Zucker, Süßstoff, Stevia oder was ?

Die meisten Menschen lieben Süßes und immer wieder taucht die Frage auf: Was ist besser und was schädigt meine Gesundheit?

Zucker ist der Oberbegriff für Einfach- und Doppelzucker, ebenso für Saccharose.

Unseren handelsüblichen Zucker bekommen wir als Haushaltszucker in jedem Lebensmittelgeschäft. Als Würfel, Kandis, Puderzucker oder schlicht als körniges Granulat. Damit zu süßen ist so einfach, und einfach nur schädlich. Außer dem süßen Geschmack hat er leider nichts zu bieten. Über seine Schädlichkeit für die Gesundheit gibt es unzählige Belege. Und trotzdem wird er unverdrossen gekauft und benutzt. Zuckerkonsum kann zu chronischen Erkrankungen führen. Arthrose, ADHS, hoher Blutdruck und entzündliche Erkrankungen sind nur eine kleine Auswahl..

Unser Zucker ist ein Produkt, das hauptsächlich aus Zuckerrohr und Zuckerrüben gewonnen wird. Als Kind habe ich den braunen Rübensaft, bei uns auch “Stips” genannt, geliebt. Entweder aufs Brot gestrichen oder als Zutat in der Weihnachtsbäckerei.

Unter Bio-Anhängern wird oft auf Honig, Ahornsirup, Apfeldicksaft usw. ausgewichen. Aber auch das ist nicht ganz problemlos. Honig z. B. besteht zu ca.einem Drittel aus Fructose, bei erhöhtem Konsum wird die überschüssige Menge in Körperfett umgewandelt.

“Dann nehme ich doch einfach Süßstoff, der hat ja keine Kalorien” höre ich Sie sagen. Bei Süßstoffen steht bis heute nicht endgültig fest, ob sie nun schädlich sind oder alles nur “Panikmache” ist. Aber da ein Zuviel immer schädlich ist, sollte der Gebrauch möglichst eingeschränkt werden. Zu den Süßstoffen gehören u. a. Aspartam und Cyclamat. Der übermäßige Genuss soll zu Heißhungerattacken führen und das ist jedenfalls bei einer Diät zur Gewichtsabnahme eher kontraproduktiv.

Für Diabetiker, die nicht insulinpflichtig sind, sind Zuckeraustauschstoffe wie z.B. Sorbit oder Xylit interessant, da sie langsamer abgebaut werden. Zuckeraustauschstoffe (sie werden häufig mit Süßstoffen verwechselt) sind z.B. Sorbit, Isomalt, Xylit, Maltit, Fructose usw.. Diabetiker müssen diese bei der Berechnung des Brennwertes mit einbeziehen.

Die für mich zur Zeit beste Alternative ist die Pflanze Stevia (Stevia rebaudiana), ihre Heimat ist Südamerika, dort ist sie hauptsächlich in Paraguay beheimatet. Erwähnt wurde sie bereits von den spanischen Konquistadoren, sie hatten erfahren, dass die ansässige Bevölkerung die Blätter einer bestimmten Pflanze nutzten, um z.B. ihren Tee zu süßen. Auch als Medizin war sie im Gebrauch.

Am  04.07.2011 hat sich die EU-Gemeinschaft in Brüssel nun endlich für die Zulassung von Steviolglykosiden als Süßstoff ausgesprochen. Das Europäische Parlament muss nur noch seinen Segen dazu geben, dann hat dieses lange Hin und Her endlich ein Ende.

Offiziell konnte man in den letzten Jahren schon Stevia Produkte kaufen, z. B. im Reformhaus, allerdings als “Mittel zur Zahnpflege”, weil es eben auch bei Karies hilft. Im Internet gibt es mittlerweile diverse Anbieter, die Stevia in verschiedenen Formen verkaufen. Die Preise variieren zum Teil erheblich, wobei es auch darauf ankommt, ob und wieviele Zusatzstoffe in dem Produkt zu finden sind.

Bei Amazon kosten z. B. 100 Gramm Stevia Pulver (Steviosid) aus der Pflanze 6.50 Euro.

Bei medherbs.de gibt es Rebaudiosid ohne Zusatzstoffe zu einem Grundpreis von 57,80 Euro für 100 Gramm.
Unter dem Namen ChrysaNova (R) enzymatisch modifiziertes Steviol Glycosid aus Blättern der Stevia rebaudiana Bertoni es ist neutral süß ohne bitteren Beigeschmack,  100% Rebaudioside mit Spuren von Steviosid, Süßungsfaktor 200 gegenüber Haushaltszucker, Grundpreis 100 gr. 9,90,  200 gr. 19,80 Euro

Außerdem gibt es noch weitere Produkte, wie Stevia Sirup, Stevia Tabs, Flüssig-Konzentrat, die natürlich bei jedem Anbieter zu finden sind.

Da steht der Verbraucher erst mal vor einer verwirrenden Fülle an Informationen. Ich habe hier nur zwei Anbieter genannt, um Preisbeispiele zu geben. Wenn Sie Stevia googeln, werden Sie eine Vielzahl an Ergebnissen bekommen. Die drei wichtigen Faktoren für eine Entscheidung sind wohl Preis und Süßfaktor, evtl. Zusatzstoffe und die Form, in der es angeboten wird. Bei den meisten Anbietern kommen auch noch Versandkosten dazu. In Asien wird die Süßkraft der Stevia schon seit 30 Jahren genutzt, und z. B. in Korea für Japan angebaut und exportiert. Mittlerweile beträgt der Marktanteil gegenüber anderen Zuckerersatzstoffen in Japan bei 40%. Die Blätter sind 30 Mal süßer als Rübenzucker. Isoliert man daraus das Steviosid, hat dieses eine Süße, die bis zu 300 Mal stärker ist als besagter Rübenzucker.

Stevia ist auch für Diabetiker sehr geeignet. 0,2 Kilokalorien pro 1 Gramm Blätter bei einer Süßkraft, die ca. 30 Mal höher ist als bei Zucker, spricht für sich.

Weitere Informationen zu Stevia gibt es in der Rubrik “Pflanzen und Kräuter” hier auf diesem Blog.

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2 Responses to Zucker, Süßstoff, Stevia oder was ?

  1. Erwin Müller says:

    Stevia habe ich oft in Frankreich im Supermarkt gesehen. Jetzt wurde es ja auch in Deutschland zugelassen wie ich sehe und wird bestimmt auch in vielen Lebensmitteln verwendet werden. Ich frage mich nur öfters bei Cola Zero, was da der Süsstoff ist und ob man denn jetzt bedenkenlos ohne Ende Cola Zero trinken könnte?

    • Ina Burger says:

      Hallo Erwin,

      definitiv ist kein Stevia drin. Und Süßstoffe (z.B. Aspartam) sind nun mal nicht wirklich gut für den Körper.
      Ich persönlich würde das ganze Zeug nicht trinken, aber das ist eben meine ganz eigene Meinung.

      In Frankreich einkaufen ist klasse, es gibt so viele Produkte, die man in Deutschland nicht bekommt. Leider wohne ich jetzt viel zu weit von der Grenze entfernt. Man kann wohl nicht alles haben 😉

      Liebe Grüße, Ina

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