, mit 2 Ausnahmen: 1. Sobald man eine Spinne aufdeckt, ist der Zug beendet, die Kacheln werden wieder umgedreht und der nächste Spieler im Uhrzeigersinn ist an der Reihe aufzudecken. 2. Wenn man schon Spielzeuge in seinem Zug aufgedeckt hat darf man danach keinen Drachen aufdecken (oder andersherum), sonst muss man wie bei einer Spinne alles wieder umdrehen und seinen Zug beenden.

Das Bild oben zeigt eine solche Situation: Der Ring war mir nicht genug, deswegen habe ich noch weiter aufgedeckt. Ein Auto und ein Leuchter können alleine nicht genommen werden, also habe ich mein Glück herausgefordert und… einen Drachen aufgedeckt, das war es für mich in diesem Zug.

Wenn man allerdings ausschließlich Drachen (also einen einzelnen oder zwei Drachen oder drei…) aufdeckt, so kann man diese alle an sich nehmen, siehe Bild unten. Allgemein gilt: Sobald man Kacheln an sich nimmt, ist sein Zug beendet (nicht genommene Kacheln werden wieder umgedreht) und der nächste Spieler darf aufdecken. Eine Ausnahme noch zu den Spinnen: Im Gegensatz zu allen anderen Kacheln muss man sie nicht an ihrem Platz lassen nachdem man sie aufgedeckt hat und wieder umdreht, sondern kann sie (natürlich ebenfalls verdeckt) an irgendeine freie Stelle legen.

Das war alles was man wissen muss, um mit Schatz der Drachen eine 5-15 Minuten Partie zu spielen. Eine kleine Anmerkung noch zum Schluss: die offiziellen Regeln besagen, dass man Ringe auch zusammen mit Drachen nehmen kann und ein Zug nicht beendet ist wenn man nur Ringe und dann einen Drachen aufgedeckt hat. Da meine Spielegruppen mit mir einer Meinung waren, dass dies thematisch unlogisch und spielerisch unnötig ist, haben wir dies immer so gespielt wie oben beschrieben.

5. Meine Meinung

Ich habe das Spiel gekauft, weil es gute Bewertungen von mehreren Käufern bei einem Online-Kaufhaus bekommen hat und war sehr sehr angetan von Schatz der Drachen. Das Prinzip ist so einfach aber es macht Spaß und darauf kommt es ja an. Hobbyspieler, die Strategie und große Taktik suchen wird es natürlich viel zu simpel sein, aber gerade um sein Gedächtnis mal ein bisschen zu trainieren oder eine kleine Runde zu spielen bevor alle Leute für den Spieleabend da sind, eine klasse Wahl.

Es kostete mich ca. 14 € und ich muss sagen, ich hätte auch das doppelte gezahlt, die Qualität der Plättchen ist sehr gut, alle Teile sind schön illustriert und so sehr ich mich auch bemühe ich finde keinen richtigen Kritikpunkt. Nun ja, vielleicht der Glücksfaktor, der ist bei einem solchen Spiel immer vorhanden, es kann sein, dass ich die 3 Spinnen aufdecke und mein Gegenüber hat das Glück alle 8 Kisten hintereinander aufzudecken. Aber gerade dadurch, dass es so kurz ist, spielt man meist eh mehrere Runden und dann gleicht sich das Glück sowieso wieder aus.

Also eine klare Empfehlung für

  • Zwischendurch
  • Familien
  • Kinder ab 6
  • Reisende (wenn knapp 1m² Ablagefläche vorhanden ist)
  • alle, die ihr Erinnerungsvermögen trainieren möchten.

6. Bewertung

8/10 Punkte