Mode aus Schweden die überzeugt!
Der WDR-Markencheck hat sich in den vergangen Jahren fast schon zu einer Straßenfeger-Sendung etabliert und freut sich großer Beliebtheit bei kritischen Konsumenten die immer öfter genauer wissen möchten was sie letztendlich kaufen. Zuviel möchte natürlich keiner zahlen; ist der Preis zu niedrig stellt sich wiederum postwendend die Frage warum dem so ist und ob sich das in der Qualität des Produktes widerspiegelt. Solche Beispiele könnte ich nun seitenweise aufzählen und darlegen, es geht aber auch kurz: Der Verbraucher ist mündiger und wissbegieriger als jemals zuvor und gleichzeitig wird unsere Welt immer unübersichtlicher und lässt sich kaum mehr ganzheitlich durchschauen.
Hennes & Mauritz im Markencheck

Ende Januar war es dann soweit und wir, die mündigen Verbraucher wurden aufgeklärt über das schwedische Modelabel Hennes & Mauritz, die es im Laufe der Jahre immerhin auf den weltweit zweiten Platz der Textileinzelhändler geschafft haben und das bekannt ist wie der sprichwörtliche bunte Hund… Jeder kennt und die meisten lieben die Klamotten von H&M. Eine Fußgängerzone in der nicht mindestens eine H&M-Filiale beheimatet ist, ist kaum mehr zu finden und gut besucht sind Läden nahezu zu jeder Uhrzeit. Dank Kooperationen mit Modedesignern die eigentlich in der Welt der Haute Couture zu Hause sind, bilden sich dann und wann sogar Schlangen vor den Geschäften die man sonst nur vor Apple-Läden zum nationalen Verkaufsstart eines neuen Produktes vermuten würde… – All dies und würde man ins Detail gehen noch vieles mehr spricht daher dafür sich das Unternehmen H&M einmal genauer zu betrachten und zu sezieren, wie es der WDR-Markencheck tut.
Getestet wurde der schwedische Modemogul, wie alle anderen Test-Marken in vier Kategorien die da wären: Der Preis, die Qualität, den Trendfaktor sowie die unvermeidbare Rubrik Fairness, welche sich auf die Produktionsbedingungen der Waren bezieht.
leidiges Thema Fairness
H&M lässt, wie auch nahezu alle anderen Anbieter von Mode, im Auftrag arbeiten und dies in Ländern wie Bangladesh und Indien. Da ist der Vorwurf der Kinderarbeit und Niedriglöhnen fast schon vorprogrammiert und damit ist auch schon klar wie der schwedische Modekonzern in Sachen Fairness abschneidet zumal die eigentliche Produktion in der Regel von Subunternehmen vor Ort übernommen wird, was das Schaffen fairer Bedingungen, aller Beteuerungen darauf zu achten, nahezu unmöglich macht. Der WDR-Markencheck urteilt daher vollkommen zu Recht: „Die Fairness ist zweifelhaft.“
Bei den verbleibenden drei Kategorien konnte das schwedische Modehaus weit besser abschneiden und insgesamt lässt sich attestieren, dass H&M scheinbar nicht ganz ohne Grund so beliebt ist wie es zur Zeit der Fall ist. Modische Kleidung in vernünftiger Qualität zu einem (zumindest für die Verbraucher) mehr als fairen Preis.
Preis, Trendfaktor und Qualität überzeugen
Um die Preisgestaltung bewerten zu können arbeitetet die WDR-Markencheck-Redaktion mit einem naheliegenden Praxistest. Vier Teenager wurden ins Rennen geschickt. Die Aufgabe: Bestimmte Produkte wie Hose, Jeans, Socken, T-Shirt oder BH sollen in vier verschiedenen Geschäften gekauft werden um anschließend den großen Preisvergleich anzugehen. Im Rennen befanden sich eine Esprit-, H&M-, C&A- sowie Kik-Filiale. Im Ergebnis zeigte sich, dass zwar mit Kik nicht mitzuhalten ist, aber H&M sich durchaus im selben Preissegment bewegt wie C&A, die gemeinhin für ihre günstigen Preise bekannt sind. Esprit als einzige richtige Marke war natürlich am kostspieligsten. Der WDR-Markencheck urteilt: „Die Preise bei H&M sind niedrig.“
Was den Trendfaktor anbelangt, hätte sich ein Test im Grunde auch erübrigen lassen, zumal eine eindeutige Definition von Trend kaum möglich ist. Der Erfolg den H&M hat spricht da eine klare und deutliche Sprache… Modedesigner Wolfgang Joop bringt es auf den Punkt (und wer sollte besser wissen was Trend ist als eine solche Fashion-Kapazität…). Die Adjektive die Joop nutzt um darzulegen was er von H&M hält sprechen eine deutliche Sprache: pampig, jung, frech und leger…selbst wenn mal etwas nicht sitzt oder juckt und kratzt wird der Kram gekauft! Der WDR-Markencheck urteilt: „Der Trendfaktor ist hoch.“
Auch in Punkte Qualität macht die Klamotte von H&M einen mehr als anständigen Eindruck und ist insgesamt mit Produkten anderer Markenhersteller vergleichbar. Zwar geht es viel besser, doch mit Blick auf Preis und die die rigiden europäischen Bestimmungen was mutmaßlich gesundheitsgefährdende Ausgangsstoffe betrifft ist alles noch vollkommen zufriedenstellend. Daher urteilt das WDR-Markencheck-Team: „Die Qualität ist insgesamt: ordentlich.“
nicht Fair sonst aber top
Unter dem Strich kann also ein Jeder vollkommen ruhigen Gewissens bei H&M auf große Klamotten-Shopping-Tour gehen, es sei denn es muss unbedingt eine richtige Marke sein oder es wird besonders viel wert gelegt auf gute bzw. „faire“ Produktionsbedingungen. Ist dem so, kann allerdings ausschließlich in ganz speziellen Shops eingekauft werden, was sich in Preis, Qualität und auch Style meist zum Nachteil der Verbraucher widerspiegelt.
Auf geht es! Zurück in die 80er!!!