Heucheln und Fußball – eine tolle Kombination

Das war ja gestern wieder ein Paradebeispiel für geheucheltes Bedauern beim Spielabbruch Fußballpokal Osnabrück-Leipzig. Ein dummer Einzeltäter und so viele echte Fans. Fußball ist der sauberste Sport der Welt: Sie wollen doch nur spielen.
Die einzig ehrliche Antwort nach dem Feuerzeug-Wurf auf den Schiedsrichter wäre gewesen: Das kann zu jeder Zeit und in (fast) jedem Spiel immer wieder passieren; es ist eine logische Konsequenz aus dem, was Fußball heute ist bzw. wozu er gemacht wird. Für diese Aussage gibt es eine einfache Erklärung. Wer ständig mit dem Feuer spielt, muss sich über kleine und gelegentlich große Brände nicht wundern. Was meine ich?

1. Der Fußball wird zur scheinbar wichtigsten Sache hochstilisiert. Das rechtfertigt doch jedes Mittel.
2. Die offensichtlichen Ungerechtigkeiten zwischen einem Fußballer-Gehalt und dem eines Angestellten oder Facharbeiters oder Lehrers oder … bedingt eine ständige Emotionalität beim Thema Fußball. Um den reinen Sport geht es also schon sehr lange nicht mehr.
3. Das schnelle Gemeinschaftsgefühl auf dem Platz lässt die Persönlichkeit und damit das individuelle Denken sehr schnell in den Hintergrund treten. Es schaukelt sich schnell was hoch.
4. Die einfach Konstellation Verein-Gastmanschaft, Unsere-Gegner, Freund-Feind reduziert alles auf Kampf, es ist kein Spiel mehr.
5. Das allgemeine Absinken der Hemmschwelle in der Gesellschaft und die Etablierung der Gewalt als Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen sind unheilvolle Rahmenbedingungen.

Also bitte: Versucht es, wenigstens ein bisschen ehrlich zu sein. Oder noch besser: Beginnt  endlich damit, konsequent gegen Unsportlichkeit und Gewalt auf dem Fußballplatz vorzugehen. Medien, Fußball-Verantwortliche und Sportler, besinnt Euch auf die positiven Ansätze eines sportlichen Wettkampfes: Mit Ehrgeiz und Können den Gegenspieler zu übertrumpfen und nach dem Spiel mit einem guten Gefühl ob der eigenen Leistung duschen zu gehen. Dabei schauen richtige Sportfreunde gern zu.

Ein Problem immer von allen Seiten betrachten!

Am 4.8. habe ich gehört und gelesen und zwar

viele Kommentare und Meinungen zum Gäfgen-Urteil. Die meisten waren sehr emotional.

Natürlich sind Emotionen bei so einem Thema verständlich, für die Diskussion sind sie aber nicht sehr hilfreich. Überhaupt finde ich diese Diskussion – wie so viele andere auch – einseitig, besser gesagt eindimensional. In einem Rechtsstaat kann ein Richter wohl nur so und nicht anders entscheiden. Richtig ist aber auch das Unverständnis, daß Jemandem Recht zuteil wird, der einem anderen das primitivste Recht genommen hat: das Recht zu leben.
Aber mußte es denn überhaupt zu diesem Verfahren kommen? Gab es nicht irgendwann die Festlegung, einem Schwerverbrecher die Bürgerrechte für die Zeit seiner Strafe abzuerkennen? Dann wäre es nicht zu dieser schizophrenen Situation gekommen, daß ein Verbrecher das Recht bekommt, das sein Opfer nie mehr bekommen kann.

Nicht der Richter hat Schuld, sondern die, die es zu dieser Situation haben kommen lassen.

Blutrünstig ist doch einfach nur schlecht, oder?

Am 19.7.2011 habe ich in den Nachrichten gehört,

daß eine Opernaufführung, die während der Bregenzer Festspiele auf dem Bodensee aufgeführt wird, blutrünstig wäre, aber ein riesiger Spaß, sie anzusehen. Egal, ob auf dem Bodensee, einer anderen Bühne, ob im Film oder beim Computerspiel, ob im Krieg oder in der Nachbarswohnung:

Blutrünstig ist doch einfach nur schlecht, unmenschlich, ekelhaft. Oder?

Wo lernt man das?

Am 18.7.2011 habe ich gehört,

daß sich der Londoner Polizeipräsident seinen Kuraufenthalt hat bezahlen lassen. Da frage ich mich so einiges:

– War da sein Geld knapp, hat Vater Staat das bißchen Gehalt nicht pünktlich überwiesen?
– Wo lernt ein Politiker eine solche Art des Denkens? Oder ist er ganz allein auf diese Gaunerei gekommen?
– Verlief die Kur erfolgreich oder haben etwa Gewissensbisse den Kurerfolg geschmälert??
– Wann genau kam diesem Typ die Moral abhanden? Hätte er da nicht aus Anstand sofort den Dienst quittieren müssen?
–  Warum dieser plötzliche Sinneswandel in den Medien? Bauern- ähm Polizistenopfer?


Wieder einmal stehe ich mit meinen Fragen da. Ich ahne zwar die Antworten, gebe sie mir aber nicht. Denn das macht mich nur noch wütender.

Irrenhaus oder Märchenstube?

Am 30.06.2011 habe ich gehört,

daß durch Beschlüsse des griechischen Parlamentes der Weg für milliardenschwere Geldhilfen an Griechenland freigemacht wurde, dann auch, daß es in Athen zu blutigen Krawallen wegen dieser “Sparmaßnahmen”-Beschlüsse gekommen ist, dann noch, daß sich die Banken freiwillig an der Griechenlandrettung beteiligen wollen und letztendlich, daß der Euro einen Sprung nach oben gemacht hat. Paßt da irgendwas zusammen? Alles Fakten zu einem Thema und trotzdem völlig unverständlich für mich.

Ob da wer allgemein verständliche Erhellung schaffen kann?

Größenwahn ging in der Nordsee baden

Am 27.06.11 habe ich gehört,

daß die Bewohner von Helgoland es mehrheitlich abgelehnt haben, durch Sand-Aufschüttung eine von einer Sturmflut im 18. Jahrhundert abgetrennte Düne wieder mit der Insel zu verbinden. Gut daß dieses Mal dem Gigantismus Einhalt geboten wurde, wenn auch nur knapp.

Uns steht Demut und Bescheidenheit gegenüber der Natur wesentlich besser zu Gesicht. Nicht immer schneller gehen, höher bauen, weiter machen, sondern das Vorhandene bewahren und damit ein ruhiges Wohlfühlen für möglichst viele schaffen.

Politik in seiner witzigsten Form

Am 23.6.2011 habe ich gehört,

daß die Grünen einen Parteitag abhalten wollen, um herauszufinden, ob sie dem von ihnen seit 30 Jahren propagierten Atomausstieg zustimmen sollten, nur weil der jetzt von der CDU vorgeschlagen wird. Sagt mal, ticken die noch richtig? Ist Politik nur noch Geschacher? Haben die nun völlig den Menschenverstand verloren?

Schizophren

Am 7.06.11 habe ich gehört,

daß sich die Regierungschefs der USA und Deutschlands in einem Nobelhotel treffen, um über die aktuelle Schuldensituation zu sprechen. Finde ich nicht nobel, sondern typisch… andere würden sagen: schizophren.

Bericht der Ethikkommission

Da ist er nun, der Bericht einer Ethik-Kommission zum Thema Atomausstieg. Und schon sind wir alle viel schlauer, was dieses Thema, nein, was die gesamte Thematik „Energieversorgung eines Industriestaates“ angeht. Kein Wunder, saßen dort ja auch die kompetentesten Köpfe dieses Landes zusammen. Atomphysiker, Energiestrategen, Wirtschaftswissenschaftler, Visionäre der Menschheit. Da kann man sich schon darauf verlassen, dass etwa das Datum, bis wann ein Land wie Deutschland eine völlige Energiewende hinbekommen kann, hieb- und stichfest ist. Ach nein, es waren ja z. B. Pastoren, Umweltschützer, ein Soziologe. Es ging ja um Ethik. Aber warum ist die Überschrift des Abschlussberichtes dann nicht: „Atomstrom ist verwerflich.“ oder „Atomstrombezieher sind zu verurteilen.“ Sozusagen das 11. Gebot: „Du sollst keinen Strom akzeptieren, der aus einem AKW kommt.“ Das wäre doch die logische Zielstellung einer Ethik-Kommission gewesen. Mehr kann die doch nicht leisten. Alles andere – technische Machbarkeit und/oder ein genaues Datum einer Wende – ist doch so nicht zu begründen!

Will man da wieder einmal nur Aktionismus vortäuschen? Die seit Fukushima aufgebrachte Wählerschaft mit Scheinresultaten beruhigen? Sehr wahrscheinlich. Was mich aber an dieser Sache ganz besonders aufregt, ist: So kann keine sachliche Diskussion zustande kommen. Aber nur eine an der Sache ausgerichtete Debatte zum Thema „Zukunftsträchtige Energieversorgung eines Industriestaates“ kann uns auf den richtigen Weg bringen. Dazu gehört als erstes: Fakten auf den Tisch! Wieviel Energie brauchen/verbrauchen wir heute und in Zukunft (die Autos sollen ja auch bald strombetrieben fahren…) Wieviel wird gegenwärtig durch die AKWs, mit Braunkohle, durch die Windräder, durch Solarzellen erzeugt? Mit welchem Wirkungsgrad? Wird Strom exportiert, importiert, wann und wieviel? Wo überall geht Energie verloren (im Sinne von bleibt für Firmen und Menschen ungenutzt)? Dann geht es weiter: Welche Energiequellen gibt es tatsächlich, in welcher Größenordnung? Wie wird die Entwicklung der Energieerzeugung in den nächsten 5, 20 und 50 Jahren sein? Wo kann Energie gespart, wo der Wirkungsgrad erhöht werden? usw. usw.

Ihr seht, es gibt viele Fragen zur Thematik „Energieversorgung der Zukunft“. Da werden Antworten gebraucht, und zwar von wirklich unabhängigen Fachleute. Da sollte man mit unvoreingenommener, sachbezogener Ideensuche endlich mal anfangen.

Was ist Zivilcourage?

Am 28.05.11 habe ich gelesen,

was Konstantin Wecker auf die oben genannte Frage geantwortet hat: nicht schon vorauseilend feige zu sein. Das finde ich eine zutiefst menschliche und sympatische Antwort. Wer will schon von sich ehrlich behaupten, in jeder Situation mutig zu sein. Ein bißchen ängstlich sind wir doch alle, oder? Wo also fängt die Zivilcourage an? Genau dort, wo man das seinen Möglichkeiten entsprechende tut; bereit ist, etwas zu wagen für andere, für eine wichtige Sache, ohne sie als erstes auf den eigenen Vorteil hin abzuklopfen. Wenn man also trotz eigener Ängste nicht schon vorauseilend feige ist.


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