Mit Ausnahme der Spielfiguren sind Brettspiele meistens zweidimensional. Nicht so Fluch der Mumie von Marcel-André Cassola Merkle, verlegt vom Ravensburger Verlag für 2 bis 5 Spieler. Das Hauptspielbrett wird nämlich in die Mitte des Spielekartons gesteckt und separiert so zwei Seiten, was eines der zentralen Spielelemente ermöglicht: versteckte Bewegung.
1. Spielmaterial
Im schön gestalteten Spielkarton wird geliefert: eine 4-seitige Spielanleitung mit Beispielen und Bildern, 3 Spielbretter, Schatzsymbolkarten in 5 verschiedenen Farben, 6 Würfel, eine Mumienfigur samt Magnetknopf sowie 4 Spielermagneten mit jeweils 3 farblich passenden Gesundheitsplättchen.
2. Spielziel
Die Mumie muss je nach Spieleranzahl eine bestimmte Menge an Gesundheitsplättchen der anderen Spieler sammeln (indem sie die Spieler fängt). Die anderen Spieler müssen alle Schätze, die auf ihren Schatzkarten gezeigt sind, einsammeln.
3. Spielaufbau
So sieht der Spielaufbau von der Schatzsucher Seite aus: Das große magnetische Spielbrett wird in die Mitte des Spielkartons gesteckt, die beiden kleinen Spielbretter, die der Dekoration dienen, werden an die passenden Stelle auf den beiden Kartonseiten gelegt. Ein Spieler muss nun bestimmt werden, der die Mumie spielt. Die anderen sind Schatzsucher. Die Schatzkarten werden nach Farben gemischt und jeder Schatzsucher zieht verdeckt jeweils eine pro Farbe. Diese Farben entsprechen 5 Bereichen innerhalb der Pyramide und die Symbole auf den Karten kann man dort auch wiederfinden, so dass man genau weiß wo man hin muss um seine Schätze zu bergen.
Schließlich erhält die Mumie ihre Figur und lässt den kleinen Magnetknopf auf der Schatzsucherseite von der Figur angezogen werden. Er startet im grünen Sarkophag. Die anderen Spieler können immer sehen wo gerade die Mumie ist. Die Schatzsucher wählen eine Spielerfarbe und nehmen sich die 3 Gesundheitsplättchen ihrer Farbe sowie den passenden Magnetknopf, den sie auf ihrer Seite auf die Treppe setzen. Die Mumie kann nicht sehen, wo die Spieler sind, jedoch kann sie es im Spielverlauf schlussfolgern oder zumindest erahnen. Im Bild unten sieht man die Startperspektive der Mumie.
4. Spielablauf
Die Pyramide ist im Grunde ein kleines Labyrinth in dem alle Spieler ihre Figur (waagerecht oder senkrecht und nicht durch Wände) bewegen können. Bewegung geschieht über die Würfel. Der Schatzsucher links von der Mumie beginnt und wirft alle hellen Würfel. Er muss sich für einen Würfel entscheiden, den er benutzen will. Wenn ihm keiner gefällt kann so oft neu würfeln wie er möchte, jedoch kann es sein, dass er dabei immer mehr Würfel verliert: immer wenn das Mumiensymbol geworfen wird, müssen alle Würfel mit dem Symbol an die Mumie abgegeben werden.
Ansonsten können die hellen Würfel eine 1,2,3,4 oder einen Pfeil zeigen. Die Zahlen erlauben eine Bewegung um genau soviele Felder wie die Zahl anzeigt. Mit dem Pfeil kann man in eine beliebige (waagerechte oder senkrechte) Richtung ziehen bis vor das nächste Hindernis (Wand, Mumie, Mitspieler). Es dürfen nie zwei Schatzsucher auf einem Feld stehen, jedoch kann man die anderen mit den Zahlenwerten der Würfel überspringen. Man kann hin- und herziehen, aber nie Bewegungspunkte verfallen lassen. Der Würfel, den der Spieler zur Bewegung auswählt muss laut mitgeteilt werden, damit die Mumie erahnen kann wo der Spieler sein könnte.
Dadurch, dass die Schatzsucher ihre Würfel manchmal abgeben müssen, haben sie immer weniger Auswahl. Jeder von ihnen kann zu Beginn seines Zuges die Mumienwürfel “auflösen”, d.h. er bekommt alle zum Würfeln zurück. Der Haken: Die Mumie erhält einen Sonderzug und darf 1 Feld pro aufgelösten Würfel ziehen. Zusätzlich ist die Mumie jede Runde regulär an der Reihe nachdem alle Schatzsucher einmal gezogen haben. Sie würfelt den braunen Würfel und rechnet +1 pro Mumienwürfel, der noch nicht aufgelöst wurde, hinzu. Soweit muss sie ziehen.
Schätze bergen: Wenn ein Schatzsucher seinen Zug auf einem Feld beendet, dass das farblich passende Symbol eines seiner Schatzkarten zeigt, legt er diese Karten offen vor sich hin und hat somit den Schatz gefunden. Auch die Mumie sieht die offenen Karten. Es gewinnt der Spieler, der als erstes alle seine Schatzkarten ablegen kann, die anderen sowie die Mumie verlieren in dem Fall.
Schatzsucher fangen: Sobald die Mumie auf ein besetztes Feld zieht, hört man ein “Klack”. Der Magnet hat zugeschnappt und der Spieler muss einen seiner Gesundheitsmarker an die Mumie geben. Verliert er alle drei, so ist er aus dem Spiel. Solange er noch welche übrig hat, zieht er nächste Runde vom Sarkophag aus weiter. Der Zug der Mumie ist vorbei sobald sie einen Spieler erwischt hat.
5. Meine Meinung
Das Coverdesign lässt ein leichtes relaxtes Spiel für Kinder vermuten. Falsch gedacht! Erwachsene können verdammt viel Spaß mit dem Spiel haben. Es ist immer wieder eine Herausforderung und die asymmetrischen Spielrollen machen es abwechslungsreich. Kinder ab 10 Jahren können problemlos mit Erwachsenen mitspielen. Wenn jüngere dabei sein sollten, kann es sein, dass ihre Züge leicht für die Mumie vorhersehbar sind.
Es dauert zwischen 10 und 30 Minuten, in denen einem nie langweilig ist, da die Züge der anderen Personen einen immer mit betreffen. Der Glücksfaktor ist vorhanden und entscheidet manchmal über Sieg oder Niederlage, aber man lernt auch schnell wie man brenzlige Situationen von vorne herein vermeiden kann. Kleiner Kritikpunkt: drei der vier Spielerfarben sind sich sehr ähnlich (türkis, blau, dunkel-violett).
6. Bewertung
7,5/10 Punkte