Zeit und Freiheit

Zeit ist eines der wertvollsten Güter die wir haben und doch gehen wir mit ihr immer unachtsamer um. Wir selbst nehmen uns die Zeit zum Leben niemand sonst und was wir damit eigentlich tun ist uns zumeist nicht einmal im Ansatz bewusst. Im Gegenteil. Es ist fast schon gesellschaftlich verwerflich „Zeit zu haben“.

 

Wir nehmen uns die wichtigsten Dinge selbst. Wir nehmen uns die Zeit zu leben, zu denken, uns selbst weiter zu entwickeln. Wir stumpfen ab allein weil wir keine Zeit mehr haben und viele  haben schon verlernt mit Zeit um zu gehen. Selbst bei unseren Kindern beginnen wir damit schon und die Entwicklung in diese Richtung schreitet immer weiter fort. Durch die Gesellschaft, durch die Technik, aber vor allem durch uns selbst.

 

Im Grunde kann man hier für Zeit auch Freiheit einsetzen, denn wir schränken uns unbewusst selbst ein. Verkriechen uns in unserer kleinen Welt und wollen nichts eine wahrnehmen und eine Chance geben was dort nicht in unser einfaches Bild passt. Wir weigern uns einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Zu bequem um uns mit uns und der Welt wirklich auseinander zu setzen.

 

Gefangen in unserer eigenen kleinen, von der Gesellschaft geformten Welt. Eingesperrt von uns selbst.

Ich…

Langsam glaube ich mich damit abfinden zu müssen das es sich nie wieder ändern wird. Das ich nie wieder ich sein werde. Sein kann. Das wird mir langsam immer klarer. Ich möchte es nicht wahrhaben, aber es bleibt mir kaum etwas anderes übrig und weil es so ist kann mir das nicht einmal mehr viel ausmachen. Ich kann mich kaum mehr daran erinnern wie es einmal war. Wie ich einmal war, wie ich mich einmal gefühlt habe.
Es ist vorbei und vielleicht werde ich nie wieder so sein können. Nie wieder ich sein können. Es wird immer schlimmer und immer gleichgültiger in meinem Kopf.

Sehnsucht

Ich habe Sehnsucht nach Freiheit, nach Natur, nach Wind, Regen, nackter Haut, Gras, frische Luft, Ruhe, Gerüche, Gefühle, Eindrücke, Intensität, Weite, Allein sein, Denken, Gedanken schweifen lassen.

Abstrakter Verlust

Ich spüre immer weniger.
Ohne zu fühlen kann man nicht schreiben.
Ich Presse meinen Kopf gegen die kalte und harte Wand bis ich etwas spüre.
Der Druck, die Kälte.
Es tut gut.
Ich vermisse es zu fliegen. Zu schweben. Keinen Halt zu finden als würde die Schwerkraft aussetzen.
Zu schreiben tut mir gut. Es fehlt mir.
Ohne zu fühlen kann man nicht mehr denken.
Eine leere Hülle.
Vergessen.
Das schreiben fällt mir schwer.
Mein Kopf ist leer und voll zugleich.
Zu viele Gedanken und Gefühle um sie noch wahrnehmen zu können.
Wie eine Wand.
Abstrakter Verlust.
Ich habe Angst dass es zu spät ist.
Gibt es ein zu Spät? Ich denke nicht aber ich bin mir nicht sicher. Ich habe Angst.
Schreiben hilft. Es zwingt zu denken.

Ich habe…

…Angst vor Vergessen

…Angst vor Gewohnheit
…Angst vor Gleichgültigkeit
…Angst vor Oberflächlichkeit
…Angst vor Abstumpfung
…Angst vor Leere
…Angst vor Stumpfsinnigkeit
…Angst vor Gedankenlosigkeit
…Angst vor Blindheit
…Angst vor Hinnahme
…Angst vor Gefühlslosigkeit