• 12. März 2012 /  Allgemein

    Das letzte Wochenende stand vor der Tür und somit die letzte Möglichkeit noch einige größere Projekte in Angriff zu nehmen. Am Freitag Abend habe ich für einige lettische Freunde ein typsich deutsches Gericht gezaubert. Es gab die allseits beliebten “Königsberger Klopse”. Die Zutaten für dieses deftige Gericht habe ich auf dem Zentralmarkt besorgt. Der Zentralmarkt ist der größte und wohl auch schönste Lebensmittelmarkt Lettlands. Typische Merkmale des Marktes sind, dass man sämtliche Produkte probieren kann, die Lebensmittel recht frisch sind und die Preise im Vergleich zu den hiesigen Supermärkten erheblich günstiger sind. Wenn man durch die Hallen schlendert, hat man das Gefühl als wäre die Zeit zurückgedreht worden. Aufgrund der kalten Temperaturen sind die Hallen derzeit nicht zu 100% ausgelastet. Mir wurde mitgeteilt, dass im Sommer noch mehr Andrang herrscht.

    Blick auf die Markthallen von der St. Petri Kirche

     Ein weiteres Ziel, welches ich mir in den sieben Wochen vorgenommen hatte, war das Bereisen aller Hauptstädte der baltischen Staaten. In Riga (Lettland) führe ich derzeit mein Praktikum durch, in Vilnius (Litauen) war ich auf Dienstreise zu den Stipendienauswahlgesprächen und an diesem Wochenende stand die Reise nach Tallinn (Estland) an. Am Samstag früh gegen 8.30 Uhr bin ich gemeinsam mit Rūta mit dem Bus von Riga gen Norden nach Tallinn gefahren. Die Fahrt hat etwa 4.30 Stunden gedauert und war aufgrund des hohen Komforts des Busses (Lux-Express) ziemlich angenehm. Gegen 13 Uhr haben wir den Busbahnhof in Tallinn erreicht und sind in Richtung Innenstadt gegangen. Die Entfernung zur Altstadt betrug etwa 3 km. Es war doch schon ein kleines Stück zu laufen. Das Wetter spielte auch nicht mit, denn es regnete fast den gesamten Tag. Aber die hanseatisch geprägte Innenstadt ließ das Wetter vergessen machen. Tallinn hat mir von den baltischen Hauptstädten fast am besten gefallen. Wenn man die Gassen und die Innenhöfe der Altstadt beschreitet, fühlt man sich teilweise wie im Mittelalter. Die Stadtmauer ist fast vollständig erhalten und man kann gegen ein kleines Entgelt auf ihr herumspazieren. Von dort hat man einen gewaltigen Ausblick auf den Rest der Stadt und man kann sogar das Meer und den Hafen von Tallinn sehen. Am Sonntag haben wir uns noch einige Kirchen angeschaut, u.a. auch wieder eine orthodoxe Kirche. Als wir die Kirche betraten kam uns eine Menschenmenge entgegen, denn kurz zuvor wurde dort ein Gottesdienst abgehalten. Das gesamte Gebäude roch nach Weihrauch. Nach relativ kurzer Zeit habe ich die Kirche wieder verlassen, denn ich habe mich nicht sehr wohl gefühlt. Im Großen und Ganzen hat sich der Besuch in Tallinn gelohnt. Eine Reise nach Tallinn ist stets empfehlenswert.

    Blick auf Tallinn (Stadtmauer)

     

  • 8. März 2012 /  Allgemein

    Die sechste und somit vorletzte Woche meines Auslandsaufenthaltes neigt sich auch schon dem Ende entgegen. Die Zeit hier in Riga verging  atemberaubend schnell. Es ist doch recht schade, dass ich hier in dieser schönen Stadt nicht noch länger sein kann, jedoch ist ein weiterer Besuch im Sommer geplant.

    Am vergangenen Dienstag hat mich Markus eingeladen, in seinem Unterricht zu hospitieren. Markus hat nicht nur die Aufgabe, das IC in Riga zu leiten, sondern er geht auch gleichzeitig der Tätigkeit als Lektor nach. Dabei unterrichtet er derzeit zwei Kurse im Bereich Deutsch. Es war recht interessant dem Unterricht zu lauschen, da ich ihn aus einer anderen Sichtweise erfahren habe, weder als Schüler noch als Lehrer sondern lediglich als Besucher. Das Thema dieses Unterrichtes war sowohl das Partizip I, als auch das Partizip II. Diese Lehrstunde habe ich gleich dazu genutzt um meine Grammatikkenntnisse ein wenig aufzufrischen. Im Anschluss daran gab ich dann meinen Deutschunterricht.

    Am gestrigen Mittwoch bin ich gemeinsam mit Rūta und ihren Eltern zu der Hauptfiliale der Lido-kette gefahren. Diese Filiale ist etwa 10 Minuten von der Technischen Universität entfernt. Lido ist die lettische Antwort auf die Fastfoodketten wie Mc Donalds, Burger King und Hesburger. Die Kette überzeugt durch ein mittelalterliches Flair mit deftigen Speisen, welche ziemlich fettig sind und teilweise etwas überteuert. Jedoch ist die Filiale immer ein Besuch wert aufgrund des ziemlich einzigartigen Ambientes.

    Lido Hauptfiliale Riga

     
    Heute haben wir den 8. März. Das bedeutet wiederum, dass heute der internationale Frauentag ist. Hier in Lettland wird dieser Tag sehr ernst genommen. Auf dem Weg zur Arbeit sah ich, dass sämtliche Blumenläden überfüllt waren und so ziemlich jeder Mann hatte entweder eine kleine niedliche Blume oder manche sogar einen pompösen Strauß in der Hand. Aus diesem bedeutsamen Anlass habe ich selbstverständlich auch einige Sträuße besorgt und habe jedes Büro mit einem Strauß ausgestattet um den Damen für ihre ständige Unterstützung zu danken. In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen einen wundervollen Frauentag!!!
     
  • 4. März 2012 /  Allgemein

    Die 5. Woche war wohl einer der anstrengendsten, wenn nicht sogar die anstrengendste Woche. Am Montag wurde die gesamte Belegschaft des Informationszentrums Riga von dem Leiter, Herr Häfner, zum Essen eingeladen. Wir feierten den Abschied von Elisa, Praktikantin des Kulturweit-Projektes, und gleichzeitig den Einstieg von Laura und mir. Elisa durfte sich ein Restaurant ihrer Wahl aussuchen, in welchem wir dann gemeinsam speisten. Ihre Wahl fiel auf ein armenisches Restaurant. Niemals zuvor habe ich armenisch gegessen, jedoch war es eine kulinarische Köstlichkeit mit extrem viel Knoblauch. Zu der wohlschmeckenden Fleischplatte haben wir einen kräftigen, jedoch nicht allzu schweren Rotwein getrunken.  Ich bin der Meinung, zu einer deftigen Fleischplatte gehört immer ein schöner Rotwein, zumindest wenn man Lebensart hat. Die folgenden Tage habe ich damit verbracht Milch zu trinken und frische Minze zu mir zunehmen. Das sollen zwei bewährte Rezepte gegen einen penetranten Knoblauchgeruch sein.

    Dienstag und Mittwoch waren wir, die Belegschaft des Informationszentrums, damit beschäftigt, den Besuch auf der Bildungmesse Riga vorzubereiten. Von Donnerstag bis zum heutigen Sonntag fand die Bildungmesse und auch gleichzeitig eine Buchmesse statt. Meine Aufgabe war es u.a. interessierte junge Leute für ein Studium in Deutschland zu begeistern. Diese Aufgabe hat mir recht viel Spass bereitet, da man viel mit Menschen zu tun hatte. Teilweise war es gar nicht so leicht, da die Beratungen hauptsächlich auf Englisch stattfanden. Nach anfänglicher Schüchternheit, kam ich schließlich immer besser in fahrt. Im Großen und Ganzen war die Messe eine schöne Erfahrung und ich war froh, daran teilgenommen zu haben. Insgesamt habe ich drei Tage auf der Messe verbracht, was sich doch auf die Substanz auswirkte.

    Am Freitag Vormittag habe ich einen Termin in der Deutschen Botschaft in Riga gehabt. Um 10 Uhr begann meine kleine Führung durch die Botschaft. Herr Neudorfer, Kanzler der Botschaft (Verwaltungsleiter), hat mich in Empfang genommen und bei Kaffee hat er mir allgemeine Dinge über den Aufbau und die Struktur von Botschaften, speziell in Riga, näher gebracht. Es war sehr interessant, da Herr Neudorfer mir auch einige persönliche Erlebnisse seiner Botschaftskarriere erzählt hat. Solche Eindrücke erfährt man lediglich durch persönliche Gespräche. Nach dem Interview bekam ich eine Führung durch das Botschaftsgebäude, natürlich nicht durch alle Räume, da man doch eine gewisse Geheimhaltung bewahren muss. Im Anschluss daran sollte ein Gespräch mit der Kultur- und Pressreferentin, Frau Brahe, folgen. Sie war jedoch auf Dienstreise, sodass mir Herr Simon (Ständiger Vertreter des Botschafters) noch einige wichtige Informationen erzählte. Unter anderem kamen wir zu dem Thema Familie. Durch die Gespräche habe ich erfahren, dass es teilweise nicht ganz einfach ist, die Karriere in der Botschaft und das Familienleben unter einen Hut zu bekommen. Da man alle 3 bzw. 4 Jahre in eine neue Botschaft kommt, ist es ziemlich schwierig für den jeweiligen Partner und die gemeinsamen Kinder. Bei der Vergabe der Stellen in Botschaften kann man sehr viel Glück als auch großes Pech haben. Ob man von Pech sprechen kann ist in diesem Falle relativ zu sehen. In Ländern wie zum Beispiel Lettland, Frankreich oder auch Italien kann man ein ähnliches Leben wie in Deutschland führen ohne auf etwaige Besonderheiten achten zu müssen. Es kann einen aber auch erwischen, dass man in Länder kommt,die nicht sehr wünscherswert sind. Als Beispiele kann man Afghanistan oder auch einige afrikanische Länder nennen. Dort wird man ständig bewacht, egal was man macht. Ich stelle es mir ziemlich schwierig vor, dort zu arbeiten, denn immerhin ist dort kein richtiges Leben möglich, wie man es aus Deutschland kennt. Die Gepräche haben mir eine interessante Sichtweise vermittelt. Hiermit möchte ich mich nochmals recht herzlich bei Herrn Neudorfer, Herrn Simon und Frau Brahe bedanken, welche mir allesamt angeboten haben zu ihnen zu kommen , falls ich weitere Fragen bezüglich des Themas „Botschaft“ haben sollte.

    Am Samstag habe ich den gesamten Tag auf der Messe verbracht. Als Highlight dieser Messe kann ich die Lesung von Katarina Hagena („Der Geschmack von Apfelkernen“)  nennen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Frau Hagena und ihr Buch vorher nicht kannte. Bemerkenswert ist jedoch, dass ihr Buch in über 25 Sprachen übersetzt wurde. Schließlich habe ich mir noch ein Autogramm von ihr geholt.

    Nun sind schon ganze 5 Wochen vergangen und ich fühle mich schon fast heimisch in Lettland, speziell in Riga. Man lernt fast täglich neue Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und verschiedenen Lebensgeschichten kennen. Die letzten beiden Wochen werde ich nochmal in vollem Umfang genießen und mit interessanten Geschichten nach Deutschland zurückkehren.

    DAAD-Stand auf der Bidungsmesse Riga 2012

  • 28. Februar 2012 /  Allgemein

    Im Anschluss an meinen ersten Arbeitstag beim DAAD, wurde ich von Elisa zu einer Hausparty irgendwo in Riga eingeladen. Wir haben uns erst bei ihrer hiesigen Wohngemeinschaft verabredet, um dann gemeinsam zu der Party zu fahren. Mir wurde gesagt, dass es eine Einweihungsparty von einem Studenten ist, welche vor kurzem nach Riga gezogen ist. Wir mussten die Wohnung längere Zeit suchen, da niemand so recht wusste wo sie sich eigentlich befand. Als wir dann schließlich fündig wurden, hat uns der Veranstalter der Party die Tür zum Hausflur geöffnet und wir sind dann mit dem Fahrstuhl in den vierten Stock des Gebäudes gefahren. Ich habe vermutet, dass sich vielleicht zwischen 10 und 15 Personen auf der Party befinden. Als ich jedoch aus dem Fahrstuhl stieg, sah ich einfach nur unzählige und verschiedenartige Schuhe. Gezählt habe ich sie zwar nicht, aber etwas mehr als 50 Paar Schuhe sollten es doch gewesen sein. Ich war ein wenig überrascht und als ich dann in die Wohnung trat, sah ich einfach nur Menschen. Es war ziemlich warm in der Wohnung und in der Luft lag eine dezent verschwitzte Note. Gegen zwei Uhr nachts mussten wir dann alle die Feier verlassen, da sich die Nachbarn unter uns schon beschwert hatten und sie gedroht hatten die Polizei zu rufen. Dies taten wir dann auch sehr vorbildlich. Bemerkswert auf dieser Party war, dass die Gäste aus den verschiedensten Ländern und sogar Kontinenten kamen. So kamen Leute aus Argentinien, Spanien, Italien, China, den USA, der Türkei und noch viele andere Staaten waren vertreten.

    Anschließend sind wir allesamt zu einer weiteren Hausparty gefahren. Ich saß in einem kleinen Taxi mit 7 weiteren Personen. Den Taxifahrer hat es anscheinend nicht gestört, dass so viele Personen in seinem Taxi sitzen. Ein bisschen verwundert war ich schon, denn in Deutschland würde das mit Sicherheit kein Taxifahrer machen. In der zweiten Wohnung fühlte ich mich wie in einem Tempel. Das Etablissement bestach durch Elemente, welche mich ein wenig an die arabische Welt erninnerte. Dort verweilte ich noch einige Zeit, bis ich mich dann schließlich auf den Heimweg machte.

    Am Samstag war ich gemeinsam mit Santa und Jona im Kino “Splendid Palace”, wo wir uns den deutschen Film “Das Blaue vom Himmel” anschauten. Dieser Film handelt von einer Frau namens Marga (Hannelore Elsner), welche eine Deutsch-Baltin ist. Sie möchte nach Lettland reisen um ihre Vergangenheit besser verarbeiten zu können. Als sie schließlich nach Lettland reist, wird das Geheimnis ihrer Vergangenheit aufgedeckt. Wer sich ein bisschen für die lettische Geschichte interessiert, sollte sich diesen Film auf jedenfall ansehen.

    http://www.dasblauevomhimmel-derfilm.de/

    Den Sonntag habe ich damit verbracht um ein wenig Schlaf nachzuholen und gegen Mittag führte mein Weg zum Alfa, wo ich dann ein bisschen shoppen war.

     

  • 24. Februar 2012 /  Allgemein

    Der Mittwoch war ein vor allem anstrengender, aber auch sehr schöner und ereignisreicher Tag. Nach der Arbeit habe ich mich auf den

    kleine orthodoxe Kirche in Daugavpils

    Weg zu Maris und seinem WG-Mitbewohner gemacht und wir sind dann gemeinsam mit der Straßenbahn zur Eishockey-Arena gefahren. Dort haben wir uns das Spiel, wie schon in dem vorherigen Bericht geschrieben, zwischen Dinamo Riga und Sibir Novosibirsk angeschaut. Darta hat mir als kleine Überraschung ein Eishockey-Trikot von der lettischen Nationalmannschaft geschenkt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Dieses Trikot wird einen Ehrenplatz in Greifswald bekommen. Das Spiel konnte ich mir leider nicht bis zum Ende anschauen, da ich gemeinsam mit meinen Kollegen am Abend noch in Richtung Jekabpils gefahren bin. Nach dem zweiten Drittel musste ich die Arena schon verlassen, bei einem Spielstand von 1:2 für Novosibirsk. Auf dem Weg zum Treffpunkt für die Abfahrt nach Jekabpils, habe ich gehofft, dass Dinamo Riga das Spiel noch drehen wird. Einige Minuten nach dem Abpfiff des Spiel bekam ich von Maris eine Nachricht, dass Riga das Duell noch mit 3:2 gewonnen hat, was mich natürlich sehr freute. Wenn ich nochmal die Möglichkeit bekomme, dann werde ich mir noch ein Eishockeyspiel anschauen, denn die Stimmung in der Arena war unbeschreiblich gut und emotionsgeladen.

    Gegen 22 Uhr haben wir uns dann schließlich auf den Weg zum Hotel gemacht, welches in der Nähe von Jekabpils liegt. Wir haben uns gemeinschaftlich dafür entschieden, dass wir unterwegs übernachten, da eine Tour direkt nach Daugavpils eventuell doch zu anstrengend gewesen wäre. Ieva (Geschäftsführerin des Hochschulkontors) hat mir das Vertrauen geschenkt und ließ mich bis Jekabpils fahren. Etwa kurz vor 12 Uhr kamen wir dann ,ein wenig erschöpft, in dem Hotel an. Es war ein Trucker-Motel, welches direkt an der Hauptstraße lag, jedoch war es ganz nett eingerichtet.

    Am nachfolgenden Morgen sind wir dann nach Daugavpils gefahren. Dort angekommen wurden wir von sämtlichen Mitarbeitern der Universität herzliche begrüßt. Zusammen mit Darta und Jona habe ich die Stadt ein wenig erkundet. Daugavpils ist nicht nur die Kapitale, sondern schlicht die alles dominierende Stadt von Lagtale (Region in Lettland), obwohl es im äußersten Süden liegt, nicht weit von Weißrussland. Mit knapp 100.000 Einwohnern darf es sich zweitgrößte Stadt Lettlands nennen. Mir ist aufgefallen, dass auf den Straßen die russische Sprache dominiert, auch wenn die Werbetafeln, Schilder und Beschriftungen an den Geschäften fast alle auf Lettisch sind. Wer jedoch in einen Laden geht und mit “labdien” freundlich einen guten Tag wünscht, wird wahrscheinlich eher stauen auslösen. Ich wollte in Daugavpils etwas typisch lettisches essen, jedoch gab es in dem Kafejnica, für welches wir uns entschieden haben, hauptsächlich russische Gerichte. Zum Mittag habe ich somit eine Soljanka und Piroschki gewählt, welche mit Schinken und Speck gefüllt waren.

    Am Nachmittag haben wir uns dann auf den Heimweg begeben, gemeinsam mit dem Prof. Dr. Peter Schlobinski. Die erste Hälfte der Strecke hat Jona übernommen und den restlichen  Weg bin ich dann nach Riga gefahren. Ich habe mich sehr ausführlich mit dem Professor unterhalten und muss sagen, dass er ein sehr interessanter Mensch ist. Gegen 20 Uhr am Abend haben wir Riga erreicht, als ich dann im Hotel ankam, habe ich mich lediglich ins Bett gelegt und bin dann eingeschlafen, denn diese Dienstreise war doch ein wenig erschöpfend.

    Am heutigen Tag habe ich meine Arbeit beim Deutsch-Akademischen-Austausch-Dienst aufgenommen. Zu Beginn bekam ich eine kleine Einführung in meine zukünftigen Aufgaben und im Anschluss daran, bin ich zusammen mit MArkus (Leiter IC-Riga) und Elisa (Praktikantin DAAD Riga) zum Vortrag von Prof. Dr. Peter Schlobinski in die Fakultät für Geisteswissenschaften gegangen. Die Vorlesung hat mir gut gefallen, da der Professor dieses Thema sehr authentisch vermittelt hat. Zusammen mit dem Leiter des IC-Riga habe ich noch einige Abrechnungen bearbeitet, welche bei den Auswahlgesprächen der DAAD-Stipendien entstanden sind. Das Wochenende wird diesmal etwas spontan geplant. Morgen werde ich wahrscheinlich ins Kino, mit einer ehemaligen Praktikantin (Santa) des Hochschulkontors, gehen.

  • 22. Februar 2012 /  Allgemein

    Am Montag bin ich ein wenig durch die historische Altstadt geschlendert und habe versucht, mich kulturell etwas weiterzubilden mit meinem kleinen Reiseführer über Riga. Riga nennt sich selbst gern Hauptstadt des Baltikums. Da ich leider noch nicht in Tallinn war -ein Besuch ist jedoch geplant- und von Vilnius nur einen kleinen Einblick erhalten habe, kann ich dies schlecht beurteilen. Noch einen Titel nimmt die Stadt an der Daugava für sich in Anspruch: “Hauptstadt des Jugendstils”. In der Stadt, speziell in der Innenstadt, kann man durch mittelalterliche Gassen und Höfe lustwandeln. Im Anschluss an diese kleine Tour durch “Vecriga” (Altstadt) habe mich mit Maris in einem Café getroffen. Es stand die nächste Deutschstunde an. Wir unterhielten uns ausführlich über den Rücktritt des deutschen Bundespräsidenten und nebenbei habe ich ihm ein wenig über dieses Amt erzählt.

    Am Dienstag habe ich mich auf eine kleine kulinarische Reise in Richtung Russland begeben. Ich machte Halt in einem kleinen, aber doch recht rustikalen Restaurant welches die Aufschrift “Pelmeni” trug. Pelmeni sind in Wasser oder Brühe gekochte und mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die man entweder als Suppeneinlage oder als Hauptgericht isst. In diesem Restaurant wird es so gehandhabt, dass man sich am Anfang der Theke eine Schüssel nimmt und auf dem Weg zur Kasse mit den verschiedensten Pelmeni füllt. An der Kasse wird die Schale auf eine kleine Waage gestellt und von dem Gewicht wird schließlich der Preis ermittelt.  Für eine gut gefüllte Schüssel habe ich  etwa 1.60 Lats bezahlt und ich war gesättigt. Ich bin auf jedenfall auf den Geschmack gekommen.

    Am heutigen Mittwoch steht ein weiteres Highlight auf dem Programm. Nach der Arbeit gehe ich gemeinsam mit Maris und seinen Freunden zum Eishockey. Diese Woche laufen die letzten Spiele für die Qualifikation der Play-Offs der Kontinentalen Hockeyliga. Heute treten die Mannschaften von Dinamo Riga und Sibir Novosibirsk gegeneinander an.

    Am heutigen Abend geht es dann auf meine 2. Dienstreise in Richtung Daugavpils. Zusammen mit der Geschäftsführerin, ihrer Assistentin und einem weiteren Praktikanten begebe ich mich zuerst auf die Reise nach Jekabpils, wo wir für eine Nacht verweilen und morgen geht es dann weiter nach Daugavpils, wo der Prof. Dr. Peter Schlobinski einen Vortrag über den Sprachgebrauch in den neuen Medien hält. Zu diesem Anlass hatte ich diese Woche die Aufgabe zwei Reden bezüglich des Vortrages zu verfassen.

    Letzte Woche habe ich die Deutsche Botschaft in Riga kontaktiert und erfragt, ob eventuell die Möglichkeit bestehe, eine kleine Führung durch die hier ansässige Botschaft zu erhalten. Heute bekam ich den positiven Bescheid vom Verwaltungsleiter der Botschaft. Herr Neudorfer (Verwaltungsleiter) wird mir zunächst den Aufbau einer Botschaft und die Struktur des Auswärtigen Amtes erläutern, bevor Frau Brahe mir die Presse- und Kulturarbeit etwas näher bringt. Über diese Einladung bin ich äußerst erfreut und werde versuchen so viel wie nur möglich für mich persönlich mitzunehmen.

    Deutsche Botschaft in Riga

     

     

  • 20. Februar 2012 /  Allgemein

    Langsam habe ich mich schon recht gut in Lettland, speziell in Riga, eingelebt. Ich bin äußerst fasziniert von diesem kleinen,  sich mitten im Umbruch befindlichen Land. Man erfährt täglich neue Eindrücke und Erlebnisse, sodass man doch einige Zeit benötigt um dies alles zu verarbeiten. Am Freitag, den 17.02.2012, bin ich nach der Arbeit ins Neo gegangen. Diese trendige, in den oberen drei Stockwerken des Glockenturms im Rigaer Hauptbahnhof eingerichtete Cocktailbar besticht insbesondere durch einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt und nicht ganz so sehr durch das Interieur oder das außergewöhnliche Publikum. Dieses Etablissement ist äußerst klein, aber dafür sehr gemütlich. Bei einem interessanten Farbspiel, modischer Musik und einem deliziösen Cosmopolitan kann man seine Gedanken schweifen und die Woche Revue passieren lassen.

    Ruta hat mich an diesem Wochenende zu einem Gottesdienst nach Jurmala eingeladen. Das besondere war, dass sie und ihre Mutter in dem Kirchenchor mitgesungen haben. Es war der erste Gottesdienst in meinem noch recht jungen Leben. Ich wusste nicht genau wie man sich verhält, sodass ich ein wenig aufgeregt war. Ruta war bei diesem Gottesdienst meine persönliche Dolmetscherin, sie hat fast die gesamte Predigt für mich konsekutiv übersetzt, wenn nicht gerade ihre Engelsstimme zum Klang kam. Des Weiteren zeigte ein junger lettischer Violinist sein Können. Im Bereich Musik bin ich nicht gerade ein Spezialist, doch bei ihm wusste ich, dass er ein großes Talent besitzt. Ich habe mich anschließend kurz mit ihm unterhalten und habe erfahren, dass er gerade mal 19 Jahre alt ist. Derzeit besucht er noch die Schule in Lettland, möchte aber noch in diesem Jahr nach Deutschland um dort zu studieren. Ich denke, einem Stipendium von der musikalischen Seite her gesehen, sollte nichts im Wege stehen.

    Ein weiterer Höhepunkt an diesem Wochenende war eine Volksabstimmung in Lettland. Das Thema des Referendums hat mich sehr interessiert. Es wurde abgestimmt, ob Russisch die zweite Staatssprache werden soll. Durch den historischen Hintergrund von Lettland und der ehemaligen Sowjetunion war ich doch ein wenig entsetzt, dass ein Referendum mit dieser Thematik überhaupt stattfinden kann. Ich wurde jedoch aufgeklärt, dass eine Zustimmung nahezu unwahrscheinlich ist.

    Im Innern der Neo-Bar

     

  • 17. Februar 2012 /  Allgemein

    Der Mittwoch verlief ungewöhnlicherweise unspektakulär. An diesem Tag bin ich lediglich meiner Arbeit beim Baltisch-Deutschen Hochschulkontor nachgegangen. Ich war nahezu den gesamten Mittwoch damit beschäftigt Dateien, Dokumente und Bilder auf die Webseite des Hochschulkontors zu laden. Im Anschluss an den Arbeitstag habe ich meinen nächsten Deutschunterricht gegeben. Thema dieser Stunde war die deutsche Landeskunde. Ich hatte einige Fragen zu dieser Thematik vorbereitet, welche Maris beantworten sollte, was ihm sehr gut gelang. Er hat ein großes Lob von mir bekommen, weil er sich teilweise besser auskennt als manch Deutscher. Wir sprechen auch viel über die politische Lage in Deutschland, denn Maris informiert sich ständig über aktuelle Geschehnisse und Ereignisse in Deutschland.

    Am Donnerstag war ich wiederum damit beschäftigt die Webseite zu vervollständigen. Irgendwann konnte ich diesen Arbeitsauftrag nicht mehr durchführen, weil die Speicherkapazität des Servers ausgeschöpft war. Wir mussten daraufhin die IT-Abteilung anrufen, welche uns noch ein wenig Speicherplatz zur Verfügung stellte. Die restlichen Dateien konnte ich somit erst heute früh hochladen. Diesen Zwischenfall habe ich genutzt um vorzeitig Feierabend zu machen, denn am Abend stand eine Valentinsparty auf dem Programm. Gegen 22 Uhr war ich mit Maris bei ihm zu Hause verabredet, wo er mir noch einige Sachen geliehen hat, denn auf dieser Party musste man in einem bestimmten Dresscode erscheinen. An diesem Abend habe ich soviel Englisch gesprochen, dass ich gar nicht mehr wusste ob ich noch Deutsch kann. Die Damenwelt war immer ein wenig entzückt, wenn ich einige Wörter auf Lettisch von mir gegeben habe. Insgesamt gesehen kamen an diesem Abend alle Sprachen (Deutsch, Englisch, Russisch, Lettisch) zur Anwendung, welche ich mehr oder weniger beherrsche. Gegen 4 Uhr heute früh haben wir uns dann schließlich auf den Heimweg gemacht.

    private Hochschule Turiba

  • 14. Februar 2012 /  Allgemein

    Seit Sonntagabend bin ich nun in Vilnius. Mein Hotel, welches sich lediglich 5 Minuten entfernt vom Busbahnhof befindet, habe ich nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch gefunden. Nach der Busreise war ich dann auch endlich froh, im Bett liegen zu können. Ich schlief in dem sogenannten “Orchideen-Appartement” des Hotels. An den Wänden hingen Bilder von Orchideen und einige Echte schmückten sogar den Raum. Als ich die Tür des Bades öffnete, erblickte mich ein Jacuzzi. Am Sonntag war es leider zu spät und ich war auch zu müde um mich hinein zu legen.

    Am Montag früh um 9 Uhr begannen dann schließlich die Auswahlgespräche für die Stipendien des DAAD. Die Gespräche fanden im Goethe-Institut statt. Meine Aufgaben lagen darin, den Leiter des Informationszentrums Riga vom DAAD und die Sekretärin des Goethe-Instituts zu unterstützen. U.a. habe gemeinsam mit Ruta (Sekretärin des Goethe-Institutes) die Pausen für die Auswahlkommission vorbereitet. Als Ruta zum Mittag ging, war ich etwa für eine Stunde der Sekretär. Sie hatte mich kurz eingewiesen in die Aufgaben und ich konnte starten. Nach Abschluss der Gespräche, etwa 18.30 Uhr, fuhr ich gemeinsam mit der Kommission zur Residenz des Deutschen Botschafters in Vilnius. Das Etablissement des Botschafters trug nicht ohne Grund den Namen “Residenz”. Diese Residenz liegt in einem Waldgebiet etwas außerhalb von Vilnius. Es ist ein prachtvolles Gebäude mit einem glanzvollen Anbau zum Empfang von Gästen. Der Botschafter und seine Frau haben jeden Gast einzeln begrüßt und herzlich empfangen. Ich fühlte mich gleich sehr heimelig in der Residenz, denn das Botschaftsehepaar wirkte sehr sympathisch. Zu Beginn waren alle Beteiligten noch ein wenig verhalten, aber die Stimmung lockerte sich nach einiger Zeit. Der Botschafter hielt eine kleine Eröffnungsrede und anschließend wurde das Buffet eröffnet. Beim Buffet wurden nur die feinsten Speisen serviert, ich kann jedoch nicht genau sagen was es alles gab. Drei Servicekräfte reichten zu dem wohlschmeckendem Mahle Getränke wie z.B. Rot- bzw. Weißwein, Orangensaft und Wasser. Aus Anstand habe ich die Servicekräfte gefragt, wo ich denn das benutzte Geschirr hinstellen soll, sie meinten daraufhin nur, dass ich es irgendwo hinstellen kann. Da ist mir so richtig bewusst geworden, auf was für einer gehobenen Veranstaltung ich mich befinde. Als wir dann alle allmählich gesättigt waren lud uns die Frau des Botschafters noch zu einem Dessert ein. Es gab einen wunderbaren Obstsalat. Beim verspeisen des Desserts, kam ich mit Frau Mülmenstadt(Frau des Botschafters)  ins Gespräch. Sie fragte mich, wo ich denn arbeite und ich erzählte ihr daraufhin das ich beim FLI sei. Ich habe ihr einiges über das FLI erzählt u.a. die Aufgaben und die Struktur des Instituts. Sie fand es so interessant, dass sie sich fast den gesamten Abend mit mir unterhielt. Dieser Abend war bis jetzt sowohl das größte Erlebnis als auch das schönste Ereignis während meines Aufenthaltes im Baltikum.

    Am heutigen Dienstag fanden die letzten Gespräche der Auswahlkommission statt. Nach Abschluss der Veranstaltung habe ich mich auf den Weg zum Hotel gemacht und habe die Gelegenheit genutzt um mir noch ein bisschen die Innenstadt anzuschauen. In Vilnius kommt es mir vor, als sei jedes 7. Gebäude eine Kirche, eine Kathedrale oder ein sonstiges Gotteshaus. Da ich nicht länger als 15 Uhr im Hotel bleiben durfte, musste ich meine Sachen nehmen und zum Busbahnhof gehen. Ich hatte also noch 3 Stunden Zeit bis ich in den Bus steigen konnte. Gute zwei Stunden habe ich mich im Hauptbahnhof von Vilnius warm gehalten und eine Stunde saß ich im Busbahnhof, welcher leicht kühl war. Aber nun sitze ich im warmen und bequemen Bus auf dem Weg nach Riga. Gegen 22.20 Uhr werde ich dort ankommen. Morgen bin ich dann wieder für meine Kollegen in Riga beim Baltisch-Deutschen Hochschulkontor da.

  • 12. Februar 2012 /  Allgemein

    An diesem Wochenende habe ich das Nachtleben von Riga kennenlernen dürfen. Das Nachtleben in Riga ist legendär. Die Stadt hat für jeden Geschmack, die passende Abendgestaltung zu bieten. Ich bin an diesem Wochenende auch in den Genuss gekommen und durfte “Rigas Balzams” probieren. Das ist ein traditioneller lettischer Likör aus Kräutern, Blüten, Ölen und Beeren mit 45% Alkoholgehalt. Mir war der Likör eindeutig zu herb. Wenn ich nur an den Geschmack denke, dann bekomme ich eine Gänsehaut. Aber sobald man einmal in Lettland, speziell in Riga, ist, sollte man ihn zumindest mal gekostet haben.

    Der heutige Sonntag diente lediglich zur Erholung. Das Wochenende war doch sehr anstrengend. Vor allem, wenn die Taxifahrer kein Englisch verstehen. Oftmals muss ich in diesen Situationen meine Russischkenntnisse auspacken. Der Standardsatz von mir lautet:”я  говорить  по-русски не очень хорошо “. Am späten Nachmittag habe ich mich nochmal mit Maris getroffen um den Anzug abzuholen, welchen ich für den Aufenthalt in Vilnius benötige. Ich habe von ihm eine komplette Ausstattung erhalten. Glücklicherweise hat er fast die gleiche Statur wie ich. Für das gemeinsame Essen beim Botschafter sollte ich gut gerüstet sein.

    Beispiel einer Business-Lounge von Lux-Express

    Derzeit befinde ich mich im Bus in Richtung Vilnius. Die Business-Lounge kann sich sehen lassen. Man hat eine Menge Platz, es besteht die Möglichkeit seinen Laptop anzuschließen und man kann ganz entspannt im Internet surfen. Das sogenannte Wi-Fi ist in Lettland weit verbreitet. In dieser Sache sind die Letten etwas fortschrittlicher. Vilnius werde ich gegen 22.20 erreichen. Dort werde ich in einem recht netten Hotel einchecken. Ich hatte erst eine andere Unterkunft angemietet, jedoch habe ich eine Nachricht von der Rezeptionsmitarbeiterin bekommen, dass ich die Möglichkeit hätte, in einem anderen Hotel unterzukommen. Und dies für den selben Preis. Als ich mir die Bilder des Hotels im Internet angeschaut habe, kam ich leicht ins staunen.

    http://www.florensboutique.com

    Morgen finden die Auswahlgespräche für die Stipendien des Deutsch-Akademischen-Austausch-Dienstes statt. Dafür gibt es einen straffen Zeitplan. Ich weiß derzeit noch nicht genau, was meine Aufgaben sein werden. Aber ich lasse mich überraschen.