Im Laufe der letzten drei Tage haben wir Salvatorianer in Shillong, sowie in Lykinsew besucht und so etwas über deren Arbeit erfahren. Diese beiden Niederlassungen befinden sich im Nachbar-„bundesland“ Meghalaya.
Meghalya – Hintergrundinformation
Meghalaya liegt höher als Assam (Shillong: ca. 1500m) und besteht aus vielen Tälern und Erhebungen. Außerdem gibt es hier üppige Regenfälle, was neben einem für uns angenehmen Klima auch ein sehr grünes Landschaftsbild schafft. Typisch sind für diesen Staat auch die vielen Wolken, welche über Hügel und Straßen kriechen und einem oft die eigentlich atemberaubende Aussicht verdecken. Deshalb auch der Name Meghalaya, übersetzt bedeutet das in etwa „Land der Wolken“.
Nordostindien ist für seine ethnische Vielfalt bekannt und so ist auch Meghalaya in verschiedene Bereiche gespalten, der district in dem wir uns nun befinden wir als „Khasi Hills“ bezeichnet, benannt nach dem Stamm der Khasi, welcher hier beheimatet ist. Viele dieser Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen und besuchen die Stadt nur um ihre Waren (Essen, Handwerkskunst) zu verkaufen.
Während der Kolonialzeit war Shillong, sowie zuvor Cherapunjee, des Klima wegens, eine beliebte Hill Station der Briten. Während der heißen Sommerzeit in Assam (40°C +) flohen sie quasi in die Berge. Aufgrund dessen ist hier, wie eigentlich im ganzen Nordosten, Englisch geläufiger als Hindi.
Shillong ist die Hauptstadt Meghalayas und ist stark christlich geprägt, vor etwa hundert Jahren begannen hier die Salvatorianer – offensichtlich mit einigem Erfolg – zu missionieren. Sehr bekannt ist hier, wie auch in Assam, der Missionar Otto Hopfenmüller, welcher den christlichen Glauben nach Nordostindien brachte, aber sehr früh verstarb. Da Hopfenmüller ein Deutscher war, sind die Salvatorianer hier auch unteranderem als „German-Fathers“ bekannt. Während des ersten Weltkriegs wurden die Deutschen aber von den Briten vertrieben und so verloren die Salvatorianer alle Ländereien, der christliche Glaube blieb allerdings erhalten. Aus Folge dessen sind nun andere christliche Gemeinschaften am häufigsten anzutreffen.
Christen in Shillong
In Shillong gibt es viele christliche Institutionen, wie z.B. verschiedene Schulen, sowie ein Heim für Alte und Waisen. Die Salvatorianer sind hier erst seit kurzem wieder anzutreffen und deswegen gibt es hier „nur“ ein „Study House“ – Priester in Ausbildung verbringen hier die Jahre ihres Theologiestudiums. Unser Besuch hier hat natürlich auch einen Hintergrund, und zwar werden wir im Januar Shillong für eine längere Zeit besuchen, um im vorher erwähnten Heim zu arbeiten. Dieses wird von Ordensschwestern geführt und beherbergt unteranderem Kinder mit Tuberkulose.
P.S.: Neue Bilder sind online
Grüße,
Andreas und Simon