• 23. Januar 2014 /  Allgemein

    Im Grunde ist das Lieben immer mit Leiden verbunden.

    Anfangs noch, am zitterigen Start, wo noch dieses leichte Flattern und Funken in der Luft liegt, ist es plötzlich so leicht zu atmen und zu lächeln, aufzuwachen und sich in Fantasien zu verlieren, die immer nur ein glückliches Ende bereithalten. Doch wenn man dann den Punkt erreicht, an dem man sich darüber bewusst wird, wie schwerwiegend diese Verliebtheit wirklich ist, fängt dieses Traumschloss an zu bröckeln. Die perfekte Immobilie wird zur Ruine. Eine Ruine, die trotz der eingestürzten Mauern, der eingeschlagenen Fenster, trotz des bewucherten Gartens eine stille Schönheit in sich trägt. Welkende Rosen ranken sich um die rissigen Steine und eine warme Brise wirbelt den Staub am Boden auf. Doch mit der Zeit werden die Blütenblätter fallen und der Winter wird kommen und die Schönheit aus der scheinbar nie endenden Quelle versiegt.

    Die Eifersucht kommt, wohl oder übel. Wenn man sieht, wie der Mensch, den man liebt, andere ansieht, sie zum Lachen bringt, mit ihnen flirtet, sie berührt, dann kommt dieses schwarze Schwindelgefühl, diese ungute Übelkeit. Man will einfach nur noch kotzen, dieses grausame Gefühl irgendwie loswerden, dieses Gefühl, das man nie haben wollte, für das man sich nie angemeldet hat, loswerden. Doch so einfach ist das nicht.

    Und dann kommt die Klarheit. Dass mit der stärker werdenden Liebe auch die Verlustängste kommen. Wie schnell kann ein Autounfall passieren, irgendetwas unvorgesehenes, eine Krankheit, ein Missgeschick, das einem die Person raubt, mit der man mittlerweile so viel verbindet. Man verliert sich in schrecklichen Gedanken an ein Leben ohne jemanden, der das eigene erst lebenswert macht. Und das ist zerstörend, das ist extrem zerstörend…

    Nun hängt es vom Glück ab, vom Schicksal, von den Umständen, ob es eine Zukunft zu zweit gibt. Eine Entscheidung steht an, die nun dieser Mensch treffen muss, in dessen Augen man sich auch noch die nächsten sechzig Jahre verlieren könnte, eine Entscheidung, die die Person treffen muss, neben der man stundenlang wortlos liegen kann, an die Decke starren kann, und vergessen kann, was da draußen, außerhalb dieses Unterschlupfs von Decken und Kissen, vor sich geht.

    Diese Entscheidung steht dir noch bevor. Eigentlich solltest du gründlich abwägen, nachdenken. Aber genau das würde zu dem Weg führen, den ich nicht gehen will, denn ich würde ihn alleine gehen müssen. Manchmal muss man seinen Gefühlen folgen, blindlings einen Pfad einschlagen ohne dessen Ziel zu wissen.

    Ein ‚für immer‘ ist erstrebenswert, aber unrealistisch.

    Eine Bindung ist erstrebenswert, aber auch ohne sie zu benennen vorhanden.

    Egal zu welchem Ende wir kommen, wir werden zu einem kommen. Und bereits jetzt habe ich mehr genossen, als ich mir je erträumt habe, bereits jetzt weiß ich, dass ich eines Tages meinen Kindern von meiner ersten großen Liebe erzählen kann. Selbst wenn du nicht ihr Vater bist. Selbst wenn du dann nur noch eine blasse Erinnerung an goldbraune Tage und durchzechte Nächte bist. Alles ist möglich.

    Trotz allem danke ich dir.

    xoLizzie

    Posted by Silver Silence @ 22:58

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